Detective Conan: Die Mirapolis Ermittlung Review (Wii)

8 Mrz

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1994 erschuf Gōshō Aoyama mit „Detective Conan“ eine der erfolgreichsten Manga-Reihen und Animeserien seiner Zeit. Allein in Japan verkaufte sich der Manga bereits über 120 Millionen Mal und auch hierzulande ist das Franchise bislang überaus erfolgreich. Während es in Japan allerdings schon mehrere Videospielumsetzungen gibt, hat es bis jetzt keines dieser Spiele bis nach Europa geschafft. Mit „Detective Conan: Die Mirapolis Ermittlung“ veröffentlicht EA nun auch endlich in Deutschland eine Videospielumsetzung dieser Reihe. Wir haben Shin’ichi Kudō bei seinen Ermittlungen begleitet…

Storytechnisch ist „Die Mirapolis Ermittlung“ mitten in der Serie angesiedelt. Der Möchtegerndetektiv Kogorō Mōri wird zur Neueröffnung eines Freizeitparks namens Mirapolis eingeladen und von seiner Tochter Ran Mōri und den mutigen Detective Boys begleitet. Während zu Beginn noch allen zum feiern zu Mute ist, werden die Feierlichkeiten plötzlich von einem Mordfall überschattet. Und natürlich liegt es wieder allein an Shin’ichi Kudō (alias Conan Edogawa) den Mörder ausfindig zu machen.

Spielerisch orientiert sich „Detective Conan: Die Mirapolis Ermittlung“ vor allem an der „Phoenix Wright“-Serie und lässt sich daher als ein traditionelles Adventure beschreiben. Leider ist der Spielablauf jedoch alles andere als abwechslungsreich, denn im Großen und Ganzen muss man das ganze Spiel über lediglich verschiedene Personen verhören, um Indizien zu sammeln. Sind diese zu genüge vorhanden, wird man automatisch dazu aufgefordert anhand einer bestimmten Fragestellung eine Indizienkette geschickt miteinander zu verbinden. Aufgrund der teils unheimlich langen Laufwege wird das Spiel dann unnötig in die Länge gezogen und darunter muss letzten Endes auch die Story leiden, die dadurch viel zu langsam in Fahrt kommt. Mindestens genauso langatmig wirken dann auch die Dialoge, die dann auch noch unnötig wiederholt werden, obwohl sie nichts zur Aufklärung des Mordfalls beitragen. Wirklich schade, denn das Grundgerüst der Geschichte hat jede Menge Potential und wird der Serie gerecht. Insgesamt zählt das Spiel mit einer Länge von knapp sechs Stunden zu den kürzeren Titeln. Der Schwierigkeitsgrad ist ziemlich niedrig und eher auf die jüngere Zielgruppe angepasst.

Da das Spiel in einem Freizeitpark spielt ist es natürlich naheliegend, dass der Spieler auch mit dem ein oder anderen Minispiel konfrontiert wird. So kann sich Conan unter anderem im Curling, Fußball oder auch Boxen versuchen. Doch Vorsicht: Die Minispiele können nicht einfach so abgebrochen werden und die KI des Gegners lässt stark zu wünschen übrig. Als wäre das nicht schon schlimm genug, wird die Steuerung der jeweiligen Spiele nur bedingt erklärt und so dürfte bei jedem Spieler schnell Frust aufkommen. Um die Story voranzutreiben müssen zum Glück aber nur wenige dieser Minigames absolviert werden und abgesehen von diesen Minispielen lässt sich das Spiel eigentlich ganz angenehm steuern, verzichtet aber auf eine innovative Verwendung der Wii-Steuerung.

Grafisch hinterlässt „Detective Conan: Die Mirapolis Ermittlung“ einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits enttäuscht das Spiel durch eine sehr detailarme und eintönige Dreamcastoptik, andererseits vermag die Präsentation zu überzeugen. Schicke Animezeichnungen vermitteln den Flair der Serie und lassen die Herzen der Fans höher schlagen. Akustisch punktet das Game durch eine englische und japanische Synchronisation mit den Originalsprechern der Serie. Natürlich ist aber auch die bekannte Titelmusik enthalten. Der Rest des Soundtracks ist jedoch weniger angenehm, da er viel zu eintönig klingt und sich ständig wiederholt.

Fazit:
„Detective Conan: Die Mirapolis Ermittlung“ leidet an dem allseits gefürchteten Fluch der Lizenzspiele und ist aufgrund einer viel zu kurzen Spielzeit, der schwachen Technik und eines einfallslosen Gameplays lediglich für Fans der Serie interessant. Doch selbst Fans müssen hier viel Geduld mitbringen, könnten aber durch die Conan-typische Story und einer angemessenen Präsentation gefallen an dem Spiel finden. Alle anderen sind mit Titeln wie „Phoenix Wright“ oder „Geheimakte: Tunguska“ wesentlich besser bedient.

5/10

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