Wolfenstein – Review / Test

21 Sep

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Ganz acht Jahre ist es her, als mit Return to Castle Wolfenstein der letzte Wolfenstein-Teil veröffentlicht wurde. Nun kehrt die Mutter aller Egoshooter auf PC, PS3 und XBOX 360 zurück. Welche Entwicklung die Serie durchgemacht hat und ob das Spiel überhaupt mit aktuellen Genrevertretern mithalten kann, zeigt diese Review.

In Wolfenstein schlüpft der Spieler in die Rolle des amerikanischen Soldaten polnischer Herkunft William ‚B.J.‘ Blazkowicz. Er hat den Auftrag, die Nazis (die in diesem Spiel Wölfe genannt werden) mit Hilfe einer Untergrundbewegung aus dem Örtchen Isenstadt zu vertreiben und den Einsatz ihrer gefürchteten Superwaffe zu verhindern. Wirklich einfallsreich ist diese Story natürlich nicht, aber sie ist dank der abgefahrenen Sci-Fi-Elemente so herrlich trashig, dass sie einem unterhaltsamen B-Actionmovie gleichkommt. Dieser Flair ist auch einer der größten Pluspunkte dieses Spiels.

Spielerisch darf man bei Wolfenstein auf keinen Fall ein Gameplay der Marke Modern Warefare oder Killzone 2 erwarten. Innovationen sucht man hier vergebens. Wolfenstein spielt sich wie ein Egoshooter der alten Schule. Sprich: Der Ablauf ist sehr linear und unkompliziert gehalten, es wird größenteils auf Rätsel verzichtet und der Fokus liegt ganz klar auf temporeicher Action. Ganz wie man es auch von den Vorgängern oder Titeln wie Doom gewöhnt ist. Dieses altmodische Gameplay bringt aber auch bekannte Mankos mit sich. Da wären zum Beispiel eine kaum vorhandene Gegner-KI, respawnende Gegner und ein teilweise spartanisches Leveldesign. Andererseits punktet das Spiel durch abwechslungsreiche Schauplätze (Krankenhaus, Bauernhof, Schloss, Kirche, Bahnhof usw.), viele verschiedene Gegnertypen und ein sehr interessantes Waffenarsenal. Von bekannten Waffen wie der MP40 oder einem Flammenwerfer bis hin zu einem Teslagewehr oder einer Partikelkanone bleiben hier keine Wünsche offen. Innerhalb das Spiels sind neben geheimen Akten und Büchern auch Goldpakete versteckt, mit diesen lassen sich dann sogar Waffenupgrades finanzieren. Das erhöht die Munitionskapazität, die Zielgenauigkeit und natürlich auch den Schaden der Waffen. Zugleich wird der Spieler dazu motiviert, während dem Durchspielen auch mal die ein oder anderen Ecken genau zu durchsuchen.

Das bereits eingangs erwähnte, abgefahrene Sci-Fi Szenario ermöglicht es, dass unser Protagonist vier so genannte Schleierfähigkeiten benutzen kann. Damit kann er kurzzeitig ein Schutzschild aktivieren, den Schaden der Waffen erhöhen, die Zeit anhalten oder einfach nur das Spiel in einer Nebenweltsicht bestreiten um die Schwächen der Gegner genauer zu erkennen. Das alles ist natürlich auch in anderen Spielen vorhanden, aber es sorgt für mehr Abwechslung und eine bessere Einzelspielererfahrung. Das Gegenteil bewirken leider die total überflüssigen Open-World-Elemente die nur für unnötig lange Laufwege sorgen und aufgrund der geringen Anzahl an Nebenmissionen keinen Sinn ergeben. Aber auch trotz der wenigen Nebenmissionen zählt Wolfenstein mit einer Spielzeit von acht bis zehn Stunden (für heutige Verhältnisse) zu den etwas längeren Egoshootern.

Der Mehrspielermodus stellt leider die größte Schwäche dieses Spiels dar. Während id Software die Jungs von Raven Software damit beauftragt hat, den Singleplayerpart zu entwickeln, sind die Endrant Studios für den Mehrspielerpart verantwortlich. Das hier zwei verschiedene Entwickler am Werke waren, merkt man auch schon auf den ersten Blick, denn optisch wirken die beiden Parts wie zwei verschiedene Spiele, da die Grafik im Multiplayermodus stark zurückgeschraubt wurde. Aber auch spielerisch kann der Mehrspielermodus nicht überzeugen. Wer zum Beispiel öfters Enemy Territory gezockt hat, wird schockiert darüber sein, dass es nur noch drei verschiedene Klassen (Engineer, Soldier und Medic) gibt. Viele Spielmodi bekommt der Spieler leider auch nicht geboten. Entweder kann man hier ein normales Team Deathmatch absolvieren, oder es gilt irgendwas zu zerstören bzw. zu verteidigen. Insgesamt kommt hier (anders als in den Vorgängern) einfach kein richtiger Spielspaß auf und das Ganze wirkt extrem unfertig.

Wolfenstein basiert auf der Doom 3-Engine. Das Spiel zwar immer noch gut aus und hat so manche optische Highlights parat, wirkt im Großen und Ganzen aber doch in die Jahre gekommen. Vor allem die Städte wirken sehr altbacken. Überzeugender sind hingegen die coolen CGI-Zwischensequenzen die die Story vorantreiben. Der Sound hinterlässt jedoch einen viel besseren Eindruck. Die Dolby Digital-Spur lässt es so richtig krachen und die musikalische Untermalung ist sehr stimmig und hörenswert. Einzig die deutsche Synchronisation wirkt lieblos.

Fazit:
Was das Gameplay betrifft, ist die Mutter aller Egoshooter noch nicht so recht in der Nextgen angekommen, das hat jedoch auch was gutes, denn Fans von unkomplizierter Oldschool-Action werden hier bestens bedient werden. Hinzu kommen die trashige, aber extrem unterhaltsame Story, die für B-Movie-Flair sorgt und das abwechslungsreiche und aufrüstbare Waffenarsenal in Verbindung mit den Spezialfähigkeiten. Optisch merkt man aber leider, dass die Engine stark in die Jahre gekommen ist und den Mehrspielerpart sollte man am besten ganz ignorieren. Wer die Vorgänger oder andere Titel aus dem Hause id Software aber gerne gespielt hat, der kann auch hier bedenkenlos zugreifen.

8/10

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