F.E.A.R. 2: Project Origin Review (X360 / PS3 / PC)

8 Mrz

fear2ngm

F.E.A.R. zählt noch heute zu den besten Gruselshootern der letzten Jahre. Der Egoshooter orientierte sich geschickt an Max Payne und einigen japanischen Horrorfilmen und baute sich dadurch schnell eine riesige Fangemeinde auf. Nun treibt die gefürchtete Alma in der Fortsetzung F.E.A.R. 2: Project Origin wieder ihr Unwesen und wir haben uns das Spiel genauer angeschaut.

Die Story von F.E.A.R. 2 beginnt genau dort, wo der erste Teil geendet hat. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Sergeant Michael Becket und erhält den Auftrag, die Wissenschaftlerin Genevieve Aristide in Sicherheit zu bringen. Doch Alma funkt dem ganzen dazwischen und macht dem Squad das Leben zur Hölle…

Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber eines ist sicher: F.E.A.R. 2 besitzt, wie der Vorgänger auch schon, eine packende Story mit vielen Überraschungen und Wendungen. Insgesamt erreicht die Story aber nicht ganz die Klasse des ersten Teils, vor allem weil vieles etwas zu wirr erzählt wird und daher Anfänger öfter Probleme bekommen, der Story zu folgen. In Puncto Atmosphäre hinkt F.E.A.R. 2 leider auch etwas hinter her. Zwar ist das Spiel nach wie vor sehr stimmig und wahrlich nichts für schwache Nerven, aber viele der Schockeffekte wurden einfach nur aus dem Vorgänger oder anderen Titeln der Entwickler übernommen. Dadurch geht oft der Reiz verloren und vor allem Kenner des ersten Teils sind eher gelangweilt als geschockt. Da hilft auch die deutlich erhöhte Brutalität nichts. Im Gegenteil, F.E.A.R. hat schließlich damals bewiesen, dass man auch ohne herumliegende Körperteile und literweise Blut den Spieler in Angst und Schrecken versetzen kann. Natürlich hat aber auch F.E.A.R. 2 seine gruseligen Momente, jedoch sind diese nun deutlich seltener vorhanden.

Im Gegensatz zur Story und Atmosphäre hat sich F.E.A.R. 2 spielerisch sogar ein wenig weiterentwickelt. Noch immer lebt das Gameplay von der Story und der Atmosphäre und man ballert sich durch unzählige Gegnermaßen. Neu ist jedoch die Möglichkeit, Möbelstücke als Deckung zu benutzen. Außerdem sind die Locations nun wesentlich abwechslungsreicher und auch bunter gestaltet. Der Spieler rennt hier nicht mehr nur von einem Büroraum zum anderen, sondern dieses Mal kommen auch Häuserschluchten oder ein Kindergarten zum Einsatz. Im ganzen Spiel bekommt Sgt. Becket zudem zwei Mal die Gelegenheit, in einen Mech-ähnlichen Kampfanzug zu schlüpfen und alles über den Haufen zu ballern, was ihm vor die Linse kommt. Dies stellt nicht nur eine angenehme Abwechslung, sondern auch das Highlight dieses Spiels dar. Ansonsten ist natürlich auch wieder die bekannte Bullettimefunktion mit von der Partie und die KI der Gegner wurde quasi 1:1 aus dem ersten Teil übernommen. Daher wirkt die KI auch etwas veraltet, hinterlässt insgesamt aber noch einen soliden Job und die Schusswechsel sind nach wie vor sehr dynamisch und gut in Szene gesetzt. Die Steuerung geht noch immer sehr leicht von der Hand und bereitet selbst absoluten Anfängern keinerlei Probleme. Überhaupt wird man bei F.E.A.R. 2 das Gefühl nicht los, dass der Schwierigkeitsgrad heruntergeschraubt wurde. Erfahrene Spieler sollten daher besser direkt auf dem Schwierigkeitsgrad „Schwer“ beginnen und am besten die Bullettimefunktion verweigern, sonst ist F.E.A.R. 2 nämlich viel zu einfach und man sieht bereits nach gut acht Stunden den Abspann. Neben dem recht kurzen Singleplayerpart ist natürlich auch wieder ein Multiplayermodus enthalten. Dieser erfolgt entweder via XBOX Live oder System Link. Rein technisch betrachtet ist dieser auch ziemlich ordentlich umgesetzt worden und auch die typischen Mehrspielermodi sind enthalten, jedoch wirken die Maps sehr ideen- und lieblos. Immerhin sind immer genügend Spieler anzutreffen. Lobenswert ist hingegen die Kompatibilität zwischen der geschnittenen und ungeschnittenen Fassung. Ein gemeinsames Onlinematch funktioniert nämlich problemlos und das ist eigentlich eher eine Seltenheit.

F.E.A.R. 2 basiert, wie der Vorgänger auch schon, auf der Havok 2 Grafikengine. Diese ist zwar wahrlich nicht mehr die jüngste, sorgt aber auch heute noch für den ein oder anderen offenen Mundwinkel. Vor allem was die Licht- und Explosionseffekte betrifft, braucht sich F.E.A.R. 2 nicht vor der Konkurrenz zu verstecken. Die Level sind sehr detailreich und aufwendig gestaltet und die Animationen der Charaktere sind immer noch überzeugend. Auf der XBOX 360 läuft das Spiel auch absolut stabil, während es auf der Playstation 3 gelegentlich zu Framerateeinbrüchen kommt. Insgesamt kann sich der Spieler über die Optik wirklich nicht beklagen, verglichen mit Referenztiteln wie Killzone 2 oder Crysis sieht man der Engine jedoch ihr Alter an. Wesentlich positiver schaut es beim Sound aus. Die Soundkulisse ist ausgesprochen stimmig und trägt sehr viel zur Atmosphäre bei. In Verbindung mit einer passenden Anlage lässt es F.E.A.R. 2 so richtig krachen und die deutsche Synchronisation ist überraschend gut gelungen. Daumen hoch!

Fazit:
Wer F.E.A.R. geliebt hat, wird auch mit F.E.A.R. 2: Project Origin jede Menge Spaß haben! Spielerisch hat die Fortsetzung sogar leicht die Nase vorne, jedoch erreichen die Story und die Atmosphäre nicht ganz die Klasse des Erstlings. Doch dank der guten Optik und der grandiosen Soundkulisse lehrt Alma dem Spieler auch im zweiten Teil das Fürchten und daher sollten alle Horrorfans mal einen Blick auf diesen Titel werfen.

8/10

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