Lost Odyssey – Review / Test (XBOX 360)

25 Mrz

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Mit Enchanted Arms, Blue Dragon und Eternal Sonata sind die rundenbasierten Rollenspiele auf der XBOX 360 bislang gut vertreten. Hironobu Sakaguchi schickt nun aber einen weiteren Hoffnungsträger ins Rennen um es endlich mit der von ihm erschaffenen Final Fantasy Reihe aufzunehmen. Lost Odyssey wurde im Vorfeld von vielen als billige Kopie der Final Fantasy Spiele verspottet, die folgende Review zeigt aber, dass dieses Spiel wesentlich mehr auf dem Kasten hat.

Lost Odyssey spielt in einer Welt die vom Krieg geplagt ist. Die drei großen Reiche Gohtza, Uhra und Numar liefern sich sich grausame Kämpfe auf dem Schlachtfeld ab. Und mittendrin ist der Hauptcharakter des Spiels, Kaim Argonar, ein unsterblicher Söldner der nahezu jede Erinnerung verloren hat. Von Alpträumen geplagt versucht er nicht nur den Krieg zu beenden, sondern auch seine Erinnerungen zurückzugewinnen.

Wer sich mit Kaim Argonar auf die weite Reise begeben möchte, sollte zu Beginn schon im klaren darüber sein, dass er sich auf viele lange Textpassagen gefasst machen muss. Die zahlreichen Dialoge und Traumpassagen vermitteln dem Spieler aber die nötigen Hintergrundinformationen. Lesemuffel sollten also lieber gleich die Finger von dem Titel lassen. Lässt man sich aber darauf ein, so wird einem ein Rollenspielabenteuer erster Güte geboten, das allerdings erst nach einigen Spielstunden so richtig in Fahrt kommt. Zum Glück bietet Lost Odyssey aber viele interessante Charaktere und spannende Wendungen so dass man unbedingt wissen will wie es im Spiel weiter geht. Das Gameplay ist hierbei ziemlich altmodisch und linear geraten. Der Spieler lässt sich einfach von der Story und den netten Zwischensequenzen leiten und liefert sich rundenbasierte Kämpfe. Magie, Technik und das Aufleveln das Charakters sind selbstverständlich ein großer Bestandteil dieses Spiels. Das Kampfsystem dürften einigen Spielern leider etwas zu simple sein und Freiheiten wie in manch anderen RPGs sind in Lost Odyssey nicht vorhanden. Dafür kann der Spieler aber dadurch problemlos der spannenden Story folgen. Im kompletten Spielverlauf schwankt der Schwierigkeitsgrad von leicht bis richtig hart weshalb einige Neueinsteiger es richtig schwer haben dürften. Mit ein wenig Übung sollte das aber auch kein Problem darstellen. Zumal die Steuerung prima belegt wurde und auch gut für Anfänger geeignet ist. Lost Odyssey wird auf vier DVDs ausgeliefert, was eine lange Spieldauer vermuten lässt. Und in der Tat dürften nur erfahrene Spieler in unter 60 Stunden mit dem Spiel fertig sein.

Lost Odyssey ist das erste japanische Rollenspiel das von der aktuellen Unreal Engine gebrauch macht. Trotzdem sorgt die Grafik für gemischte Gefühle. Während man zu Beginn des Spiels teilweise aus dem Staunen nicht mehr herauskommt, sucht man im späteren Spielverlauf die Liebe zum Detail. Zudem läuft Lost Odyssey nicht immer flüssig und hat manchmal mit nervigem Tearing zu kämpfen. Natürlich gibt es aber auch genug Positives zu berichten. Das Charakterdesign ist nämlich erstklassig, die gesamte Welt überwiegend liebevoll gestaltet und sämtliche Zwischensequenzen klasse animiert und inszeniert. Akustisch ist Lost Odyssey hingegen das reinste Meisterwerk. Nobue Uematsu liefert hier einen Soundtrack ab, der sich nicht von seinen bisherigen Meisterleistungen verstecken muss. Und aus einem Fehler hat Mistwalker zum Glück auch gelernt. Denn im Vergleich zu Blue Dragon verfügt Lost Odyssey nicht nur über eine grausige deutsche Synchronisation, auch die englische und japanische Sprachausgabe lässt sich problemlos auswählen. Letztere sorgt natürlich für eine gelungene authentische Stimmung. Die deutsche Synchronisation ist aber auch nicht zu verachten und ist um längen gelungener als die in Blue Dragon.

Fazit:
Lost Odyssey ist viel mehr als nur ein billiger Final Fantasy Klon. Spielerische Innovationen sucht man zwar vergebens, dafür bekommt man aber ein Rollenspiel geboten, das sich nicht nur klasse präsentiert, sondern auch super spielen lässt. Die spannende Story und die interessanten Charaktere sorgen dafür, dass Lost Odyssey so ziemlich jeden Rollenspielfan emotional packen wird. Und mit einer Spieldauer von über 60 Stunden bekommt auch jeder genug für sein Geld geboten. Schade nur, dass Lost Odyssey trotz aktueller Unreal Engine nicht immer grafisch zu überzeugen vermag und der Schwierigkeitsgrad zu sehr schwankt. Gerade Neueinsteiger dürften desöfteren an dem Spiel verzweifeln. Insgesamt ist Lost Odyssey aber in allen Bereichen eine wesentliche Steigerung zu Blue Dragon. Mit den großen Square Enix Spielen kann es der Titel zwar noch nicht ganz aufnehmen, dafür erklimmt Lost Odyssey aber mit Leichtigkeit den Thron der J-RPGs auf der XBOX360.

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