Archiv für März, 2009

Resident Evil 5 Review (PS3 / XBOX 360)

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , am März 23, 2009 von Tim

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Die Resident Evil-Reihe hat das Horrorgenre nicht nur revolutioniert, sondern auch kommerziell erfolgreich gemacht. Mit Resident Evil 5 erschien kürzlich der neueste Ableger des erfolgreichen Franchises, welcher durch das noch actionreichere Gameplay und das neue Setting bei vielen Resi-Fans für Skepsis sorgte. Ob diese Zweifel nun zurecht vorhanden sind, zeigt unsere Review.

Resident Evil 5 setzt die Storyline der Vorgänger konsequent fort. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Chris Redfield, welchen die meisten noch aus dem ersten Teil der Serie kennen dürften. Chris ist mittlerweile Mitglied der Bioterrorism Security Assessment Alliance (kurz B.S.A.A.) und wurde nach Afrika gesandt, weil Terroristen anscheinend in den Besitz von gefährlichen Biowaffen gelangt sind. Mit der hübschen Sheva Alomar bekommt er eine toughe Verstärkung, die ihm bei den Ermittlungen zur Seite stehen soll. Doch schnell wird klar, dass sich dieser Fall verzwickter und gefährlicher gestaltet, als zu Beginn vermutet und schon bald treffen Chris und Sheva auf alte Bekannte.

In Puncto Gameplay orientiert sich Resident Evil 5 deutlich an dem vierten Teil. Jedoch steht die Action nun noch mehr im Vordergrund und auf Schockeffekte und knifflige Rätseleinlagen wurde größtenteils verzichtet, was viele treue Anhänger verärgern könnte. Hinzu kommen allerdings die neuen kooperativen Gameplayelemente, die ein gehöriges Maß an Teamplay erfordern. Sheva und Chris sind die gesamten sechs Kapitel über auf einander angewiesen und müssen sich gegenseitig decken und Heilsprays, sowie Munition miteinander teilen. Einige Stellen können nur von Sheva erreicht werden, hierbei muss der Spieler ihr hoch helfen und anschließend (ggf.) Feuerschutz gewähren. Mit Ausnahme von einem (halbwegs) kniffligen Rätsel geht es in Resident Evil 5 hauptsächlich nur darum, Gegnerhorden zu eliminieren und sich mit Hilfe von Schaltern oder bestimmten Objekten Zugang zu neuen Levelabschnitten zu schaffen. Für Abwechslung sorgen zum einen sehr spaßige Fahrsequenzen und zum anderen die epischen Endgegner, die sich nicht vor Größen wie Metal Gear Solid oder God of War verstecken müssen. Allgemein ist die Action in Resident Evil 5 hervorragend in Szene gesetzt und durch die abwechslungsreichen Schauplätze wirkt das Game trotz der fehlenden Horror- und Rätselelemente nie eintönig. Dank fünf verschiedener Schwierigkeitsgrade (von „Amateur“ bis „Profi“) dürften selbst Neulinge einen guten Einstieg finden, Profis hingegen werden ausreichend gefordert. Mit einer Spiellänge von ca. 10 Stunden ist Resident Evil 5 zwar nicht gerade das längste Spiel, dank freischaltbarer Outfits, Waffen, Farbfilter und Charaktere ist aber für genügend Wiederspielwert gesorgt. Nach dem ersten Durchspielen wird sogar ein neuer Spielmodus namens „Söldner“ freigeschaltet. Hier gilt es dann, in einem gewissen Zeitraum möglichst viele Gegner zu eliminieren, damit Highscores erzielt werden. Die Steuerung wurde quasi 1:1 aus dem vierten Teil übernommen und wirkt mittlerweile etwas altbacken, zumal es immer noch nicht möglich ist, gleichzeitig zu laufen und zu schießen.

Eigentlich ist die künstliche Intelligenz von Sheva ziemlich gut gelungen. Sie ist zielsicher, teilt gerne ihre Munition und hilft einem mit Heilsprays aus der Klemme. Auf den höheren Schwierigkeitsgraden patzt die KI allerdings öfters und das Durchspielen wird immens erschwert. Daher sollte jeder sich spätestens ab dem Schwierigkeitsgrad „Veteran“ einen menschlichen Mitspieler zur Seite nehmen. Dies kann entweder online oder offline erfolgen und schon nach wenigen gemeinsamen Stunden wird deutlich, dass sich hier das kooperative Gameplay erst so richtig entfaltet und stundenlange Spielsessions vorprogrammiert sind. Zusammen mit einem Mitspieler kann man sich besser absprechen und die taktischen Aspekte des Titels kommen eher zum Vorschein. Neben dem Storymode kann im Übrigen auch der Söldner-Modus kooperativ absolviert werden. Außerdem hat Capcom kürzlich angekündigt, dass weitere Spielmodi folgen werden. Fans können sich auf (Team)Deathmatch-ähnliche Modi freuen. Da in Resident Evil 5 jedoch nur im Stehen geschossen werden kann, fragt sich, wie diese Modi ablaufen sollen.

Auch wenn Resident Evil 5 ein tolles Actionspiel geworden ist, kann es sich nur in einem Punkt von der harten Konkurrenz absetzen: Der Grafik. Was hier über den Fernseher erstrahlt, zählt mit zu dem Besten, was man in der heutigen Konsolengeneration bewundern durfte. Vor allem die Licht- und Schatteneffekte sehen einfach erstklassig aus. Gleiches gilt für die bombastischen Explosionseffekte und die butterweichen Animationen der Charaktere. Die Mimik der Hauptfiguren hinterlässt einen unglaublich authentischen Eindruck. Wunderschöne Texturen, eine enorme Detailvielfalt und zu guter Letzt eine überwiegend stabile Framerate runden diesen überaus positiven Eindruck ab. Resident Evil 5 ist allerdings auch ein Genuss für die Ohren. So ist das Game musikalisch sehr stimmig untermalt, was der verstörenden Atmosphäre sehr zu Gute kommt. Die Musik ist auch ziemlich passend platziert und läuft nicht ununterbrochen ab. Wenn es in Resident Evil 5 bedrohlich wird, kommt die Musik zum Einsatz und der Spieler kann die Gefahr bereits erahnen. Die perfekt synchronisierte, englische Sprachausgabe steht dem ganzen in nichts nach. Technisch betrachtet ist Resident Evil 5 also ein echtes Meisterstück.

Fazit:
Im Gegensatz zum Vorgänger setzt Resident Evil 5 keine neuen Maßstäbe, sondern ist einfach „nur“ ein verdammt gutes Actiongame geworden. Gameplaytechnisch hat das hier gebotene nicht mehr viel mit den beliebten Vorgängern zu tun und auch der Rätsel- und Horroranteil ist deutlich zurückgegangen. Hier liegt der Schwerpunkt auf der perfekt in Szene gesetzten Action in Verbindung mit dem kooperativen Gameplay. Wer sich damit anfreunden kann, dem sei dieses Spiel hiermit wärmstens empfohlen, zumal das Spiel vor allem mit Freunden extrem viel Spaß macht und es technisch allererste Sahne ist. Liegt einem jedoch besonders der Horrorfaktor am Herzen, so sollte man besser zu Spielen wie Siren oder Dead Space greifen.

9/10

Street Fighter IV Review (PC / XBOX360 / PS3)

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , , am März 8, 2009 von Tim

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Für viele ist Street Fighter II durch die zeitlose Kampfmechanik und die unvergesslichen Charaktere das beste Beat‘em‘Up aller Zeiten. Nach einigen Arcade Portierungen und Remakes für die XBOX 360 und die PS3 erscheint mit Street Fighter IV nun endlich wieder ein völlig neuer Teil der Serie und wir haben uns für euch in den Kampf begeben. Haben wir es hier mit dem neuen König des Genres zu tun oder wurde das Spiel zu unrecht gehyped?

Verglichen mit anderen großen Prügelserien wie Virtua Fighter, Soul Calibur oder Tekken beschränkte sich die Street Fighter-Serie immer auf eine Kampfebene und dies hat sich auch im vierten Teil nicht geändert. Trotz der hübschen 3D-Optik, auf die wir später genauer eingehen, ist das Gameplay in 2D gehalten. Dies hat dann auch den Vorteil, dass sich Street Fighter IV fast genauso, wie der mittlerweile 17 Jahre alte zweite Teil spielt und dieselbe enorme Spieltiefe aufweist. Kenner der Serie kommen daher sofort zu recht und bringen mit Leichtigkeit den ein oder anderen Spezialmove ihres Lieblingscharakters zu Stande. Die Charakterauswahl dürfte auch jedem Fan gefallen, denn neben den klassischen Fightern wie Ryu, Ken, Blanka, Chun Li oder Sagat sind auch Legenden wie Gouken, Gen oder Akuma anwählbar. Außerdem bekam der vierte Teil komplett neue Charaktere spendiert. Da wären zum Beispiel die toughe Agentin Crimson Viper, der aufgedrehte El Fuerte und Ken‘s Erzrivale Rufus. Jeder Charakter besitzt ein eigens für die Konsolenfassung entworfenes Intro (und Outro), welches im schicken Animestil gehalten ist und die Geschichte im Arcademodus voran bringt. Am Ende jedes Durchgangs wartet dann mit Seth ein ziemlich harter Endgegner auf euch, der selbst so manchen Profi ins schwitzen bringen wird. Insgesamt enthält Street Fighter IV acht verschiedene Schwierigkeitsgrade und selbst auf „kinderleicht“ stellt Seth vor allem für Anfänger ein Problem dar. Da heißt es üben, üben und nochmals üben und dafür bietet sich der Herausforderungsmodus förmlich an. Dieser ist wiederum in drei verschiedene Typen unterteilt. Im Time Attack-Modus gilt es, innerhalb einer bestimmten Zeit, eine gewisse Anzahl an Gegner zu besiegen, während der Spieler im Survival-Modus sich mit einer nur bedingt wieder auffüllenden Energieleiste durchboxen muss. Zu guter letzt wäre da noch der Trial-Modus bei dem innerhalb eines Zeitlimits verschiedene Moves ausgeführt werden müssen. Zur Verbesserung der Skills eignet sich dieser Modus auch am besten. All diese drei Modi sind jeweils auf dem Schwierigkeitsgrad „normal“ oder „schwer“ anwählbar. Natürlich ist neben dem Arcade- und der Herausforderungsmodus aber auch wieder der stinknormale Trainingsmodus dabei.

Die Kampfmechanik wurde nicht einfach nur übernommen, sondern auch durch einige nette Neuerungen erweitert. Da wäre zum Beispiel die Revenge-Leiste, die sich durch jeden eingesteckten Treffer füllt. Erblinkt ein „Ultra-Symbol“ kann der Spieler einen gefährlichen Ultra-Move ausführen, welcher teilweise mehr als die Hälfte der gegnerischen Energie abzieht und sich hervorragend als Finisher eignet. Die Super-Leiste funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip, jedoch füllt sich diese mit jedem geleisteten Treffer, jeder geblockten Attacke oder ausgeführten Spezialmoves. Bei Street Fighter IV ist nicht nur Können, sondern auch viel Taktik gefragt, das merkt man vor allem bei den neu eingeführten Focus-Attacken. Primär schaden sie dem Gegner, haben aber den taktischen Nebeneffekt, dass der Spieler damit eine Attacke des Gegners absorbieren kann. Man bekommt die abgezogene Energie bei geschicktem Einsatz dieses Moves also wieder gutgeschrieben. So einfach all diese Moves vielleicht klingen mögen, dahinter steckt sehr viel Übung. Mit einem normalen XBOX 360 Controller lassen sich diese Moves leider nur schwer umsetzen, mit dem Playstation 3 Pad funktioniert dies schon wesentlich besser. Spieler, die sich langfristig mit Street Fighter IV befassen möchten, sollten jedoch am besten zu einem Arcadestick greifen.

Der Multiplayermodus dürfte für die meisten das absolute Herzstück darstellen. In Street Fighter IV können die packenden Zweikämpfe sowohl offline, als auch online ausgetragen werden und dank des hervorragenden Balancing hat auch jeder Charakter die Chance auf einen Sieg. Dennoch werden online meistens Kämpfer wie Ryu, Ken oder Sagat verwendet. Während bei Titeln wie Soul Calibur oder Tekken oft auch Anfänger als Sieger vom Platz gehen, gewinnt in Street Fighter IV meistens auch der bessere Spieler. Durch einfaches button smashing kommt man hier nicht weit. Die Onlineumsetzung ist sehr gut gelungen und Lags treten nur sehr selten auf. Capcom hat angekündigt, weitere Inhalte online anzubieten und somit kann sich der Spieler unter anderem auf neue Kostüme, Charaktere (z. B. Dee Jay) oder gar Spielmodi freuen. Das so genannte Championship Mode Expansion Pack soll sogar gratis angeboten werden! Man darf also gespannt sein.

Technisch haben die Jungs von Capcom hier eine echte Meisterleistung abgeliefert. Keinem Spielefranchise gelang ein so grandioser Übergang in die Next-Gen! Hier stimmt einfach das Gesamtpaket. Die im Cell-Shading-Look gehaltenen Charaktere sind großartig animiert und detailliert gestaltet und die Stages versprühen den gleichen Charme wie vor 17 Jahren. Sämtliche Spezialmoves werden dank genialer Spezialeffekte optisch hervorgehoben und die Performance geht nie in die Knie. Hinzu kommt eine, vor allem für Beat‘em‘Up Verhältnisse, gelungene Präsentation in Form von stylischen Intros, Outros und Cutscenes. Die Musik hat definitv wieder Mal Ohrwurmpotential, einige dürften aber Probleme haben, sich mit der popigen Titelmusik anzufreunden. In Street Fighter IV kann sich der Spieler bei jedem einzelnen Spieler wahlweise für eine japanische, oder englische Synchronisation entscheiden. Da sollten sich andere Entwickler mal eine Scheibe von abschneiden.

Fazit:
Street Fighter IV wird dem Hype gerecht und darf ohne weiteres als die neue Referenz im Prügelsektor bezeichnet werden. Die unverwechselbaren und toll ausbalancierten Charaktere, die enorme Spieltiefe, der geniale Mehrspielermodus und natürlich die perfekte technische Umsetzung machen aus Street Fighter IV schon jetzt einen ganz heißen Anwärter auf das Spiel des Jahres. Dieses Spiel gehört in jede Sammlung!

10/10

F.E.A.R. 2: Project Origin Review (X360 / PS3 / PC)

Veröffentlicht in Reviews, Spiele mit Tags , , , , , am März 8, 2009 von Tim

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F.E.A.R. zählt noch heute zu den besten Gruselshootern der letzten Jahre. Der Egoshooter orientierte sich geschickt an Max Payne und einigen japanischen Horrorfilmen und baute sich dadurch schnell eine riesige Fangemeinde auf. Nun treibt die gefürchtete Alma in der Fortsetzung F.E.A.R. 2: Project Origin wieder ihr Unwesen und wir haben uns das Spiel genauer angeschaut.

Die Story von F.E.A.R. 2 beginnt genau dort, wo der erste Teil geendet hat. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Sergeant Michael Becket und erhält den Auftrag, die Wissenschaftlerin Genevieve Aristide in Sicherheit zu bringen. Doch Alma funkt dem ganzen dazwischen und macht dem Squad das Leben zur Hölle…

Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber eines ist sicher: F.E.A.R. 2 besitzt, wie der Vorgänger auch schon, eine packende Story mit vielen Überraschungen und Wendungen. Insgesamt erreicht die Story aber nicht ganz die Klasse des ersten Teils, vor allem weil vieles etwas zu wirr erzählt wird und daher Anfänger öfter Probleme bekommen, der Story zu folgen. In Puncto Atmosphäre hinkt F.E.A.R. 2 leider auch etwas hinter her. Zwar ist das Spiel nach wie vor sehr stimmig und wahrlich nichts für schwache Nerven, aber viele der Schockeffekte wurden einfach nur aus dem Vorgänger oder anderen Titeln der Entwickler übernommen. Dadurch geht oft der Reiz verloren und vor allem Kenner des ersten Teils sind eher gelangweilt als geschockt. Da hilft auch die deutlich erhöhte Brutalität nichts. Im Gegenteil, F.E.A.R. hat schließlich damals bewiesen, dass man auch ohne herumliegende Körperteile und literweise Blut den Spieler in Angst und Schrecken versetzen kann. Natürlich hat aber auch F.E.A.R. 2 seine gruseligen Momente, jedoch sind diese nun deutlich seltener vorhanden.

Im Gegensatz zur Story und Atmosphäre hat sich F.E.A.R. 2 spielerisch sogar ein wenig weiterentwickelt. Noch immer lebt das Gameplay von der Story und der Atmosphäre und man ballert sich durch unzählige Gegnermaßen. Neu ist jedoch die Möglichkeit, Möbelstücke als Deckung zu benutzen. Außerdem sind die Locations nun wesentlich abwechslungsreicher und auch bunter gestaltet. Der Spieler rennt hier nicht mehr nur von einem Büroraum zum anderen, sondern dieses Mal kommen auch Häuserschluchten oder ein Kindergarten zum Einsatz. Im ganzen Spiel bekommt Sgt. Becket zudem zwei Mal die Gelegenheit, in einen Mech-ähnlichen Kampfanzug zu schlüpfen und alles über den Haufen zu ballern, was ihm vor die Linse kommt. Dies stellt nicht nur eine angenehme Abwechslung, sondern auch das Highlight dieses Spiels dar. Ansonsten ist natürlich auch wieder die bekannte Bullettimefunktion mit von der Partie und die KI der Gegner wurde quasi 1:1 aus dem ersten Teil übernommen. Daher wirkt die KI auch etwas veraltet, hinterlässt insgesamt aber noch einen soliden Job und die Schusswechsel sind nach wie vor sehr dynamisch und gut in Szene gesetzt. Die Steuerung geht noch immer sehr leicht von der Hand und bereitet selbst absoluten Anfängern keinerlei Probleme. Überhaupt wird man bei F.E.A.R. 2 das Gefühl nicht los, dass der Schwierigkeitsgrad heruntergeschraubt wurde. Erfahrene Spieler sollten daher besser direkt auf dem Schwierigkeitsgrad „Schwer“ beginnen und am besten die Bullettimefunktion verweigern, sonst ist F.E.A.R. 2 nämlich viel zu einfach und man sieht bereits nach gut acht Stunden den Abspann. Neben dem recht kurzen Singleplayerpart ist natürlich auch wieder ein Multiplayermodus enthalten. Dieser erfolgt entweder via XBOX Live oder System Link. Rein technisch betrachtet ist dieser auch ziemlich ordentlich umgesetzt worden und auch die typischen Mehrspielermodi sind enthalten, jedoch wirken die Maps sehr ideen- und lieblos. Immerhin sind immer genügend Spieler anzutreffen. Lobenswert ist hingegen die Kompatibilität zwischen der geschnittenen und ungeschnittenen Fassung. Ein gemeinsames Onlinematch funktioniert nämlich problemlos und das ist eigentlich eher eine Seltenheit.

F.E.A.R. 2 basiert, wie der Vorgänger auch schon, auf der Havok 2 Grafikengine. Diese ist zwar wahrlich nicht mehr die jüngste, sorgt aber auch heute noch für den ein oder anderen offenen Mundwinkel. Vor allem was die Licht- und Explosionseffekte betrifft, braucht sich F.E.A.R. 2 nicht vor der Konkurrenz zu verstecken. Die Level sind sehr detailreich und aufwendig gestaltet und die Animationen der Charaktere sind immer noch überzeugend. Auf der XBOX 360 läuft das Spiel auch absolut stabil, während es auf der Playstation 3 gelegentlich zu Framerateeinbrüchen kommt. Insgesamt kann sich der Spieler über die Optik wirklich nicht beklagen, verglichen mit Referenztiteln wie Killzone 2 oder Crysis sieht man der Engine jedoch ihr Alter an. Wesentlich positiver schaut es beim Sound aus. Die Soundkulisse ist ausgesprochen stimmig und trägt sehr viel zur Atmosphäre bei. In Verbindung mit einer passenden Anlage lässt es F.E.A.R. 2 so richtig krachen und die deutsche Synchronisation ist überraschend gut gelungen. Daumen hoch!

Fazit:
Wer F.E.A.R. geliebt hat, wird auch mit F.E.A.R. 2: Project Origin jede Menge Spaß haben! Spielerisch hat die Fortsetzung sogar leicht die Nase vorne, jedoch erreichen die Story und die Atmosphäre nicht ganz die Klasse des Erstlings. Doch dank der guten Optik und der grandiosen Soundkulisse lehrt Alma dem Spieler auch im zweiten Teil das Fürchten und daher sollten alle Horrorfans mal einen Blick auf diesen Titel werfen.

8/10

Detective Conan: Die Mirapolis Ermittlung Review (Wii)

Veröffentlicht in Reviews, Spiele am März 8, 2009 von Tim

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1994 erschuf Gōshō Aoyama mit „Detective Conan“ eine der erfolgreichsten Manga-Reihen und Animeserien seiner Zeit. Allein in Japan verkaufte sich der Manga bereits über 120 Millionen Mal und auch hierzulande ist das Franchise bislang überaus erfolgreich. Während es in Japan allerdings schon mehrere Videospielumsetzungen gibt, hat es bis jetzt keines dieser Spiele bis nach Europa geschafft. Mit „Detective Conan: Die Mirapolis Ermittlung“ veröffentlicht EA nun auch endlich in Deutschland eine Videospielumsetzung dieser Reihe. Wir haben Shin’ichi Kudō bei seinen Ermittlungen begleitet…

Storytechnisch ist „Die Mirapolis Ermittlung“ mitten in der Serie angesiedelt. Der Möchtegerndetektiv Kogorō Mōri wird zur Neueröffnung eines Freizeitparks namens Mirapolis eingeladen und von seiner Tochter Ran Mōri und den mutigen Detective Boys begleitet. Während zu Beginn noch allen zum feiern zu Mute ist, werden die Feierlichkeiten plötzlich von einem Mordfall überschattet. Und natürlich liegt es wieder allein an Shin’ichi Kudō (alias Conan Edogawa) den Mörder ausfindig zu machen.

Spielerisch orientiert sich „Detective Conan: Die Mirapolis Ermittlung“ vor allem an der „Phoenix Wright“-Serie und lässt sich daher als ein traditionelles Adventure beschreiben. Leider ist der Spielablauf jedoch alles andere als abwechslungsreich, denn im Großen und Ganzen muss man das ganze Spiel über lediglich verschiedene Personen verhören, um Indizien zu sammeln. Sind diese zu genüge vorhanden, wird man automatisch dazu aufgefordert anhand einer bestimmten Fragestellung eine Indizienkette geschickt miteinander zu verbinden. Aufgrund der teils unheimlich langen Laufwege wird das Spiel dann unnötig in die Länge gezogen und darunter muss letzten Endes auch die Story leiden, die dadurch viel zu langsam in Fahrt kommt. Mindestens genauso langatmig wirken dann auch die Dialoge, die dann auch noch unnötig wiederholt werden, obwohl sie nichts zur Aufklärung des Mordfalls beitragen. Wirklich schade, denn das Grundgerüst der Geschichte hat jede Menge Potential und wird der Serie gerecht. Insgesamt zählt das Spiel mit einer Länge von knapp sechs Stunden zu den kürzeren Titeln. Der Schwierigkeitsgrad ist ziemlich niedrig und eher auf die jüngere Zielgruppe angepasst.

Da das Spiel in einem Freizeitpark spielt ist es natürlich naheliegend, dass der Spieler auch mit dem ein oder anderen Minispiel konfrontiert wird. So kann sich Conan unter anderem im Curling, Fußball oder auch Boxen versuchen. Doch Vorsicht: Die Minispiele können nicht einfach so abgebrochen werden und die KI des Gegners lässt stark zu wünschen übrig. Als wäre das nicht schon schlimm genug, wird die Steuerung der jeweiligen Spiele nur bedingt erklärt und so dürfte bei jedem Spieler schnell Frust aufkommen. Um die Story voranzutreiben müssen zum Glück aber nur wenige dieser Minigames absolviert werden und abgesehen von diesen Minispielen lässt sich das Spiel eigentlich ganz angenehm steuern, verzichtet aber auf eine innovative Verwendung der Wii-Steuerung.

Grafisch hinterlässt „Detective Conan: Die Mirapolis Ermittlung“ einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits enttäuscht das Spiel durch eine sehr detailarme und eintönige Dreamcastoptik, andererseits vermag die Präsentation zu überzeugen. Schicke Animezeichnungen vermitteln den Flair der Serie und lassen die Herzen der Fans höher schlagen. Akustisch punktet das Game durch eine englische und japanische Synchronisation mit den Originalsprechern der Serie. Natürlich ist aber auch die bekannte Titelmusik enthalten. Der Rest des Soundtracks ist jedoch weniger angenehm, da er viel zu eintönig klingt und sich ständig wiederholt.

Fazit:
„Detective Conan: Die Mirapolis Ermittlung“ leidet an dem allseits gefürchteten Fluch der Lizenzspiele und ist aufgrund einer viel zu kurzen Spielzeit, der schwachen Technik und eines einfallslosen Gameplays lediglich für Fans der Serie interessant. Doch selbst Fans müssen hier viel Geduld mitbringen, könnten aber durch die Conan-typische Story und einer angemessenen Präsentation gefallen an dem Spiel finden. Alle anderen sind mit Titeln wie „Phoenix Wright“ oder „Geheimakte: Tunguska“ wesentlich besser bedient.

5/10