Call of Duty: Modern Warfare 2 – Review / Test

22 Nov

Es ist das meist erwartete und diskutierte Videospiele der letzten Jahre: Call of Duty: Modern Warfare 2. Kurz nach dem Release hat das Spiel bereits unzählige Verkaufsrekorde gebrochen und diverse Traumwertungen verschiedener Fachmagazine eingeheimst. Doch ist der Hype um diesen Titel berechtigt? Im folgenden Testbericht haben wir uns den First-Person-Shooter genauestens angeschaut.

Als direkte Fortsetzung zu Modern Warfare wird die Handlung des Vorgängers natürlich weitergeführt. Doch wie bereits im ersten Teil kann auch in Modern Warfare 2 die Story nicht überzeugen. Die Erzählweise ist viel zu unübersichtlich, oft wird der Spieler unnötig verwirrt und überhaupt kann die Handlung einen einfach nicht mitreißen. Wenn man allerdings ehrlich ist, hätte man auch nichts anderes von diesem Spiel erwartet, ist dies doch eher ein allgemein bekanntes Genreproblem. Modern Warfare 2 hatte dafür nämlich viele andere Stärken. Das, was dieses Spiel einfach von der Konkurrenz abhebt, ist die phänomenale Inszenierung. In keinem anderen Egoshooter ist die Action so beeindruckend in Szene gesetzt und dank der tollen Skript-Ereignisse entsteht eine unglaublich packende Kriegsatmosphäre, die einen nicht mehr loslässt. Modern Warfare 2 hat ein extremes Tempo drauf, hier bleibt keine Zeit für eine Verschnaufpause, Längen sucht man dafür aber auch vergeblich. Die Missionsziele und Schauplätze sind noch abwechslungsreicher als zuvor, wo sonst gilt es, das weiße Haus zurückzuerobern, mit Schneemobilen vor russischen Soldaten zu flüchten, oder eine Fastfood-Filiale zu verteidigen? Das sind die Momente, die Modern Warfare 2 einfach auszeichnen. Wobei man aber auch dazu sagen muss, dass die Entwickler es oft übertrieben haben. Manche Actionsequenzen waren einfach zu viel des Guten und mit einem halbwegs realistischen Militärshooter hatte dies nicht mehr viel gemein. Weniger Patriotismus hätte dem Spiel zudem auch sehr gut getan. Aber egal: Insgesamt ist die Singleplayerkampagne auf allerhöchstem Niveau, das Problem ist nur, sie ist wieder mal viel zu kurz geraten. Nach knapp fünf Stunden erblickt man auf normaler Stufe den Abspann, auf der höchsten Stufe können locker zwei Stunden dazugepackt werden. Die Steuerung ist im übrigen, wie bereits im Vorgänger, grandios belegt und lässt keine Wünsche offen.

Die viel zu kurze Kampagne ist ohne Zweifel ein großer Minuspunkt, im Gegensatz zum Vorgänger haben die Entwickler dieses Mal aber versucht, diesen Fehler mit einem neuen Spielmodus auszugleichen. Mit dem kooperativ spielbaren Spec-Ops-Modus ist dies Infinity Ward auch bestens gelungen! In über 30 verschiedenen Mini-Missionen gilt es, Gegnerhorden zu eliminieren, Bomben zu entschärfen oder an feindlichen Einheiten vorbeizuschleichen. Aufgrund fehlender Checkpoints und der durchschnittlichen Gegner-KI kann es jedoch zu einigen Frustmomenten kommen, vor allem, wenn man diese Missionen auf höheren Schwierigkeitsgraden absolvieren möchte. Insgesamt ist der Spec-Ops-Modus aber eine gelungene und sehr spaßige Erweiterung. Fraglich ist nur, warum dieser Modus sowohl online, als auch lokal, nur für zwei Spieler möglich ist. Zudem wäre es auch viel cooler gewesen, hätte man die Singleplayerkampagne kooperativ spielen können. Zum Glück hat das Spiel aber noch einen weiteren Modus parat, der es wirklich in sich hat: Der Mehrspielermodus. Modern Warfare war bereits das Non-Plus-Ultra im Mehrspielerbreich, aber im zweiten Teil konnten die Entwickler diesen nochmals verbessern! Dank dem motivierenden Levelsystem und freischaltbaren Perks (z.B. schnelleres Nachladen, Schaden- bzw. Energiebonus) ist der Onlinemodus besser als je zuvor. Man ist extrem motiviert seinen Level zu steigern, weil sich so auch neue Waffen und Spielmodi freischalten lassen. In dieser Hinsicht ist Modern Warfare 2 auch definitiv die neue Referenz. Das Spiel wird sich in der eSport-Gemeinde problemlos durchsetzen.

Wer geglaubt hat, Infinity Ward hätte bereits bei Modern Warfare alles aus der auf Quake 3 basierenden Engine herausgeholt, irrt sich, denn auch hier konnten sie noch eine Schippe drauflegen. Es gibt viele Punkte, in denen das Spiel einem Killzone 2 oder vor allem einem Crysis unterlegen ist, aber die unglaubliche Liebe zum Detail gepaart mit der fesselnden Präsentation sorgen für eine beeindruckende Optik. Die Weitsicht ist stellenweise bombastisch, ebenso wie die Spezialeffekte und Explosionen. Zudem läuft Modern Warfare 2 stets flüssig und Grafikfehler wie Tearing oder Pop-Ups wird man so gut wie nie finden. Schade ist jedoch, dass man der Phsyikengine ihren Ursprung ansieht. Wenig zu meckern gibt es hingegen bei der musikalischen Untermalung. Kein geringer als Hans Zimmer hatte hier seine Finger im Spiel, wodurch sich Modern Warfare 2 auch musikalisch stark von der Konkurrenz abhebt. Gleiches gilt natürlich auch wieder mal für bombastische Dolby Digital Spur und die sehr gute, deutsche Synchronisation.

Fazit:
Kaum zu glauben, aber Infinity Ward ist es tatsächlich gelungen, den genialen Vorgänger zu toppen. Modern Warfare 2 schaut einen Tick besser aus, der Multiplayermodus ist noch tiefgängiger und suchterzeugender, der Spec-Ops Modus ist eine gelungene Erweiterung und die Singleplayerkampagne ist zwar wieder Mal ausgesprochen kurz, dafür aber noch action- und abwechslungsreicher. Schade nur, dass die Story zu wünschen übrig lässt und an manchen Stellen, was die Action betrifft, etwas übertrieben wurde. Manches gleicht daher mehr einem James Bond-Film, als einem Militärshooter. Dennoch: Call of Duty: Modern Warfare 2 ist vermutlich der beste First-Person-Shooter seit Beginn der HD-Ära.

9/10

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