de Blob Review (Wii)

23 Okt

In den letzten Monaten dürfte sich auf vielen Wii Konsolen eine zentimeterdicke Staubschicht angesetzt haben. Grund dafür ist das, vor allem für Coregamer, uninteressante Softwarelineup. Mit „de Blob“ veröffentlicht THQ nun aber endlich wieder einen viel versprechenden Titel, der im wahrsten Sinne des Wortes Farbe in denn tristen Alltag der Wii Community bringen soll.

Die fiese INKT Corporation hat sämtliche Farben aus der einst so bunten Metropole Chroma City geklaut und die Stadt in einen langweiligen, monochromen Ort verwandelt. Die Bewohner von Chroma City haben ihre ganze Lebensfreude verloren und werden von der INKT Corporation zu langweiliger Arbeit gezwungen. Doch zum Glück gibt es eine Widerstandsbewegung die dieses Problem lösen möchte und genau da kommt de Blob ins Spiel. Das Schicksal der Stadt liegt in seiner Hand und nur ihm kann es gelingen, Chroma City wieder mit Farbe zu füllen.

Das Spielprinzip von de Blob ist zwar äußerst simple, bringt aber gleichzeitig auch frischen Wind ins Jump‘n‘Run Genre. Primär ist das Ziel des Spiels Farben aufzusagen und die gesamte Stadt samt ihrer Einwohner durch eine einfache Berührung einzufärben. Insgesamt können aber nur die drei Farben Rot, Gelb und Blau aufgesammelt werden, andere Farben wie z.B. Grün oder Lila müssen erst gemischt werden. Um den ganzen Spielverlauf etwas knackiger zu gestalten, muss zudem ein gewisses Zeitlimit eingehalten werden. In diesem Zeitraum gilt es, eine bestimmte Punktzahl zu erreichen um so das Level zu meistern. Aber keine Sorge, man steht nur selten unter Zeitdruck, denn auf der Karte sind viele kleine Aufträge verteilt und besteht man diese erfolgreich, erhöht sich die Restzeit. Leider mangelt es den Aufträgen gehörig an Abwechslung, denn überwiegend müssen nur bestimmte Häuserblocks eingefärbt oder eine unterschiedliche Anzahl an Gegnern eliminiert werden. Letztere sind übrigens ziemlich gefährlich, gerät man nämlich mit ihnen in Berührung saugt sich unser Held mit Tinte voll und verliert dadurch im Handumdrehen sämtliche Lebensenergie. Auch die gefährlichen Tintefützen sollte man besser meiden. Zum Glück ist de Blob allgemein aber ein eher leichtes Spiel. Größtenteils kann man sich als Spieler ganz entspannt auf das Einfärben der Stadt konzentrieren und nur selten treten Frustmomente auf. Die Steuerung trägt mit ihrer Einsteigerfreundlichkeit dazu bei. Mit dem Analogstick bewegt sich unser Held in eine beliebige Richtung und ein Sprung erfolgt durch das Schütteln der Wiimote. Mit dem Z-Knopf werden Gegner oder Objekte anvisiert.

De Blob hat in Puncto Spielumfang einiges zu bieten. Allein der Storymodus besteht aus zehn großen Hauptleveln und vielen Nebenmissionen, wodurch auch erfahrene Spieler mindestens zehn Stunden mit de Blob beschäftigt sind. Das integrierte Erfolgssystem, ähnlich das der XBOX 360, sorgt zudem dafür, dass einige Levels auch mehrmals durchgespielt werden. Zumal sich auch neue Kostüme und Logos dadurch freischalten lassen. Zusätzlich enthält das Spiel noch einen Freestyle-Modus der für all jene, die einfach nur in Ruhe ihre Stadt bemalen wollen, interessant sein dürfte. Unter dem Menüpunkt „Blob Party“ lassen sich Farbschlachten und Wettrennen mit bis zu vier Spielern austragen, die überraschend viel Spaß machen. Ein Onlinemodus hat es allerdings nicht in das Spiel geschafft.

Optisch macht de Blob vor allem durch das besondere Design auf sich aufmerksam. Die Charaktere sehen nicht nur knuffig aus, sondern versprühen auch noch sehr viel Charme. Anhand der amüsanten CGI-Zwischensequzenzen merkt man, dass auch der Humor in diesem Spiel nicht zu kurz kommt. Darüber hinaus überzeugt de Blob durch die bunte Optik und eine sehr saubere technische Umsetzung. Für Wii-Verhältnisse wirkt hier alles unglaublich scharf und Ruckeleinlagen sind so gut wie nicht vorhanden. Letztlich zählt de Blob grafisch auf jeden Fall zu den bisher besten Wii-Titeln. Vor allem Third-Party-Games sahen bislang nur selten so gut aus. Und auch musikalisch weiß das Spiel gut sortierter Funk und Jazz Musik zu gefallen. Die Pseudosprachausgabe ist klasse gelungen und wir vielen Spielern ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Fazit:
Abschließend kann man THQ gar nicht oft genug dafür danken, dass sie mit „de Blob“ endlich wieder einen Grund liefern, seine Wii Konsole einzuschalten. Seit Super Mario Galaxy gab es kein Jump‘n‘Run Spiel mehr das so viel Spaß gemacht hat. Das Spiel ist nicht nur sehr liebevoll gestaltet worden, sondern bringt einem auch zum Lachen und Grübeln. Gameplaytechnisch ist „de Blob“ zwar alles andere als komplex, kommt dafür aber ungemein erfrischend daher. Technisch macht das Spiel auch alles richtig und dank der sehr spaßigen Multiplayermodi wird das Spiel auch nach vielen Monaten noch den Weg ins Laufwerk finden. Lediglich der sehr eintönige Spielablauf trübt den ansonsten überaus positiven Gesamteindruck ein wenig. Hungernde Wii-Besitzer sollten sich „de Blob“ aber unbedingt einmal anschauen, denn sonst entgeht einem ein spielbares Kunstwerk.

8/10

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