Borderlands – Review / Test

2 Nov

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Was dabei heraus kommt, wenn man einen Egoshooter mit einem Rollenspiel paart, hat Fallout 3 im vergangen Jahr bereits eindrucksvoll gezeigt. Borderlands aus dem Hause 2K Games geht in eine ähnliche Richtung, setzt den Schwerpunkt allerdings auf einen Koop-Modus und süchtig machende Sammelorgien. Wie gut dieses Konzept funktioniert, schildert dieser Testbericht.

Verglichen mit Fallout 3 ist die Story bei Borderlands eher Nebensache. Vier Söldner bereisen den dünn besiedelten Planeten Pandora und machen sich auf die Suche nach einer sagenumwobenen Schatzkammer. Dies deutet auch ein wenig daraufhin, wo der Schwerpunkt bei diesem Titel liegt. Borderlands ist kein tiefgründiges Rollenspielepos mit interessanten Charakteren und mitreißenden Geschichten, hier geht es im Grunde einzig und allein darum, seinen Charakter immer weiter hochzuleveln, Kohle zu scheffeln und wertvolle bzw. immer stärkere Waffen zu erbeuten. Aber genau das, sorgt für jede Menge Spielspaß und Suchtpotential. Doch fangen wir erstmal von vorne an…

Zu Beginn des Spiels muss sich der Spieler zwischen vier verschiedenen Charakterklassen entscheiden. Soll es der, mit dem Scharfschützengewehr ausgestattete, Jäger sein oder lieber der Soldat, das Allround-Talent? Oder doch eher der Berserker, der seine Gegner mit bloßen Fäusten erledigt oder die Sirene Lilith, die sich unsichtbar machen und schnell wie der Blitz agieren kann? Die Entscheidung liegt am Spieler und hat, zumindest in höheren Leveln, deutlich erkennbare Auswirkungen. Jeder dieser vier Charaktere besitzt zudem bestimmte Spezialfähigkeiten. Während der Jäger einen einen Raubvogel zur Unterstützung rufen kann, ist der Soldat zum Beispiel dazu in der Lage, einen Geschützturm aufzustellen. Auch wenn sich die Klassen voneinander unterscheiden, können sie dennoch von den selben Waffen Gebrauch machen. Das Spiel generiert nahezu unendlich viele, verschiedene Varianten und erzeugt so dieses unglaubliche Sammelfieber. Mit Pistolen, Revolvern, Scharfschützengewehren, Schrottflinten, Raketenwerfern oder Maschinengewehren ist so ziemlich alles vertreten, was das Söldnerherz braucht. Zudem können diese Waffe auch mit bestimmten Elementen wie z.B. Feuer, Explosion oder Säure versehen sein. Wie es sich für ein Rollenspiel gehört, besitzt Borderlands eine hervorragende Charakterentwicklung mit viel Spieltiefe. Mit den erworbenen Erfahrungspunkten können Fähigkeiten ausgebessert oder völlig neue erworben werden.

Die Quests sind zahlreich vertreten, deren Ziele aber viel zu eintönig. Meist geht es nur darum, eine vorgegebene Anzahl an Gegner zu eliminieren oder bestimmte Gegenstände zu sammeln. Aber auch dieses Manko tritt beim spielen in den Hintergrund, vor allem wenn man im Koop-Modus zugange ist. Dieser ist entweder online mit bis zu vier Spielern oder offline via Splitscreen mit zwei Spielern möglich und zählt zu den besten seiner Art. Da der Mehrspieler und Einzelspielerverlauf miteinander verkoppelt ist, kann man problemlos hin und her switchen. Äußerst interessant ist zudem, dass sich das Spiel auf die Anzahl der Mitspieler anpasst, sprich: Je mehr Spieler, desto stärker sind die Gegner und desto wertvoller ist die Beute. Aber keine Sorge, auch Solisten werden mit diesem Spiel ihre Freude haben, jedoch erreicht das Spiel alleine eben nicht ganz den Spielspaß des Koopmodus. Übrigens wird auch ein kompetitiver Mehrspielermodus ermöglicht, in speziellen Arenen oder Duellen direkt vor Ort kann ermittelt werden, welcher Charakter der stärkere ist. Mit einer Spielzeit von ca. 30 Stunden ist Borderlands äußerst umfangreich, nach dem ersten Durchgang kann man zudem problemlos mit seinem alten Charakter weiterspielen, die Level der Gegner passen sich sogar dementsprechend an. Durch die unterschiedlichen Charakterklassen ist auch für mehrere Durchgänge gesorgt. Mit diesem Spiel ist man über mehrere Wochen beschäftigt. Die Steuerung ist den Entwicklern tadellos gelungen. Das Spiel steuert sich einerseits wie man es von einem Egoshooter erwartet, andererseits lassen sich die rollenspieltypischen Menüs und Fertigkeiten simpel abrufen.

Ähnlich wie bei Team Fortress 2 haben die Entwickler im Laufe der Entwicklungszeit den Grafikstil geändert. Von einem realistischen Look ist man zu einem Cell-Shading-Stil gewechselt. Böse Zungen würden jetzt behaupten, dass man dadurch verwaschene Texturen verdecken wolle, warum die Entwickler diesen Schritt gewagt haben ist aber letzten Endes vollkommen egal, denn das Ergebnis kann im Großen und Ganzen wirklich überzeugen. Borderlands punktet vor allem mit der stylishen Aufmachung und dem ausgefallenen Charakter- und Gegnerdesign. Die Endzeitwelt ist zwar sehr atmosphärisch gestaltet, wirkt jedoch oft auch sehr leblos und eintönig. Die musikalische Untermalung ist im Grund nicht der Rede wert, dafür können sowohl die englische als auch die deutsche Synchronisation überzeugen. Wobei letztere alles andere als lippensynchron ist. Den Humor konnte man dafür aber super aus dem englischen Original übernehmen.

Fazit:
Mit Borderlands liefern die Jungs von Gearbox einen der besten Multiplayertitel dieser Generation ab. Natürlich gibt es einige störende Punkte, wie die quasi nicht vorhandene Story, die eintönigen Quests oder die leblose Spielewelt, aber all diese Mankos geraten in Vergessenheit, wenn man sich mit drei Freunden auf die Mutanten- und Itemjagd begibt. Aber auch alleine motiviert das Spiel nicht zuletzt dank der hervorragenden Charakterentwicklung und eben dieser, bereits genannten, Sammelorgie zum durchspielen. Diablo-Fans werden dieses Spiel lieben!

8,5/10

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