Valkyria Chronicles Review (PS3)

22 Nov

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Strategierollenspiele sind auf der Playstation 3 zurzeit leider nur äußerst selten vertreten, doch zum Glück versorgt uns SEGA mit Nachschub. Valkyria Chronicles heißt das gute Game und es spielt in einer fiktiven Welt in den 30er Jahren. Dort herrscht Krieg zwischen der Föderation und dem Imperium und das eigentlich so neutrale Gallia gerät unfreiwillig in einen Konflikt mit dem Imperium. Für den jungen Naturwissenschaftsstudenten (und eigentlich überzeugten Pazifisten) Welkins gilt es, in die Fussstapfen seines Vaters zu treten und sein Land tapfer zu verteidigen.

Bei Valkyria Chronicles handelt es sich um ein rundenbasiertes Strategiespiel und am ehesten lässt sich das Spiel mit Titeln wie Fire Emblem, Shinning Force oder Advance Wars vergleichen. Mit einem Squad bestehend aus sieben Einheiten gilt es ganz genretypisch gegnerische Squads zu eliminieren oder bestimmte Punkte zu verteidigen. Jede Einheit steht für eine bestimmte Anzahl an Kommandopunkten. Anhand dieser Punkte kann man den Kampf taktisch einteilen und koordinieren. Sind alle Kommandopunkte verbraucht, ist der Gegner am Zug, wahlweise können die Kommandopunkte aber auch aufgespart werden. Stirbt eine Einheit, bzw. ist sie außer Gefecht gesetzt, geht der jeweilige Kommandopunkt verloren. Ähnlich wie bei Final Fantasy Tactics können die Einheiten zwar im Gefecht geheilt werden, misslingt dies aber, bleiben sie für immer tot. Demnach ist es also besonders wichtig vorsichtig und bedacht vorzugehen, denn Taktik ist bei Valkyria Chronicles das A und O. Während in anderen japanischen Strategierollenspielen die Angriffe vom Computer ausgeführt werden, hat Valkyria Chronicles etwas ganz besonderes zu bieten. Das Spiel ist nämlich eine Mischung aus Strategierollenspiel und Third-Person-Shooter. Dadurch erfolgen die eigentlichen Spielzüge in Echtzeit und man bewegt sich innerhalb eines begrenzten Freiraums und hat pro Zug eine gewisse Anzahl an Munition zur Verfügung. Dieser Mix wirkt nicht nur sehr erfrischend, sondern sorgt für ein noch tiefgängigeres Gameplay. Insgesamt enthält Valkyria Chronicles fünf verschiedene Charakterklassen. „Sniper“, „Scout“, „Engineer“, „Shocktrooper“ und „Lancer“ stehen zur Auswahl. Während sich die ersten drei Klassen quasi von selbst erklären sind Shocktrooper vor allem auf Nahkämpfe mit Maschinengewehren spezialisiert, während Lancer sich aufgrund ihrer Panzerfaust besonders gut dafür eignen, Panzer in die Luft zu jagen. Und hier wären wir auch wieder beim nächsten Punkt, den Valkyria Chronicles von anderen Genrekollegen unterscheidet. In diesem Spiel werden nämlich nicht bestimmte Charaktere aufgelevelt, sondern die Charakterklassen im allgemeinen. Zusätzlich können in der R&D Facility neue Waffen erforscht werden und auch hier ist es so, dass alle innerhalb der jeweiligen Klasse davon Gebrauch machen. Um ein wenig Individualität in das Ganze zu bringen besitzen die Charaktere unterschiedliche Spezialfähigkeiten oder Charaktermerkmale. So ist Welkin besonders stark wenn er von natur umgeben ist, während manche Einheiten egoistisch vorgehen oder sich besonders im weiblichen Umfeld wohl fühlen. In Valkyria Chronicles kommen allerdings auch Panzer zum Einsatz und auch diese können aufgerüstet und mit verschiedenen Fähigkeiten ausgestattet werden. Natürlich gibt es aber auch in der Welt von Valkyria Chronicles nichts umsonst und so kann man sich zusätzlich in Nebenmissionen seine Erfahrungspunkte und Kohle verdienen. Insgesamt zählt das Spiel wohl zu den längsten Offlinetiteln auf der Playstation 3. Denn die 18 Kapitel und unzähligen Skirmishmissionen sind frühestens nach 50 Stunden erfolgreich absolviert. Und da die Entwickler dieses Spiel unter anderem auch für das legendäre Skies of Arcadia verantwortlich sind, kann man sich hier ein paar Charaktere aus diesem Spiel als Boni freischalten. Dank dieses unglaublichen Umfangs ist Valkyria Chronicles auch ein absoluter Geheimtipp für kalte Wintertage. Bedauerlich ist nur, dass dieses Spiel keinen Multiplayermodus besitzt, denn gerade online wäre dies doch eine sehr spaßige Angelegenheit geworden.

Technisch ist Valkyria Chronicles ein absolut großartiges Spiel geworden. Vor allem die Optik ist etwas ganz besonderes, denn der Titel wirkt wie ein spielbares Aquarellgemälde, gemischt wird das Ganze jedoch mit dem typischen japanischen Animesetting. Am besten lässt sich diese Optik mit dem ebenfalls genialen Okami vergleichen. Valkyria Chronicles wirkt allerdings wesentlich liebevoller und detaillierter. Ebenfalls bestens gelungen ist die Inszenierung dieses Titels. Die ganze Geschichte wird bilderbuchartig erzählt und mit großartigen Zwischensequenzen versüßt. Dank einer hervorragenden japanischen und englischen Tonspur wird das Geschehen auch bestens vertont. Schade ist nur, dass auch die Texte in Valkyria Chronicles nur in Englisch vorhanden sind. Wenigstens in diesem Punkt wäre es angebracht gewesen, an die deutschen Spieler zu denken. Immerhin tröstet die gewohnt geniale musikalische Untermalung von Hitoshi Sakimoto darüber hinweg.

Fazit:
Valkyria Chronicles zählt definitiv zu DEN Überraschungshits des Jahres! Aufgrund des erfrischend neuen Gameplays kann das Spiel auch Strategiemuffel ansprechen und Genreverteranen werden wegen der unglaublichen Spieltiefe sowieso sehr viel Freude mit dem Titel haben. Und sollte man in diesem Jahr nur noch wenig Geld für neue Games übrig haben, gehört dieses Spiel aufgrund der Spieldauer von weit über 60 Stunden definitiv auf die Einkaufsliste. Zumal es auch technisch dank des Aquarelllooks einzigartig ist und der Soundtrack so ziemlich jeden Spieler verzaubern wird. Sollte man aber absolut gar nichts mit japanischen Spielen anfangen können, dann ist Valkyria Chronicles auch trotz dieser Pluspunkte das falsche Spiel.

9/10

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