Trauma Center: New Blood Review (Wii)

22 Nov

newbloodtop

Es dürfte wohl niemandem entgangen sein, dass die Spiele für Nintendo‘s Wii der HD-Konkurrenz zumindest optisch deutlich unterlegen sind. Dafür punkten viele Titel aber mit ihrem einzigartigen Spielprinzip und der dazugehörigen revolutionären Steuerung. Ein gutes Beispiel hierfür wäre die Trauma Center-Reihe, die völlig auf optischen Schnickschnack verzichtet, dafür aber in Puncto Gameplay begeistert. Wir haben uns den kürzlich veröffentlichten zweiten Teil genauer angesehen und uns auf den OP-Tisch gewagt.

Im Mittelpunkt von Trauma Center: New Blood stehen die beiden Chirugen Dr. Markus Vaughn und die toughe Dr. Valeria Blaylock. Beide arbeiten anfangs für das entlegene Montgomery Memorial Hospital in Alaska und geraten im späteren Verlauf in eine teuflische Verschwörung rund um den so genannten Stigma-Virus. Für den Spieler gilt es, wahlweise in die Rolle von Dr. Vaughn oder Dr. Blaylock zu schlüpfen und den Stigma-Virus, sowie viele weitere Krankheiten zu bekämpfen.

Trauma Center: New Blood ist eine waschechte Arztsimulation die sehr viel Wert auf die Story legt. Anhand von vielen Textpassagen und Zwischensequenzen wird eine, für ein Videospiel erstaunlich durchdachte und spannende, Story erzählt, die in Verbindung mit dem einzigartigen Spielprinzip ein Krankenhausserienflair ganz im Stile von Emergency Room oder Greys Anatomy vermittelt. Zu Beginn jeder Mission erfährt man die Beschwerden der Patienten und dann erfolgt eine kurzes Briefing, indem die einzelnen Vorgänge der OP genauer besprochen werden. Danach kann das eigentliche Spiel auch beginnen und das simple Spielprinzip kommt zum Einsatz. In Trauma Center: New Blood findet man sich auf dem OP-Tisch wieder und durchführt Operationen der etwas aufwendigeren Art. Während der Spieler zu Beginn lediglich mit Knochenbrüchen und Einschusswunden zu tun hat, kommt es später auch zu Tumoren oder neu einzusetzenden Herzschrittmachern. Das Ganze spielt sich allerdings wesentlich einfacher, als man es vermuten würde. Mit dem Stick des Nunchuckcontrollers werden die einzelnen Werkzeuge wie etwa die Spritze, die Zange, das Ultraschallgerät, das Skalpell oder der Laser ausgewählt und mit der Fernbedienung verwendet. Doch auch wenn die Benutzung ziemlich einfach von Statten geht, kommt es öfters zu sehr stressigen Situationen, weil die Operationen nicht nur zeitlich begrenzt sind, sondern die Vorgänge auch in einer gewissen Reihenfolge erfolgen müssen. Überhaupt zählt Trauma Center: New Blood zu den etwas schwierigeren Titeln, denn sogar auf der leichten Stufe wird es im späteren Spielverlauf oftmals sehr frustrierend und der Überblick geht verloren. Die insgesamt sieben sehr umfangreichen Kapitel lassen sich zum Glück nun aber auch endlich kooperativ spielen und genau hierbei trumpft der Titel so richtig auf. Zusammen mit einem Freund macht das Spiel nicht nur wesentlich mehr Spaß, sondern erzeugt ein ganz besonderes Spielgefühl, welches man hinsichtlich der Dramatik nur schwer topen kann. So kann es passieren, dass Dialoge mit dem besten Freund wie folgt enden: „Saug du mal gefälligst das Blut ab, während ich den Tumor rausschneide!“, „Geht nicht, ich bin damit beschäftigt die Vitalwerte medikamentös zu stabilisieren!“. Übrigens werden alle Operationen, sowohl einzeln, als auch kooperativ am Ende mit einem Rang bewertet und dieser stellt sich daraus zusammen, wie schnell und fehlerfrei gearbeitet wurde. Mit Hilfe einer Wi-Fi Verbindung sind zudem auch noch Onlineranglisten verfügbar.

Optisch machen die Operationen leider gar nichts her, im Gegenteil, in dieser Form wären sie auch locker auf der Playstation oder dem Nintendo 64 möglich gewesen. Wesentlich anspruchsvoller sind hingegen die Zwischensequenzen geraten, denn diese beeindrucken durch hervorragend gezeichnete Charaktere und Hintergründe, ganz wie man es von Atlus gewohnt ist. Akustisch passt das gebotene perfekt zu dem sehr stressigen Spielablauf und die englische Sprachausgabe ist sehr professionell und überzeugend geworden. Trotz allem wäre hier eine deutsche Synchronisation natürlich wünschenswert gewesen.

Fazit:
Fans von dramatischen Arztserien und all jene, die auf einzigartige Spielideen abfahren, müssen sich unbedingt einmal Trauma Center: New Blood anschauen. Das Spiel verzichtet völlig auf technische Spielereien und beeindruckt durch das simple, aber auch extrem spannende Spielprinzip. Leider ist New Blood aber auch wieder sehr knifflig und bringt vor allem Anfänger teilweise zum verzweifeln. Zum Glück wird dieses Problem im neu eingefügten Coop-Modus entschärft und gerade hier entsteht ein ganz besonderes Spielgefühl mit dem Mitspieler. Und auch wenn das Spiel optisch insgesamt wahrlich nichts besonderes ist, überzeugt es dennoch durch die wunderschön gezeichneten Charaktere und Hintergründe.

8/10

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: