Pure – Review / Test (PC / PS3 / XBOX 360)

28 Sep

Was Offroad-Racer betrifft, so wurden XBOX 360 User leider mangelhaft bedient. Hin und wieder gab es zwar in dieser Richtung den ein oder anderen netten Racer, aber nichts konnte man auch nur annähernd mit Größen wie dem PS3 Titel Motorstorm vergleichen. Mit „Pure“ haben die Entwickler der Black Rock Studios es sich aber zum Ziel gesetzt, diese Lücke erfolgreich zu schließen. Und bereits auf der Games Convention wurde deutlich, dass Pure das Zeug zu einem Überraschungshit hat. Wie gut das Spiel nun tatsächlich geworden ist, schildert der folgende Testbericht.

Pure lässt sich am ehesten als eine Mischung aus SSX Tricky und Motorstorm vergleichen. Das fahren so genannter Quad-Bikes wird mit halsbrecherischer Luftakrobatik verbunden und diese spektakulären Tricks stellen zudem auch den Schlüssel zum Sieg dar, denn wenn ein Trick erfolgreich absolviert wird, füllt sich die Boost-Leiste und neue Tricks werden freigeschaltet. Insgesamt enthält Pure drei verschiedene Renntypen: Sprintrennen, Wettrennen und Freestyle. Bei den ersten beiden gilt es natürlich als erster im Ziel zu sein. Sprintrennen können jedoch auch ohne Einsatz von Tricks gewonnen werden, während man in Wettrennen nicht den Hauch einer Chance hätte. Der Freestyle Modus ist hingegen komplett auf die Tricks ausgerichtet und hier ist auch die meiste Taktik gefragt. So muss man seinen Quad immer so nah wie möglich am nächsten Hügel landen um so den Punktemultiplikator in die Höhe zu treiben. Dank das Quad-Editors ist der Spieler aber dazu in der Lage, seinen Quad auf den jeweiligen Renntyp anzupassen. Aus über 60.000 unterschiedlichen Anpassungsmöglichkeiten kann man sich in Pure das richtige Quad-Bike zusammenstellen und bis zu zehn Quads können dann in der Garage platziert werden. Mit einem einfachen Tastendruck kann zudem ein Quad automatisch generiert werden. Der Schwerpunkt des Bikes liegt dann entweder auf der Geschwindigkeit oder den Tricks. Neben den vielen Quads muss sich der Spieler aber auch aus sechs verschiedenen Charakteren den richtigen heraussuchen. Diese verfügen dann jeweils über unterschiedliche Sprüche und Tricks. Die Geschwindigkeit oder die Steuerung wird natürlich nicht beeinflusst. Letztere geht ausgesprochen gut von der Hand, lediglich aufwendige Tricks sorgen zu Beginn für einige Frustmomente.

Das Herzstück von Pure ist die so genannte Weltournee. Diese ist in zehn Etappen unterteilt und insgesamt gilt es 50 Herausforderungen zu meistern. Die Strecken sind äußerst abwechslungsreich und enthalten zudem unterschiedliche Fahrwege. Wie es sich für eine Welttournee gehört, werden unter anderem Länder wie Italien, die USA, Neuseeland und Nex Mexico bereist. Innerhalb jeder Etappe muss eine bestimmte Punktzahl erzielt werden um zur nächsten zu gelangen. Leider ist der Schwierigkeitsgrad in Pure aber sehr unausgewogen. Zu Beginn sind Siege kein sonderlich schwieriges Unterfangen, ab der zweiten Spielhälfte wird Pure jedoch ziemlich knifflig und frustig. Hier ist es dann ratsam die einzelnen Strecken mit ihren unterschiedlichen Fahrwegen auswendig zu lernen. In diesem Punkt bieten sich dann die bieden zusätzlichen Spielmodi „Einzelrennen“ und „Freie Fahrt“ förmlich an. Zusätzlich besitzt Pure aber auch einen ausgesprochen spaßigen und technisch sauberen Onlinemode. Mit bis zu 16 Spielern können hier packende Schlammschlachten ausgetragen werden und sollte man mal nicht die 16 Spieler zusammenbekommen, wird der Rest durch Bots ergänzt. Wirklich schade ist nur, dass Pure keinen Splitscreenmodus enthält. Gerade bei Spielen dieser Art wäre das doch angebracht gewesen.

Grafisch dürfte Pure so ziemlich jeden Rennspielfreund ins Staunen versetzen. Bislang sah nämlich noch kein Spiel dieser Art so liebevoll und detailreich aus. Die Animationen sind sehr authentisch und butterweich und die Umgebung überzeugt vor allem durch ihren Detailreichtum und den vielen kleinen Details. Wunderschöne Licht- und Wassereffekte runden das Ganze dann noch einmal ab. Und trotz dieser spektakulären Optik läuft Pure stets flüssig und die Ladezeiten sind ziemlich kurz geraten. Der Soundtrack ist ausgesprochen gut ausgewählt und mit Indie, Hip Hop, Rock und Drum`n`Bass sind auch ausreichend viele Genren vertreten. Die deutsche Sprachausgabe schlägt sich sehr überzeugend und dank dem tollen Raumklang werden dem Spieler heftige Motorensounds um die Ohren gehämmert.

Fazit:
Pure ist nicht nur ein wahrer Überraschungshit geworden, sondern zählt zugleich auch zu den besten Arcaderacern der letzten Jahre. Es macht einfach unglaublichen Spaß durch die detailreichen Strecken zu brettern und atemberaubende Tricks zu vollführen. Zugleich bekommt man als Spieler auch einiges für sein Geld geboten, denn mit knapp 48 Strecken, einem sehr umfangreichen Quadeditor und einem sehr komplexen Onlinemode zählt Pure sicherlich zu den umfangreichsten Offroadrennspielen überhaupt. Aber auch in optischer Hinsicht ist Pure wahrhaftig referenzverdächtig. Die grandiose akustische Umsetzung bestätigt den überaus positiven Gesamteindruck letztendlich noch einmal, wodurch man regelrecht dazu gezwungen ist, eine Kaufempfehlung auszusprechen. Jeder Videospieler, der auch nur ein klein wenig für Arcaderacer übrig hat, muss dieses Spiel gespielt haben. Bleibt nur noch offen, ob die Konkurrenz in Form von Motorstorm 2 dazu im Stande ist, diese überzeugende Leistung zu überbieten.

9/10

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