Tekken 6 – Review

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , am November 2, 2009 von Tim

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The King of Iron Fist Tournament is back! Mit Tekken 6 geht die meistverkaufte Beat`em`Up-Serie in die nächste Runde und wir verraten euch in diesem Review, wie gut die Serie im Nextgen-Zeitalter angekommen ist. Kann das Spiel mit der hochkarätigen Konkurrenz in Form von Street Fighter IV, Virtua Fighter 5 und Soul Calibur 4 mithalten?

Als Bemu-Fan erwartet man eigentlich gar nicht so viele Neuerungen bei einem neuen Ableger seiner Lieblingsserie. Im Gegenteil, die meisten Fans sind schon damit zufrieden, wenn neue Charaktere und Stages ins Spiel finden, die Technik sich weiterentwickelt hat oder vielleicht sogar der ein oder andere neue Spielmodus hinzukommt. Im Falle von Tekken 6 werden hingegen einige Spieler überrascht sein, wie stark sich die Serie verändert hat. Die Charakterauswahl ist mit acht Neuzugängen, darunter Charaktere wie der dicke Bob, der Held Leo, die Roboterdame Alisa und der knallharte Endboss Azazel, auf über 40 in der Summe angestiegen und natürlich sind auch übliche Verdächtige wie Jin, Yoshimitsu, Paul, King, Hwoarang oder Eddy wieder mit von der Partie. Die Spielmodi sind hierbei nun in drei Abschnitte unterteilt. Im Offline-Modus sind bekannte Modi wie Team-Kampf, Time-Attack, VS-Kampf, Survival, Training oder Arcadekampf verfügbar, während man im Online-Modus das Ranglistenspiel und die Mitspieler-Suche anwählen kann. Der Arcade-Modus unterscheidet sich jedoch stark von den Vorgängern, denn zum einen sind hier alle Charaktere bereits von Anfang an freigeschaltet und zum anderen wird man nach einem Durchgang nicht mehr mit den kultigen Endsequenzen belohnt. Diese gilt es nämlich nun im brandneuen Kampagnenmodus freizuschalten. Dieser neue 3D-Action-Modus wird von einer völlig belanglosen Story begleitet und ähnelt spielerisch an längst vergessene Klassiker wie Fighting Force oder Streets of Rage, jedoch mit dem Unterschied, dass sich diese wesentlich angenehmer spielen ließen. Die Kameraführung ist in diesem Modus katastrophal, die ansonsten tolle Steuerung gerät außer Kontrolle und die Spielmechanik ist absolut nicht zeitgemäß. Dennoch kommt hier Spielspaß auf und man wird zum Weiterspielen motiviert, weil nur hier unzählige Videos und Objekte freigeschaltet werden können. Außerdem lässt sich hier auch der Großteil des Geldes verdienen, welches man in neue Objekte investieren kann. Diese können dann wiederum im Editor verwendet werden, das Aussehen der Kämpfer kann hier nämlich nach Belieben angepasst werden. Die meisten Objekte verfügen sogar über gewisse Attribute (z.B. mehr Stärke oder Gesundheit), was den Kampf im Kampagnenmodus etwas erleichtern wird.

Beim Kampfsystem hat sich Gott sei Dank wenig verändert. Noch immer ist das Kampfsystem extrem einsteigerfreundlich, aber zugleich auch recht tiefgründig. Vieles artet aber immer noch in sinnloses Buttonmashing aus, hier erkennt man dann doch einen deutlichen Unterschied zu komplexen Serien wie Street Fighter oder Virtua Fighter. Genre-Neulinge oder all jene, die nur zwischendurch mal ein wenig kämpfen wollen, werden mit Tekken 6 aber wohl den meisten Spaß haben. Der Schwierigkeitsgrad ist hingegen weniger benutzerfreundlich. Viele werden schon bei einem einfachen Durchgang im Arcademodus Probleme bekommen, da vor allem der Endgegner unglaublich schwer ist. Hier wird bei vielen Spielern wohl öfter der Controller gegen die Wand prallen. Die Steuerung ist gewohnt gut gelungen und die meisten Moves gehen super einfach von der Hand.

Aufgrund der vielen klassischen Spielmodi und des brandneuen Kampagnenmodus macht Tekken 6 auch alleine viel Spaß, die meiste Zeit wird man jedoch im Mehrspielerpart verbringen und eben jener ist genauso gut geworden, wie in den Vorgängern. Lokal können alle verfügbaren Spielmodi bis auf den Kampagnenmodus miteinander gespielt werden. Online können bis jetzt nur kompetitive Kämpfe ausgetragen werden, durch ein kostenloses Update soll jedoch bald ein Online-Kampagnen-Modus ermöglicht werden. Leider treten zurzeit noch viel zu viele Lags und andere Verbindungsprobleme auf, was das Online-Gaming teilweise unspielbar erscheinen lässt. Eventuell können Fans auch mit zusätzlichen Downloadinhalten wie neuen Charakteren, Objekten oder Stages rechnen.

Die Grafik ist ein weiteres Problemkind von Tekken 6. Vor allem beim Blick auf den Kampagnenmodus wird klar, dass die grafische Leistung von durchschnittlich über grundsolide bis hin zu ausgezeichnet schwankt. Viel schlimmer ist aber vor allem, dass sich kein einziger Nextgen-Prügler in dieser Hinsicht vor Tekken 6 verstecken muss. Uralte Spiele wie Dead or Alive 4 oder Virtua Fighter 5 sehen zum Teil sogar besser aus. Noch unverständlicher ist zudem, dass zwischen Tekken 6 und dem älteren Soul Calibur 4 Welten liegen, obwohl dieses auch aus dem Hause Namco stammt. Trotz allem hinterlässt die Optik letzten Endes aufgrund des tollen Charakterdesigns, den hübschen Animationen, der flüssigen Framerate, der bunten Stages einen guten Eindruck. Anders als vor 15 Jahren vermag das Spiel es aber nicht mehr, den Spieler vom Hocker zu hauen. Auch in Puncto Sound gibt es so manchen Kritikpunkt. Die Hintergrundmusik ist immer noch sehr eintönig und die Synchronisation ist an sich zwar ganz in Ordnung, dadurch, dass die Sprache (Englisch oder Japanisch) je nach Charakter variiert, wirkt das Ganze aber unfertig und lieblos.

Fazit:
Wer bei Tekken 6 ein extrem komplexes Kampfsystem und eine grandiose Technik der Marke Street Fighter IV oder Virtua Fighter 5 voraussetzt, sollte besser einen großen Bogen um den Titel machen. Das Spiel hat ganz andere Stärken, denn zum einen ist der Umfang riesig, die Charaktere sind kultig und das Kampfsystem zählt zu den zugänglichsten seiner Art. Tekken 6 ist perfekt für alle Spieler, die sich zwischendurch einfach mal eins auf die Mütze geben wollen. Lediglich der unausgewogene Schwierigkeitsgrad und der fehlerhafte Onlinemodus trüben den Spielspaß etwas. Ansonsten aber ist Tekken 6 wieder ein toller Prügelspaß geworden, welcher uneingeschränkt weiterempfohlen werden kann.

8/10

Borderlands – Review

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , am November 2, 2009 von Tim

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Was dabei heraus kommt, wenn man einen Egoshooter mit einem Rollenspiel paart, hat Fallout 3 im vergangen Jahr bereits eindrucksvoll gezeigt. Borderlands aus dem Hause 2K Games geht in eine ähnliche Richtung, setzt den Schwerpunkt allerdings auf einen Koop-Modus und süchtig machende Sammelorgien. Wie gut dieses Konzept funktioniert, schildert dieser Testbericht.

Verglichen mit Fallout 3 ist die Story bei Borderlands eher Nebensache. Vier Söldner bereisen den dünn besiedelten Planeten Pandora und machen sich auf die Suche nach einer sagenumwobenen Schatzkammer. Dies deutet auch ein wenig daraufhin, wo der Schwerpunkt bei diesem Titel liegt. Borderlands ist kein tiefgründiges Rollenspielepos mit interessanten Charakteren und mitreißenden Geschichten, hier geht es im Grunde einzig und allein darum, seinen Charakter immer weiter hochzuleveln, Kohle zu scheffeln und wertvolle bzw. immer stärkere Waffen zu erbeuten. Aber genau das, sorgt für jede Menge Spielspaß und Suchtpotential. Doch fangen wir erstmal von vorne an…

Zu Beginn des Spiels muss sich der Spieler zwischen vier verschiedenen Charakterklassen entscheiden. Soll es der, mit dem Scharfschützengewehr ausgestattete, Jäger sein oder lieber der Soldat, das Allround-Talent? Oder doch eher der Berserker, der seine Gegner mit bloßen Fäusten erledigt oder die Sirene Lilith, die sich unsichtbar machen und schnell wie der Blitz agieren kann? Die Entscheidung liegt am Spieler und hat, zumindest in höheren Leveln, deutlich erkennbare Auswirkungen. Jeder dieser vier Charaktere besitzt zudem bestimmte Spezialfähigkeiten. Während der Jäger einen einen Raubvogel zur Unterstützung rufen kann, ist der Soldat zum Beispiel dazu in der Lage, einen Geschützturm aufzustellen. Auch wenn sich die Klassen voneinander unterscheiden, können sie dennoch von den selben Waffen Gebrauch machen. Das Spiel generiert nahezu unendlich viele, verschiedene Varianten und erzeugt so dieses unglaubliche Sammelfieber. Mit Pistolen, Revolvern, Scharfschützengewehren, Schrottflinten, Raketenwerfern oder Maschinengewehren ist so ziemlich alles vertreten, was das Söldnerherz braucht. Zudem können diese Waffe auch mit bestimmten Elementen wie z.B. Feuer, Explosion oder Säure versehen sein. Wie es sich für ein Rollenspiel gehört, besitzt Borderlands eine hervorragende Charakterentwicklung mit viel Spieltiefe. Mit den erworbenen Erfahrungspunkten können Fähigkeiten ausgebessert oder völlig neue erworben werden.

Die Quests sind zahlreich vertreten, deren Ziele aber viel zu eintönig. Meist geht es nur darum, eine vorgegebene Anzahl an Gegner zu eliminieren oder bestimmte Gegenstände zu sammeln. Aber auch dieses Manko tritt beim spielen in den Hintergrund, vor allem wenn man im Koop-Modus zugange ist. Dieser ist entweder online mit bis zu vier Spielern oder offline via Splitscreen mit zwei Spielern möglich und zählt zu den besten seiner Art. Da der Mehrspieler und Einzelspielerverlauf miteinander verkoppelt ist, kann man problemlos hin und her switchen. Äußerst interessant ist zudem, dass sich das Spiel auf die Anzahl der Mitspieler anpasst, sprich: Je mehr Spieler, desto stärker sind die Gegner und desto wertvoller ist die Beute. Aber keine Sorge, auch Solisten werden mit diesem Spiel ihre Freude haben, jedoch erreicht das Spiel alleine eben nicht ganz den Spielspaß des Koopmodus. Übrigens wird auch ein kompetitiver Mehrspielermodus ermöglicht, in speziellen Arenen oder Duellen direkt vor Ort kann ermittelt werden, welcher Charakter der stärkere ist. Mit einer Spielzeit von ca. 30 Stunden ist Borderlands äußerst umfangreich, nach dem ersten Durchgang kann man zudem problemlos mit seinem alten Charakter weiterspielen, die Level der Gegner passen sich sogar dementsprechend an. Durch die unterschiedlichen Charakterklassen ist auch für mehrere Durchgänge gesorgt. Mit diesem Spiel ist man über mehrere Wochen beschäftigt. Die Steuerung ist den Entwicklern tadellos gelungen. Das Spiel steuert sich einerseits wie man es von einem Egoshooter erwartet, andererseits lassen sich die rollenspieltypischen Menüs und Fertigkeiten simpel abrufen.

Ähnlich wie bei Team Fortress 2 haben die Entwickler im Laufe der Entwicklungszeit den Grafikstil geändert. Von einem realistischen Look ist man zu einem Cell-Shading-Stil gewechselt. Böse Zungen würden jetzt behaupten, dass man dadurch verwaschene Texturen verdecken wolle, warum die Entwickler diesen Schritt gewagt haben ist aber letzten Endes vollkommen egal, denn das Ergebnis kann im Großen und Ganzen wirklich überzeugen. Borderlands punktet vor allem mit der stylishen Aufmachung und dem ausgefallenen Charakter- und Gegnerdesign. Die Endzeitwelt ist zwar sehr atmosphärisch gestaltet, wirkt jedoch oft auch sehr leblos und eintönig. Die musikalische Untermalung ist im Grund nicht der Rede wert, dafür können sowohl die englische als auch die deutsche Synchronisation überzeugen. Wobei letztere alles andere als lippensynchron ist. Den Humor konnte man dafür aber super aus dem englischen Original übernehmen.

Fazit:
Mit Borderlands liefern die Jungs von Gearbox einen der besten Multiplayertitel dieser Generation ab. Natürlich gibt es einige störende Punkte, wie die quasi nicht vorhandene Story, die eintönigen Quests oder die leblose Spielewelt, aber all diese Mankos geraten in Vergessenheit, wenn man sich mit drei Freunden auf die Mutanten- und Itemjagd begibt. Aber auch alleine motiviert das Spiel nicht zuletzt dank der hervorragenden Charakterentwicklung und eben dieser, bereits genannten, Sammelorgie zum durchspielen. Diablo-Fans werden dieses Spiel lieben!

8,5/10

Katamari Forever – Review

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , , am November 2, 2009 von Tim

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Einige waren überrascht, als mit Beautiful Katamari der erste Next-Gen Teil dieser Reihe ausgerechnet exklusiv auf der XBOX 360 erschienen ist, war die Reihe bislang doch immer Sony exklusiv. Mit Katamari Forever kehrt die Serie nun aber wieder zu ihren Wurzeln zurück und wir haben uns dieses ausgeflippte Stück Software näher angeschaut.

Neben dem völlig durchdrehten Gameplay an sich, ist es vor allem die durchgeknallte Story, welche die Serie so auszeichnet und die Handlung des neuesten Teils wird diesem Ruf gerecht. Der König des Kosmos ist nämlich mit einem Planeten zusammengestoßen und hat alle seine Erinnerungen dabei verloren. Damit sein wichtiges Amt auch passen vertreten wird, haben der Prinz und seine Cousins den so genannten RoboKing gebaut. Dieser etwas depressive Roboter dreht jedoch völlig durch und zerstört alle Sterne im Kosmos. Nun liegt es wieder mal an dem Prinzen und seinen Cousins für Ordnung zu sorgen und dem König dabei zu helfen, die Erinnerungen zurück zu erlangen.

Mindestens genauso so abgedreht wie die Story ist das Gameplay selbst. Noch immer gilt es, mit einem großen Katamari-Ball bewaffnet, unzählige, teilweise völlig absurde, Gegenstände aufzurollen. Je größer der Ball wird, desto größer dürfen die aufzurollenden Gegenstände sein. Das Spiel ist dabei in zwei Abschnitte unterteilt. Bei den Roboking-Missionen müssen die Sterne wieder hergestellt werden, während man bei König des Kosmos Traumsequenzen erfüllen muss, um seine Erinnerungen zurückzubringen. Die Missionen laufen aber größtenteils immer nach dem selben Prinzip ab. Entweder muss eine bestimmte Größe innerhalb eines Zeitlimits erreicht werden oder es gilt, eine vorgegebene Art von Gegenständen (Essen, Geld, Spielzeug etc.) aufzurollen. Es gibt aber auch ausgefallene Ausnahmen wie z.B. ein Level, indem man statt einem Katamari-Ball einen Sumoringer zum aufrollen verwendet, damit dieser das nötige Kampfgewicht erreicht. In einer anderer Mission wiederum müssen so viele Glühwürmchen wie möglich aufgerollt werden oder ein Wüstenlevel muss mit Wasser versorgt werden. Bei diesem Spiel kommt einfach keine Langeweile auf, weil es immer wieder einen durchgeknallte Idee parat hat. Neulingen wird dies nicht auffallen, Veteranen hingegen werden die meisten Levels bekannt vorkommen. Das Spiel ist schließlich eher eine Art “Best-Of Katamari”, was aber wirklich nicht stört, wurden hierfür doch die besten Levels der Serie herausgesucht. Natürlich gibt es aber auch viele neue Levels und der Prinz bekam sogar zwei neue Fähigkeiten spendiert. Zum einen kann er nun (endlich) auch springen und zum anderen sind in den Levels Power-Ups namens “Das Herz des Königs” verteilt, dieses saugen alle Gegenstände in der Umgebung auf, was der Größe des Katamari-Balls zugute kommt. Der Schwierigkeitsgrad von Katamari Forever ist stets knackig, aber fair. Die sehr gewöhnungsbedürftige Steuerung ist aber leider oft ein Hindernis. Dank der beachtlichen Anzahl von über 30 verschiedenen Levels Katamari Forever der umfangreichste Teil dieser Serie. Freischaltbare Extras, Schätze, Spielfiguren oder Kleidungsstück sorgen für jede Menge Wiederspielwert. Und wem das nicht reicht, der darf Gebrauch von dem Mehrspielermodus machen, der entweder kooperativ oder kompetitiv gespielt werden kann. Jedoch ist dieser lediglich lokal verfügbar, der Onlinemodus aus Beautiful Katamari wurde leider gestrichen.

Die Katamari Serie war noch nie für ihre ausgezeichnete Technik bekannt und dies hat sich auch bei neuesten Teil nicht geändert. Im Grunde bekommt der Spieler es hier immer noch mit einer bunten PS2-Optik zu tun. Immerhin ist diese nun aber hochaufgelöst und etwas detailverliebter. Um dieses Manko zu kaschieren, wurden diverse Farbfilter eingefügt, die jedoch ausgesprochen gut zum Spiel passen und sich nach belieben einstellen lassen. Ein Highlight ist aber wieder die bunte und lustige Präsentation, die den Charme der Serie ausstrahlt. Akkustisch bekommt man es hier mit ausgeflippter J-Pop Musik und einigen Remixes bekannter Katamari-Klassiker zu tun. Bedauerlich ist wieder mal, dass nicht einmal die Texte ins deutsche lokalisiert wurden, schließlich könnten auch jüngere Spieler an dem Spiel gefallen finden.

Fazit:
Katamari Forever ist ein sehr gelungenes Best-Of dieses verrückten Franchise geworden, welches zusätzlich aber auch einige neue Ideen und Level mit sich bringt. Trotzdem wünschen wir uns für den nächsten Teil endlich eine aufpolierte Optik und noch mehr solcher bekloppter Einfälle. Fans der Serie und alle, die es noch werden wollen, können aber beruhigt zu diesem Teil greifen. Diese Reihe sollte sich ohnehin jeder zumindest einmal angeschaut haben.

7,5/10

Star Wars – The Clone Wars: Republic Heroes – Review

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , , am November 2, 2009 von Tim

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Spielbegeisterte Star Wars Fans können sich, was Lizenzumsetzungen ihres Franchises betrifft, wahrlich nicht beschweren, denn abgesehen von enttäuschenden Titeln wie Force Commander, Jedi Power Battles oder Rebellion überwiegen mit Force Unleashed, Knights of the Old Republic, Jedi Knight oder Battlefront die gelungenen Umsetzungen. Zu welcher Gattung das kürzlich erschienene Star Wars The Clone Wars: Republic Heroes zählt, verraten wir Euch im folgenden Testbericht.

Star Wars The Clone Wars: Republic Heroes ist das offizielle Spiel zur erfolgreichen Trickserie. Der Titel ist zwischen der erste und zweiten Staffel der gleichnamigen TV-Animationsserie angesiedelt und begleitet Anakin Skywalker, seine Padawane Ahsoka und Obi-Wan Kenobi bei ihrem Kampf im Klonkrieg. Obwohl dieses Szenario einiges für eine interessante Story hergibt, wird diese leider sehr langweilig und lieblos erzählt. Der Zielgruppe, dem jüngeren Publikum, wird dies nicht auffallen, bekennende Star Wars Fans hingegen werden sich daran aber stören. Ein genaues Genre kann man diesem Spiel dabei nicht wirklich zuordnen, der Titel ist eher ein Genremix aus Jump`n`Run, Action-Adventure und Sidescroller. Dies ist im Grunde auch eine der wenigen Stärken von Republic Heroes. Man rennt eben nicht das ganze Spiel über ausschließlich mit eine Jedi durch die Gegend, nimmt es mit Robotern auf und absolviert Hüpfpassagen. Hier darf man auch die Kontrolle eines Klonkriegers übernehmen oder Gebrauch von einem Fahrzeug machen und in Sidescroller-Manier alles über den Haufen ballern. Das Problem ist nur, dass bei keinem dieser drei Abschnitte die Spielmechanik stimmt. Es spielt sich alles wie vor 10 Jahren und spätestens nach wenigen Stunden ist der Spieler eher angeödet. Immerhin sind viele bekannte Schauplätze vertreten, was das Ganze zumindest etwas auflockert. Erwachsene Spieler werden es als Nachteil sehen, man muss dem Spiel aber generell zugute kommen lassen, dass es ausgesprochen kindertauglich ist. Der Schwierigkeitsgrad ist sehr niedrig angesiedelt und Meister Yoda erinnert einen ständig an die anzuwendenden Tastenkombinationen. Trotzdem kommt es öfter zu unnötigen Frustmomenten, da die Steuerung und die Kamera sehr negativ auffallen. Nach knapp sechs Stunden ist das Abenteuer dann schließlich vorbei und es bleiben lediglich einige freischaltbare Extras, die zum Weiterspielen motivieren. Hier wird jedoch ein toller Fanservice geboten, es können neben üblichen Dingen wie Angriffen oder Kostümen sogar Schädel bekannter Star Wars Figuren freigeschaltet werden.

Ein kleines Highlight stellt der Koop-Modus des Spiels dar. Zwar stören einen auch zu zweit die diversen Patzer im Level- und Spieldesign, aber es kommt immerhin ein wenig Spielspaß auf. Durch das “Drop-on/Drop-out-Feature” kann Spieler Zwei auch jederzeit ein- bzw. aussteigen. Unverständlich ist jedoch die Tatsache, dass auf einen Onlinemodus komplett verzichtet wurde. Mit zusätzlichen Downloadinhalten braucht man in Zukunft vermutlich auch nicht zu rechnen.

Technisch ist Republic Heroes die reinste Enttäuschung. Klar, der Look passt sich der Animationsserie an und ist demnach eher an das jüngere Publikum gerichtet, aber das entschuldigt nicht die lahme Präsentation, die hässlichen Texturen und Animationen sowie die miesen Effekte. Insgesamt wird hier bestenfalls oberes (hochaufgelöstes) Wii-Niveau erreicht. Akustisch sieht es wiederum anders aus. Wie die meisten Star Wars-Titel überzeugt auch Republic Heroes durch eine stimmige Musik, originale Synchronsprecher und tolle Soundeffekte. Einzig Meister Yoda geht einem in dem nicht enden wollenden Tutorial irgendwann auf die Nerven.

Fazit:
Die Macht hat Star Wars The Clone Wars: Republic Heroes verlassen. Das Spiel besitzt zwar durch die unterschiedlichen Spielabschnitte, den Flair der Serie und die abwechslungsreichen Schauplätze durchaus Potential, aber die hakelige Steuerung, die katastrophale Kamera, die unterdurchschnittliche Technik und vor allem die öde Spielmechanik sorgen dafür, dass dieser Titel in die untere Wertungsregion abrutscht. Dieser Titel wird höchstens jüngeren Star Wars Fans Spaß bereiten, alle anderen sollten lieber noch einmal alte Klassiker herauskramen.

5/10

Uncharted 2 – Review (PS3)

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , , am Oktober 13, 2009 von Tim

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Es ist soweit! Die nur schwer erträgliche Zeit des Wartens ist vorüber und das heiß ersehnte Uncharted 2 befindet sich endlich in unserem Testlabor. In den vergangenen Wochen machte das Spiel vor allem mit unglaublichen Wertungen auf sich aufmerksam. Das folgende Review soll aufklären, ob diese Ratings berechtigt sind oder es sich hierbei doch nur um einen typischen Grafikblender handelt.

Über die Story möchten wir bewusst wenig verraten, aber nur so viel dazu: Die Handlung ist für Videospielverhältnisse ausgesprochen filmreif und sehr spannend erzählt. So manch anderer Abenteuerfilm kann hier nicht mithalten. Dennoch sind einige Wendungen, wie schon im ersten Teil, leider zu vorhersehbar. Die komischen Dialoge sorgen hingegen für jede Menge Unterhaltung. Doch nun weiter zum spielerischen Teil…

Uncharted hatte damals das Problem, dass es sich zu eintönig gespielt hat, weil die Action zu deutlich im Vordergrund stand. In Puncto Gameplay konnte man auch nur wenig neue Akzente setzen, weil es sich zu stark an Tomb Raider und vor allem Gears of War orientiert hat. Im zweiten Teil hat sich dies zum Glück ein wenig verändert. Klar, die Actionszenen mitsamt dem Deckungssystem erinnern immer noch an Gears of War und auch die Klettereinlagen wecken Erinnerungen an Tomb Raider, aber der gesamte Ablauf gestaltet sich nun viel, viel abwechslungsreicher. So sind nun deutlich mehr Kletterpassagen vorhanden und mehr Rätsel gilt es auch zu meistern. Letztere sind allerdings nach wie vor alles andere als knifflig und mit logischem Verständnis leicht zu lösen. Einigen Elementen wie z.B. dem Kletter- und dem Nahkampfsystem konnte man sogar eine persönliche Note verpassen. Das Schießen im Laufen erfolgt nun etwas präziser und Drake kann erstmals auch im Hängen von seinen Schusswaffen Gebrauch machen. Neu sind auch die Stealthelemente, die an Metal Gear Solid oder Splinter Cell erinnern. Diese sorgen dafür, dass der Spieler nun selbst entscheiden kann, wie er das Ziel erreichen möchte. Man kann also, wie im Vorgänger, einen auf Rambo machen und alles niederballern, was sich bewegt, oder intelligenter und leiser vorgehen und zum Teil sogar einfach an gegnerischen Einheiten komplett vorbeiklettern. Diese Entscheidungsfreiheit macht Uncharted 2 zu einem viel intensiveren Spielerlebnis.

Abgesehen von dem eben erwähnten Kritikpunkt war der Vorgänger natürlich ein tolles Spiel und deshalb ist es umso erstaunlicher, dass der zweite Teil in fast allen Bereichen einen großen Schritt nach vorne gemacht hat. Neben den Verbesserungen im Gameplay sind es vor allem die Schauplätze, die sich stark zum Positiven entwickelt haben. Während man im ersten Teil fast ausschließlich den Dschungel bereist hat, besucht Drake im zweiten Teil auch gefährliche Gebirge, ein türkisches Museum, ein tibetisches Dorf oder Stadttempel in Nepal. Dank einer spektakulären und dramatischen Inszenierung jagt ein „WOW!-Moment“ den nächsten. Einstürzende Gebäude, Verfolgungsjagden mit Helicoptern oder Panzern, packende Kämpfe im Zug oder riskante Kletterpassagen auf dem Himalaya sind nur einige Beispiele. Andere Franchises würden all diese spektakulären Szenen und Schauplätze wohl für mehrere Teile verwenden, Naughty Dog hat all dies jedoch in ein einziges Meisterwerk gepackt. Dies sorgt auch dafür, dass der Umfang stark zugenommen hat. Während man im Erstling (je nach Schwierigkeitsgrad) bereits nach fünf bis sechs Stunden den Abspann serviert bekam, geschieht dies nun frühestens nach zehn bis zwölf Stunden. Dank unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und 100 verstecken Schätzen ist zudem auch für noch mehr Wiederspielwert gesorgt. Der Schwierigkeitsgrad ist, vor allem durch die Stealthelemente, ein Stück härter geworden. Dank der grandiosen Steuerung, der perfekten Spielbarkeit und einer verbesserten Computer-KI, halten sich Frustmomente aber in Grenzen.

Von einem Action-Adventure erwartet man nicht unbedingt einen umfangreichen Mehrspielerpart, trotzdem möchte Naughty Dog den Spielspaß und die Langzeitmotivation mit einigen netten Mehrspielermodi versüßen. Die Modi sind in kompetetive (2 bis 10 Spieler) und kooperative Spielmodi (2 bis 4 Spieler) aufgeteilt. Zu erster Gattung zählen Varianten wie (Team-) Deathmatch, König des Hügels, Plünderer (eine Art Capture the Flag nur mit Schätzen) und Kettenreaktion bzw. Revierkampf, in denen einzelne Gebiete erobert bzw. gehalten werden müssen. Koop-Begeisterte erfreuen sich über die Modi Überleben, Goldrausch und Kooperativ. Während man im Letzteren einfach kooperativ einige Levels bestreitet, erinnert der Überleben-Modus stark an den Horde-Modus aus Gears of War. In Goldrausch geht es darum, den Computergegnern gemeinsam einen Schatz wegzuschnappen und diesen an einen bestimmten Ort zu bringen. Zu guter Letzt wird diese sehr beachtliche Anzahl an Spielmodi noch mit einem Machinima-Modus abgerundet. Die Umsetzung des gesamten Onlineparts ist dabei stets überzeugend. Zu Lags kommt es nur selten und dank eines umfangreichen Level- bzw. Belohnungssystems ist für genügend Wiederspielwert gesorgt. Uncharted 2 ist auch der erste Playstation 3 Titel, der von dem Twitter-Feature Gebrauch macht. Mit herunterladbaren Spielinhalten können Fans in naher Zukunft ebenfalls rechnen. Insgesamt kann sich dieser Onlinemodus also wirklich sehen lassen, viele hätten es diesem Spiel nicht zugetraut. Hut ab!

Visuell ist Uncharted 2 die reinste Augenweide. Die Jungs von Naughty Dog beweisen nämlich eindrucksvoll, dass man als Playstation 3-Besitzer nicht immer nur mit lieblosen Portierungen Vorlieb nehmen muss, im Gegenteil, so gut sieht kein Xbox360-Spiel aus. Plattformübergreifend ist Uncharted 2 ohne Zweifel der bislang schönste Konsolentitel. In nahezu allen Bereichen haben die Entwickler die Messlatte ein gutes Stück nach oben gelegt. Es sind aber vor allem die extrem hochauflösenden Texturen, die tollen Modelle und Animationen, sowie die wunderschönen Umgebungen, die das Herz eines jeden Playstation 3-Besitzers höher schlagen lassen. Umso beeindruckender ist die Tatsache, dass Uncharted 2 fast vollständig ohne Ladesequenzen auskommt. Lediglich vor und nach dem Hauptmenü muss der Spieler sich ein wenig gedulden. Eine Installation auf der Festplatte ist trotz der enormen Grafikleistung auch nicht notwendig und es versteht sich quasi von selbst, dass Uncharted 2 frei von Ruckeleinlagen ist. Aber dieses Spiel ist eben nicht nur ein Genuss für die Augen, sondern auch für die Ohren. Die Synchronisation ist, egal ob in der deutschen oder englischen Variante, super gelungen und die Dolby Digital Spur lässt es aus allen Ecken so richtig krachen. Das wirkliche Highlight ist aber der filmreife Soundtrack. Noch nie wurde ein Videospiel musikalisch so stimmig untermalt. Man ertappt sich oft dabei, wie man einfach nur das Hauptmenü laufen lässt und dieser tollen Musik lauscht. Großartig!

Fazit:
Ein perfektes Videospiel gibt es nicht und wird es auch niemals geben, aber Uncharted 2 zählt zu den wenigen Spielen, die verdammt nahe an die Perfektion rankommen. Man kann dem Titel im Grunde nur vorwerfen, dass es spielerisch das Rad nicht neu erfindet. Aber das muss es ja auch nicht unbedingt, wenn es in anderen Bereichen neue Maßstäbe setzen kann. Was die Optik, das Leveldesign, den Soundtrack und die Inszenierung betrifft, kann momentan kein anderes Konsolenspiel mit Uncharted 2 mithalten. Hinzu kommt, dass nahezu alle Fehler aus dem Vorgänger beseitigt worden sind. Die Spiellänge wurde erhöht, viele interessante Multiplayermodi hinzugefügt, der Kletter- und Rätselanteil hat zugenommen, die KI der Gegner wurde auch verbessert und überhaupt spielt sich das Game viel abwechslungsreicher als der Vorgänger. Es ist einfach das bombastische Gesamtpaket, welches Uncharted 2 zu einem ganz besonderen Spiel macht und allein für diesen Titel sollten all jene, die keine Playstation 3 besitzen, mit dem Kauf einer solchen liebäugeln. Hier haben wir es aller Voraussicht nach mit dem “Spiel des Jahres 2009” zu tun.

10/10

Halo 3: ODST Review (XBOX 360)

Veröffentlicht in Reviews, Spiele am September 21, 2009 von Tim

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Das Halo-Franchise zählt mit Abstand zu den aktuell beliebtesten Spielreihen und umso erfreuter waren die Fans im vergangenen Jahr, als Bungie das Spin-Off Halo 3: ODST ankündigte. Wir konnten den Titel bereits durchspielen und verraten euch in dieser Review, ob das erfolgreiche Konzept auch ohne den Master Chief funktioniert.

Halo 3: ODST spielt zwischen den Geschehnissen des zweiten und dritten Halo-Teils. Die Allianz hat New Mombasa eingenommen und ist auf der Suche nach einem geheimen Objekt, welches den Krieg entscheiden kann. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Rookies, der Mitglied des Orbital Drop Shock Trooper-Squads ist. Bei deren Mission läuft so ziemlich alles schief und auf der Erde angekommen, ist der Spieler völlig auf sich allein gestellt. Sein Missionsziel ist es nun, zu überleben, die anderen Teammitglieder zu suchen und von diesem Schauplatz zu verschwinden.

Eines vorweg: Halo 3: ODST ist kein liebloses Addon, um an das schnelle Geld zu kommen, nein, hierbei handelt es sich um ein eigenständiges Spin-Off mit einer umfangreichen Singleplayerkampagne. Das Spiel ist dabei in zwei verschiedene Abschnitte unterteilt. In der Rolle des Rookies begibt man sich in Open-World-Manier auf die Suche nach seinen Teamkameraden und hält Ausschau nach versteckten Hinweisen. Hin und wieder bekommt man es mit einigen Patrouillen zu tun, aber im Großen und Ganzen ist der Actionanteil hier deutlich geringer. An den Zielschauplätzen angekommen, kommt es dann zu Flashbacks und der Spieler muss die Erlebnisse des jeweils gesuchten Soldaten nachspielen. Da jeder der Soldaten sich auf bestimmte Themengebiete spezialisiert hat, sind die Abläufe sehr abwechslungsreich. So gilt es in einer Mission eine Brücke in die Luft zu sprengen, während man in einer anderen wiederum im Warthog sitzend gegnerische Panzer ausschalten oder in einem völlig anderen Level seine Gegner mit Hilfe eines Scharfschützengewehrs eliminieren muss. Das Besondere bei Halo 3: ODST ist die völlig andere Spielmechanik, denn im Gegensatz zum Master Chief verfügen die Soldaten nicht über regenerierende Schilde oder andere Spezialfähigkeiten. Neben einem umfangreichen Waffenarsenal bekommen die Soldaten lediglich eine Art Nachtsichtgerät zur Verfügung gestellt. Diese ermöglicht es, dass der Spieler wesentlich durchdachter und taktischer agiert, was aufgrund der geringeren Energieleiste auch erforderlich ist. Letztere kann dann durch Medipacks wieder aufgefüllt werden. Dieses taktischere und realistischere Gameplay hat natürlich auch Auswirkungen auf den Schwierigkeitsgrad. Halo-Fans werden aber dennoch bestens damit zurechtkommen, da die Steuerung größtenteils übernommen wurde. Entgegen vieler Spekulationen ist die Singleplayerkampagne überraschend groß ausgefallen. Mit einer Spielzeit von sechs bis acht Stunden steht diese Halo 3 in nichts nach.

Dass Halo 3 bereits seit zwei Jahren regelmäßig an der Spitze der XBOX-Live-Charts anzutreffen ist, hat seinen Grund, denn der Mehrspielerpart zählte schon immer zu den Stärken dieser erfolgreichen Reihe. Im Falle von Halo 3: ODST wird aber alles bisher Dagewesene in den Schatten gestellt. Das Spiel kommt nämlich mit einer zusätzlichen DVD daher, die, mit Ausnahme der Koopkampagne, den kompletten Mehrspielerpart aus Halo 3 enthält. Sogar drei brandneue Maps sind dabei. Zusätzlich besitzt Halo 3: ODST aber auch einen eigenen Mehrspielermodus. Die komplette Kampagne kann sowohl online als auch offline kooperativ gespielt werden. Außerdem lässt der neue Firefight-Modus das Herz vieler Halo-Fans höher schlagen. Dieser lässt sich mit dem Hordemodus aus Gears of War 2 vergleichen, wirkt aber noch etwas tiefgängiger. Mit bis zu vier Spielern gilt es hier, eine Gegnerwelle nach der anderen zu besiegen. Doch Vorsicht: Der Munitionsvorrat ist nur sehr begrenzt und muss unter allen aufgeteilt werden. Dieser Modus erfordert also jede Menge Taktik und Teamplay und genau das macht ihn zu einem der coolsten Mehrspielermodi, den es in Halo je gegeben hat.

Technisch basiert ODST natürlich auf der zwei Jahre alten Halo 3-Engine. Für viele mag das nicht allzu positiv klingen, aber es hat auch seine guten Seiten. Dadurch konnten sich die Entwickler nämlich mehr auf den Feinschliff konzentrieren. Und in der Tat sieht Halo 3: ODST etwas schärfer und detaillierter als sein großer Bruder aus. Vor allem die Effekte sind nun viel zahlreicher vorhanden und tragen einiges zur etwas dunkleren Atmosphäre bei. Weniger überzeugend sind hingegen die Animationen und Charaktermodelle der Protagonisten. Verglichen mit aktuellen Genrevertretern wirken diese stark in die Jahre gekommen und alles andere als authentisch. Ansonsten wird Halo 3: ODST die Fans in dieser Hinsicht absolut zufriedenstellen. Der Sound legt sogar noch eine Schippe drauf. Dank der stimmigen Dolby Digital Spur wird die Anlage so richtig beansprucht und es rumst aus allen Lautsprechern. Der Soundtrack ist, verglichen mit den Hauptteilen, erfrischend anders und passt super zum Spielgeschehen. Einzig die deutsche Synchronisation kann wieder mal nicht vollständig überzeugen. Viele Sprecher wirken sehr lieb- und emotionslos, während andere hingegen viel Leidenschaft reingesteckt haben.

Fazit:
Mit Halo 3: ODST ist den Jungs von Bungie ein großartiges Spin-Off gelungen, welches eindrucksvoll beweist, dass Halo auch ohne den Master Chief jede Menge Spaß machen kann. Das etwas düsterere Setting und die taktische Spielmechanik tun der Serie sogar ausgesprochen gut und bringen viel Abwechslung in das Franchise. Die größte Stärke von Halo 3: ODST ist aber das Preis-/Leistungsverhältnis. Für knapp 45 Euro bekommt man eine umfangreiche Singleplayerkampagne, zwei geniale Koopmodi, einen Beta-Zugang zu Halo Reach und den kompletten Multiplayerpart aus Halo 3. Es spricht also rein gar nichts gegen diese Anschaffung, im Gegenteil, Halo 3: ODST ist eines DER Must-Haves in diesem Jahr. Halo-Fans werden absolut begeistert sein.

9/10

Supercar Challenge Review (Playstation 3)

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , am September 21, 2009 von Tim

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Durch kommende Rennspielhighlights wie Dirt 2, Need for Speed Shift, Forza Motorsport 3 oder Gran Turismo 5 wird vermutlich niemand Supercar Challenge aus dem Hause System 3 auf der Rechnung gehabt haben. Die folgende Review erklärt allerdings genauer, warum es sich bei dieser Low-Budget-Produktion um einen Geheimtipp handelt.

Supercar Challenge ist der indirekte Nachfolger des sehr unterschätzten Ferrari Challenge, welches, genau wie Supercar Challenge, exklusiv für die Playstation 3 erschienen ist. Folgende Spielmodi sind vorhanden: Ein Karrieremodus, einzelne Rennen, ein Turniermodus und zu guter letzt ein Arcademodus. Der Karrieremodus stellt natürlich das Herzstück dieses Spiels dar. Dieser ist in fünf verschiedene Stufen unterteilt und es gilt, jeweils unterschiedliche Rennbedingungen zu erfüllen. um mit den verdienten Rennpunkten zur nächsten Stufe gelangen zu können. Manchmal muss eine bestimmte Anzahl an Siegen oder Podiumsplätzen erzielt werden, ein anderes Mal muss der Rennwagen unbeschadet im Ziel ankommen oder ein kniffliges Regenrennen überstehen. Das Problem bei Supercar Challenge ist aber leider der geringe Umfang und darunter muss vor allem der Karrieremodus leiden. Die 22 Strecken sind zwar prima umgesetzt und sorgen für viel Spielspaß, aber für einen ausführlichen und packenden Karrieremodus sind es doch zu wenige Strecken. Trotzdem muss man die Entwickler loben, denn mit Spa, Montreal, Hockenheim, Silverstone, dem Nürburgring und Monza sind sehr interessante Strecken, die man auch aus der Formel 1 kennt, vorhanden. Viel schlimmer sieht es bei der Wagenauswahl aus. Insgesamt sind 44 verschiedene Fahrzeuge im Spiel vertreten und neben Marken wie Ferrari sind nun auch Aston Martin, Mercedes, McLaren und Chevrolet mit von der Partie. Jedoch macht Ferrari mit 35 Fahrzeugen den größten Teil aus und diese Wagen konnte man bereits im Vorgänger fahren. Hier wird deutlich, dass es sich bei Supercar Challenge um eine Low-Budget-Produktion handelt. Immerhin kann hier der Spieler, ähnlich wie in Forza 2, seinem Wagen individuelle Lackierungen verpassen. Der Editor ist jedoch kein Vergleich zu dem aus Forza 2.

Das absolute Highlight dieses Spiels ist das tolle Fahrverhalten. Simulationsfreaks werden hier voll auf ihre Kosten kommen, weil das Spiel in dieser Hinsicht locker mit Gran Turismo oder Forza konkurrieren kann und sich unglaublich realistisch steuert. Dank verschiedenen Fahrhilfen wird das Spiel aber auch erstmals Neulingen zugänglich gemacht. Jedoch spielt es sich selbst hiermit anspruchsvoller als die meisten Arcaderacer. Die KI der Mitstreiter agiert im übrigen ziemlich intelligent. Die Steuerung funktioniert tadellos und lässt keine Wünsche offen. Lokal wird ein Zwei-Spieler-Splitscreen-Modus ermöglicht, online hingegen können Rennen mit bis zu 16 Spielern ausgetragen werden. Und hier handelt es sich auch schon um den nächsten, großen Pluspunkt von Supercar Challenge. Der Onlinemodus funktioniert fehlerfrei und macht jede Menge Spaß. In drei Stunden Onlinespielzeit kam es nie zu störenden Lags und man merkt deutlich, dass sich hier eine kleine, aber feine Community aufgebaut hat.

Verglichen mit dem Vorgänger sind optisch einige Verbesserungen erkennbar. Das Spiel wirkt nun viel realistischer und läuft im Gegensatz zu Ferrari Challenge nun auch absolut flüssig. Die Wagenmodelle sind hübsch modelliert und gut texturiert und die Regeneffekte sowie die Cockpitperspektive können sich echt sehen lassen. Neben der Strecke wirkt alles aber sehr lieblos und insgesamt liefert Supercar Challenge grafisch zwar eine gute Leistung ab, kann aber nicht im geringsten mit aktuellen Rennspielhits mithalten. Die Wagensounds wirken auf den ersten Blick ziemlich realistisch, ich habe mir aber sagen lassen, dass vor allem die Ferraris in Echt völlig anders klingen.

Fazit:
Supercar Challenge wird es sicherlich nicht mit einem Gran Turismo 5 oder Forza 3 aufnehmen können, aber Fans von Rennsimulationen wird es aufgrund des tollen Fahrverhaltens, den weltbekannten Strecken und des gut gelungenen Onlinemodus sehr viel Freude bereiten. Einzig die geringe Anzahl an Boliden, sowie die nur leicht überdurchschnittliche Technik verhindern eine höhere Wertung. Ein kleiner Geheimtipp ist das Spiel aber dennoch.

7,5/10

Wolfenstein Review (XBOX 360 / PS3 / PC)

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , am September 21, 2009 von Tim

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Ganz acht Jahre ist es her, als mit Return to Castle Wolfenstein der letzte Wolfenstein-Teil veröffentlicht wurde. Nun kehrt die Mutter aller Egoshooter auf PC, PS3 und XBOX 360 zurück. Welche Entwicklung die Serie durchgemacht hat und ob das Spiel überhaupt mit aktuellen Genrevertretern mithalten kann, zeigt diese Review.

In Wolfenstein schlüpft der Spieler in die Rolle des amerikanischen Soldaten polnischer Herkunft William ‘B.J.’ Blazkowicz. Er hat den Auftrag, die Nazis (die in diesem Spiel Wölfe genannt werden) mit Hilfe einer Untergrundbewegung aus dem Örtchen Isenstadt zu vertreiben und den Einsatz ihrer gefürchteten Superwaffe zu verhindern. Wirklich einfallsreich ist diese Story natürlich nicht, aber sie ist dank der abgefahrenen Sci-Fi-Elemente so herrlich trashig, dass sie einem unterhaltsamen B-Actionmovie gleichkommt. Dieser Flair ist auch einer der größten Pluspunkte dieses Spiels.

Spielerisch darf man bei Wolfenstein auf keinen Fall ein Gameplay der Marke Modern Warefare oder Killzone 2 erwarten. Innovationen sucht man hier vergebens. Wolfenstein spielt sich wie ein Egoshooter der alten Schule. Sprich: Der Ablauf ist sehr linear und unkompliziert gehalten, es wird größenteils auf Rätsel verzichtet und der Fokus liegt ganz klar auf temporeicher Action. Ganz wie man es auch von den Vorgängern oder Titeln wie Doom gewöhnt ist. Dieses altmodische Gameplay bringt aber auch bekannte Mankos mit sich. Da wären zum Beispiel eine kaum vorhandene Gegner-KI, respawnende Gegner und ein teilweise spartanisches Leveldesign. Andererseits punktet das Spiel durch abwechslungsreiche Schauplätze (Krankenhaus, Bauernhof, Schloss, Kirche, Bahnhof usw.), viele verschiedene Gegnertypen und ein sehr interessantes Waffenarsenal. Von bekannten Waffen wie der MP40 oder einem Flammenwerfer bis hin zu einem Teslagewehr oder einer Partikelkanone bleiben hier keine Wünsche offen. Innerhalb das Spiels sind neben geheimen Akten und Büchern auch Goldpakete versteckt, mit diesen lassen sich dann sogar Waffenupgrades finanzieren. Das erhöht die Munitionskapazität, die Zielgenauigkeit und natürlich auch den Schaden der Waffen. Zugleich wird der Spieler dazu motiviert, während dem Durchspielen auch mal die ein oder anderen Ecken genau zu durchsuchen.

Das bereits eingangs erwähnte, abgefahrene Sci-Fi Szenario ermöglicht es, dass unser Protagonist vier so genannte Schleierfähigkeiten benutzen kann. Damit kann er kurzzeitig ein Schutzschild aktivieren, den Schaden der Waffen erhöhen, die Zeit anhalten oder einfach nur das Spiel in einer Nebenweltsicht bestreiten um die Schwächen der Gegner genauer zu erkennen. Das alles ist natürlich auch in anderen Spielen vorhanden, aber es sorgt für mehr Abwechslung und eine bessere Einzelspielererfahrung. Das Gegenteil bewirken leider die total überflüssigen Open-World-Elemente die nur für unnötig lange Laufwege sorgen und aufgrund der geringen Anzahl an Nebenmissionen keinen Sinn ergeben. Aber auch trotz der wenigen Nebenmissionen zählt Wolfenstein mit einer Spielzeit von acht bis zehn Stunden (für heutige Verhältnisse) zu den etwas längeren Egoshootern.

Der Mehrspielermodus stellt leider die größte Schwäche dieses Spiels dar. Während id Software die Jungs von Raven Software damit beauftragt hat, den Singleplayerpart zu entwickeln, sind die Endrant Studios für den Mehrspielerpart verantwortlich. Das hier zwei verschiedene Entwickler am Werke waren, merkt man auch schon auf den ersten Blick, denn optisch wirken die beiden Parts wie zwei verschiedene Spiele, da die Grafik im Multiplayermodus stark zurückgeschraubt wurde. Aber auch spielerisch kann der Mehrspielermodus nicht überzeugen. Wer zum Beispiel öfters Enemy Territory gezockt hat, wird schockiert darüber sein, dass es nur noch drei verschiedene Klassen (Engineer, Soldier und Medic) gibt. Viele Spielmodi bekommt der Spieler leider auch nicht geboten. Entweder kann man hier ein normales Team Deathmatch absolvieren, oder es gilt irgendwas zu zerstören bzw. zu verteidigen. Insgesamt kommt hier (anders als in den Vorgängern) einfach kein richtiger Spielspaß auf und das Ganze wirkt extrem unfertig.

Wolfenstein basiert auf der Doom 3-Engine. Das Spiel zwar immer noch gut aus und hat so manche optische Highlights parat, wirkt im Großen und Ganzen aber doch in die Jahre gekommen. Vor allem die Städte wirken sehr altbacken. Überzeugender sind hingegen die coolen CGI-Zwischensequenzen die die Story vorantreiben. Der Sound hinterlässt jedoch einen viel besseren Eindruck. Die Dolby Digital-Spur lässt es so richtig krachen und die musikalische Untermalung ist sehr stimmig und hörenswert. Einzig die deutsche Synchronisation wirkt lieblos.

Fazit:
Was das Gameplay betrifft, ist die Mutter aller Egoshooter noch nicht so recht in der Nextgen angekommen, das hat jedoch auch was gutes, denn Fans von unkomplizierter Oldschool-Action werden hier bestens bedient werden. Hinzu kommen die trashige, aber extrem unterhaltsame Story, die für B-Movie-Flair sorgt und das abwechslungsreiche und aufrüstbare Waffenarsenal in Verbindung mit den Spezialfähigkeiten. Optisch merkt man aber leider, dass die Engine stark in die Jahre gekommen ist und den Mehrspielerpart sollte man am besten ganz ignorieren. Wer die Vorgänger oder andere Titel aus dem Hause id Software aber gerne gespielt hat, der kann auch hier bedenkenlos zugreifen.

8/10

Tales of Vesperia Review (XBOX 360)

Veröffentlicht in Reviews, Spiele am September 21, 2009 von Tim

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Fans von japanischen Rollenspiele sind zur Zeit mit der XBOX 360 am besten beraten, da hier aktuell die meisten Spiele dieser Art vertreten sind. Aber ein wirkliches Highlight hat bislang noch nicht den Weg in die Nextgen gefunden. Weder ein Blue Dragon, noch ein Lost Odyssey oder Last Remnant konnten 100%ig überzeugen. Tales of Vesperia hingegen hat das Zeug zum ersten echten J-RPG-Highlight. Wie sich die neue Rollenspielhoffnung schlägt, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Tales of Vesperia spielt in einer Welt namens Terca Lumireis in der die Zivilisation abhängig von dem Blastia, einer uralten Technologie, ist. Die Technologie wird von der Regierung gesteuert und ermöglicht eine Art Schutzbarriere, welche die Städte vor Monsterangriffen schützt. Leider wird die Unterschicht von der Regierung stark vernachlässigt, was zu Unzufriedenheit im Volke führt. Als in der Unterschicht dann sogar die wichtige Blastiatechnologie gestohlen wird und die Regierung nur tatenlos zusieht, übernimmt der mutige und ehemalige Ritter Yuri die Initiative und begibt sich auf die Jagd nach dem Dieb.

Mehr zur Story möchte ich an dieser Stelle nicht mehr verraten, schließlich sollt ihr von nervigen Spoilern verschont bleiben. Fakt ist allerdings, dass ich bis jetzt in keinem japanischen Nextgen-Rollenspiel eine so gute Story erleben durfte. Die Geschichte ist nicht nur wunderschön und extrem spannend, sondern auch sehr humorvoll. Sicherlich wird einem vieles aus anderen Rollenspielen bekannt vorkommen, aber die Story hat auch viele Wendungen und Überraschungen parat, sogar jede Menge Sozialkritik ist vorhanden. Das gleiche gilt für die Charaktere auf die Yuri im Laufe des Spiels trifft. Manche erwecken die Wut im Spieler, andere wiederum Zaubern einem ein Lächeln ins Gesicht oder wieder andere Sorgen für Tränen in den Augen. In Tales of Vesperia wird man in diese zauberhafte Märchenwelt hineingezogen und möchte so schnell nicht mehr heraus. Und das ist auch eines der größten Komplimente die man einem Rollenspiel machen kann.

Doch gehen wir etwas näher auf das Gameplay, speziell das Kampfsystem, ein. Vielen wird es ein wenig bekannt vorkommen, denn es ähnelt Eternal Sonata ziemlich stark. Auch Tales of Vesperia kommt mit einem Echtzeit-Kampfsystem daher, welches dafür sorgt, dass die Kämpfe dynamischer und actiongeladener werden. ToV spielt sich dadurch quasi wie ein Mix aus Prügler und Rollenspiel, was frischen Wind ins Genre bringt. Natürlich spielt die Taktik aber immer noch eine sehr wichtige Rolle. Auf Wunsch kann man allerdings auch in den Automatikmodus wechseln, in dem die Figuren selbstständig nach der vom Spieler entworfenen Taktik agieren. Wie es sich für ein gutes Rollenspiel gehört, enthält Tales of Vesperia auch unzählige Tränke, Waffen, Rüstungen und Spezialfähigkeiten. Die Charakterentwicklung bei diesem Spiel ist enorm komplex und lässt das Herz vieler Rollenspielfans höher schlagen. Die so genannten Artes-Fähigkeiten stellen die wichtigsten Spezialfähigkeiten dar. Sie ermöglichen Heil- und Angriffzauber oder auch spezielle Schläge. Dank einer Shortcut-Funktion können sie sogar Schnelltasten zugewiesen werden, damit der Spieler sie wesentlich leichter abrufen kann. Überhaupt ist die Steuerung bei Tales of Vesperia super einsteigerfreundlich und wird Einsteigern keinerlei Probleme bereiten. Anders sieht es jedoch beim Schwierigkeitsgrad aus. Dieser ist etwas unausgewogen. Ein kleines Beispiel gefällig? Ziemlich früh im Spiel trifft man nämlich auf den stärksten Endboss im Spiel und die Savepoints sind teilweise etwas merkwürdig verteilt. Trotzdem zählt das Spiel verglichen mit anderen Genrevertretern zu den einfacheren J-RPGs und nach ein paar Versuchen geht auch der stärkste Endboss zu Boden. Rollenspieltypisch enthält ToV jede Menge Haupt- und Nebenquests und die Spielzeit ist riesig. Mindestens 80 Stunden wird man sicherlich beschäftigt sein. Die 60 Euro sind also prima angelegt.

Blickt man mal genauer auf die Rückseite des Spiels, fällt einem sofort ein für J-RPGs untypisches Feature auf: Ein Koop-Modus für bis zu vier Spieler. Dieser ist zwar sehr spaßig, aber im Grunde nur für Zwischendurch geeignet, denn lediglich in den Kämpfen kommen die Mitspieler zum Einsatz. Trotzdem ist es mal was neues, gemeinsam mit Freunden so ein Abenteuer zu absolvieren. Bandai Namco ist ja auch für etwas ungewöhnliche Downloadscontents bekannt, das trifft auch auf Tales of Vesperia zu, denn über den XBOX Live Marktplatz kann der Spieler gegen Microsoftpunkte Levelaufstiege, Items oder sogar Geldeinheiten erwerben. Für meinen Geschmack ist das etwas übertrieben und überflüssig, aber Anfängern kann dies andererseits auch aus der Patsche helfen.

Die Grafik von Tales of Vesperia ist die reinste Augenweide. Das Spiel verwendet einen ähnlichen Animelook wie in Eternal Sonata, der Unterschied liegt aber darin, dass man hier sogar echte Animesequenzen zu Gesicht bekommt und das Charakterdesign hier wesentlich hübscher ist. Kein Wunder, stammt es doch vom bekannten Mangakünstler Kosuke Fujishima, welcher sich auch für Oh My Goddess verantwortlich zeichnet. Die Schauplätze sind außerdem sehr abwechslungsreich und bunt gestaltet. Insgesamt überzeugt das Spiel optisch einfach auf ganzer Linie. Am Sound gibt es aber auch nur wenig zu bemängeln. Die Hintergrundmusik passt perfekt zum Spielgeschehen und die englische Sprachausgabe ist überraschend gut gelungen. Schade nur, dass man hier keine japanische geschweige denn eine deutsche Synchronisation auswählen kann. Immerhin ist das Spiel mit deutschen Untertiteln versehen.

Fazit:
Kurzum: Tales of Vesperia ist das zurzeit beste japanische Rollenspiel auf der XBOX 360. Das Spiel ist nicht nur extrem umfangreich, sondern bietet auch noch ein temporeiches Kampfsystem, sowie eine komplexe Charakterentwicklung. Die Story zählt mit zum Besten in diesem Genre, die Charaktere wachsen einem sofort ans Herz und der Animelook ist einfach wunderschön. Hinzu kommen eine gelungene Sprachausgabe, ein toller Soundtrack und zu guter letzt ein spaßiger Koop-Modus für Zwischendurch. Ich denke mehr kann sich ein Rollenspielfan nicht wünschen. Wer sich auch nur im geringsten für Rollenspielkost aus Fernost interessiert, muss sich dieses Spiel unbedingt zulegen.

9/10

Another Code R Review (Wii)

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , , am September 21, 2009 von Tim

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Adventures sind dank Wii und Nintendo DS wieder voll im Trend. Vor allem das Entwicklerstudio CING konnte das Genre um Highlights wie Hotel Dusk: Room 215 und Another Code bereichern. Letzteres bekommt nun mit Another Code R einen Nachfolger exklusiv für Nintendo Wii. Wir haben dieses Adventure ausführlich für euch getestet.

Die 16-jährige Ashley hat es wirklich nicht einfach. Im Alter von drei Jahren ist ihre Mutter unter mysteriösen Umständen ermordet worden und ihr Vater, der wie ihre Mutter von Beruf Wissenschaftler ist, hat lediglich seine Forschungen im Kopf. Umso überraschender ist es dann, als Ashley von ihrem Vater eine Einladung zu einem Campingausflug erhält. Doch kurz nach ihrer Ankunft wird deutlich, dass dies kein gewöhnlicher Versöhnungsausflug ist. Diesen Ort haben Ashley und ihre Mutter kurz vor deren Tod aufgesucht und dieser Ausflug dient ausschließlich dazu, dass Ashley Erinnerungen in Form von kurzen Flashbacks zurückerlangt. Nur so kann sie das Geheimnis um den mysteriösen Tod ihrer Mutter lüften. Eine spannende Reise in die Vergangenheit beginnt.

Another Code R spielt zwar zwei Jahre nach den Geschehnissen des DS-Vorgänger, aber keine Sorge, selbst wenn man diesen Teil nicht gespielt hat, kommt man hier bestens zurecht, da die Story in Form von Zusammenfassungen wiederholt wird. Das Spiel gehört zwar dem Adventuregenre an, lässt sich aber eher als ein interaktiver Roman betiteln. Soll heißen: Der eigentlich Spielanteil ist deutlich geringer als bei anderen Genrevertetern. Die meiste Zeit verbringt der Spieler mit dem Lesen. Was im Grunde nicht weiter stört, denn die Charaktere sind ausgesprochen interessant, die Dialoge größtenteils sehr informativ und die Story stellt die absolute Stärke dieses Titels dar. Fans von Adventurespielen wird dieser große Leseanteil wenig Probleme bereiten, bei Anfängern kann es jedoch gut sein, dass das ein oder andere Mal Langeweile aufkommt. Vor allem weil einige Dialoge sich wie ein Kaugummi ziehen und zum Teil sehr belanglos sind.

Der Spielverlauf ist logischerweise ziemlich linear gehalten, was den Einstieg für Anfänger wiederum erleichtert. Überhaupt scheint der Schwierigkeitsgrad in Another Code R eher gering zu sein. Die Rätsel sind allgemein zwar sehr nett, größtenteils aber viel zu einfach. Die größte Schwäche des Vorgängers, nämlich eine Spielzeit von gerade mal fünf Stunden, wurde zum Glück völlig ausgemerzt. Die Spielzeit hat sich sogar verfünffacht, denn von 20 bis 25 Stunden Spielzeit sollte man hier mindestens ausgehen. Das ist zugleich auch ein kleiner Indiz dafür, dass hier vieles unnötig in die Länge gezogen wird. Die Steuerung von Another Code R ist denkbar simple. Auf den Nunchuk wird komplett verzichtet und alles erfolgt über die Wiimote, ganz wie man es von anderen Adventurespielen kennt. Hin und wieder kommen natürlich auch die Bewegungssensoren zum Einsatz, was den Spielfluss etwas auflockert.

Another Code R kann sich optisch wirklich sehen lassen. Es unterstützt den 480p bzw. 60 Hz-Modus, bietet einen sehr gelungenen Cell-Shading-Look, sowie ein wunderschönes Charakterdesign. Man merkt wie die Welt mit viel Liebe zum Detail erstellt worden ist, auch wenn manche Texturen etwas lieblos und matschig wirken. Der Soundtrack ist zwar alles andere als abwechslungsreich, hat aber eine sehr entspannende Wirkung. Aufgrund der hohen Textmenge ist es allerdings ausgesprochen bedauerlich, warum dieses Spiel nicht synchronisiert worden ist. Es hätte dem Spiel nämlich wirklich gut getan und so manchen Lesefaulen vor dem Einschlafen gehindert. Das ist mal wieder typisch Nintendo.

Fazit:
Auch mit Another Code R ist den Entwicklern aus dem Hause CING ein tolles Adventurespiel gelungen. Die Story mitsamt ihrer interessanten Charaktere reißt einen mit, auch wenn hier so manches ein wenig in die Länge gezogen wird. Die Rätsel sind zwar etwas leicht, fordern im Großen und Ganzen aber auch erfahrene Spieler. Einzig die fehlende Synchronisation und der damit verbundene hohe Leseaufwand wird so manchen Spieler am Kauf hindern. Ansonsten aber werden Adventurefans mit diesem Spiel sehr viel Spaß haben.

7,5/10