Too Human – Review / Test (XBOX 360)

22 Sep

Kaum zu glauben, aber die Idee zu Too Human entstand bereits im Jahr 1998. Damals sollte das Spiel noch auf der Playstation erscheinen. Einige Jahre später wurde es leider stiller um Too Human und die kanadischen Entwickler von Silicon Knights sorgten unterdessen mit Spielen wie Eternal Darkness und Metal Gear Solid: The Twin Snakes auf dem Gamecube für Furore. Nach gut zehn Jahren hat es Too Human aber nun endlich auf die heimischen Konsolen geschafft. Wie gut sich der erste Teil dieser geplanten Trilogie schlägt, zeigt die folgende Review.

Die Story von Too Human ist ziemlich ungewöhnlich und setzt sich deutlich von anderen Vertretern des Genres ab. Das Spiel verbindet die nordische Mythologie rund um die Gottheiten Loki, Thor, Odin und Co. mit einem interessanten Science-Fiction-Setting in dem die Menschheit von mächtigen Maschinenwesen bedroht wird. Für den Spieler gilt es in die Rolle der Gottheit Baldur zu schlüpfen, um der Herrschaft der Maschinen ein Ende zu setzen. Bevor man sich aber in die Schlacht begibt, muss man sich, wie es sich für ein richtiges Action RPG gehört, für eine von insgesamt fünf verschiedenen Charakterklassen entscheiden. Im einzelnen wären dies der Berserker, der Kommandosoldat, der Bioingenieur, der Verteidiger und zu guter letzt der Kämpfer. Letzterer ist zum Beispiel ein Allroundtalent während sich der Kommandosoldat auf den Fernkampf und der Berserker auf den Nahkampf spezialisiert. Ist die Entscheidung getroffen, kann das Hack`n`Slay Abenteuer beginnen und der Spieler sich mit dem gewöhnungsbedürftigen Kampfsystem vertraut machen. Mit den Schultertasten macht Baldur gebrauch von Schusswaffen, während mit dem rechten Analogstick die Nahkampfwaffen eingesetzt werden. Durch das Kombinationssystem lassen sich bei einer bestimmten Anzahl von aneinander folgenden Angriffen verschiedene Spezialattacken einsetzen. Aufgrund der sehr ungewöhnlichen Steuerung bedarf das Ganze leider einer recht langen Eingewöhnungszeit, nach einer gewissen Zeit gehen die Angriffe aber gut von der Hand. Wesentlich benutzerfreundlicher gestaltet sich zum Glück die Charakterverwaltung. Sowohl das Inventar als auch die Fähigkeiten lassen sich prima verwalten und so steht dem Aufleveln und der Jagd nach wertvollen Items nichts mehr im Wege. Aufgrund der vielen verschiedenen Items und dem motivierenden Levelsystem schaut man auch getrost über den sehr linearen Spielablauf hinweg. Knifflige Rätsel gibt es hier nämlich nicht, im Grunde wird lediglich eine Gegnerhorde nach der nächsten platt gemacht.
Too Human ist insgesamt in vier Kapitel unterteilt und dürfte bereits nach ca. 15 Stunden beendet sein. Nebenquests sucht man hier leider vergebens und NPCs, die den Spieler mit informativen Nebeninfos versorgen, wird man in Too Human auch nicht antreffen. Bedauerlich ist zudem, dass in Too Human keine Angst vor dem Tod entsteht. Stirbt der Protagonist, findet man sich, nach einer sehr nervigen und langen Sterbesequenz (die sich übrigens nicht abbrechen lässt) beim letzten Checkpoint wieder und alle zuvor erledigten Gegner bleiben eliminiert und alle eingesammelten Items erhalten.

Technisch hinterlässt Too Human einen sehr schwankenden Eindruck. Die Grafik sorgt lediglich durch die imposanten Architekturen für Aufsehen, ansonsten ist Too Human optisch sehr durchschnittlich. Sowohl das Level- als auch das Charakterdesign sind ziemlich abwechslungsarm geraten und die teilweise sehr schwachen Texturen und Animationen trüben den Eindruck ein weiteres Mal. Hinzu kommen nervige Ruckeinlagen und eine Kameraführung die jeden Spieler zum Verzweifeln bringt. Akustisch macht Too Human Odin sei Dank eine bessere Figur. So wurde das Spiel von überzeugenden Sprechern ins deutsche synchronisiert und zusätzlich mit einer wuchtigen Dolby Digital Spur versehen. Richtig beeindruckend ist der epische Soundtrack der einiges an Atmosphäre rettet.

Ursprünglich planten die Entwickler von Silicon Knights einen 4-Spieler Coop Modus, welcher auch Offline gespielt werden kann. Leider wurde diese Idee nicht in Tat umgesetzt und so steht einem nur ein 2-Spieler Onlinemodus zur Verfügung. Dieser macht dafür aber ziemlich viel Spaß und läuft zudem auch noch recht flüssig. Vor allem entsteht im Zusammenspiel mit einem Freund zumindest ein Hauch von taktischer Vorgehensweise, was im Singleplayerpart nicht der Fall ist. All jene, die einfach nicht genug von Too Human kriegen, können in Zukunft auf dem XBOX Live Marktplatz kostenpflichtig neue Waffen, Rüstungen und Level erwerben.

Fazit:
Leider macht Too Human trotz der sehr langen Entwicklungszeit einen sehr fehlerhaften und unfertigen Eindruck. Der Rollenspielolymp bleibt dem Spiel aufgrund der miserablen Kameraführung, dem zu linearen Gameplay und der vielen grafischen Mankos verwehrt. Doch trotz all dieser Fehler ist Too Human kein schlechtes Videospiel geworden. Denn es macht durchaus Spaß sich durch unzählige Gegnermaßen zu metzeln, den Charakter aufzuleveln und der Story zu folgen. Zumal der Soundtrack erstklassig gelungen ist und das Spiel auch zu zweit richtig Bock macht. Sollten, wie geplant, zwei weitere Teile folgen, wünsche ich mir vor allem einen 4-Spieler Koopmodus und mehr Umfang. Vielleicht haben die Entwickler bis dahin auch alle technischen Probleme in den Griff bekommen. Fragt sich nur, wie lange wir auf den nächsten Teil warten müssen…

7/10

Eine Antwort to “Too Human – Review / Test (XBOX 360)”

  1. spanksen September 23, 2008 um 8:19 am #

    Thx für das ausführlich Review, deine Wertung deckt sich mit dem was ich mir schon in der Demo gedacht hatte

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