Animal Crossing: Lets go to the City Review (Wii)

8 Feb

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Die putzige Lebenssimulation Animal Crossing hat sich in der Vergangenheit auf dem Gamecube und vor allem dem Nintendo DS als wahrer Kassenschlager entpuppt. Mit einigen neuen Locations, Wii-Speak Support und natürlich angepasster Steuerung versucht der neueste Ableger „Let‘s go to the City“ nun auch auf Nintendos Wii die Herzen der Spieler zu erobern.

Animal Crossing: Let‘s go to the City lässt sich am ehesten mit Titeln wie Die Sims oder Second Life vergleichen. Das Spiel besitzt demnach keine echte Handlung und der Spieler verfügt über eine absolute Spielfreiheit. Lediglich zu Beginn des Spiels muss man einigen Verpflichtungen nachgehen. So beginnt das Spiel auf dem Rücksitz eines Busses. Kater Olli stellt dort Fragen bzgl. des Namens, Geschlechts, der Uhrzeit und des Datums. Außerdem muss der Spieler sich einen passenden Namen für das Dorf einfallen lassen. Im Dorf angekommen gilt es dann, sich eine passende Unterkunft zu suchen. Das Problem ist aber, dass man zu Beginn vollkommen pleite das Dorf betritt. Zum Glück stellt der Ladenbesitzer Tom Nook einem aber ein geeignetes Häuschen zur Verfügung. Einziger Hacken hierbei: man muss schnellstmöglich das Haus abbezahlen indem man Jobs für Tom Nook erledigt. Daher muss der Spieler einige Blumen pflanzen oder auch Botengänge für Tom absolvieren, um die begehrten Sterne, die Währung dieses Spiels, zu ergattern. Ist das Haus aber dann endlich abbezahlt, kann der Spieler tun und lassen, was er will. Animal Crossing ist ein endloses Spiel, welches sich ständig verändert und zudem vollkommen in Echtzeit abläuft. Demnach passt sich das Game der Tages- und Jahreszeit, sowie den Wetterbedingungen an. Spielt man zum Beispiel Mitternachts, ist Tom Nooks Laden geschlossen, da er nur zwischen 08:00 und 23:00 Uhr geöffnet hat. Für Abwechslung sorgen unterschiedliche Events die nur an bestimmten Tagen oder zu bestimmten Jahreszeiten stattfinden. Neben einem Angelturnier und einem Flohmarkt wird natürlich auch an Silvester und das Weihnachtsfest gedacht. Auch das Umfeld ändert sich ständig, denn viele Charaktere aus der Nachbarschaft verlassen das Dorf irgendwann wieder und neue ziehen mit der Zeit wieder ein. Zudem verhalten sich die Bewohner vollkommen unterschiedlich und während die meisten überaus freundlich rüberkommen, gibt es selbstverständlich auch viele launige Dorfeinwohner.

In Animal Crossing: Let‘s go to the City gibt es viele Möglichkeiten, seine Zeit zu vertreiben. Neben den eben bereits erwähnten Jobs und Events gibt es auch viele interessante Locations. In der Schneiderei zum Beispiel kann man nicht nur Kleider kaufen, sondern auch eigene entwerfen. Diese werden dann teilweise sogar von anderen Bewohnern getragen. Im Spiel lässt sich das eigene Haus natürlich auch vergrößern und individuell einrichten, hierfür empfiehlt sich ein Besuch in Tom Nooks Laden. Hier findet der Spieler allerlei Einrichtungsgegenstände. Im Museum lassen sich interessante Fossilien betrachten. Abenteurer können sich auch selbst auf die Suche nach Fossilien machen, was den Museumsbesitzer wohl sehr erfreuen dürfte. Ähnlich wie auf dem DS verfügt der neueste Ableger auch wieder über einige Onlinefeatures. Im Rathaus kann man Nachrichten via Wii-Fi verschicken und natürlich kann der Spieler auch wieder Dörfer von Freunden besuchen. Außerdem können bis zu drei weitere Spieler in die eigene Gemeinde einziehen und natürlich können auch wieder einige Minispiele gemeinsam absolviert werden. Neu ist zudem die Einführung von Wiispeak, welche Sprachchats ermöglicht. Das Gerät wird vor den Fernseher gestellt, wodurch keine lästigen Headsets nötig sind. Technisch wird das Ganze souverän umgesetzt und die Soundqualität geht mehr als in Ordnung. Natürlich wurde die Steuerung auch an die Wii-Konsole angepasst, der Großteil wird allerdings ganz normal über den Analogstick gesteuert. Lediglich bei den Minispielen kommt das typische Wii-Gefuchtel zum Einsatz. Am Titel des Spiels konnte man wohl bereits erahnen, dass jetzt auch ein Besuch der Großstadt ermöglicht wird. Dies trifft allerdings nur bedingt zu. Mit dem Bus kann man zwar die Stadt aufsuchen, mehr als ein paar Geschäfte wird man allerdings nicht auffinden. Auch hier kann der Spieler sein Äußeres verändern und Einrichtungsgegenstände käuflich erwerben. Interessant sind hingegen das Auktionshaus und das Theater, welches dem Spielcharakter neue Emotionen beibringt. Insgesamt lassen sich die Neuerungen an einer Hand abzählen und größtenteils ähnelt Let‘s go to the City zu sehr seinem Vorgänger.

Der Grafikstil von Animal Crossing ist zwar sehr bunt und knufflig, dadurch aber auch sehr gewöhnungsbedürftig. Kinder werden damit viel Freude haben, aber für viele Erwachsene wird es sehr schwer werden, sich damit anzufreunden. Was aufgrund des überzeugenden Gameplays leider sehr schade ist. Technisch ist der Titel so oder so deutlich unter dem typischen Wii-Niveau, wobei man hin und wieder eine gewisse Liebe zum Detail erkennen kann. Musikalisch macht das Spiel aber einen viel besseren Eindruck und überzeugt durch eine angenehme und harmonische Hintergrundmusik. Das Spiel verfügt zwar nicht über eine richtige Synchronisation, dafür blubbert jeder Charakter in Animal Crossing andere Töne vor sich hin. Letzten Endes enttäuscht die technische Vorstellung leider vor allem deshalb, weil sich das Spiel in dieser Hinsicht, im Vergleich zum ersten Teil auf dem Gamecube nur geringfügig weiterentwickelt hat.

Fazit:
Der neuste Animal Crossing Teil hat nur wenig von seinem Charme verloren und begeistert durch einen enormen Umfang und eine absolute Spielfreiheit. Es gibt nur wenige Spiele die eine derartige Langzeitmotivation besitzen und in denen der Spieler so viel entdecken kann. Hinzu kommt ein toll umgesetzter Onlinemodus, sowie einige neue Locations und Events. Schade ist nur, dass Let‘s go to the City zu sehr seinen Vorgängern ähnelt, sowohl technisch, als auch spielerisch. Fans der Reihe können aber wieder Mal bedenkenlos zugreifen und auch Fans der Sims-Spiele sollten sich Animal Crossing: Let‘s go to the City ruhig einmal anschauen.

8/10

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