Archiv für Oktober, 2008

NBA Live 09 Review (XBOX360/PS3)

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , , am Oktober 26, 2008 von Tim

Der Softwareriese Electronic Arts versorgt die Sportfans dieser Welt schon seit Jahrzehnten jährlich mit den Updates ihrer bekannten Sportspielserien. Und in diesem Jahr lässt es sich nicht abstreiten, dass EA Sports sich so richtig ins Zeug gelegt hat. „NHL 09“ ist eindeutig die beste Eishockeysimulation aller Zeiten geworden und endlich konnte man mit „Fifa 09“ zum ersten Mal seit vielen Jahren auch die Konkurrenz in Form von „Pro Evolution Soccer“ besiegen. Ob „NBA Live 09“ nun auch auf diesen Erfolgszeug aufspringen kann, zeigt der folgende Testbericht.

Ganz im Gegensatz zu „NBA Live 08“ haben sich die Entwickler in diesem Jahr vor allem darauf konzentriert, die Reihe hinsichtlich des Umfangs zu erweitern. Am auffälligsten ist hierbei die neue „NBA Live Academy“. In dieser großen Trainingshalle können Anfänger sich mit dem gesamten Gameplay vertraut machen und Experten können sich an den neu eingefügten Moves versuchen. Zusätzlich bietet dieser Modus die Möglichkeit, die unterschiedlichen Fähigkeiten der Spieler durch abwechslungsreiche Herausforderungen zu verbessern. Und auch die zahlreichen Spielzügen dürfen hier ausführlich trainiert werden. Neu ist auch die erworbene FIBA Lizenz, die es ermöglicht, in „NBA Live 09“ eine FIBA-Weltmeisterschaft mit insgesamt 24 Teams zu veranstalten. Ähnlich wie bei „NHL 09“ bekommt in diesem Jahr auch EAs Basketballreihe einen eigenen „Be-a-Pro“-Modus spendiert. Anders als bei „NHL 09“ und „Fifa 09“ können hier allerdings keine eigenen Charaktere erstellt werden. Es stehen lediglich reell existierende NBA Profis zur Auswahl, was dem Modus ein wenig an Reiz nimmt. Ansonsten beinhaltet „NBA Live 09“ auch in diesem Jahr wieder die Modi „Schnelles Spiel“, „Allstar Weekend“ und den allseits beliebten „Dynasty-Modus“, indem man sowohl als Spieler als auch Manager zu Gange ist. Dank des neuen „NBA Live-365“-Features erhält der Spieler täglich Updates basierend auf Verletzungen, der Form der Spieler und Statistiken. Spielerisch halten sich die Änderungen heuer aber ziemlich in Grenzen. Noch immer lässt sich das Spiel am besten als eine Mischung aus Arcade und Simulation beschreiben. Die KI agiert nun aber um einiges intelligenter und dank neuer Block- und Defensivfunktionen wird „NBA Live 09“ auch etwas taktischer. Die so genannte „Pick & Roll“-Steuerung ermöglicht es nämlich, zwei Spieler gleichzeitig zu steuern um somit gekonnte Blocks ausführen zu können. Leider kommt dieses Feature aber aus zwei Gründen nur selten zum Einsatz. Zum einen ist das Spielgeschehen viel zu hektisch und zum anderen lässt die Kollisionsabfrage mal wieder zu Wünschen übrig. Trotz allem ist das Gameplay um einiges zugänglicher als bei „NBA 2k9“ und demnach wird das Spiel vor allem Einsteigern jede Menge Freude machen. 

Nicht nur offline, sondern auch online wurde „NBA Live 09“ mit neuen Spielmodi ausgestattet. „Teamspiel & Clubs“ heißt die Onlinevariante des „Be-a-Pro“-Modus und jene sorgt dafür, dass erstmals auch 5 vs. 5-Matches ausgetragen werden können. Natürlich sind aber auch 1-gegen-1 Spiele vorhanden, genauso wie sehr spaßige Onlineligen. Zusätzlich wird man als Basketballfan dank „ESPN on Deman“ auch mit brandheißen Neuigkeiten aus der Welt des Basketballsports versorgt. Eine ausführliche Spieler- bzw. Mannschaftsstatistik ist zudem auch noch vorhanden. Und all jenen ohne XBOX Live Zugang sei der äußerst spaßige offline Multiplayermodus mit bis zu vier Spielern ans Herz gelegt. 

Natürlich präsentiert sich „NBA Live 09“ auch in diesem Jahr wieder mehr als vorbildlich. Die Spieler sind hervorragend animiert und sehen ihren Originalen zum Verwechseln ähnlich. Hinzu kommen die flatternden Trikots, die Schweißperlen auf den Spielern und die Gesten der Spieler, die perfekt rübergebracht wurden. Die Hallenkulisse kommt sehr detailreich daher und vermittelt eine passende Atmosphäre. Leider aber läuft „NBA Live 09“ alles andere als flüssig, denn leichte Einbrüche der Framerate stören den Spielablauf stellenweise ungemein. Dafür fühlt sich der Spieler dank der zahlreichen Anzeigen und Statistiken wie in einer ESPN Liveübertragung. Ein wenig getrübt wird das Ganze aber noch von dem sehr langweilig klingenden Kommentar, der sich auch zu oft wiederholt.

Fazit:
Für „NBA Live 09“ reicht leider nicht ganz zum Basketballolymp. Aber der Trend zeigt deutlich nach oben und zum großen Konkurrenten NBA 2k9 wurde einiges an Boden wieder gut gemacht. Vor allem die zahlreichen neuen Spielmodi begeistern jeden Basketballfan und das sehr zugängliche, aber niemals zu arcadelastige Gameplay wird nicht nur Einsteigern Spaß bereiten. Online trumpft das Spiel mit einer tollen Liga und einem 5 vs. 5-Modus auf. Technisch präsentiert sich der Titel abgesehen von leichten Ruckeleinlagen und einem langweiligen Kommentar absolut überzeugend. Abschließend kann EA wirklich stolz darauf sein, dass sie ihre NBA Live-Reihe sinnvoll verbessert haben und ich bin mir sicher, dass es im nächsten Jahr einen packenden Zweikampf zwischen der NBA Live- und der NBA2k-Serie geben wird. Vielleicht kommt der Sieger im nächsten Jahr auch endlich wieder aus dem Hause EA Sports.

7,5/10

de Blob Review (Wii)

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , am Oktober 23, 2008 von Tim

In den letzten Monaten dürfte sich auf vielen Wii Konsolen eine zentimeterdicke Staubschicht angesetzt haben. Grund dafür ist das, vor allem für Coregamer, uninteressante Softwarelineup. Mit „de Blob“ veröffentlicht THQ nun aber endlich wieder einen viel versprechenden Titel, der im wahrsten Sinne des Wortes Farbe in denn tristen Alltag der Wii Community bringen soll.

Die fiese INKT Corporation hat sämtliche Farben aus der einst so bunten Metropole Chroma City geklaut und die Stadt in einen langweiligen, monochromen Ort verwandelt. Die Bewohner von Chroma City haben ihre ganze Lebensfreude verloren und werden von der INKT Corporation zu langweiliger Arbeit gezwungen. Doch zum Glück gibt es eine Widerstandsbewegung die dieses Problem lösen möchte und genau da kommt de Blob ins Spiel. Das Schicksal der Stadt liegt in seiner Hand und nur ihm kann es gelingen, Chroma City wieder mit Farbe zu füllen.

Das Spielprinzip von de Blob ist zwar äußerst simple, bringt aber gleichzeitig auch frischen Wind ins Jump‘n‘Run Genre. Primär ist das Ziel des Spiels Farben aufzusagen und die gesamte Stadt samt ihrer Einwohner durch eine einfache Berührung einzufärben. Insgesamt können aber nur die drei Farben Rot, Gelb und Blau aufgesammelt werden, andere Farben wie z.B. Grün oder Lila müssen erst gemischt werden. Um den ganzen Spielverlauf etwas knackiger zu gestalten, muss zudem ein gewisses Zeitlimit eingehalten werden. In diesem Zeitraum gilt es, eine bestimmte Punktzahl zu erreichen um so das Level zu meistern. Aber keine Sorge, man steht nur selten unter Zeitdruck, denn auf der Karte sind viele kleine Aufträge verteilt und besteht man diese erfolgreich, erhöht sich die Restzeit. Leider mangelt es den Aufträgen gehörig an Abwechslung, denn überwiegend müssen nur bestimmte Häuserblocks eingefärbt oder eine unterschiedliche Anzahl an Gegnern eliminiert werden. Letztere sind übrigens ziemlich gefährlich, gerät man nämlich mit ihnen in Berührung saugt sich unser Held mit Tinte voll und verliert dadurch im Handumdrehen sämtliche Lebensenergie. Auch die gefährlichen Tintefützen sollte man besser meiden. Zum Glück ist de Blob allgemein aber ein eher leichtes Spiel. Größtenteils kann man sich als Spieler ganz entspannt auf das Einfärben der Stadt konzentrieren und nur selten treten Frustmomente auf. Die Steuerung trägt mit ihrer Einsteigerfreundlichkeit dazu bei. Mit dem Analogstick bewegt sich unser Held in eine beliebige Richtung und ein Sprung erfolgt durch das Schütteln der Wiimote. Mit dem Z-Knopf werden Gegner oder Objekte anvisiert.

De Blob hat in Puncto Spielumfang einiges zu bieten. Allein der Storymodus besteht aus zehn großen Hauptleveln und vielen Nebenmissionen, wodurch auch erfahrene Spieler mindestens zehn Stunden mit de Blob beschäftigt sind. Das integrierte Erfolgssystem, ähnlich das der XBOX 360, sorgt zudem dafür, dass einige Levels auch mehrmals durchgespielt werden. Zumal sich auch neue Kostüme und Logos dadurch freischalten lassen. Zusätzlich enthält das Spiel noch einen Freestyle-Modus der für all jene, die einfach nur in Ruhe ihre Stadt bemalen wollen, interessant sein dürfte. Unter dem Menüpunkt „Blob Party“ lassen sich Farbschlachten und Wettrennen mit bis zu vier Spielern austragen, die überraschend viel Spaß machen. Ein Onlinemodus hat es allerdings nicht in das Spiel geschafft.

Optisch macht de Blob vor allem durch das besondere Design auf sich aufmerksam. Die Charaktere sehen nicht nur knuffig aus, sondern versprühen auch noch sehr viel Charme. Anhand der amüsanten CGI-Zwischensequzenzen merkt man, dass auch der Humor in diesem Spiel nicht zu kurz kommt. Darüber hinaus überzeugt de Blob durch die bunte Optik und eine sehr saubere technische Umsetzung. Für Wii-Verhältnisse wirkt hier alles unglaublich scharf und Ruckeleinlagen sind so gut wie nicht vorhanden. Letztlich zählt de Blob grafisch auf jeden Fall zu den bisher besten Wii-Titeln. Vor allem Third-Party-Games sahen bislang nur selten so gut aus. Und auch musikalisch weiß das Spiel gut sortierter Funk und Jazz Musik zu gefallen. Die Pseudosprachausgabe ist klasse gelungen und wir vielen Spielern ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Fazit:
Abschließend kann man THQ gar nicht oft genug dafür danken, dass sie mit „de Blob“ endlich wieder einen Grund liefern, seine Wii Konsole einzuschalten. Seit Super Mario Galaxy gab es kein Jump‘n‘Run Spiel mehr das so viel Spaß gemacht hat. Das Spiel ist nicht nur sehr liebevoll gestaltet worden, sondern bringt einem auch zum Lachen und Grübeln. Gameplaytechnisch ist „de Blob“ zwar alles andere als komplex, kommt dafür aber ungemein erfrischend daher. Technisch macht das Spiel auch alles richtig und dank der sehr spaßigen Multiplayermodi wird das Spiel auch nach vielen Monaten noch den Weg ins Laufwerk finden. Lediglich der sehr eintönige Spielablauf trübt den ansonsten überaus positiven Gesamteindruck ein wenig. Hungernde Wii-Besitzer sollten sich „de Blob“ aber unbedingt einmal anschauen, denn sonst entgeht einem ein spielbares Kunstwerk.

8/10

Wario Land: The Shake Dimension Review (Wii)

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , , , am Oktober 23, 2008 von Tim

Mit dem übergewichtigen und geldgierigen Fiesling Wario gelang Nintendo Anfang der 90er Jahre das perfekte Spiegelbild zum Videospielhelden Mario. Auf dem Game Boy feierte Wario als Endgegner in Super Mario Land 2 sein Debüt und danach bekam er mit Wario Land sogar seine eigenes Videospielfranchise spendiert, welches auf dem Virtual Boy, dem Game Boy (Color) und dem Game Boy Advance veröffentlicht wurde. Nach dem GBA Ableger war es lange Zeit still um die Wario Land-Reihe. Mit Wario Land: The Shake Dimension erscheint nun aber endlich wieder ein neuer Teil der Serie.

Der fiese Pirat Rüttelbert hat es auf das friedliche Reich des Rüttelns abgesehen. Er nimmt nicht nur alle Einwohner mitsamt der jungen Königin Midori gefangen, sondern stiehlt auch noch den begehrten unerschöpflichen Münzbeutel, der unendlichen Reichtum verspricht. Lediglich dem tapferen Mürfel gelingt die Flucht und verzweifelt bittet er Wario um Hilfe. Egoistisch wie Wario nunmal ist, lehnt er eine Rettungsaktion zuerst ab, als allerdings der unerschöpfliche Münzbeutel erwähnt wird, glänzen die Dollarzeichen in Wario‘s Augen und er begibt sich auf eine abenteuerliche Schatzjagd.

2D-Jump‘n‘Run Games sind leider vom Aussterben bedroht und einst berühmte Genrevertreter wie die Mario- oder Sonic-Reihe sind schon längst in die 3D-Perspektive gewechselt. Super Mario Galaxy begeisterte im vergangenen Jahr zwar die komplette Mario Fangemeinde, aber noch immer sehnen sich viele Fans nach einem Oldschool 2D-Game. Mit Wario Land: The Shake Dimension wurden die Gebete nun erhört, denn das Hüpfabenteuer spielt sich genauso wie damals auf dem Game Boy. Mit dem kleinen Unterschied, dass das Spielprinzip durch einige nette Features bereichert wurde. Noch immer besteht der Hauptteil des Spiels daraus, Hüpfpassagen zu absolvieren, Gegner mit einem gekonnten Sprung außer Gefecht zu setzen und knifflige Rätsel zu lösen. Natürlich sind auch unzählige Schätze in den Leveln verteilt und diese müssen von Wario ausfindig gemacht werden. Am Ende jeden Abschnitts gilt es, einen Anhänger der Königin zu befreien und ihn innerhalb eines Zeitlimits zum Levelanfang zu befördern. Gelingt dies nicht, gehen alle eingesammelten Schätze verloren. Durch das ausgeklügelte Leveldesign ist es aber sowieso nahezu unmöglich alle Schätze beim ersten Durchlauf zu erhalten. Ein eingeführtes Achievementsystem motiviert allerdings den Spieler dazu, die insgesamt fünf verschiedenen Welten des öfteren aufzusuchen um mit der erbeuteten Kohle im Piratenshop neue Items und Herausforderungen freizuschalten. Aufgrund der ansonsten sehr kurzen Spieldauer von ca. sechs Stunden ist dies auch durchaus zu empfehlen, denn bis man alle wichtigen Schätze entdeckt hat vergehen locker 12 Stunden. Am Titel des Spiels dürfte sich vielleicht schon erahnen lassen, dass das Schütteln von besonderer Bedeutung ist. Damit lässt sich einerseits Geld aus den Münzbeuteln schütteln und andererseits kann damit auch eine gefährliche Attacke ausgeführt werden. Gelegentlich kommen im Spiel Uboote und Einradkessel zum Einsatz. Diese steuern sich ganz einfach indem man die Wii-Fernbedienung nach rechts oder links neigt. Ansonsten steuert sich Wario Land: The Shake Dimension wie ein ganz normales Jump‘n‘Run Game. Ähnlich wie bei Super Paper Mario muss die Wiimote das ganze Spiel über senkrecht gehalten werden.

Wario Land: The Shake Dimension beweist eindrucksvoll, dass ein Spiel auch ohne aufwendige Effekte und Polygone klasse aussehen kann. Die Bitmaps sind unglaublich scharf und die Animationen zählen mit Abstand zu dem besten, was man bislang in diesem Genre bewundern durfte. Zudem besitzt der Titel eine beeindruckende Liebe zum Detail. Doch leider haben sich die Entwickler dennoch einen nervigen Fehler erlaubt. Denn das Spiel besitzt keinen richtigen 16:9 Modus. Das Spielgeschehen läuft leider nur in 4:3 ab. Besitzt man einen 16:9 fähigen Fernseher muss man sich mit nervigen Balken zufriedengeben. Da trösten auch die lustigen Animesequenzen nicht drüber hinweg. Diese komme leider auch ohne Sprachausgabe daher. Lediglich Wario gibt den üblichen Kauderwelsch von sich. Musikalisch hört sich das Ganze zum Glück um einiges besser an. Dieses Mal wurden keine 08/15 Melodien verwendet sondern sehr stimmige Melodien verwendet, die optimal zum Spielgeschehen passen.

Fazit:
Mit Wario Land: The Shake Dimension beschert uns Nintendo endlich wieder ein spaßiges 2D-Jump‘n‘Run welches trotz des nicht mehr ganz so zeitgemäßen Gameplays alles andere als altbacken wirkt. Frei von unnötigem Schnickschnack macht es einfach ungeheuer viel Spaß mit dem fiesen Fettsack auf Schatzjagd zu gehen. Der farbenfrohe und extrem detailreiche Retrolook tut dem Spiel gut und das neu integrierte Erfolgssystem sorgt dafür, dass Wario Land: The Shake Dimension auch mehrmals durchgespielt wird. Schade ist nur, dass die Entwickler die 16:9 Umsetzung versaut haben und der Story Modus an sich doch etwas zu kurz geraten ist. Ansonsten gehört der Titel aber definitiv zu den besten Wii-Spielen dieses Jahres und vor allem jene Spieler, die mit 2D-Hüpfern auf dem Super Nintendo und dem Game Boy groß geworden sind, werden hiermit sehr viel Freude haben. Hoffentlich ermutigt dieses Spiel auch andere Entwickler dazu, die 2D-Jump‘n‘Runs wieder aufleben zu lassen.

8/10

Ratchet & Clank: Quest for Booty – Review / Test (PS3)

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , am Oktober 11, 2008 von Tim

Wer kennt das nicht? Ein sehr begehrtes Videospielfranchise wird nur alle paar Jahre fortgesetzt und als Fan wartet man teilweise verzweifelt auf den Nachfolger, weil man unbedingt die Story abschließen möchte. Im Falle von Shenmue schauen die Fans leider immer noch buchstäblich in die Röhre, die Macher der Ratchet & Clank-Reihe hingegen sind da sehr gütig und erzählen in ihrer Kurzepisode „Quest for Booty“ die Story des verrückten Duos weiter. Inwiefern sich eine Anschaffung lohnt, zeigt der folgende Testbericht.

Eines vorweg: Ratchet & Clank: Quest for Booty darf nicht als vollwertige Fortsetzung angesehen werden. Für den Preis von knapp 15 Euro erhält der Spieler lediglich ein kleines Addon falsches die Zeit bis zum Nachfolger von Tools of Destruction verkürzen soll. Die Story von Quest for Booty knüpft nahtlos an Tools of Destruction an. Am Ende des Spiels wurde Clank entführt und so begibt sich der tapfere Ratchet nun allein auf eine waghalsige Rettungsaction, in der fiese Piraten ihre Finger im Spiel haben. Spielerisch ist Quest for Booty absolut identisch mit Tools of Destruction. Auch hier gilt es Hüpfpassagen und Rätsel zu meistern und natürlich Gebrauch von mächtigen Schusswaffen zu machen. Insgesamt ist alles aber wesentlich kleiner gehalten. Es gibt weniger Waffen als bei Tools of Destruction und aufgrund der geringen Spieldauer von ca. drei Stunden sind auch die Fähigkeiten wesentlich schneller aufgelevelt. Das Piratenszenario stellt aber eine erfrischende Abwechslung dar und das Leveldesign ist auch wieder absolut großartig. Zudem steht Quest for Booty in Bezug auf den beliebten Humor der Serie seinen großen Brüdern in nichts nach. Verdanken kann man dies auch den wieder mal genialen deutschen Synchronsprechern. Wenn doch nur jedes Videospiel so überzeugend synchronisiert werden würde. Grafisch hat sich Quest for Booty zwar nicht weiterentwickelt, aufgrund des Detailreichtums und den erstaunlich scharfen Texturen ist das Spiel technisch aber immer noch die Referenz auf dem Jump‘n‘Run Sektor.

Fazit:
Durch den fairen Preis von knapp 15 Euro kommen Fans der Ratchet & Clank Reihe mit Quest for Booty voll auf ihre Kosten. Das Spiel ist zwar mit seiner Länge von gerade mal drei Stunden extrem kurz, dafür wird aber jeder bestens unterhalten und die Story rundum Clank wird spannend weitererzählt. Zudem ist Quest for Booty optisch eine wahre Augenweide und der großartige Humor der Reihe sorgt mal wieder für Tränen in den Augen vieler Spieler. Schade ist nur, dass das Spiel nach dem durchspielen absolut nutzlos ist und im Regal verstauben wird. Aber wie eingangs erwähnt lässt sich das durch den günstigen Preis locker verschmerzen.

8/10

NHL 09 – Review / Test (Multi)

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , am Oktober 11, 2008 von Tim

Im vergangenen Jahr waren wir mit EAs Eishockeysimulation „NHL 08“ zwar durchaus zufrieden, aber es mangelte dem Spiel definitiv an nennenswerten Neuerungen. Sowohl bezüglich des Umfangs, als auch des Gameplays wurde kaum etwas verändert. Heuer schaut dies aber gänzlich anders aus, denn an NHL 09 wurde so viel gewerkelt, wie schon lange nicht mehr in der Geschichte dieser erfolgreichen Sportspielreihe. Wir haben uns sämtliche Neuerungen nun genauer angeschaut…

Es ist kaum zu glauben, aber der ohnehin schon üppige Umfang der NHL-Reihe wurde mit dem neuesten Ableger um ein vielfaches erweitert. NHL 09 ist die erste Eishockeysimulation die es ermöglicht, neben den amerikanischen Ligen auch viele europäische Ligen zu spielen. So sind unter anderem die Ligen aus Schweden, Russland, Finnland und Tschechien verfügbar. Alle deutschen Fans können sich zudem über die Lizenz der DEL freuen. Das ist aber längst nicht genug, NHL 09 enthält außerdem zahlreiche lizensierte Nationalmannschaften sowieso mehrere historische Teams. Bedauerlich ist aber, dass lediglich die amerikanischen Ligen im „Dynasty“- und im „Be-a-Pro“-Modus verwendet werden können. Somit sind nur die restlichen Spielmodi wie etwa „Schnelles Spiel“, „Shoutout“ und „Turnier-Modus“ verfügbar. Doch kommen wir doch wieder zu dem gerade angesprochenen „Dynasty“-Modus. Dieser ist natürlich wieder das absolute Herzstück des Spiels. Es gilt hier in einem Zeitraum von 25 Jahren seine Mannschaft zum Sieg zu steuern und zu managen. Der begehrte Stanley-Cup soll so oft wie möglich errungen werden und demnach müssen natürlich auch viele organisatorische Tätigkeiten erledigt werden. Im „Be-a-Pro“-Modus schaut die Sache völlig anders aus. Hier hat man wesentlich weniger Verantwortung und ist auf eine einzige Spielfigur fixiert. Die meisten dürften diesen Modus wohl bereits aus der Fifa-Reihe kennen. Das Ziel ist es, den Charakter in einen Superstar zu verwandeln. Hierfür muss der Spieler dann entweder einen eigenen Charakter erstellen und ihm eine feste Spielposition zuordnen oder die Karriere eines echten Profis fortsetzen. Das ganze Spiel erfolgt dann aus einer speziell an den Spieler fixierten Kameraperspektive. Nach jedem Spiel wird man dann vom Trainer in den Punkten „Teamplay“, „Positionsspiel“ und „Statistik“ bewertet. Ähnlich wie in einem Rollenspiel gewinnt die Spielfigur Erfahrungspunkte, mit denen man neue Fähigkeiten oder Attribute erwerben kann.

Spielerisch haben die Entwickler nur Kleinigkeiten verbessert. Das gesamte Spiel wirkt jetzt wieder etwas dynamischer und realistischer als zuvor und die ohnehin schon gelungene Gegner-KI wurde noch einmal etwas aufgebessert. Tore lassen sich nun zwar etwas schwerer erzielen, aber dennoch hat die KI der Torhüter noch so einige Schwachpunkte. Manchmal haben die Torhüter einen Totalausfall und lassen sogar Tore aus sehr weiter Entfernung zu. Zum Glück erfolgen solche Patzer aber nur sehr selten. Hinsichtlich der Steuerung hat sich in NHL 09 auch sehr viel verändert. Denn neben der sehr komplexen Sticksteuerung, die in unterschiedliche Varianten unterteilt ist, lässt sich nun sogar eine Oldschool Steuerung namens „NHL 94“ auswählen. Die gesamte Steuerung wird hiermit auf nur sehr wenige Tastenbefehle reduziert und garantiert so vor allem bei Einsteigern für sehr viel Spielspaß. Natürlich müssen dann aber auch einige Abstrich im Gameplay gemacht werden und auf die neu integrierte Defensivsteuerung hat man dadurch keinen Zugriff. Insgesamt ist aber für jeden die passende Steuerungsmethode vorhanden. Und sollte man sich in manchen Punkten etwas im Stich gelassen fühlen, schaffen die ausführlichen Tutorials Abhilfe. Richtig auftrumpfen kann NHL 09 mit dem umfangreichen Onlinemode. Neben bekannten Features wie Einzelspielen, Ranglistenmatches oder Onlineligen enthält der Titel nun die so genannten „Hockey League“ welche man am besten als die Onlineversion des Be-a-Pro-Modus bezeichnen kann. Demnach werden 6 vs. 6 Matches ermöglicht, ähnlich wie in Fifa 09.

In technischer Hinsicht ist NHL 09 sowohl grafisch, als auch akustisch die Referenz auf dem Sportspielsektor. Die Spieler sehen unglaublich realistisch aus und bekamen in diesem Jahr sogar hunderte neue Animationen spendiert. Die Eisfläche strotz nur so vor beeindruckenden Spiegelungen und die Präsentation sucht mal wieder seines Gleichen. Lediglich das Publikum wird etwas lieblos dargestellt und hin und wieder kommt es zu Clipping- und Performanceproblemen. Im Gegensatz zu Tiger Woods PGA Tour 09 und Madden NFL 09 wurde NHL 09 zumindest größtenteils ins deutsche lokalisiert. Die Texte sind allesamt in deutsch verfügbar, während der Kommentator nur des englischen mächtig ist. Das Kommentar ist aber absolut passend und sehr informativ. Der Soundtrack ist mal wieder richtig rockig und knackig zusammengestellt worden.

Fazit:
Im Gegensatz zu den Vorjahren ist es den Jungs von EA Sports endlich wieder gelungen mehr als nur ein Update auf die Beine zu stellen. NHL 09 kommt vor allem inhaltlich mit so vielen Neuheiten daher, dass Eishockeyfans quasi zum Kauf gezwungen werden. Endlich lassen sich in NHL 09 auch andere Ligen auswählen, was vor allem die Fans der DEL freuen wird. Der brandneue Be-a-Pro-Modus macht unglaublich viel Spaß und man fragt sich als Spieler, warum er noch nicht früher schon integriert worden ist. Technisch macht NHL 09 bis auf wenige Kleinigkeiten alles richtig und überzeugt mit einer absoluten Hammeroptik. Online kommt das Spiel dann so richtig in Fahrt und beschäftigt die Fans wieder über mehrere Monate. Insgesamt kann NHL 09 gar nicht oft genug gelobt werden und es ist ein wirklich heißer Favorit auf den Titel „Sportspiel des Jahres“.

9/10