Archiv für November, 2008

Golden Axe: Beast Rider Review (XBOX 360 / PS3)

Veröffentlicht in Reviews, Sonstiges, Spiele mit Tags , , am November 27, 2008 von Tim

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Neben Titeln wie Sonic oder Shinobi oder Streets of Rage zählt auch das Metzelabenteuer Golden Axe zu den absoluten Mega Drive-Klassikern. Im Jahre 1989 überzeugte das Spiel vor allem durch eine tolle Optik, jeder Menge Action und einem sehr spaßigen Koop-Modus. Fast 20 Jahre später hat SEGA es sich zum Ziel gesetzt, dieses Franchise wieder zum Leben zu erwecken und daher wurden die Jungs von Secret Level damit beauftragt, Golden Axe: Beast Rider zu entwickeln.

Bei Golden Axe: Beast Rider handelt es sich um das Prequel zu dem allseits bekannten Mega Driver Klassiker. Die Heldin Tyris Flare muss mit ansehen, wie der fiese Darth Adder ihre komplettes Volk abschlachtet und zudem auch noch den Götterdrachen entführt. Von Rachegelüsten getrieben, begibt sich Tyris auf die blutige Reise, um die legendäre goldene Axt wiederzubeschaffen und dem Bösewicht das Handwerk zu legen.

Gameplaytechnisch hat sich Golden Axe in den letzten zwei Jahrzehnten leider nicht im geringsten weiterentwickelt. Im Gegenteil, was damals noch jede Menge Spaß gemacht hat, wirkt heutzutage altbacken und anspruchslos. Ähnlich wie bei Conan läuft man durch extrem lineare Welten und metzelt eine Gegnerhorde nach der anderen nieder. Dabei ist es auch nicht verwunderlich, dass Beast Rider hierzulande nicht erhältlich ist, denn hier fliesst das Blut in Strömen und Körperteile fliegen durch die Gegend. Um dann aber doch noch etwas Abwechslung in das eintönige Missionsdesign zu bringen, soll das Ganze durch Rätseleinlagen und Reittiere aufgelockert werden. Letztere verfügen zwar über unterschiedliche, teils recht interessante Attacken, sind aber wegen ihrer sehr geringen Lebensenergie ziemlich nutzlos. Die Rätselpassagen entpuppen sich letzten Endes auch nur als viel zu einfach geratene Schalterrätsel. Bei dem sehr fragwürdigen Block- und Deckungssystem handelt es sich allerdings um den größten Kritikpunkt dieses Spiels. Während man sich in anderen Actiontiteln mit einer Taste zu verteidigen weiß, muss man in Golden Axe: Beast Rider von zwei Tasten Gebrauch machen. Es gilt nämlich orangene oder blaue Attacken abzuwehren und zu jeder Farbe wurde ein eigene Taste zugewiesen. Dadurch nimmt alles fast schon Züge eines Musikspiels an und vor allem bei einem großen Gegneraufkommen endet dies in purer Verzweiflung. Zum Glück ist aber das Kampfsystem an sich sehr simple geraten und auch für Einsteiger zugänglich. Dem Deckungssystem ist es aber zu verdanken, dass Beast Rider vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden extrem unfair wird. Auf niedrigen Schwierigkeitsgraden dürfte das Spiel aber schon nach ca. sechs Stunden beendet sein und danach sorgen lediglich einige öde Challenges für Wiederspielwert. Schade ist auch, dass der neueste Golden Axe Ableger keinen Koop Modus spendiert bekam. Denn gerade das hat die Serie schließlich so berühmt gemacht. Wenigstens gibt es in diesem Teil ein Wiedersehen mit alten bekannten, wie z.B. dem Zwergen Gilius und dem Barbaren Ax Battler.

Leider vermag Golden Axe: Beast Rider auch technisch nicht zu überzeugen. Der Sprung in die Next-Gen ist absolut missglückt, denn sehr verwaschene Texturen, sehr wenige Gegnertypen, öde Animationen und leichte Framerateeinbrüche trüben den Eindruck. Lediglich die Heldin und die Reittiere sind im Vergleich dazu gut animiert und mit vielen Details versehen und auch die CGI-Zwischensequenzen sind nett anzuschauen. Der Sound ist zwar alles andere als weltbewegend, besticht aber durch einen stimmigen Soundtrack und einen guten Raumklang.

Fazit:
Mit Golden Axe: Beast Rider ist SEGA leider alles andere als ein erfolgreiches Comeback geglückt. Das Spiel ist zu anspruchslos und eintönig und zudem dürfte das katastrophale Verteidigungssystem die meisten Spieler zum verzweifeln bringen. Hinzu kommen die völlig nutzlosen Reittiere sowie eine unterdurchschnittliche Optik und eine langweilige Story. Trotz allem könnte das Spiel aber Fans von anspruchslosen Metzeltiteln a la Conan oder Viking sehr viel Spaß bereiten. Alle anderen sollten aber besser die Finger davon lassen und sich lieber das Original anschauen. Dieses ist zurzeit auch ziemlich günstig über die Virtual Console oder den XBOX Live Marktplatz zu haben.

5/10

NBA 2k9 Review (PS3 / XBOX360)

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , , am November 27, 2008 von Tim

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Dass die NBA2k-Reihe bereits seit Jahren das Nonplusultra im Basketballsektor ist, dürfte mittlerweile allseits bekannt sein. Im vergangenen Jahr wurde mit NBA 2k8 allerdings schon fast so etwas wie Perfektion erreicht, weshalb nun mit gutem Grund die Frage aufkommt, was man überhaupt in diesem Jahr noch verbessern konnte. Die folgende Review klärt dies auf…

Wie zu vermuten war halten sich die Neuerungen heuer wirklich in Grenzen. Rein spielerisch wurde so gut wie nichts verbessert. Da NBA 2k8 sich bereits perfekt spielen ließ, gab es da auch nicht viel zu verändern. Noch immer spielt sich NBA 2k9 unglaublich dynamisch und realistisch. Allerdings haben die Entwickler in diesem Jahr die KI der Gegen- und Mitspieler weiterentwickelt, was nun sogar so weit geht, dass man sie als „lernfähig“ bezeichnen kann. Das gegnerische Team merkt es sich, wenn bestimmte Spielzüge öfters wiederholt werden und somit wird es deutlich erschwert Erfolge zu erzielen. Neben der lernfähigen KI wurde aber auch die Steuerung perfektioniert. Die Wurfsteuerung via Analogstick sorgt für ein intensives Spielgefühl, erfordert aber auch jede Menge Training. Ein ausführliches Training dürfte auch für alle blutigen Anfänger der Serie zu Beginn das Beste sein, denn noch immer hat man hier einen sehr schweren Einstieg, ganz im Gegensatz zur NBA Live-Reihe. Zum Glück sorgt aber ein ausführlicher Trainingsmodus für Abhilfe. Und da wären wir auch schon beim Umfang. Hier hat sich leider auch so gut wie nichts geändert. Der Karrieremodus, auch „The Assosication genannt“, wurde lediglich optisch etwas verfeinert und die restlichen Spielmodi wie schnelles Match, Rookie Challenge, Play Offs oder Saison bleiben unverändert. Auch der NBA Blacktop-Modus mitsamt seiner vielen kleinen Minispiele ist wieder mit von der Partie, aber auch hier gibt es nichts Neues zu berichten. Gleiches gilt für den Mehrspielermodus. Offline bleibt alles beim alten, allerdings sorgen die Gefechte mit Freunden aufgrund des intensiven Gameplays noch immer für jede Menge Freude. Der Onlinemdous hingegen bekam ein neues Feature spendiert, welches bei genauem Hinsehen aber nichts weiter als eine kleine Spielerei darstellt. Mit dem Feature „2k Share“ können nämlich selbsterstellte Spielinhalte (wie z.B. Spieler oder Teams) über das Internet getauscht werden. Die Spielmodi sind aber immer noch die gleichen. Hier können Einzelmatches, Turniere und sogar Ligen ausgewählt werden. Das Ganze kann dann mit bis zu zehn Spielern ausgetragen werden und dabei läuft das Spiel überraschend flüssig und Lags sind nur selten der Fall.

Optisch ist NBA 2k9 die reinste Augenweide. Die Spieler sind nicht nur fabelhaft animiert, sondern auch beeindruckend gut detailliert. Was NBA 2k9 aber von der Konkurrenz absetzt ist das erschreckend lebendig wirkende Umfeld. Die Zuschauer sind sehr abwechslungsreich animiert worden und sitzen nicht nur sinnlos auf ihren Stühlen. Sie fluchen oder jubeln und auch die Cheerleader haben viele unterschiedliche Bewegungen im Repertoire. Die Spielhallen sind mit so viel Liebe zum Detail erstellt worden, dass man des Öfteren sogar dadurch abgelenkt wird. Dank der nochmals verbesserten Präsentation wird dies dann sogar gesteigert. Viele Replayeinbledungen, Statistiken und echte NBA-Aufnahmen liefern ein nie dagewesenes TV-Feeling. Störend ist nur, dass NBA 2k9 für die meisten zu viel Ingame-Werbung besitzt, dies tut der Präsentation aber eigentlich wirklich gut. Der Soundtrack des Spiels kann zwar nicht mit der EA-Konkurrenz mithalten, dafür aber ist das Kommentar wieder erstklassig und sehr informativ. Außerdem muss man an dieser Stelle ein Lob dafür aussprechen, dass alle Texte in deutscher Sprache vorhanden sind, was bei US Sportspielen ja alles andere als selbstverständlich ist.

Fazit:
Keine Frage, NBA 2k9 ist ein absolut großartiges Basketballspiel geworden, welches nicht nur spielerisch nahe zu fehlerfrei ist, sondern auch optisch zu begeistern vermag. Das Problem ist nur, dass dies schon beim Vorgänger der Fall war und allgemein nur marginal etwas geändert wurde. Daher dürfte bei den meisten Spielern die Frage aufkommen, ob sich eine Anschaffung des diesjährigen Updates lohnt. Im Prinzip reicht die Vorgängerversion vor allem für Neueinsteiger vollkommen aus, lediglich die absoluten Hardcorefans der Serie können bedenkenlos zugreifen. Da EA in diesem Jahr mit NBA Live 09 aber etwas Boden gut gemacht hat, bleibt nur zu hoffen, dass die Jungs von 2k-Sports im nächsten Jahr deutlich mehr Innovationen parat haben. Ansonsten könnte das böse enden…

8,5/10

Trauma Center: New Blood Review (Wii)

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , , , am November 22, 2008 von Tim

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Es dürfte wohl niemandem entgangen sein, dass die Spiele für Nintendo‘s Wii der HD-Konkurrenz zumindest optisch deutlich unterlegen sind. Dafür punkten viele Titel aber mit ihrem einzigartigen Spielprinzip und der dazugehörigen revolutionären Steuerung. Ein gutes Beispiel hierfür wäre die Trauma Center-Reihe, die völlig auf optischen Schnickschnack verzichtet, dafür aber in Puncto Gameplay begeistert. Wir haben uns den kürzlich veröffentlichten zweiten Teil genauer angesehen und uns auf den OP-Tisch gewagt.

Im Mittelpunkt von Trauma Center: New Blood stehen die beiden Chirugen Dr. Markus Vaughn und die toughe Dr. Valeria Blaylock. Beide arbeiten anfangs für das entlegene Montgomery Memorial Hospital in Alaska und geraten im späteren Verlauf in eine teuflische Verschwörung rund um den so genannten Stigma-Virus. Für den Spieler gilt es, wahlweise in die Rolle von Dr. Vaughn oder Dr. Blaylock zu schlüpfen und den Stigma-Virus, sowie viele weitere Krankheiten zu bekämpfen.

Trauma Center: New Blood ist eine waschechte Arztsimulation die sehr viel Wert auf die Story legt. Anhand von vielen Textpassagen und Zwischensequenzen wird eine, für ein Videospiel erstaunlich durchdachte und spannende, Story erzählt, die in Verbindung mit dem einzigartigen Spielprinzip ein Krankenhausserienflair ganz im Stile von Emergency Room oder Greys Anatomy vermittelt. Zu Beginn jeder Mission erfährt man die Beschwerden der Patienten und dann erfolgt eine kurzes Briefing, indem die einzelnen Vorgänge der OP genauer besprochen werden. Danach kann das eigentliche Spiel auch beginnen und das simple Spielprinzip kommt zum Einsatz. In Trauma Center: New Blood findet man sich auf dem OP-Tisch wieder und durchführt Operationen der etwas aufwendigeren Art. Während der Spieler zu Beginn lediglich mit Knochenbrüchen und Einschusswunden zu tun hat, kommt es später auch zu Tumoren oder neu einzusetzenden Herzschrittmachern. Das Ganze spielt sich allerdings wesentlich einfacher, als man es vermuten würde. Mit dem Stick des Nunchuckcontrollers werden die einzelnen Werkzeuge wie etwa die Spritze, die Zange, das Ultraschallgerät, das Skalpell oder der Laser ausgewählt und mit der Fernbedienung verwendet. Doch auch wenn die Benutzung ziemlich einfach von Statten geht, kommt es öfters zu sehr stressigen Situationen, weil die Operationen nicht nur zeitlich begrenzt sind, sondern die Vorgänge auch in einer gewissen Reihenfolge erfolgen müssen. Überhaupt zählt Trauma Center: New Blood zu den etwas schwierigeren Titeln, denn sogar auf der leichten Stufe wird es im späteren Spielverlauf oftmals sehr frustrierend und der Überblick geht verloren. Die insgesamt sieben sehr umfangreichen Kapitel lassen sich zum Glück nun aber auch endlich kooperativ spielen und genau hierbei trumpft der Titel so richtig auf. Zusammen mit einem Freund macht das Spiel nicht nur wesentlich mehr Spaß, sondern erzeugt ein ganz besonderes Spielgefühl, welches man hinsichtlich der Dramatik nur schwer topen kann. So kann es passieren, dass Dialoge mit dem besten Freund wie folgt enden: „Saug du mal gefälligst das Blut ab, während ich den Tumor rausschneide!“, „Geht nicht, ich bin damit beschäftigt die Vitalwerte medikamentös zu stabilisieren!“. Übrigens werden alle Operationen, sowohl einzeln, als auch kooperativ am Ende mit einem Rang bewertet und dieser stellt sich daraus zusammen, wie schnell und fehlerfrei gearbeitet wurde. Mit Hilfe einer Wi-Fi Verbindung sind zudem auch noch Onlineranglisten verfügbar.

Optisch machen die Operationen leider gar nichts her, im Gegenteil, in dieser Form wären sie auch locker auf der Playstation oder dem Nintendo 64 möglich gewesen. Wesentlich anspruchsvoller sind hingegen die Zwischensequenzen geraten, denn diese beeindrucken durch hervorragend gezeichnete Charaktere und Hintergründe, ganz wie man es von Atlus gewohnt ist. Akustisch passt das gebotene perfekt zu dem sehr stressigen Spielablauf und die englische Sprachausgabe ist sehr professionell und überzeugend geworden. Trotz allem wäre hier eine deutsche Synchronisation natürlich wünschenswert gewesen.

Fazit:
Fans von dramatischen Arztserien und all jene, die auf einzigartige Spielideen abfahren, müssen sich unbedingt einmal Trauma Center: New Blood anschauen. Das Spiel verzichtet völlig auf technische Spielereien und beeindruckt durch das simple, aber auch extrem spannende Spielprinzip. Leider ist New Blood aber auch wieder sehr knifflig und bringt vor allem Anfänger teilweise zum verzweifeln. Zum Glück wird dieses Problem im neu eingefügten Coop-Modus entschärft und gerade hier entsteht ein ganz besonderes Spielgefühl mit dem Mitspieler. Und auch wenn das Spiel optisch insgesamt wahrlich nichts besonderes ist, überzeugt es dennoch durch die wunderschön gezeichneten Charaktere und Hintergründe.

8/10

Valkyria Chronicles Review (PS3)

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , , am November 22, 2008 von Tim

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Strategierollenspiele sind auf der Playstation 3 zurzeit leider nur äußerst selten vertreten, doch zum Glück versorgt uns SEGA mit Nachschub. Valkyria Chronicles heißt das gute Game und es spielt in einer fiktiven Welt in den 30er Jahren. Dort herrscht Krieg zwischen der Föderation und dem Imperium und das eigentlich so neutrale Gallia gerät unfreiwillig in einen Konflikt mit dem Imperium. Für den jungen Naturwissenschaftsstudenten (und eigentlich überzeugten Pazifisten) Welkins gilt es, in die Fussstapfen seines Vaters zu treten und sein Land tapfer zu verteidigen.

Bei Valkyria Chronicles handelt es sich um ein rundenbasiertes Strategiespiel und am ehesten lässt sich das Spiel mit Titeln wie Fire Emblem, Shinning Force oder Advance Wars vergleichen. Mit einem Squad bestehend aus sieben Einheiten gilt es ganz genretypisch gegnerische Squads zu eliminieren oder bestimmte Punkte zu verteidigen. Jede Einheit steht für eine bestimmte Anzahl an Kommandopunkten. Anhand dieser Punkte kann man den Kampf taktisch einteilen und koordinieren. Sind alle Kommandopunkte verbraucht, ist der Gegner am Zug, wahlweise können die Kommandopunkte aber auch aufgespart werden. Stirbt eine Einheit, bzw. ist sie außer Gefecht gesetzt, geht der jeweilige Kommandopunkt verloren. Ähnlich wie bei Final Fantasy Tactics können die Einheiten zwar im Gefecht geheilt werden, misslingt dies aber, bleiben sie für immer tot. Demnach ist es also besonders wichtig vorsichtig und bedacht vorzugehen, denn Taktik ist bei Valkyria Chronicles das A und O. Während in anderen japanischen Strategierollenspielen die Angriffe vom Computer ausgeführt werden, hat Valkyria Chronicles etwas ganz besonderes zu bieten. Das Spiel ist nämlich eine Mischung aus Strategierollenspiel und Third-Person-Shooter. Dadurch erfolgen die eigentlichen Spielzüge in Echtzeit und man bewegt sich innerhalb eines begrenzten Freiraums und hat pro Zug eine gewisse Anzahl an Munition zur Verfügung. Dieser Mix wirkt nicht nur sehr erfrischend, sondern sorgt für ein noch tiefgängigeres Gameplay. Insgesamt enthält Valkyria Chronicles fünf verschiedene Charakterklassen. „Sniper“, „Scout“, „Engineer“, „Shocktrooper“ und „Lancer“ stehen zur Auswahl. Während sich die ersten drei Klassen quasi von selbst erklären sind Shocktrooper vor allem auf Nahkämpfe mit Maschinengewehren spezialisiert, während Lancer sich aufgrund ihrer Panzerfaust besonders gut dafür eignen, Panzer in die Luft zu jagen. Und hier wären wir auch wieder beim nächsten Punkt, den Valkyria Chronicles von anderen Genrekollegen unterscheidet. In diesem Spiel werden nämlich nicht bestimmte Charaktere aufgelevelt, sondern die Charakterklassen im allgemeinen. Zusätzlich können in der R&D Facility neue Waffen erforscht werden und auch hier ist es so, dass alle innerhalb der jeweiligen Klasse davon Gebrauch machen. Um ein wenig Individualität in das Ganze zu bringen besitzen die Charaktere unterschiedliche Spezialfähigkeiten oder Charaktermerkmale. So ist Welkin besonders stark wenn er von natur umgeben ist, während manche Einheiten egoistisch vorgehen oder sich besonders im weiblichen Umfeld wohl fühlen. In Valkyria Chronicles kommen allerdings auch Panzer zum Einsatz und auch diese können aufgerüstet und mit verschiedenen Fähigkeiten ausgestattet werden. Natürlich gibt es aber auch in der Welt von Valkyria Chronicles nichts umsonst und so kann man sich zusätzlich in Nebenmissionen seine Erfahrungspunkte und Kohle verdienen. Insgesamt zählt das Spiel wohl zu den längsten Offlinetiteln auf der Playstation 3. Denn die 18 Kapitel und unzähligen Skirmishmissionen sind frühestens nach 50 Stunden erfolgreich absolviert. Und da die Entwickler dieses Spiel unter anderem auch für das legendäre Skies of Arcadia verantwortlich sind, kann man sich hier ein paar Charaktere aus diesem Spiel als Boni freischalten. Dank dieses unglaublichen Umfangs ist Valkyria Chronicles auch ein absoluter Geheimtipp für kalte Wintertage. Bedauerlich ist nur, dass dieses Spiel keinen Multiplayermodus besitzt, denn gerade online wäre dies doch eine sehr spaßige Angelegenheit geworden.

Technisch ist Valkyria Chronicles ein absolut großartiges Spiel geworden. Vor allem die Optik ist etwas ganz besonderes, denn der Titel wirkt wie ein spielbares Aquarellgemälde, gemischt wird das Ganze jedoch mit dem typischen japanischen Animesetting. Am besten lässt sich diese Optik mit dem ebenfalls genialen Okami vergleichen. Valkyria Chronicles wirkt allerdings wesentlich liebevoller und detaillierter. Ebenfalls bestens gelungen ist die Inszenierung dieses Titels. Die ganze Geschichte wird bilderbuchartig erzählt und mit großartigen Zwischensequenzen versüßt. Dank einer hervorragenden japanischen und englischen Tonspur wird das Geschehen auch bestens vertont. Schade ist nur, dass auch die Texte in Valkyria Chronicles nur in Englisch vorhanden sind. Wenigstens in diesem Punkt wäre es angebracht gewesen, an die deutschen Spieler zu denken. Immerhin tröstet die gewohnt geniale musikalische Untermalung von Hitoshi Sakimoto darüber hinweg.

Fazit:
Valkyria Chronicles zählt definitiv zu DEN Überraschungshits des Jahres! Aufgrund des erfrischend neuen Gameplays kann das Spiel auch Strategiemuffel ansprechen und Genreverteranen werden wegen der unglaublichen Spieltiefe sowieso sehr viel Freude mit dem Titel haben. Und sollte man in diesem Jahr nur noch wenig Geld für neue Games übrig haben, gehört dieses Spiel aufgrund der Spieldauer von weit über 60 Stunden definitiv auf die Einkaufsliste. Zumal es auch technisch dank des Aquarelllooks einzigartig ist und der Soundtrack so ziemlich jeden Spieler verzaubern wird. Sollte man aber absolut gar nichts mit japanischen Spielen anfangen können, dann ist Valkyria Chronicles auch trotz dieser Pluspunkte das falsche Spiel.

9/10

Banjo-Kazooie: Nuts & Bolts Review (XBOX 360)

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , , , am November 10, 2008 von Tim

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Anno 1998 erschuf die britische Edelschmiede Rare, damals noch Exclusiv-Entwickler für Nintendo, mit „Banjo-Kazooie“ eines der besten 3D-Jump‘n‘Runs in der Videospielgeschichte. Um an den Erfolg des 1. Teils anzuknüpfen, schob Rare Jahre später den direkten Nachfolger „Banjo-Tooie“, sowie zwei Ableger auf dem Game Boy Advance hinterher. Seit der Übernahme durch die Microsoft Game Studios hörte man aber lange Zeit nichts mehr von dem erfolgreichen Duo. Lange Zeit war nicht ganz klar ob die Marke „Banjo“ nicht doch strenger mit Nintendo verbunden ist, als es Microsoft lieb gewesen wäre. Nun hat das Warten aber ein Ende und mit „Banjo-Kazooie: Schraube locker“ versuchen die beiden den Sprung in die Next-Gen. An der grafischen Power der 360 wird der Erfolg der Serie nicht stranden, doch geht das neue Spielkonzept von Rare in der Fortsetzung auch wirklich auf?

„Banjo-Kazooie: Schraube locker“ knüpft storytechnisch an die beiden ersten Teile an und spielt acht Jahre nach „Banjo-Tooie“. Noch immer streiten sich Banjo und die böse Hexe Gruntilda darum, wer der wahre Besitzer von Spiral Mountain, der Heimat von Banjo und Kazooie ist. Der selbsternannte Lord of Games (genannt LoG) möchte aber nun diesen Streit schlichten, indem er alle Beteiligten nach Showdown Town einlädt, wo er einen offiziellen Wettstreit veranstaltet. Banjo und seine treue Gefährtin müssen nun knifflige Aufgaben in den vom LoG erstellten Welten absolvieren, während Gruntilda die Helden daran hindern soll. Damit dieses Terrain irgendwann mal zur Ruhe kommt, soll der Gewinner dieses Wettbewerbs am Ende zum rechtmäßigen Besitzer von Sprial Mountain ernannt werden.

Zu Beginn des Spiels findet man sich in Showdown Town wieder, welches man als eine Art Zentralwelt bezeichnen könnte. Von hier aus begibt sich das Duo in einzelnen Arenen, kleinere Nebenwelten, in denen denn unterschiedliche Aufgaben zu bewältigen sind. Allerdings wird der Großteil von „Schraube locker“ nicht mehr zu Fuß absolviert. Während die alten Banjo-Teile vor allem für ihr erstklassiges Jump‘n‘Run Gameplay bekannt waren, versuchen die Entwickler im neuesten Teil etwas vollkommen Neues. Das Duo ist nämlich seiner allseits beliebten Fähigkeiten beraubt worden und muss dieses Defizit durch den Gebrauch der unterschiedlichsten Transportmittel ausgleichen.

Der Clou an der Sache ist, dass sich der Spieler die Fahrzeuge für Land, Wasser und Luft aus hunderten Teilen selber bauen kann. Klingt kompliziert, ist es vielleicht auch. Das Handling des eigentlichen Konstruktionsvorgangs ist relativ simpel, aber die Tücke steckt zumeist im Detail. Die Eigenkompositionen verhalten sich nämlich physikalisch korrekt, d.h. wenn der Spieler den Schwerpunkt der Fahrzeuge nicht genau austariert, werden die Fahrzeuge unsteuerbar. Damit der Spieler nicht vor unlösbare Aufgaben gestellt wird, erwirbt man im Laufe der Zeit immer mehr Konstruktionspläne, in den die verschiedenen Fahrzeugmodelle schon vorkonfiguriert sind. Es ist doch wesentlich überschaubarer Fahrzeuge zu modifizieren, als sie komplett selber zu entwerfen, was allerdings auch möglich ist. Neben den Konstruktionsplänen, erhält man ebenfalls im Verlauf des Spieles immer mehr Fahrzeugteile zum Pimpen des eigenen Fuhrparks. Zu diesem Zweck sind überall in den Welten Kisten verteilt, die man dann in Mumobs Garage einlagern muss. Das Ganze hat etwas von einem virtuellen Legobaukasten, bei dem der Kreativität keine Grenzen gesetzt werden.

Da die unzähligen Aufträge in den sehr unterschiedlichen Arenen meistens sehr speziell sind, wird einem auch öfters das passende Fahrzeug zur Lösung der Aufgabe gestellt. So muss man beispielsweise in der ersten Arena mittels eines Transportfahrzeugs eine tickende Bombe unter Zeitdruck zum Spezialisten zur Entschärfung bringen. Auch stehen des Öfteren kleine Rennparcours auf der Tagesordnung, die ihr mittels eines schnelleren Fahrzeuges zu bewältigen habt. Meistens sind die Aufgaben zeitlich limitiert. Je schneller man den Auftrag erledigt, desto eher bekommt man eine angemessene Belohnung dafür. Doch ganz schadlos kommt man zumeist nicht durch die Welten. Während der Aufgaben stören euch immer wieder kleine rollende Bots und demontieren euch das Gefährt unter dem Hinter weg. Am besten weicht man ihnen aus oder macht sie einfach platt in dem man sie wegrammt.

Erfüllte Aufgaben werden meistens mit einem Puzzleteil dem Jiggi belohnt. Durch das Sammeln dieser Jiggi´s erhält man nach und nach Zugang zu den neuen Spielwelten. Überall in den 6 Welten sind auch die bekannten goldenen Musiknoten verteilt. Diese Noten stellen die Währung in Showdown Town da. Neben speziellen Fahrzeugteilen und Konstruktionsplänen, kann der Spieler damit Informationen kaufen, die Dorfpolizei bestechen und im GYM die Konstitution von Banjo ausbauen.

Der Schwierigkeitsgrad von „Nuts & Bolts“ ist zwar gut zu bewältigen, doch aufgrund der Umstellungen im Gameplay werden sich vor allem Fans der Serie zu Beginn etwas schwerer tun. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase erledigen sich die Startschwierigkeiten aber von selbst und die sehr präzise einfache Steuerung trägt ihren Teil dazu bei. Manchmal hingegen, insbesondere in schmalen Kletterpassagen reagiert die Steuerung etwas zu sensibel.

Neben dem umfangreichen Singleplayer Erlebnis, kann man sich auch noch mit bis zu 8 Spielern in 27 verschiedenen Multiplayer-Leveln vergnügen. Leider waren zum Zeitpunkt der Testung noch nicht genügend Mitspieler online um eine verlässliche Aussage über den Fun Faktor zu geben. Die Aufgaben klingen allerdings schon spaßig. Wir werden diese Lücke in der nächsten Woche zu schließen versuchen.

In technischer Hinsicht kann man an dieser Stelle nur ein großes Lob an die Entwickler von Rare aussprechen. Der Übergang aus N64 Zeiten in die Over-Next-Gen ist ihnen nämlich absolut gelungen. Das Spiel erstrahlt in einer unglaublich farbenfrohen, fantasievollen, innovativen und lebendigen Neuauflaget. Die unterschiedlichen Welten bieten nicht nur jede Menge Freiraum, sondern sind zudem auch sehr abwechslungsreich gestaltet. Die tollen Animationen und die große Detailvielfalt runden das Ganze dann noch mal ab. Der Soundtrack schmiegt sich ebenfalls harmonierend in die Spielwelt ein. Witzig sind auch die Teaser, die die jeweiligen Arenen mit samt ihrer Charaktere vorstellen. Fans von US Serien wie Dallas, Falcon Crest & Denver Clan werden ihre Freude an dieser Persiflage haben. Zum Glück wurde auch wieder auf eine richtige Synchronisation verzichtet, denn die Pseudo-Sprachausgabe passt einfach unglaublich gut zu der kindgerechten Knuddeloptik.

Fazit:
Auch wenn die Fans der Serie eigentlich ein anderes Spiel erwartet haben, dürften sie eigentlich nicht enttäuscht werden. Rare bringt mit Bajo & Kazooie: Schraube locker ein weiteres abwechslungsreiches Game in die übernächste Generation. Es mag zu großen Teilen anders sein, doch deswegen ist es noch lange nicht schlechter. Rare hat versucht das Konzept auf eine neue Stufe zu heben, ist aber in Augenhöhe zu den Vorgängern stehen geblieben. Der neue Teil wird die Videospielgeschichte zwar nicht revolutionieren, doch er wird nicht nur eingefleischte Rare Fans zu begeistern wissen. Wir finden den Übergang in die gegenwärtige Konsolengeneration sehr gelungen, wenn auch gleich die Erwartungshaltung aller Banjo Fans bestimmt nicht erfüllt wird. Aller Änderungen zum Trotz ist das Flair der Vorgänger wieder eingefangen worden und auch der Spielspaß wird sich bei den meisten nach der Adaption ans neue Gameplay rasch wieder einstellen.

8/10

Fable 2 (XBOX360)

Veröffentlicht in Angespielt, Spiele mit Tags , , , am November 8, 2008 von Tim

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Pro:
- grandiose Charakterentwicklung
- wunderschöne Märchenwelt
- spannende Heldenstory
- die Zusammenarbeit mit dem eigenen Hund
- unzählige Nebenquests
- Verhalten hat Einfluss auf die gesamte Spielwelt
- schier unendliche Möglichkeiten (Jobs, Familie, Häuser, Sex, etc.)
- gelungene Synchronisation
- der Humor
- größtenteils gut umgesetztes Kampfsystem
- das Spiel bietet für Genreneulinge den perfekten Einstieg
- angenehmer Schwierigkeitsgrad

Contra:
- oftmals niedrige Framerate
- langweiliges Ende
- Hauptstory bereits nach 10 Stunden beendet
- enttäuschender Multiplayermodus
- umständlicher Einsatz von Magie
- etwas unübersichtliches Menü
- viele kleine Bugs die den Spielverlauf stören
- Interaktion mit NPCs belanglos

Fazit:
Ganz fehlherfrei ist Fable 2 leider nicht geworden und Herr Molyneux hat auch bei seinem neuesten Werk nicht alle Versprechen eingehalten, aber dennoch ist Fable 2 gerade für Genreneulinge das perfekte Rollenspiel. Veteranen werden aufgrund der vielen Entscheidungs- und Spielmöglichkeiten auch sehr viel Spaß mit diesem Spiel haben.

8,5/10

Fallout 3 (PS3/XBOX360/PC)

Veröffentlicht in Angespielt, Spiele mit Tags , , , am November 6, 2008 von Tim

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Pro:
- umwerfende Endzeitatmosphäre
- riesige Spielwelten in denen es unglaublich viel zu entdecken gibt
- innovatives Kampfsystem
- komplexe Charakterentwicklung
- bekannt geniales (aber auch etwas weiterentwickeltes) Oblivion-Gameplay
- großartiger Humor
- viele Anspielungen auf die Vorgänger
- überdurchschnittlich gute deutsche Synchronisation
- abwechslungsreiche Aufgaben
- tolle Story
- größtenteils gelungene grafische Umsetzung
- viel Entscheidungsfreiheit, die Einfluss auf den Spielverlauf hat
- viele lustige Items und Waffen
- überraschend geringe Ladezeiten
- hoher Wiederspielwert

Contra:
- Hauptquests insgesamt zu kurz
- technische Störungen (u.a. Freezes)
- teilweise nervige Grafikfehler
- einige KI-Aussetzer
- Übersetzungsfehler

Fazit:
Für mich ist Fallout 3 eindeutig das Spiel des Jahres 2008! In den letzten Jahren hat mich kein Rollenspiel (und das ist schließlich mein Lieblingsgenre!) so sehr vor den Bildschirm gefesselt. Ich kann den Jungs von Bethesda nur ein riesiges Lob aussprechen und hoffen, dass es bald noch mehr aus dem Fallout-Universum zu spielen gibt.

10/10