Resident Evil 5 Review (PS3 / XBOX 360)

23 Mrz

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Die Resident Evil-Reihe hat das Horrorgenre nicht nur revolutioniert, sondern auch kommerziell erfolgreich gemacht. Mit Resident Evil 5 erschien kürzlich der neueste Ableger des erfolgreichen Franchises, welcher durch das noch actionreichere Gameplay und das neue Setting bei vielen Resi-Fans für Skepsis sorgte. Ob diese Zweifel nun zurecht vorhanden sind, zeigt unsere Review.

Resident Evil 5 setzt die Storyline der Vorgänger konsequent fort. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Chris Redfield, welchen die meisten noch aus dem ersten Teil der Serie kennen dürften. Chris ist mittlerweile Mitglied der Bioterrorism Security Assessment Alliance (kurz B.S.A.A.) und wurde nach Afrika gesandt, weil Terroristen anscheinend in den Besitz von gefährlichen Biowaffen gelangt sind. Mit der hübschen Sheva Alomar bekommt er eine toughe Verstärkung, die ihm bei den Ermittlungen zur Seite stehen soll. Doch schnell wird klar, dass sich dieser Fall verzwickter und gefährlicher gestaltet, als zu Beginn vermutet und schon bald treffen Chris und Sheva auf alte Bekannte.

In Puncto Gameplay orientiert sich Resident Evil 5 deutlich an dem vierten Teil. Jedoch steht die Action nun noch mehr im Vordergrund und auf Schockeffekte und knifflige Rätseleinlagen wurde größtenteils verzichtet, was viele treue Anhänger verärgern könnte. Hinzu kommen allerdings die neuen kooperativen Gameplayelemente, die ein gehöriges Maß an Teamplay erfordern. Sheva und Chris sind die gesamten sechs Kapitel über auf einander angewiesen und müssen sich gegenseitig decken und Heilsprays, sowie Munition miteinander teilen. Einige Stellen können nur von Sheva erreicht werden, hierbei muss der Spieler ihr hoch helfen und anschließend (ggf.) Feuerschutz gewähren. Mit Ausnahme von einem (halbwegs) kniffligen Rätsel geht es in Resident Evil 5 hauptsächlich nur darum, Gegnerhorden zu eliminieren und sich mit Hilfe von Schaltern oder bestimmten Objekten Zugang zu neuen Levelabschnitten zu schaffen. Für Abwechslung sorgen zum einen sehr spaßige Fahrsequenzen und zum anderen die epischen Endgegner, die sich nicht vor Größen wie Metal Gear Solid oder God of War verstecken müssen. Allgemein ist die Action in Resident Evil 5 hervorragend in Szene gesetzt und durch die abwechslungsreichen Schauplätze wirkt das Game trotz der fehlenden Horror- und Rätselelemente nie eintönig. Dank fünf verschiedener Schwierigkeitsgrade (von „Amateur“ bis „Profi“) dürften selbst Neulinge einen guten Einstieg finden, Profis hingegen werden ausreichend gefordert. Mit einer Spiellänge von ca. 10 Stunden ist Resident Evil 5 zwar nicht gerade das längste Spiel, dank freischaltbarer Outfits, Waffen, Farbfilter und Charaktere ist aber für genügend Wiederspielwert gesorgt. Nach dem ersten Durchspielen wird sogar ein neuer Spielmodus namens „Söldner“ freigeschaltet. Hier gilt es dann, in einem gewissen Zeitraum möglichst viele Gegner zu eliminieren, damit Highscores erzielt werden. Die Steuerung wurde quasi 1:1 aus dem vierten Teil übernommen und wirkt mittlerweile etwas altbacken, zumal es immer noch nicht möglich ist, gleichzeitig zu laufen und zu schießen.

Eigentlich ist die künstliche Intelligenz von Sheva ziemlich gut gelungen. Sie ist zielsicher, teilt gerne ihre Munition und hilft einem mit Heilsprays aus der Klemme. Auf den höheren Schwierigkeitsgraden patzt die KI allerdings öfters und das Durchspielen wird immens erschwert. Daher sollte jeder sich spätestens ab dem Schwierigkeitsgrad „Veteran“ einen menschlichen Mitspieler zur Seite nehmen. Dies kann entweder online oder offline erfolgen und schon nach wenigen gemeinsamen Stunden wird deutlich, dass sich hier das kooperative Gameplay erst so richtig entfaltet und stundenlange Spielsessions vorprogrammiert sind. Zusammen mit einem Mitspieler kann man sich besser absprechen und die taktischen Aspekte des Titels kommen eher zum Vorschein. Neben dem Storymode kann im Übrigen auch der Söldner-Modus kooperativ absolviert werden. Außerdem hat Capcom kürzlich angekündigt, dass weitere Spielmodi folgen werden. Fans können sich auf (Team)Deathmatch-ähnliche Modi freuen. Da in Resident Evil 5 jedoch nur im Stehen geschossen werden kann, fragt sich, wie diese Modi ablaufen sollen.

Auch wenn Resident Evil 5 ein tolles Actionspiel geworden ist, kann es sich nur in einem Punkt von der harten Konkurrenz absetzen: Der Grafik. Was hier über den Fernseher erstrahlt, zählt mit zu dem Besten, was man in der heutigen Konsolengeneration bewundern durfte. Vor allem die Licht- und Schatteneffekte sehen einfach erstklassig aus. Gleiches gilt für die bombastischen Explosionseffekte und die butterweichen Animationen der Charaktere. Die Mimik der Hauptfiguren hinterlässt einen unglaublich authentischen Eindruck. Wunderschöne Texturen, eine enorme Detailvielfalt und zu guter Letzt eine überwiegend stabile Framerate runden diesen überaus positiven Eindruck ab. Resident Evil 5 ist allerdings auch ein Genuss für die Ohren. So ist das Game musikalisch sehr stimmig untermalt, was der verstörenden Atmosphäre sehr zu Gute kommt. Die Musik ist auch ziemlich passend platziert und läuft nicht ununterbrochen ab. Wenn es in Resident Evil 5 bedrohlich wird, kommt die Musik zum Einsatz und der Spieler kann die Gefahr bereits erahnen. Die perfekt synchronisierte, englische Sprachausgabe steht dem ganzen in nichts nach. Technisch betrachtet ist Resident Evil 5 also ein echtes Meisterstück.

Fazit:
Im Gegensatz zum Vorgänger setzt Resident Evil 5 keine neuen Maßstäbe, sondern ist einfach „nur“ ein verdammt gutes Actiongame geworden. Gameplaytechnisch hat das hier gebotene nicht mehr viel mit den beliebten Vorgängern zu tun und auch der Rätsel- und Horroranteil ist deutlich zurückgegangen. Hier liegt der Schwerpunkt auf der perfekt in Szene gesetzten Action in Verbindung mit dem kooperativen Gameplay. Wer sich damit anfreunden kann, dem sei dieses Spiel hiermit wärmstens empfohlen, zumal das Spiel vor allem mit Freunden extrem viel Spaß macht und es technisch allererste Sahne ist. Liegt einem jedoch besonders der Horrorfaktor am Herzen, so sollte man besser zu Spielen wie Siren oder Dead Space greifen.

9/10

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