Need for Speed: Nitro – Review / Test

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , , am Dezember 4, 2009 von Tim

Mit Ausnahme von Mario Kart Wii oder Excite Truck sieht es auf Nintendos Wii rennspieltechnisch ziemlich mau aus. Das erstmals eigens für Wii entwickelte Need for Speed: Nitro möchten sich diesem Problem annehmen und das Genre um einen überzeugenden Vetreter bereichern. Wie sich dieser Titel schlägt, verrät dieser Test.

Erstmals hat EA in diesem Jahr für beide Rennspielgruppen den passenden Need for Speed Titel parat. Während Freunde von Rennsimulationen zu Need for Speed: Shift für PC, XBOX 360 und Playstation 3 greifen, soll Need for Speed: Nitro die Arcadejünger und das jüngere Publikum ansprechen. Tuningoptionen, ein realistisches Fahrverhalten und weltbekannte Rennstrecken sucht man hier also vergebens. Need for Speed: Nitro wurde speziell für Wii konzipiert und ist an alle jene gerichtet, die auf einen unkomplizierten und kompromisslosen Rennspielspaß aus sind und diesen auch gerne mit Freunden und Familie teilen möchten. Das Gameplay ist absolut frei von Innovationen und erinnert an die Burnout-Serie oder auch ältere Need for Speed Teile. Im Karrieremodus bereist der Spieler die ganze Welt und absolviert unterschiedliche Events wie normale Rennen, Time Attacks, Eliminierungsrennen oder Drag Rennen, ganz wie man es auch von den Vorgängern kennt. Das verdiente Geld kann dann schließlich in den Wageneditor investiert werden, hier kann das Aussehen des Boliden individuell angepasst werden. Und die Auswahl dieser ist ziemlich abwechslungsreich ausgefallen. Die insgesamt 30 Wagen verdeutlichen nämlich, dass es sich bei diesem Spiel um einen waschechten Arcaderacer handelt, sind neben modernen Wagen wie dem Audi R8 oder einem Ford Mustang auch ausgefallene Modelle wie der VW Käfer verfügbar. Das Geschwindigkeitsgefühl ist hierbei, egal welchen Wagen man auch wählt, rasant und muss sich vor einem Burnout wahrlich nicht verstecken. Dank einsetzbarer Boosts werden sogar bis zu 300 Stundenkilometer ermöglicht. Der Einsatz des Boosts ist an einigen Stellen auch ausgesprochen wichtig, weil die Polizei dieses Mal wieder mit von der Partie ist und euch das Leben schwer macht. Trotzdem ist der Schwierigkeitsgrad insgesamt eher niedrig angesetzt, was dem unkomplizierten Gameplay und der tollen Steuerung zu verdanken ist. Letzere lässt auch keine Wünsche offen, weil unglaublich viele Steuerungsvarianten zur Verfügung stehen. Man kann somit die Wiimote schräg halten, zusätzlich aber auch den Nunchuck anschließen, oder einfach nur Gebrauch von einem Classic- oder Gamecube-Controller machen. Dies kommt dann schließlich auch dem lokalen Mehrspielermodus für bis zu vier Spielern zugute. Somit sind vier Wiimotes nämlich nicht zwingend notwendig. Der Mehrspielermodus an sich macht aufgrund von vielen verschiedenen Spielmodi und zuschaltbaren Bots jede Menge Spaß, das Problem ist nur, dass die grafische Qualität stark darunter leiden muss.

Abgesehen vom Mehrspielermodus kann sich Need for Speed Nitro allerdings wirklich sehen lassen. Klar, hier wird absolut keine Meisterleistung vollbracht, aber die Neuausrichtung in Form eines bunten Comiclooks tut dem Spiel gut und passt perfekt zum Genre der Arcaderenner. Die Wagenmodelle sehen für Wii-Verhältnisse überraschend gut aus, die Präsentation ist auf gewohnt hohem Niveau und das Geschwindigkeitsgefühl kommt mit 60fps, wie eben bereits erwähnt, perfekt rüber. Leider ist die Umgebung aber zu detailarm, was durch das hohe Tempo allerdings gut verdeckt wird. Verglichen mit den Vorgängern gelingt der Serie aber optisch ein Schritt in die richtige Richtung. Gleiches gilt für den Sound. Die Motorensounds klingen jetzt viel besser, die Soundeffekte sind stimmiger und der Soundtrack ist EA-typisch mal wieder erste Sahne.

Fazit:
Es war eindeutig die richtige Entscheidung von EA, Nintendos Wii künftig mit eigens dafür entwickelten Need for Speed-Teilen statt mit lieblosen und abgespeckten Portierungen zu versorgen. Need for Speed: Nitro ist weder technisch noch spielerisch ein Meisterwerk, dafür kann aber das unkomplizierte und rasante Arcadegameplay vollends überzeugen und passt bestens zum Portfolio von Nintendos Wii. Nicht zu vergessen, dass man bei diesem Spiel endlich wieder das Gefühl hat, dass es den Entwicklern wichtig war, die Wii-Gemeinde mit einem guten Need for Speed-Ableger zu versorgen. Ein Aufwärtstrend ist also klar erkennbar und Rennspielfreunde können unbesorgt zugreifen.

7/10

DJ Hero – Review / Test

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , , am November 28, 2009 von Tim

Wer hätte es vor einigen Jahren für möglich gehalten, dass irgendwann Millionen von Menschen begeistert auf einer Plastikgitarre klimpern oder auf ein Plastikschlagzeug hämmern? Guitar Hero und Co. machen es möglich und mit DJ Hero möchte Activsion diesen Wahnsinn sogar auf eine neue Stufe bringen. Ran an die Turntables, Bühne frei für DJ Hero!

Spielerisch hat DJ Hero natürlich so einiges mit den Guitar Hero Spielen gemeinsam, dennoch gibt es hier wesentlich mehr Unterschiede als man vielleicht erahnen würde. Zum einen wäre da natürlich das unterschiedliche Equipment. DJ Hero wird mit einem toll verarbeiteten Nachbau eines Turntables geliefert. Während bei Guitar Hero einzelne Songs abgespielt werden, geht es in DJ Hero zudem darum, zwei Lieder miteinander zu mixen. Anders als in Guitar Hero müssen in DJ Hero nicht einfach nur bestimmte Tasten zum richtigen Zeitpunkt gedrückt werden. Der Mixer (auch Crossfader genannt) muss nämlich auch richtig positioniert werden und bei langezogenen Farbblöcken muss der Plattenteller, wie es sich für einen waschechten DJ nunmal gehört, gescratched werden. Jenen, die mit DJ Hero noch keinerlei Erfahrung sammeln konnten, wird das Ganze nun vielleicht einen Tick zu kompliziert vorkommen, aber keine Sorge, die Lernkurve verläuft auch bei DJ Hero steil nach oben und schon nach kürzester Zeit widmet man sich den höheren Schwierigkeitsgraden, die im Übrigen genauso wie bei Guitar Hero unterteilt sind. Ziemlich enttäuschend ist leider die Auswahl an Spielmodi. Eine Karriere wie man es von anderen Musiktiteln kennt, gibt es in DJ Hero nämlich nicht, ebenso kann man in diesem Spiel an einem Mix scheitern. Dies nimmt dem Titel auch leider etwas in puncto Herausforderung und Langzeitmotivation.

Zu den größten Pluspunkten von DJ Hero zählt die unglaublich abwechslungsreiche Songauswahl. Satte 93 exklusive Mixes wurden auf die Spiele-Disc gepresst und zur Überraschung vieler sind hier Interpreten vertreten, die man nicht im Geringsten erwartet hätte. Die Jackson 5, Motörhead, The Killers, Queen oder die Foo Fighters sind nur einige Beispiele. Aber natürlich kommen auch Fans des Hip Hop-Genres nicht zu kurz, genauso wenig wie die Anhänger der elektronischen Musik. Schließlich ist das Spiel an eben diese beiden Zielgruppen gerichtet. Und wer seine Finger einfach nicht von der Gitarre lassen kann, der kann diese in einem Duell oder Zusammenspiel mit einem anderen DJ sogar anschließen und ordentlich abrocken. Ansonsten enthält das Spiel aber keine nennenswerten Überraschungen hinsichtlich des Mehrspielerparts. Immerhin werden Onlinespiele unterstützt. Viel wichtiger ist hingegen der Musikstore, welcher regelmäßig mit passenden Mixes versorgt wird, damit das Spiel auch über mehrere Monate hin beschäftigt.

Grafisch betrachtet ist DJ Hero, ähnlich wie Band Hero, nur ein Guitar Hero 5 im anderen Gewand. Hier wirkt alles viel schriller, bunter und fetziger. Die Grafik erfüllt ihren Zweck, haut einen aber nicht mehr vom Hocker. Akustisch hingegen weiß DJ Hero den Spieler zu begeistern. Die Mixes sind von ausgesprochen guter Qualität und kommen mit dem passenden Soundequipment so richtig in Fahrt.

Die DJ Hero Songliste:
2Pac – „All Eyez On Me“ vs. The Aranbee Pop Orchestra – „Bittersweet Symphony (Instrumental)“
50 Cent – „Disco Inferno“ vs. David Bowie – „Let’s Dance“
50 Cent – „Disco Inferno“ vs. InDeep – „Last Night A DJ Saved My Life“
Afrika Bambaataa – „Zulu Nation Throwdown“ vs. Freedom Express – „Get Down“
Beastie Boys – „Here’s A Little Somethin’ For Ya“ vs. DJ Shadow – „The Number Song (2009 Version)“ (Produced and mixed by DJ Shadow)
Beastie Boys – „Intergalactic“ vs. Blondie – „Rapture“
Beastie Boys – „Lee Majors Come Again“ vs. Daft Punk – „Da Funk“ (Produced and mixed by Cut Chemist)
Beck – „Where It’s At“ vs. DJ Shadow – „Six Days (Remix ft. Mos Def)“
Bell Biv DeVoe – „Poison“ Beat Juggle
Bell Biv DeVoe – „Poison“ vs. Beastie Boys – „Intergalactic“ (Produced and mixed by DJ AM)
Bell Biv DeVoe – „Poison“ vs. Cameo – „Word Up!“
Benny Benassi – „Satisfaction“ vs. Tiesto – „Elements Of Life“
Billy Squier – „The Big Beat“ vs. N.E.R.D. – „Lapdance“ (DJ-Guitar mix)
Black Eyed Peas – „Boom Boom Pow“ vs. Benny Benassi – „Satisfaction“
Bobby „Blue“ Bland – „Ain’t No Love In The Heart Of The City“ vs. 2Pac -“How Do You Want It“
Bobby „Blue“ Bland – „Ain’t No Love In The Heart Of The City“ vs. Connie Price & The Keystones – „Fuzz And Them“
Boogie Down Productions – „Jack Of Spades“ vs. David Bowie – „Let’s Dance“ (Produced and mixed by DJ Shadow)
Chuck Brown & The Soul Searchers – „Bustin’ Loose“ vs. The Zombies – „Time Of The Season“ (Produced and mixed by DJ Shadow)
Chuck Brown & The Soul Searchers – „Bustin’ Loose“ vs. Young MC – „Bust A Move“
Common – „Universal Mind Control (U.M.C.)“ vs. Masta Ace – „Jeep A** Gutter (Aaron LaCrate & Debonair Samir RMX)“ (Produced and mixed by The Scratch Perverts)
Cypress Hill – „Insane In The Brain“ vs. Classics IV – „Spooky“
Cypress Hill – „Insane In The Brain“ vs. David Axelrod – „The Edge“
Daft Punk – „Around The World“ vs. Young MC – „Bust A Move“
Daft Punk – „Da Funk“ vs. N.A.S.A. – „Strange Enough ft. Karen O, ODB & Fatlip“
Daft Punk – „Megamix 1″
Daft Punk – „Megamix 2″
Daft Punk – „Robot Rock“ vs. Hashim – „Al Naafyish (The Soul)“ (Produced and mixed by The Scratch Perverts)
Daft Punk – „Robot Rock“ vs. Queen – „We Will Rock You“
Daft Punk – „Short Circuit“ vs. Boogie Down Productions – „Jack Of Spades“
Daft Punk – „Technologic“ vs. Gary Numan – „Cars“
Daft Punk – „Television Rules the Nation“ vs. No Doubt – „Hella Good“
David Axelrod – „The Edge“ vs. Eric B. & Rakim – „Eric B. Is President“
Dizzee Rascal – „Fix Up, Look Sharp“ vs. DJ Shadow – „Organ Donor (Extended Overhaul)“
Dizzee Rascal – „Fix Up, Look Sharp“ vs. Justice – „Genesis“
DJ Shadow – „Six Days (Remix ft. Mos Def)“ vs. D-Code – „Annie’s Horn“
Eminem – „My Name Is“ vs. Beck – „Loser“
Fedde Le Grand – „Put Your Hands Up For Detroit“ vs. Sandy Rivera and David Penn – „I Can’t Stop (David Penn Remix)“
Foo Fighters – „Monkey Wrench“ vs. Beastie Boys – „Sabotage“ (DJ-Guitar mix)
Foreigner – „Juke Box Hero“ vs. DJ Z-Trip ft. Murs – „DJ Hero“ (Produced and mixed by DJ Z-Trip)
Foreigner – „Juke Box Hero“ vs. DJ Z-Trip ft. Murs – „DJ Hero“ (DJ-Guitar mix, produced and mixed by DJ Z-Trip)
Gang Starr – „Just To Get A Rep“ vs. Mobb Deep – „Shook Ones, Pt 2″ (Produced and mixed by J. Period)
Gorillaz – „Feel Good Inc.“ vs. Blondie – „Atomic“
Grandmaster Flash’s – „Boom“ vs. „Tap“ (Produced and mixed by Grandmaster Flash)
Grandmaster Flash, DJ Kool, DJ Demo – „Here Comes My DJ“ vs. Gary Numan – „Cars“ (Produced and mixed by Grandmaster Flash)
Gwen Stefani – „Hollaback Girl“ vs. Gorillaz – „Feel Good Inc.“
Gwen Stefani – „Hollaback Girl“ vs. InDeep „Last Night A DJ Saved My Life“ (Produced and mixed by DJ AM)
Gwen Stefani – „Hollaback Girl“ vs. Rick James – „Give It To Me“
Herbie Hancock – „Rockit“ Beat Juggle
Herbie Hancock – „Rockit“ vs. N.E.R.D. – „Lapdance“ (Produced and mixed by Grandmaster Flash)
InDeep – „Last Night A DJ Saved My Life“ vs. Cameo – „Word Up!“
Jackson 5 – „I Want You Back“ vs. Gang Starr – „Just To Get A Rep“ (Produced and mixed by DJ Yoda)
Jackson 5 – „I Want You Back“ vs. Third Eye Blind – „Semi-Charmed Life“ (DJ-Guitar mix)
Jackson 5 – „I Want You Back“ vs. Third Eye Blind – „Semi-Charmed Life“
JAY-Z feat. Pharrell – „Change Clothes“ vs. 2Pac – „All Eyez on Me“
JAY-Z – „Izzo (H.O.V.A.)“ vs. Eminem – „My Name Is“
JAY-Z – „Izzo (H.O.V.A.)“ vs. Jackson 5 – „I Want You Back“
JAY-Z – „Excuse Me Miss“ vs. Rick James – „Give It To Me“
Jean Knight – „Mr. Big Stuff“ vs. Masta Ace – „Born To Roll“
Jurassic 5 – „Jayou“ vs. Billy Squier – „The Big Beat“
Jurassic 5 – „Jayou“ vs. Herbie Hancock – „Rockit“
Kid Cudi – „Day ‘N’ Nite“ vs. Black Eyed Peas – „Boom Boom Pow“
Kool Moe Dee – „How Ya Like Me Now“ vs. Reel 2 Real featuring The Mad Stuntman – „I Like To Move It“
Little Richard – „Tutti Frutti“ vs. Shlomo – „Beats“ (Produced and mixed by DJ Yoda)
M.I.A. – „Paper Planes“ vs. Eric B. & Rakim – „Eric B. Is President“ (Produced and mixed by The Scratch Perverts)
M.I.A. – „Paper Planes“ vs. Wale – „Lookin’ At Me“
Marvin Gaye – „I Heard It Through The Grapevine“ vs. David Bowie – „Let’s Dance“
Marvin Gaye – „I Heard It Through The Grapevine“ vs. Gorillaz – „Feel Good Inc.“
Motorhead – „Ace Of Spades“ vs. Noisia – „Groundhog“ (DJ-Guitar mix)
N.A.S.A. – „Strange Enough ft. Karen O, ODB & Fatlip“ vs. Isaac Hayes – „Theme From Shaft“
Noisia – „Groundhog“ Beat Juggle (Produced and mixed by The Scratch Perverts)
Paul van Dyk – „Nothing But You“ vs. Sandy Rivera and David Penn – „I Can’t Stop (David Penn Remix)“
Public Enemy – „Shut ‘Em Down“ vs. Beck – „Where It’s At“
Public Enemy ft. Zakk Wylde – „Bring The Noise 20XX“ vs. Justice -“Genesis“ (Produced and mixed by DJ Z-Trip)
Public Enemy featuring Zakk Wylde – „Bring The Noise 20XX“ (DJ-Guitar mix)
Q-Tip – „Good Thang“ vs. Billy Squier – „The Big Beat“ (Produced and mixed by J. Period)
Queen – „Another One Bites The Dust“ vs. Beastie Boys – „Brass Monkey“ (Produced and mixed by DJ Z-Trip)
Queen – „Another One Bites The Dust“ vs. Daft Punk – „Da Funk“
Rihanna – „Disturbia“ vs. Kid Sister – „Control“
Rihanna – „Disturbia“ vs. The Killers – „Somebody Told Me“ (DJ-Guitar mix)
Rihanna – „Disturbia“ vs. The Trammps – „Disco Inferno“
Shlomo – „Beats“ vs. Billy Squier – „The Big Beat“
Street Sweeper Social Club – „Fight! Smash! Win!“ vs. Beastie Boys -“Intergalactic“ (DJ-Guitar mix)
Tears For Fears – „Shout“ vs. DJ Shadow – „Six Days (Remix ft. Mos Def)“
Tears For Fears – „Shout“ vs. Eric B. & Rakim – „Eric B. Is President“ (Produced and mixed by DJ Jazzy Jeff)
Tears For Fears – „Shout“ vs. Eric Prydz – „Pjanoo“
The Aranbee Pop Orchestra – „Bittersweet Symphony (Instrumental)“ vs. LL Cool J – „Rock The Bells“ (Produced and mixed by DJ Jazzy Jeff)
The Scratch Perverts Beats and Pieces (Produced and mixed by The Scratch Perverts)
The Killers – „Somebody Told Me“ vs. Eric Prydz – „Pjanoo“
Vanilla Ice – „Ice Ice Baby“ vs. MC Hammer – „U Can’t Touch This“
Vanilla Ice – „Ice Ice Baby“ vs. Paula Abdul – „Straight Up“
Wale – „Lookin’ At Me“ vs. Black Eyed Peas ft. Tippa Irie – „Hey Mama“
Weezer – „Beverly Hills“ vs. Evidence, The Alchemist, Aceyalone, Rakaa & 88 Keys – „Fresh Rhymes And Videotape“ (DJ-Guitar mix)
Wild Cherry – „Play That Funky Music“ vs. Gang Starr – „Just To Get A Rep“ (DJ-Guitar mix)

Fazit:
Activision ist es gelungen, mit DJ Hero ein sehr interessantes, neues Franchise auf die Beine zu stellen, welches eine willkommene Abwechslung im ansonsten so Gitarren-lastigen Musikspielgenre darstellt. Die Songliste ist extrem abwechslungsreich, das Equipment zwar teuer, dafür aber extrem suchterzeugend und schnell zu erlernen. Für Hobby-DJs und alle, die es noch werden wollen, ist DJ Hero ein absolutes Must-Have. Bleibt nur zu hoffen, dass DJ Hero im nächsten Jahr, sollte denn ein Nachfolger erscheinen, endlich einen echten Karrieremodus spendiert bekommt.

8/10

Tornado Outbreak – Review / Test

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , am November 28, 2009 von Tim

Bandai Namcos Katamari-Reihe zählt vielleicht nicht zu den erfolgreichsten Franchises, verfügt allerdings dank des innovativen Gameplays über eine große Fangemeinde. Kein Wunder also, dass auch andere Publisher gefallen an diesem Spielprinzip gefunden haben. Mit Tornado Outbreak veröffentliche Konami kürzlich die Low-Budget-Antwort auf Katamari Damacy. Wie der Titel abgeschnitten hat, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Die Story von Tornado Outbreak ist ziemlich flach und überflüssig: Man steuert in diesem Spiel den guten Zephyr, den Anführer der Sturmtruppen, und begibt sich auf die Erde, um verlorene Machtkugeln zurückzuerlangen. Und genau an dieser Stelle kommt das sehr Katamari-ähnliche Gameplay zum Einsatz. In diesem Spiel geht es nämlich einfach nur darum, alles aufzuwirbeln, was einem in den Weg kommt. Ist man in Tornado Outbreak zu Beginn eines jeden Levels noch ein kleines Lüftchen, wächst der Wirbelwind mit jedem aufgewirbelten Gegenstand immer weiter, bis andere Bereiche freigeschaltet werden und noch größere Dinge aufgewirbelt werden können. Im Gegensatz zu Katamari ist die Welt in Tornado Outbreak aber nicht ganz so frei begehbar. Sturmtruppen müssen sich nämlich stets im Schatten aufhalten und sich vom Sonnenlicht fern halten, die Level sind daher sehr abgegrenzt und alles wirkt dadurch einen Tick zu linear. Anders als in den Katamari Spielen bekommt der Protagonist es aber auch mit Gegnern zu tun. Während sich die Feuerfliegen ganz einfach aufwirbeln lassen und kein großes Hindernis darstellen, warten am Ende eines jeden Levels öfters auch mächtige Endbosse auf euch. Weniger abwechslungsreich sind hingegen die Missionsziele. Meisten gilt es nur, innerhalb des Zeitlimits bestimmte Gegner oder Gegenstände zu besiegen oder aufzuwirbeln. In dieser Hinsicht ist vor allem Katamari Forever wesentlich einfallsreicher. So richtig nervtötend ist zum Teil das Speichersystem. Die Levels sind größtenteils in drei unterschiedliche Bereiche unterteilt, gespeichert wird aber erst, wenn die Levels vollständig absolviert sind, andernfalls muss immer wieder von vorne gespielt werden, was durch die teilweise recht knappen Zeitlimits gelegentlich zu Frustmomenten führt.

Es gibt jedoch auch Dinge, die Tornado Outbreak einfach viel besser macht. Die Steuerung wäre da ein gutes Beispiel. Während sich die Katamari-Games alles andere als einsteigerfreundlich steuern, geht das Geschehen in Tornado Outbreak angenehm von der Hand und die Kameraperspektive scheint auch einen Tick übersichtlicher zu sein. Auch der Mehrspielermodus hat im direkten Vergleich die Nase vorn. Der Splitscreen-Modus sorgt für jede Menge Spielspaß und das Beste an der Sache ist die Möglichkeit, jederzeit ein- oder auszusteigen. Auf Onlinemodi haben die Entwickler hingegen verzichtet, was aber ohnehin nicht so richtig zu diesem Spiel passen würde.

Wenn man als großer Katmari-Fan dieses Spiel einlegt, wird man vor allem eines vermissen: Diese abgedrehte Design, die völlig bizarren Zwischensequenzen und generell diesen genialen Humor. Tornado Outbreak ist hier viel familientauglicher und an andere Zielgruppe gerichtet. Trotzdem macht das Spiel seine Sache in diesem Bereich überraschend gut. Der Cartoonlook ist farbenfroh, detailreich und liebevoll umgesetzt und wird vor allem das jüngere Publikum ansprechen. Auch wenn sich beide Spiele vom Design stark unterscheiden, ist Tornado Outbreak grafisch wohl das etwas bessere Spiel. Beim Sound schaut die Sache dann aber wieder ganz anders aus. Klar, im Gegensatz zu den Katamari Spielen enthält Tornado Outbreak zwar eine, sogar ganz gute, Synchronisation, dafür ist die Hintergrundmusik aber längst nicht so kultig und stimmig. Aber auch hier haben sich die Entwickler mit Country Musik und elektrischen Klängen viel Mühe gegeben.

Fazit:
Im direkten Vergleich mit der Katamari-Serie zieht Tornado Outbreak aufgrund des uninteressanteren Designs, des fehlenden Humors und des nicht ganz so süchtig machenden Gameplays den Kürzeren. Dennoch handelt es sich bei diesem Titel um ein spaßiges Spiel für zwischendurch, welches nicht zuletzt wegen des hübschen Comiclooks, des netten Koop-Modes und vor allem des von Beginn an günstigen Preises einen Blick wert ist.

7
/10

Ratchet and Clank: A Crack in Time – Review / Test

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , , am November 28, 2009 von Tim

Mit Ratchet and Clank: A Crack in Time erschien kürzlich, pünktlich zum bevorstehenden Weihnachtsgeschäft, der letzte Teil der Future-Trilogie. Ist A Crack in Time ein würdiger Abschluss dieser Reihe, oder treten so langsam schon so manche Ermüdungserscheinungen auf? Dieser Test zeigt es.

Ratchet und Clank Future: A Crack in Time ist der dritte und abschließende Teil der Future-Trilogie. Zwar wird zu Beginn des Spiels die Handlung der beiden Vorgänger mehr oder weniger ausführlich erklärt, dennoch raten wir euch, vorher Tools of Destruction und Quest for Bootys zu spielen, welche mittlerweile auch ziemlich günstig zu haben sind und ohnehin zu den besten PS3-Exklusivtiteln zählen. Wir möchten nicht zu viel von der Story der Vorgänger spoilern, aber handlungsbedingt bestreiten Ratchet und Clank den Großteil von A Crack in Time getrennt. Dies sorgt wiederum dafür, dass gameplaytechnisch etwas frischer Wind in die Serie gebracht wird. Bei den Passagen mit Ratchet bleibt erstmal nahezu alles beim Alten. Das altbewährte Spielprinzip der Vorgänger wird auch im neuesten Teil verwendet und Plattformelemente werden mit den gewohnten Ballersequenzen gemischt. Neu sind hier nur einige Waffen, wie zum Beispiel die sehr nützlichen Teslatürme. Bekannte Waffen wie Mr. Zurkon haben aber ebenfalls den Weg ins Spiel gefunden. Zudem wurden Ratchet und Clank auch mit neuen, hilfreichen Gadgets ausgestattet. Ratchet kann so Gebrauch von Hoverstiefeln machen, welche sich perfekt als Fortbewegungsmittel eignen, und Clank kann mit Hilfe eines Zeitstabes sogar defekte Gegenstände wieder reparieren. Jene Stellen, in denen der Spieler in die Rolle von Clank schlüpft, bringen auch die meiste Abwechslung ins Spielgeschehen. Hier wird viel weniger Wert auf Actionszenen gelegt und Rätseleinlagen treten in den Vordergrund. Neben kniffligen Hüpfeinlagen sind es vor allem die neuen Zeiträtsel, die das Hirn zum Schmelzen bringen. Einige werden es in ähnlicher Form vielleicht von dem Xbox Titel Blinx kennen. Es können zwei Aufnahmen getätigt und später abgerufen werden, um so z.B. mehrere Schalter auf einmal zu aktivieren und das Rätsel zu lösen. Das klingt nicht nur kompliziert, sondern ist es auch! Neu ist auch der Aufbau der gesamten Spielewelt. Während die Vorgänger ziemlich linear waren, bekam A Crack in Time einige Sandboxelemente spendiert. Zwischen den jeweiligen Planeten kommen also keine linearen Flugsequenzen mehr, sondern man fliegt in GTA-Manier zum Planeten seiner Wahl, kann auf Wunsch aber auch einen Händler im Weltall aufsuchen und kleinere Planeten bereisen, welche die ein oder andere Nebenmission zu bieten haben. In Ratchet und Clank: A Crack in Time gibt es auch wieder viele unterschiedliche Gegenstände, die es zu sammeln gilt. Mit einigen dieser Gegenstände kann dann sogar das Raumschiff aufgerüstet werden, die Waffen lassen sich aber natürlich auch wieder upgraden. Das Upgradesystem der Waffen hat sich allerdings ein wenig verändert. Dieses gleicht nun eher einem Rollenspiel, sprich: Die Waffen werden durch die Benutzung aufgelevelt. Upgrades müssen also nicht mehr gekauft, sondern eher verdient bzw. erkämpft werden. Die Steuerung geht natürlich wieder exzellent von der Hand und dank verschiedener Schwierigkeitsgrade werden alle bestens bedient. Die Hauptstory ist mit einer Länge von knapp 10 Stunden ausreichend lang, die diversen Sidequests können die Spielzeit aber sogar verdoppeln.

Die Technik ist wieder mal eines der absoluten Highlights des Spiels. Wie seine Vorgänger auch, kommt A Crack in Time unglaublich nahe an das Niveau eines Pixar-Films. Sowohl optisch, als auch was den Humor betrifft. Kaum ein anderes Spiel ist dazu in der Lage, dem Spieler so viele Lacher ins Gesicht zu zaubern. Die gerenderten Zwischensequenzen sind einfach der Brüller und dank der perfekten, deutschen Synchro umso komischer. Egal ob es die Texturen, Animationen, Effekte oder Modelle sind, alles scheint, verglichen mit den beiden Vorgängern, einen Tick hübscher, flüssiger und schärfer zu sein. Dank dem gewohnt guten Soundtrack und der bombigen Dolby Digital Spur, wird man im Laufe des Spiels akustisch angemessen begleitet. Insgesamt gibt es in diesem Bereich, ähnlich wie beim Gameplay, nur wenig zu kritisieren. Das Gesamtpaket stimmt einfach und wird einem guten Abschluss einer beliebten Serie gerecht.

Fazit:
Ratchet & Clank: A Crack in Time ist ein toller Abschluss dieser grandiosen Serie. Das bewährte Spielprinzip überzeugt noch immer und wurde mit den Zeiträtsel sinnvoll erweitert, technisch ist das Spiel noch beeindruckender und der bekannte Humor der Serie kommt natürlich auch wieder nicht zu kurz. Kurzum: Pflichtkauf für Fans der Serie und des Genres.

9/10

Band Hero – Review / Test

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , am November 28, 2009 von Tim

Die Guitar Hero Spiele begeistern weltweit Millionen von Menschen. Doch was ist mit denen, die mit Rock-Musik nichts anfangen können und eher auf softe Pop-Musik stehen? Die mussten bislang mit Lips oder Singstar vorliebnehmen, welche ausschließlich auf den Gesangspart ausgelegt sind. Mit Band Hero liefert Activision aber nun das passende Spiel ab…

Bei dem extremen Erfolg der heutigen Musikspiele und den daraus folgenden, unterschiedlichen Serien ist es kein Wunder, dass man irgendwie leicht den Überblick verliert. Da gibt es Guitar Hero und Rock Band auf der einen Seite, gleichzeitig aber auch DJ Hero und Karaokegames wie Lips oder Singstar auf der anderen. Was ist Band Hero also genau? Das Spiel ist im Grunde schnell und einfach erklärt: Es verwendet das bewährte Spielprinzip von Guitar Hero mitsamt aller bekannten Instrumente, ist zusätzlich aber etwas familientauglicher und hat eine wesentlich softere Songlist im Gepäck. Und hier hätten wir auch schon den ersten Kritikpunkt: Band Hero ist genau genommen einfach nur Guitar Hero 5 in einem popigen Gewand. Das Gameplay wurde quasi 1:1 übernommen und auch die Spielmodi (einschließlich Mehrspielermodi) sind gleich. Schnelles Spiel, der Karrieremodus und das Musikstudio sind in dieser Form auch in Guitar Hero 5 enthalten. Neu ist lediglich der Mitsingen-Modus, hier kann man weder scheitern, noch gibt es Punkte. Bis zu vier Spieler können hier ganz simpel nach Herzenslust ins Mikrofon trällern. Natürlich sind auch jene Features aus Guitar Hero 5 enthalten, die das Spiel zugänglicher machten. So sind von Beginn an alle 65 Songs freigeschaltet und im Party-Modus kann man per Knopfdruck nach Belieben ein- und aussteigen. Auch die Wahl der Instrumente ist in Band Hero völlig frei. Bestimmte Songs können also theoretisch mit vier Schlagzeugen gespielt werden. Natürlich ist auch in Band Hero ein Online Store verfügbar, um neue Songs käuflich erwerben zu können. Wirklich nett, aber etwas schlampig umgesetzt ist die Import-Funktion, die es ermöglicht, Songs aus diversen Guitar Hero Teilen zu importieren.

Technisch verbirgt sich hinter Band Hero natürlich auch “nur” Guitar Hero 5. Der ganze Look des Spiels wurde aber selbstverständlich auf die andere Musikrichtung angepasst. Das ganze Spiel ist viel bunter und schriller, passt daher auch super zur Musik. Während in Guitar Hero 5 Legenden wie Johnny Cash oder Kurt Cubain in Videospielfiguren verwandelt wurden, haben in Band Hero die Sänger Taylor Swift und Adam Levine, sowie die Band No Doubt ihren, zugegeben überzeugenden Auftritt. Auch bei Band Hero handelt es sich nur um Originalaufnahmen, das Spiel ist völlig frei von Coverversionen. Die Songs sind super abgemischt und die Raumklang ist gewohnt stimmig.

Die Band Hero Songliste:
3 Doors Down – “When I’m Gone”
The Airborne Toxic Event – “Gasoline”
The All American Rejects – “Dirty Little Secret”
Alphabeat – “Fascination”
Aly and AJ – “Like Whoa”
Angels & Airwaves – “The Adventure”
Ben Harper and the Innocent Criminals – “Steal My Kisses “
Big Country – “In a Big Country”
The Bravery – “Believe”
Carl Douglas – “Kung Fu Fighting”
Cheap Trick – “I Want You To Want Me (live)”
Cold War Kids – “Hang Me Up To Dry”
Corinne Bailey Rae – “Put Your Records On”
Counting Crows – “Angels of the Silences”
Culture Club – “Do You Really Want To Hurt Me”
Dashboard Confessional – “Hands Down”
David Bowie – “Let’s Dance”
Devo – “Whip It”
Don McLean – “American Pie”
Duffy – “Warwick Avenue”
Duran Duran – “Rio”
Evanescence – “Bring Me To Life”
Everclear – “Santa Monica (Watch The World Die)”
Fall Out Boy – “Sugar, We’re Goin’ Down”
Filter – “Take A Picture”
Finger Eleven – “Paralyzer”
The Go-Go’s – “Our Lips Are Sealed”
Hilary Duff – “So Yesterday”
Hinder – “Lips of An Angel”
Jackson 5 – “ABC”
Janet Jackson – “Black Cat”
Jesse McCartney – “Beautiful Soul”
Joan Jett – “Bad Reputation”
Joss Stone – “You Had Me”
Katrina and The Waves – “Walking On Sunshine”
The Kooks – “Naïve”
KT Tunstall – “Black horse and the cherry tree”
The Last Goodnight – “Pictures Of You”
Lily Allen – “Take What You Take”
Maroon 5 – “She Will Be Loved”
Marvin Gaye – “I Heard It Through The Grapevine”
Mighty Mighty Bosstones – “The Impression That I Get”
Nelly Furtado – “Turn Off The Light”
N.E.R.D. – “Rockstar”
No Doubt – “Just A Girl”
No Doubt – “Don’t Speak”
OK Go – “A Million Ways”
Papa Roach – “Lifeline”
Parachute – “Back Again”
Pat Benatar – “Love Is A Battlefield”
Poison – “Every Rose Has Its Thorn”
Robbie Williams and Kylie Minogue – “Kids”
The Rolling Stones – “Honky Tonk Women”
Roy Orbison – “Oh Pretty Woman”
Santigold – “L.E.S. Artistes”
Snow Patrol – “Take Back the City”
Spice Girls – “Wannabe”
Styx – “Mr. Roboto”
Taylor Swift – “Love Story”
Taylor Swift – “Picture To Burn”
Taylor Swift – “You Belong With Me”
Tonic – “If You Could Only See”
The Turtles – “Happy Together”
Village People – “YMCA”
Yellowcard – “Ocean Avenue”

Fazit:
Keine Frage, Band Hero ist ein sehr guter und extrem partytauglicher Musikspaß für die ganze Familie geworden. Aber die Tatsache, dass Band Hero eigentlich nur ein Guitar Hero 5 im anderen Gewand und mit weniger Songs ist, hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Dennoch: Fans von Pop-Musik werden bestens bedient und müssen mangels Alternativen ohnehin zugreifen. Beim nächsten Teil gibt sich Activision hoffentlich mehr Mühe.

8/10

Call of Duty: Modern Warfare 2 – Review / Test

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , , am November 22, 2009 von Tim

Es ist das meist erwartete und diskutierte Videospiele der letzten Jahre: Call of Duty: Modern Warfare 2. Kurz nach dem Release hat das Spiel bereits unzählige Verkaufsrekorde gebrochen und diverse Traumwertungen verschiedener Fachmagazine eingeheimst. Doch ist der Hype um diesen Titel berechtigt? Im folgenden Testbericht haben wir uns den First-Person-Shooter genauestens angeschaut.

Als direkte Fortsetzung zu Modern Warfare wird die Handlung des Vorgängers natürlich weitergeführt. Doch wie bereits im ersten Teil kann auch in Modern Warfare 2 die Story nicht überzeugen. Die Erzählweise ist viel zu unübersichtlich, oft wird der Spieler unnötig verwirrt und überhaupt kann die Handlung einen einfach nicht mitreißen. Wenn man allerdings ehrlich ist, hätte man auch nichts anderes von diesem Spiel erwartet, ist dies doch eher ein allgemein bekanntes Genreproblem. Modern Warfare 2 hatte dafür nämlich viele andere Stärken. Das, was dieses Spiel einfach von der Konkurrenz abhebt, ist die phänomenale Inszenierung. In keinem anderen Egoshooter ist die Action so beeindruckend in Szene gesetzt und dank der tollen Skript-Ereignisse entsteht eine unglaublich packende Kriegsatmosphäre, die einen nicht mehr loslässt. Modern Warfare 2 hat ein extremes Tempo drauf, hier bleibt keine Zeit für eine Verschnaufpause, Längen sucht man dafür aber auch vergeblich. Die Missionsziele und Schauplätze sind noch abwechslungsreicher als zuvor, wo sonst gilt es, das weiße Haus zurückzuerobern, mit Schneemobilen vor russischen Soldaten zu flüchten, oder eine Fastfood-Filiale zu verteidigen? Das sind die Momente, die Modern Warfare 2 einfach auszeichnen. Wobei man aber auch dazu sagen muss, dass die Entwickler es oft übertrieben haben. Manche Actionsequenzen waren einfach zu viel des Guten und mit einem halbwegs realistischen Militärshooter hatte dies nicht mehr viel gemein. Weniger Patriotismus hätte dem Spiel zudem auch sehr gut getan. Aber egal: Insgesamt ist die Singleplayerkampagne auf allerhöchstem Niveau, das Problem ist nur, sie ist wieder mal viel zu kurz geraten. Nach knapp fünf Stunden erblickt man auf normaler Stufe den Abspann, auf der höchsten Stufe können locker zwei Stunden dazugepackt werden. Die Steuerung ist im übrigen, wie bereits im Vorgänger, grandios belegt und lässt keine Wünsche offen.

Die viel zu kurze Kampagne ist ohne Zweifel ein großer Minuspunkt, im Gegensatz zum Vorgänger haben die Entwickler dieses Mal aber versucht, diesen Fehler mit einem neuen Spielmodus auszugleichen. Mit dem kooperativ spielbaren Spec-Ops-Modus ist dies Infinity Ward auch bestens gelungen! In über 30 verschiedenen Mini-Missionen gilt es, Gegnerhorden zu eliminieren, Bomben zu entschärfen oder an feindlichen Einheiten vorbeizuschleichen. Aufgrund fehlender Checkpoints und der durchschnittlichen Gegner-KI kann es jedoch zu einigen Frustmomenten kommen, vor allem, wenn man diese Missionen auf höheren Schwierigkeitsgraden absolvieren möchte. Insgesamt ist der Spec-Ops-Modus aber eine gelungene und sehr spaßige Erweiterung. Fraglich ist nur, warum dieser Modus sowohl online, als auch lokal, nur für zwei Spieler möglich ist. Zudem wäre es auch viel cooler gewesen, hätte man die Singleplayerkampagne kooperativ spielen können. Zum Glück hat das Spiel aber noch einen weiteren Modus parat, der es wirklich in sich hat: Der Mehrspielermodus. Modern Warfare war bereits das Non-Plus-Ultra im Mehrspielerbreich, aber im zweiten Teil konnten die Entwickler diesen nochmals verbessern! Dank dem motivierenden Levelsystem und freischaltbaren Perks (z.B. schnelleres Nachladen, Schaden- bzw. Energiebonus) ist der Onlinemodus besser als je zuvor. Man ist extrem motiviert seinen Level zu steigern, weil sich so auch neue Waffen und Spielmodi freischalten lassen. In dieser Hinsicht ist Modern Warfare 2 auch definitiv die neue Referenz. Das Spiel wird sich in der eSport-Gemeinde problemlos durchsetzen.

Wer geglaubt hat, Infinity Ward hätte bereits bei Modern Warfare alles aus der auf Quake 3 basierenden Engine herausgeholt, irrt sich, denn auch hier konnten sie noch eine Schippe drauflegen. Es gibt viele Punkte, in denen das Spiel einem Killzone 2 oder vor allem einem Crysis unterlegen ist, aber die unglaubliche Liebe zum Detail gepaart mit der fesselnden Präsentation sorgen für eine beeindruckende Optik. Die Weitsicht ist stellenweise bombastisch, ebenso wie die Spezialeffekte und Explosionen. Zudem läuft Modern Warfare 2 stets flüssig und Grafikfehler wie Tearing oder Pop-Ups wird man so gut wie nie finden. Schade ist jedoch, dass man der Phsyikengine ihren Ursprung ansieht. Wenig zu meckern gibt es hingegen bei der musikalischen Untermalung. Kein geringer als Hans Zimmer hatte hier seine Finger im Spiel, wodurch sich Modern Warfare 2 auch musikalisch stark von der Konkurrenz abhebt. Gleiches gilt natürlich auch wieder mal für bombastische Dolby Digital Spur und die sehr gute, deutsche Synchronisation.

Fazit:
Kaum zu glauben, aber Infinity Ward ist es tatsächlich gelungen, den genialen Vorgänger zu toppen. Modern Warfare 2 schaut einen Tick besser aus, der Multiplayermodus ist noch tiefgängiger und suchterzeugender, der Spec-Ops Modus ist eine gelungene Erweiterung und die Singleplayerkampagne ist zwar wieder Mal ausgesprochen kurz, dafür aber noch action- und abwechslungsreicher. Schade nur, dass die Story zu wünschen übrig lässt und an manchen Stellen, was die Action betrifft, etwas übertrieben wurde. Manches gleicht daher mehr einem James Bond-Film, als einem Militärshooter. Dennoch: Call of Duty: Modern Warfare 2 ist vermutlich der beste First-Person-Shooter seit Beginn der HD-Ära.

9/10

Dragon Age: Origins – Review / Test

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , , , am November 22, 2009 von Tim

Die Kanadier aus dem Hause Bioware zählen zu den absoluten Experten auf dem Rollenspiel-Sektor. Das haben sie mit grandiosen Titeln wie Mass Effect, Knights of the Old Republic oder vor allem Baldur’s Gate eindrucksvoll bewiesen. Kein Wunder also, dass auch das neueste Werk, Dragon Age: Origins, sehnlichst erwartet wurde. Nicht zuletzt, weil es auch einige Parallelen zu Baldur’s Gate aufweist und quasi als inoffizieller Nachfolger gesehen wird. Wir verraten euch, ob Dragon Age: Origins wirklich so ein sicherer Hit geworden ist.

Dragon Age: Origins spielt in dem Königreich Ferelden. Einst friedlich von Zwergen, Menschen und Elfen bewohnt, wird das Königreich nun von der Dunklen Brut bedroht. Der Spieler tritt im Spiel den Grauen Wächtern bei, deren einzige Aufgabe es ist, der Dunklen Brut entgegenzuwirken. Mehr zur Handlung möchten wir aber nicht verraten, schließlich solltet ihr diese epische Geschichte in vollen Zügen genießen können, denn nur selten erlebt man als Videospieler eine so mitreißende und spannende Geschichte. Einziger Kritikpunkt: Die Handlung erinnert stellenweise einfach zu sehr an die Werke von Tolkien, was viele wiederum auch als einen Pluspunkt auffassen können. Wie man es jedoch von anderen Bioware-Titeln kennt, kann der Spieler den Verlauf dieser Story stark beeinflussen. Gute oder böse Entscheidungen haben einen großen Einfluss auf die Geschichte, ebenso wie die Wahl der Rasse. Neben den Klassen Magier, Schurke und Krieger sind die Herkünfte menschlicher Adeliger, Magier, Stadtelf, Dalish-Elf, bürgerlicher Zwerg und adeliger Zwerg verfügbar. Jede dieser sechs unterschiedlichen Herkünfte hat einen unterschiedlichen Storyanfang, schon allein diese Entscheidung verändert also den gesamten Verlauf. Natürlich können auch in Dragon Age: Origins das Aussehen und die Attribute individuell angepasst werden und unzählige Fähigkeiten und Talente sorgen für eine umfangreiche Charakterentfaltung. Im Spielverlauf begegnet man interessanten Charakteren und manche von ihnen begleiten euch im Kampf. Insgesamt vier Charaktere passen in eine Gruppe und auch die Auswahl der Mitstreiter hat Auswirkungen auf das Spielgeschehen. Manche Begleiter können sich nicht riechen, während eine harmonisierende Party natürlich alles etwas einfacher macht. Ähnlich wie bei Mass Effect kann sich der Protagonist bei den unterschiedlichen Begleitern mittels Gesprächen, Entscheidungen oder Geschenken Plus- oder Minuspunkte verschaffen und Beziehungen, egal ob in homo- oder heterosexueller Hinsicht, sind möglich.

Beim Kampfsystem gibt es einige Unterschiede zwischen der PC- und Konsolenversion. In der PC-Fassung ist eine weite Perspektive verfügbar, die das Spiel eher an Baldur’s Gate erinnern lässt. Bei den Konsolenversionen hingegen ist die Perspektive wesentlich näher, wodurch das Ganze eher einem Knights of the Old Republic ähnelt. Aufgrund dieser unterschiedlichen Perspektiven und der übersichtlicheren Benutzeroberfläche ist die PC-Fassung viel taktischer und kniffliger. Natürlich ist aber auch auf der Playstation 3 und der XBOX 360 Taktik gefragt und das Kampf- bzw. Taktikmenü wurde super auf die Heimkonsole portiert und lässt sich sehr mit dem Ringmenü aus Mass Effect vergleichen. Mit einer Spielzeit von mindestens 60 Stunden kann sich der Umfang wirklich sehen lassen. Durch die überraschend abwechslungsreichen Sidequests und die unterschiedlichen Entscheidungen und Storyverläufe ist zudem für jede Menge Wiederspielwert gesorgt. Es gibt nur wenige Spiele, bei denen man nach dem ersten Durchgang direkt mit einem weiteren beginnen möchte, Dragon Age: Origins zählt allerdings zu dieser Art. Und wer von diesem grandiosen Spiel einfach nicht genug bekommt, der kann sich zusätzliche, herunterladbare Quests kaufen. Da Bioware angekündigt hat, Dragon Age bis zu 24 Monate nach Release mit DLCs zu versorgen, kann man sich also auf so manchen, interessanten Quest freuen. Natürlich möchten wir euch aber auch nicht die Schattenseiten von Dragon Age: Origins verheimlichen. Neben der eben bereits erwähnten, unübersichtlicheren Perspektive gibt es einige Kleinigkeiten, die den Spielverlauf einfach stören. Ein Diebstahl bleibt zum Beispiel unbestraft, bei der Umgebung hätten wir uns mehr Interaktionen gewünscht, die KI lässt stellenweise zu wünschen übrig und zu guter Letzt bleibt der Protagonist stumm.

Dragon Age: Origins basiert auf der gleichen Engine wie Mass Effect, welches immerhin schon zwei Jahre auf dem Buckel hat. Dennoch kann Dragon Age hinsichtlich der Animationen, Gesichtszüge, Texturen oder Landschaften nicht mit Mass Effect mithalten. Das Spiel sieht insgesamt immer noch gut aus, bleibt aber weit hinter seinen Möglichkeiten. Verglichen mit der PC-Version ist die Portierung auf die Konsolen zwar ganz gut gelungen, optisch muss man trotzdem einige Abstriche in Kauf nehmen. Doch keine Sorge, so katastrophal wie bei Risen ist die Umsetzung nicht geworden. Meisterlich ist hingegen die akustische Umsetzung geworden. Der Fantasysoundtrack passt wunderbar zum Geschehen und die deutsche Synchronisation ist prima gelungen. Lediglich einige Soundaussetzer trüben den Gesamteindruck.

Fazit:
Das Warten hat sich gelohnt! Dragon Age: Origins ist DAS Rollenspiel des Jahres und ein weiteres Meisterwerk der Rollenspielschmiede Bioware. In keinem anderen HD-Rollenspiel trifft man auf interessantere Charaktere oder eine packendere Story. Das Kampfsystem ist unglaublich komplex und die Entscheidungsfreiheit wieder mal unglaublich, ebenso wie der immense Umfang und Wiederspielwert. Aufgrund dieser Stärken geraten einige Mankos wie die “nur” gute Optik, die technischen Patzer oder kleinen Fehler im Spieldesign vollkommen in Vergessenheit und nicht nur Rollenspielfans müssen hier zugreifen. Danke, Bioware!

9,5/10

Divinity II: Ego Draconis – Review / Test

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , am November 18, 2009 von Tim

XBOX 360 Besitzer mit Hang zu westlichen Rollenspielen konnten in den vergangenen Jahren und Monaten nur auf die grandiosen Fallout 3 und Oblivion oder die technisch durchwachsenen Sacred 2 und Two Worlds zurückgreifen. Kürzlich erschienen jedoch mit Risen, Dragon Age Origins und Divinity 2 gleich drei vielversprechende West-RPGs innerhalb kürzester Zeit und letzteres haben wir in diesem Review genauer unter die Lupe genommen.

Die Handlung von Divinity 2 ist im Grunde schnell erklärt: Die Welt von Rivellon wird vom finsteren Herrscher Damian und mächtigen Drachen bedroht. Nur der Orden der Drachenritter steht dem Bösen im Weg und der Spieler schlüpft hierbei in die Rolle eines Drachenritter-Anwärters. Das Interessante dabei: Drachenritter sind halb Mensch, halb Drache und können auch die Gestalt eines solchen annehmen.

Divinity 2 zählt, wie seine Vorgänger auch, zum Action-RPG Genre, was nicht heißt, dass hier Dialoge und Geschichten vernachlässigt werden. Im Gegenteil, darauf haben die belgischen Entwickler der Larian Studios großen Wert gelegt. Divinity 2 ist kein 08/15-Rollenspiel und kann mit einer spannenden Geschichte, einer interessanten Erzählweise und interessanten Charakteren punkten. Die Dialoge sind alles andere als langweilig und mit einer guten Prise Humor versehen, ganz wie es sich für ein gutes West-RPG gehört. Das Kampfsystem von Divnity 2 ist sehr einfach gehalten, für ein Action-RPG aber angemessen. Schade ist jedoch, dass hier viel zu wenig Taktik gefordert wird. Die äußerst abwechslungsreichen Quests gleichen dieses Manko aber locker aus, vor allem, weil dem Spieler stets mehrere Lösungswege geboten werden und auch die Nebenquests interessante Aufgabenstellungen besitzen. Die dadurch errungenen Erfahrungspunkte sind, wie man es von Rollenspielen kennt, natürlich für die Charakterentwicklung notwendig. Diese ist bei Divinity 2 ausgesprochen frei ausgefallen. Der Spieler kann sich zwischen drei Klassen (Krieger, Waldläufer, Magier) entscheiden und den Charakter mit unzähligen Fertigkeiten und Talenten versehen, sodass man spielerisch auch wirklich einen Unterschied zu den anderen Klassen merken wird. Bedauerlich ist nur, dass man bei der optischen Individualisierung wenig Freiheiten hat und auch, wenn man sich in Divinty 2 auch für den bösen Weg entscheiden kann, bleiben zum Beispiel Diebstähle unbestraft. Ein super Einfall war hingegen das Gedankenlese-Feature, welches frischen Wind in das Genre bringt. Gleiches gilt natürlich auch für die Möglichkeit, die Form eines Drachen annehmen zu können. Die Welt von Rivellon ist angenehm groß und abseits des Mainquests gibt es nicht nur viele Nebenquests, sondern auch viele andere Freiheiten, mit denen man sich die Zeit angenehm vertreiben kann. Außerdem sind die Schauplätze auch sehr abwechslungsreich. Eines der größten Mankos von Divinity 2 ist hingegen die stellenweise fehlende Übersicht. Die Karte leistet keine gute Arbeit, denn oft weiß man gar nicht genau, wo man hin muss, um den Quest zu erfüllen. Gute Arbeit leisteten die Entwickler hingegen bei der Steuerung. Diese wurde prima vom PC auf die XBOX 360 portiert und nahezu fehlerfrei darauf angepasst. Mit einer Spiellänge von mindestens 40 Stunden, mit viel Luft nach oben, werden Rollenspielfans lange Zeit mit Divinity 2 beschäftigt sein. Einen Mehrspielermodus gibt es leider nicht, denn ein Koopmodus, egal ob lokal oder online, wäre doch eine nettes Features gewesen. Schade drum.

Nach Sacred 2 machte zuletzt auch Risen mit negativen Meldungen hinsichtlich der technisch durchwachsenen XBOX-Portierung auf sich aufmerksam. Auch Divinity 2 hat seinen Ursprung auf dem PC, hat die XBOX 360 Version also mit dem gleichen Problem zu kämpfen? Leider ja, denn Pop-Ups, nerviges Tearing, teilweise heftige Ruckler und verwaschene Texturen trüben den Spielspaß ein wenig. Verglichen mit Risen ist die Portierung aber viel besser geglückt. Abgesehen von diesen technischen Patzern sieht Divinity 2 nämlich an vielen Stellen sehr gut aus, für Rollenspiele ist es sowieso viel wichtiger, dass die Optik eine passende Atmosphäre vermittelt und dies gelingt dem Titel bravourös. Neben einer mitreißenden Atmosphäre ist es auch ausgesprochen wichtig, dass die Geschichten emotional und spannend erzählt werden. Die Synchronisation von Divinity 2 wird dieser Aufgabe gerecht und zählt zu den besten im deutschsprachigen Sektor. Und auch die wunderschöne Musik hilft enorm dabei, in die fabelhafte Welt von Rivellon einzutauchen.

Fazit:
Divinity 2 hat alles, was ein gutes West-RPG braucht: Eine spannende Story, interessante Charaktere, eine freie Charakterentwicklung, ein gutes Kampfsystem, eine riesige und atmosphärische Spielwelt, abwechslungsreiche Quests und eine angenehme Portion Humor. Wären da nicht die schlampige technische Umsetzung und die zum Teil fehlende Übersicht, hätte Divinity 2 eine deutlich höhere Gesamtwertung verdient. Trotz allem können Fans von westlichen Rollenspielen, bei denen die Grafik nur Nebensache ist, ohne jegliche Bedenken zugreifen.

8/10

NBA 2k10 – Review / Test

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , am November 18, 2009 von Tim

NBA 2k9 konnte im vergangenen Jahr zwa wieder alle Basketball Fans restlos begeistern, aber anders als in den Jahren zuvor hatte die Konkurrenz aus dem Hause EA enorm Boden gut gemacht. Man darf also gespannt sein, welches Basketballspiel dieses Jahr die Nase vorn hat. Den Anfang macht der Titelverteidiger NBA 2k10, welcher in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum feiert.

Was das Gameplay betrifft, hat sich, verglichen mit dem Vorgänger, rein gar nichts verändert. Für viele mag das nun negativ klingen, im Grunde ist es aber eher ein Kompliment an den grandiosen Vorgänger, denn dort war das Gameplay bereits nahezu perfekt. Das Ballgefühl ist nach wie vor großartig, die KI der Gegen- und Mitspieler genial und die Steuerung ist extrem intuitiv und abwechslungsreich. Der Spieler kann sich selbst aussuchen, ob er mit der super gelungenen Stick-Steuerung wirft, oder Gebrauch von den üblichen A-, B-, X- und Y-Knöpfen macht. Das Spieltempo ist genau richtig und sorgt dafür, dass man teilweise sehr überlegt agieren und taktische Spielzüge einsetzen muss, welche wiederum sehr einfach aufgerufen werden können. Während die NBA Live-Serie eher Anfänger anspricht, ist NBA 2k10 in der Lage, beide Gruppen anzusprechen. Und dank der grandiosen KI werden dem Spieler auch hier wieder wesentlich mehr Möglichkeiten in der Verteidigung geboten.

Viele von euch werden sich nun fragen: “Wenn sich beim Gameplay nichts geändert hat, warum soll ich dann zur neuesten Version greifen?” Ganz einfach: Weil der Umfang extrem erweitert wurde. Kein anderes Basketballspiel kann auf solch ein umfangreiches Gesamtpaket zurückgreifen. Abgesehen von den Standardmodi wie “Playoffs”, “Schnelles Spiel”, “Saison”, dem Karrieremodus, den unterschiedlichen Trainingsoptionen oder den “NBA Blacktop”-Contests hat NBA 2k10 viel Neues zu bieten. Mit dem Modus “Mein Spieler” hat nämlich nun endlich eine Antwort auf den “Be a Pro”-Modus ins Spiel gefunden. Auch hier gilt es, seinen Spieler zu erstellen, dessen Aussehen individuell anzupassen, ihn zu trainieren und Herausforderungen erfolgreich zu absolvieren, um irgendwann von einem NBA Team gedrafted zu werden. Neu hinzugekommen ist auch der Menüpunkt “NBA Aktuell”, der es zum einen ermöglicht, Ergebnisse und Statistiken realer NBA Spiele zu verfolgen und zum anderen auch diese selbst nach- bzw. mitzuspielen. Zu guter Letzt wäre da noch der neue “Team up”-Modus. Hier kann man online eine Mannschaft aus bis zu 10 Spielern zusammenstellen, jedem Spieler eine bestimmte Position zuweisen und letztlich gegen andere Teams antreten. Das Onlinespiel verläuft zwar aufgrund von gelegentlich auftretenden Lags nicht immer reibungslos, ist insgesamt aber dennoch super umgesetzt worden. Abgesehen von diesem Mehrspielermodus können natürlich auch wie gewohnt alle anderen lokal oder online gespielt werden.

Ganz im Gegensatz zum Gameplay haben sich die Entwickler in technischer Hinsicht nicht auf ihren Lorbeeren ausgeruht. Die Optik hat in jeder Hinsicht einen kleinen, aber deutlich erkennbaren Schritt nach vorne gemacht und ist nun ziemlich nahe an der Perfektion. Die Modelle, Gesichter und Animationen der Spieler wirken noch authentischer, das Publikum noch eine Ecke stimmiger und detailreicher und die Präsentation gleicht noch mehr einer TV-Übertragung. Auch die Stadien sehen nun etwas hübscher aus und die Spezial-, Licht- und Spiegeleffekte wissen ebenso zu begeistern. NBA 2k10 zählt optisch also definitiv zu den hübschesten Nextgen-Titeln. Wären da nicht die leichten Ruckeleinlagen, hätte das Spiel in diesem Punkt die Höchstwertung verdient. Gleiches gilt für den Sound, hier stört lediglich der sich zu stark wiederholende, englische Kommentar. Die musikalische Untermalung ist abwechslungsreich und stimmig, ebenso wie das Publikum. Die verschiedenen Musikstücke können sogar nach Belieben ausgesucht und auf eine individuelle Playlist gesetzt werden.

Fazit:
Mit der zehnten Ausgabe der ruhmreichen NBA 2k-Reihe haben sich die Entwickler mal wieder selbst übertroffen. Gameplaytechnisch hat sich zwar nichts geändert, aufgrund der ohnehin schon genialen Spielbarkeit war dies aber auch nicht wirklich notwendig. Es sind viel mehr die tollen und längst überfälligen neuen Spielmodi, die NBA 2k10 zu einem meisterlichen Basketballerlebnis werden lassen. Zudem zählt das Spiel genreübergreifend zu den technisch besten Konsolenspielen überhaupt. Sportfans müssen sich diesen Titel unbedingt zulegen.

9/10

NHL 10 – Review / Test

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , , am November 18, 2009 von Tim

NHL 09 hat uns im vergangenen Jahr restlos begeistert und wurde mit einer Wertung von 91% belohnt. Wir und viele andere Medien bezeichneten das Spiel als “den Sporttitel des Jahres”. Können die Entwickler in diesem Jahr sogar noch eine Schippe drauflegen?

Im Gegensatz zu NHL 2k10 könnte NHL 10 es sich erlauben, ein mageres Update abzuliefern, denn was den Umfang, die Steuerung und das Gameplay betrifft, war die Serie bereits im vergangenen Jahr einsame Spitze. Die Kanadier von EA Sports haben sich aber nicht auf den Lorbeeren ausgeruht und die Serie mit sinnvollen Änderungen verfeinert. Beginnen wir mit dem Umfang. Beim Vorgänger wurden die beliebten Modi “Play-Offs” und “Saison” schmerzlichst vermisst, in NHL 10 sind sie aber zum Glück wieder verfügbar. Und neben Teams der amerikanischen, deutschen, schwedischen und finnischen Liga, wurde das Lizenzpaket nun auch um die Schweizer National League erweitert. Wie im Vorgänger auch, ist es immer noch nicht möglich, europäische Teams im “Be a Pro” bzw. “Be a GM” (ehemals Dynasty-Mode) zu verwenden. Hier kann lediglich auf NHL bzw. AHL Teams zurückgegriffen werden. Immerhin wurden diese beide Modus jedoch sinnvoll erweitert, in dem ihnen mehr Tiefgang verpasst wurde. Spielerisch scheint es den Entwicklern wichtig gewesen zu sein, das Spiel zum einen realistischer zu machen und andererseits aber auch Anfängern den Einstieg zu erleichtern. Eine nochmals verbesserte KI, Pässe in den freien Raum, Provokationsmöglichkeiten nach dem Pfiff, eine neue Bandenphsyik und Schlägereien aus der Ego-Perspektive sorgen für mehr Realismus, während ein individuell einstellbarer Schwierigkeitsgrad und die vereinfachte “NHL 94-Steuerung” die Casualgruppe ansprechen wird. Neben der grandiosen Spielbarkeit ist dies auch die größte Stärke dieses Spiels: Man kann es nach eigenem Belieben formen. Hardcorefans können aus NHL 10 die realistischste Eishockeysimulation aller Zeiten machen, während das Spiel bei Casualgamern auf Wunsch eher in die Arcaderichtung abdriften kann.

Nicht nur offline lassen die Spielmodi kaum Wünsche offen, online sieht es ähnlich aus. Neben einzelnen Ranglistenspielen oder Matches mit Freunden können hier auch 6-gegen-6 Spiele, selbst erstellte Ligen mit bis zu 32 Teams oder auch Shootouts ausgetragen werden. In der “EA Sports Hockey League” kann der Spieler außerdem einem Club beitreten oder einen eigenen gründen und der Professional- oder Casual-League beitreten. Nette Communityfeatures und Bestenlisten runden das gelungenen Onlineerlebnis dann schließlich ab. Wie bei Fifa 10 oder NBA Live 10 können auch in NHL 10 die eigenen Highlights oder Screenshots aufgenommen und auf EA Sports World hochgeladen werden. Natürlich werden neben dem Online-Mehrspielerpart auch lokale Duelle ermöglicht.

Der Vorgänger war in puncto Grafik bereits nahezu perfekt, es schien das meiste aus der Hardware rausgeholt worden zu sein und trotzdem konnten die Entwickler in diesem Jahr die Optik um eine Kleinigkeit verbessern. Das Publikum bekam nämlich mehr Emotionen verpasst und reagiert nun dementsprechend bei Fouls und Toren des favorisierten bzw. gegnerischen Teams. Ansonsten bleibt alles beim alten: Großartige Spielermodelle und Animationen, tolle Spiegeleffekte, atmosphärische Stadien und eine bombastische TV-Präsentation. NHL 10 ist in dieser Hinsicht ungeschlagen und wird es auch einige Zeit bleiben. Der Soundtrack ist nun auch viel abwechslungsreicher als in den Vorgänger, der Schwerpunkt liegt natürlich immer noch auf rockiger Musik. Störend ist nur der Kommentator, weil er stark in die Jahr gekommen wirkt und sich immer noch zu oft wiederholt. Die Texte wurden im übrigen vollständig ins Deutsche lokalisiert.

Fazit:
NHL 10 hat in diesem Jahr zwar nur wenige Neuerungen verpasst bekommen, diese waren jedoch äußerst sinnvoll und machen das Spiel zu einem realistischeren und zugleich zugänglicheren Eishockeygame. Vermisste Modi haben endlich wieder ins Spiel gefunden, die Herzstücke des Spiels sind nun etwas tiefgängiger und sowohl technisch, als auch spielerisch ist NHL 10 Spitzenklasse. All dies macht NHL 10 zu einem (fast) perfekten Sportspiel, welches sowohl Hardcorefans, als auch Casualgamer anspricht und mit einem Kauf belohnt werden sollte.

9/10