Harvest Moon: Der Baum der Stille – Review / Test

18 Nov

Mit Harvest Moon: Baum der Stille feiert die Mutter aller Bauernhofsimulationen ihr zehnjähriges Videospieljubiläum. Die Serie fing damals auf dem SNES an und konnte sich im Laufe der Zeit auf allen gängigen Nintendo-Plattformen erfolgreich durchsetzen. Fans bemängelten jedoch in den letzten Teilen, dass sich diese Serie zu wenig weiterentwickelt hat. Ob dies nun auch auf den neusten Ableger zutrifft, verrät diese Review.

Harvest Moon: Der Baum der Stille ist genau das richtige Spiel für all jene, die schon immer mal einen eigenen Bauernhof führen wollten. Für viele klingt dies vielleicht langweilig, in diesem Spiel gibt es aber tatsächlich viele interessante Dinge zu tun und vieles ähnelt dem echten Leben. Abgesehen von einer nur schleppend vorankommenden und nicht erwähnenswerten Rahmenhandlung rund um den Baum der Stille geht es in diesem Spiel nämlich grundsätzlich darum, seine eigene Farm zu erweitern, mit unterschiedlichen Jobs Geld zu verdienen, den passenden Lebenspartner zu finden und schließlich Nachwuchs in die Welt zu setzen. Dies ist gleichzeitig auch eines der neuen nennenswerten Verbesserungen. Anders als im Vorgänger kann der Spieler von Beginn an sein Geschlecht bestimmen, im Laufe des Spiels heiraten, Kinder kriegen und auf Wunsch sogar die Rolle des Nachwuchs übernehmen. Neu ist außerdem, dass der Feldbau nun auch im Winter ermöglicht wird. Verglichen mit den Vorgänger hat sich aber vor allem etwas in Hinsicht der Spielewelt geändert. Diese ist nun wirklich riesig und die Möglichkeiten, sich Geld zu verdienen sind jetzt noch vielfältiger. Für den Fall, dass man sich mit dem Feldbau Geld verdienen möchte, werden nun noch mehr Samenarten zur Verfügung gestellt und sollte man hingegen lieber auf die Tierzucht setzen, stehen nun viele neue Tier bereit. Der Spieler kann sein Geld allerdings auch ganz einfach beim angeln, Steinbau oder als Teilzeitkraft in einem Geschäft verdienen. Diverse Minispiele lockern den harten Arbeitsalltag dann schließlich auf, diese Minigames können dann auch im Mehrspielermodus mit bis zu vier Mitspielern absolviert werden.

Doch Harvest Moon: Der Baum der Stille hat auch so manche Schattenseiten. Das größte Problem bei diesem Spiel ist der schwere Einstieg. Das Spiel ist schließlich eher für Casualgamer ausgelegt, aber gerade diese haben hier einen schweren Einstieg. Man wird einfach nicht stark genug an die Hand genommen und muss sich das meiste selbst beibringen. Schuld daran ist vermutlich die riesige Spielewelt, bei der oft einfach die Übersicht verloren geht. Zudem hat der Spieler teilweise auch mit zu langen Laufwegen zu kämpfen und verbunden mit den hohen Ladenzeiten wird es manchmal etwas langweilig. Ein weiteres Problem liegt darin, dass sich dieses Spiel einfach nicht Wii-exklusiv genug anfühlt, denn auf einen innovativen Einsatz der Wii-Steuerung wird verzichtet. Mehr als ein einfaches Geschüttel ist nicht drin. Positiv hingegen ist die Unterstützung des Wii Classiccontrollers, womit sich das Spiel deutlich besser steuern lässt. Doch trotz all dieser Kritik hat sich die Serie dank vieler, sinnvoller Neuerungen stark zum positiven entwickelt.

Nicht nur spielerisch, sondern auch grafisch macht die Serie einen Schritt in die richtige Richtung. Verglichen mit dem Vorgänger sieht das Spiel wesentlich lebendiger aus und alles wirkt viel bunter und detailverliebter. Die Wassereffekte und Pflanzen sehen hübscher aus und auch die Spielfiguren hinterlassen einen etwas besseren Eindruck. Trotz allem wird hier immer noch kein Gamecube-Niveau überschritten und der knufflige Look wird nicht jeden Geschmack treffen, wobei der Look insgesamt ein gutes Stück erwachsener geworden ist. Die Hintergrundmusik ist zwar stimmig, aber wiederholt sich leider viel zu oft. Auf eine Synchronisation wurde wieder mal verzichtet, der Text wurde jedoch ins deutsche übersetzt.

Fazit:
Passend zum zehnjährigen Jubiläum findet die Harvest Moon Serie mit “Baum der Stille” endlich wieder zu alter Stärke zurück. Die Welt ist riesig, die Möglichkeiten an Geld zu kommen noch vielfältiger und sinnvolle Verbesserungen wie der Feldbau im Winter oder die Familiengründung, bei der man sogar in die Rolle des Sprösslings schlüpfen kann, runden den insgesamt sehr positiven Eindruck ab. Technisch macht das Spiel auch einen deutlichen Schritt vorwärts. Aufgrund der riesigen Welt und der vielen Möglichkeiten wird der Einstieg aber leider erschwert, die Laufwege verlängern sich und oft irrt man planlos umher. Bei Casualspielern wird dies daher des öfteren für Frustmomente sorgen. Davon abgesehen zählt Harvest Moon: Der Baum der Stille aber zu den besten Teilen dieser erfolgreichen Reihe.

7/10

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