Guitar Hero: Aerosmith – Review / Test (Wii/X360/PS2/PS3)

27 Jul

Es gibt nur wenige Rockbands, die es über Jahrzehnte hin geschafft haben erfolgreich zu bleiben. Neben Größen, wie den Rolling Stones oder Kiss, muss man auch die Rocker von Aerosmith in einem Atemzug nennen. Sagenhafte 38 Jahre ist die Band rund um Frontmann Steve Tyler erfolgreich im Geschäft und es ist immer noch kein Ende in Sicht. Ein eigenes Videospiel hätten sie sich also mehr als verdient. Das dachte sich wohl auch Activision und bringt nun mit „Guitar Hero: Aerosmith“ eine spielbare Discographie dieser Erfolgsband auf den Markt. Ob sich dieses Spiel aber auch wirklich lohnt, oder nur für waschechte Fans geeignet ist, zeigen die folgenden Zeilen.

Am Titel des Spiels lässt sich bereits erahnen, dass „Guitar Hero: Aerosmith“ kein vollständiger „Guitar Hero“-Teil ist. All jene, die mit der Musik von Aerosmith nichts anzufangen wissen und viel Abwechslung erwarten, sollten einen großen Bogen um das Spiel machen. Das Spiel spricht eher allgemein „Guitar Hero“-Süchtige oder eben Fans von Aerosmith an. Zählt man zu der erst genannten Partei bekommt man eine tolle Überbrückung bis zum vierten Teil serviert. Für Aerosmith-Fans hingegen dürfte das Spiel die reinste Offenbarung sein. So dokumentiert das Spiel den Werdegang dieser erfolgreichen Band von 1970 an, bis hin zur Gegenwart. Viele Videos mit Kommentaren und Eindrücken der Bandmitglieder gewähren dem Fan dann noch einen zusätzlichen Einblick. Das Spiel selbst ist im Grunde genommen ein etwas überarbeitetes „Guitar Hero 3“. Nennenswerte Innovationen gibt es leider keine. Und so gilt es im Herzstück des Spiels, dem Karrieremodus, 31 Lieder auf vier verschiedenen Schwierigkeitsstufen zu meistern. Der Spieler (oder besser die Band) bereist sechs verschiedene Locations. Es werden jedes Mal zwei Lieder von bekannten Vorbands wie z.B. The Clash, Lenny Krevitz oder Run DMC gespielt und danach noch einmal drei Lieder von Aerosmith. Bis auf eine Ausnahme wird das ganze Spiel über auf die nervigen Battles aus „Guitar Hero 3“ verzichtet. Mit dem gewonnen Geld kann sich der Spieler dann neue Charaktere, Outfits, Gitarre oder Bonussongs kaufen. Zählt man diese mit, enthält das Spiel insgesamt 41 Songs von denen 29 von Aerosmith sind. „Guitar Hero: Aerosmith“ kann zwar locker als eine spielbare Discographie bezeichnet werden, aber dennoch fehlen einige bekannte Songs wie etwa „I Don’t Want To Miss A Thing“. Überhaupt bekommt man bei diesem Spiel zu wenig Umfang für sein Geld geboten. Man hätte genauso eine Art Songpacket für „Guitar Hero 3“ zum Preis von 30 Euro anbieten können. Neben dem Karrieremodus gibt es auch leider nichts weiteres zu entdecken aus ein paar nicht weiter nennenswerten Tutorials. Auch wenn „Guitar Hero: Aerosmith“ spielerisch nur auf „Guitar Hero 3“ basiert, so macht es doch immer noch jede Menge Spaß. Wirkliche Frustmomente, wie in den anderen „Guitar Hero“-Teilen, dürfte es vor allem bei „Guitar Hero“-Profis nicht geben. Der Schwierigkeitsgrad ist wesentlich geringer und leider ist es auch viel leichter möglich Gamescorepunkte zu ergattern. Bereits nach dem ersten Durchspielen hat ein erfahrener Spieler 500 Punkte auf dem Konto. Besitzer einer „Rock Band“-Gitarre schauen leider buchstäblich in die Röhre, denn dieses wird leider nicht von dem Spiel unterstützt.

Der Multiplayermodus ist auch in diesem „Guitar Hero“-Ableger wieder ein absoluter Spielspaßgarant. Lokal können Songs sowohl gegeneinander, als auch kooperativ gespielt werden. Und außerdem enthält das Spiel die bekannten Mehrspielermodi aus den vorherigen Teilen. So ist dieses Mal auch wieder der allseits bekannte Battlemode enthälten, der Pro Duell Modus darf natürlich auch nicht fehlen. Und auch Online wird bei „Guitar Hero: Aerosmith“ so ordentlich abgerockt. Hier gelten die gleichen Möglichkeiten, wie bei dem lokalen Zusammenspiel. Selbstverständlich sind aber auch noch Rangspiele enthalten, genauso wie Highscoretabellen. Der Onlinepart wurde überzeugend umgesetzt und technische Probleme gibt es nur sehr selten. Ob es aber neue Songs zum herunterladen gibt, steht leider noch in den Sternen. Die heruntergeladenen Lieder aus „Guitar Hero 3“ sind aber nicht mit diesem Spiel kompatibel.

Grafisch basiert „Guitar Hero: Aerosmith“ auf der „Guitar Hero 3“-Engine. Demzufolge wirkte die gesamte Optik nicht mehr zeitgemäß. Es fehlt dem Spiel einfach an Details und die Animationen wirken nicht mehr ganz so frisch. Dennoch kann für die Präsentation nur ein großes Lob ausgesprochen werden. Das ganze Spiel über fühlt man sich wie auf einem Aerosmith Konzert. Alles wird toll in Szene gesetzt und die Figuren haben nicht nur einen enormen Wiedererkennungswert, sie verhalten sich stellenweise auch wie ihre Originale. So bekommt der Spieler coole Showeinlagen geboten und das Publikum fährt darauf voll ab. Der Sound ist selbstverständlich wieder aller erster Güte. Sämtliche Songs kommen in grandioser Qualität daher und Coverversionen der anderen Bans sind nur selten vorzufinden. Der gut abgemischte 5.1 Sound sorgt für einen gelungenen Raumklang und steigert zudem auch noch die Atmosphäre um ein vielfaches.

Fazit:
Schon im Vorfeld dürfte klar gewesen sein, dass „Guitar Hero: Aerosmith“ kein Spiel für jedermann sein wird. Dieses Spiel ist eindeutig nur für Fans der Band oder für „Guitar Hero“ Süchtige geeignet, denn im Prinzip ist es nur ein teures Addon welches den Werdegang einer großen Band auf gelungene Art und Weise dokumentiert. Egal ob spielerisch oder technisch, dieses Spiel basiert auf „Guitar Hero 3“ und kommt mit keinerlei neuen Ideen daher. Dennoch macht es aber genauso süchtig wie jeder andere „Guitar Hero“ Teil. Vor allem im Multiplayer Modus trumpft das Spiel mal wieder so richtig auf. Im Bezug auf den Umfang wird das Spiel aber leider dem hohen Preis von 70 Euro nicht gerecht. Hier ist es vielleicht doch angebrachter auf „Guitar Hero 4“ zu warten oder zu „Rock Band“ zu greifen.

7,5/10

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