James Cameron’s AVATAR – Review / Test

8 Jan

Nach den kurzen Eindrücken von der Gamescom und der kürzlich angespielten Previewfassung waren wir uns sicher, dass es sich bei James Cameron’s AVATAR: Das Spiel um einen sehr viel versprechenden Lizenztitel handelt. Unsere Meinung zur finalen Verkaufsfassung möchten wir euch daher auch nicht vorenthalten.

Avatar: The Game ist zwar das offizielle Spiel zum gleichnamigen Film, die Handlung ist aber vor dem Kinofilm angesiedelt. Regisseur James Cameron, der sich auch für Filme wie Titanic, Aliens oder Terminator verantwortlich zeichnet, hat, was die Handlung betrifft, eng mit den Entwicklern zusammengearbeitet. Ist man also vom Film begeistert, bietet dieses Spiel die ideale Gelegenheit, noch tiefer in die Handlung des Avatar-Universums einzutauchen. Aber auch wenn man nicht vor hat, den Film zu sehen, ist die Handlung interessant genug, um zum Weiterspielen motiviert zu werden. Im Groben geht es in dem Spiel darum, dass die Rohstoffe auf der Erde verbraucht sind und die Menschheit auf der Suche nach neuen, alternativen Planeten ist. Schnell fällt die Wahl auf den Planeten Pandora, welcher von dem naturverbundenen Volk der Na’vi bewohnt wird. Doch aufgrund des Heimvorteils und der physischen Überlegenheit werden die Na’vi ein ernstes Problem für die Ausbeutungspläne der Menschen. Die Lösung: Avatare. Geklonte Lebewesen aus Na’vi- und Menschen-DNS, in die der Verstand von Soldaten übertragen wird.

Das Interessante an diesem Spiel ist hierbei die Tatsache, dass es zwei unterschiedliche Handlungsabläufe enthält. Zu Beginn des Spiels muss sich der Spieler nämlich entscheiden, ob er für oder gegen die Menschen kämpft. Entscheidet man sich für das Volk, gilt es, in Menschengestalt das Volk der Na’vi zu jagen, andernfalls verteidigt man deren Heimatvolk in Gestalt eines Avatars. Diese Entscheidung hat auch einen Einfluss auf das Gameplay. In Menschengestalt spielt sich das Game nämlich hauptsächlich wie ein normaler Third-Person-Shooter, in der Haut eines Avatars kommen aufgrund diverser Nahkampfwaffen auch Hack`n`Slay-Elemente a la God of War hinzu. Mit jedem getöteten Gegner und erledigtem Auftrag erhält der Protagonist auch Erfahrungspunkte, mit welchen sich neue Rüstungen, Waffen und Spezialfähigkeiten freischalten lassen. Letzteres kommt natürlich vor allem dem Avatar zugute. Avatar: The Game spielt in einer offenen Spielewelt, die Missionen werden daher ähnlich wie bei GTA oder Assassins Creed absolviert. Im Gegensatz zu den gerade genannten Titeln gibt es, abgesehen von einigen Nebenmissionen, abseits der Hauptstory nur wenig zu entdecken. Und auch wenn das Spiel zwei verschiedene Storyabläufe besitzt, gleichen sich diese beiden Abläufe viel zu sehr, die Missionsziele sind zudem alles andere als abwechslungsreich. Hier gilt es immer irgendwelche Botengänge zu erledigen, Charaktere zu befreien oder gegnerische Stützpunkte zu zerstören. Immerhin erleichtern diverse Fahrzeuge, Roboter und Reittiere die teils langen Laufwege innerhalb der Missionen. Der Schwierigkeitsgrad ist übrigens stets fair, Gleiches gilt auch für die Erfolge und Trophäen. Die Steuerung wurde gut umgesetzt und selbst die unterschiedlichen Spezialfähigkeiten lassen sich problemlos aufrufen, lediglich die Fahrzeuge steuern sich etwas träge, woran man sich im Laufe des Spiels aber ziemlich schnell gewöhnt.

Neben diesen beiden umfangreichen Einzelspielerkampagnen besitzt Avatar: The Game auch einen recht aufwendigen Mehrspielermodus. Kooperative Spielmodi sucht der Spieler vergebens, dafür können sich aber bis zu 16 Spieler in typischen Spielmodi wie “Capture the Flag” oder “(Team) Deathmatch” packende Gefechte liefern. Leider verfügt der Titel aber nicht gerade über eine große Community und die beiden Klassen hinterlassen einen unausgewogenen Eindruck. Aufgrund des besseren Waffenarsenals scheinen die Menschen nämlich meistens die deutlich besseren Chancen zu haben.

Optisch könnte Avatar: The Game, wie der Film auch, neue Maßstäbe setzen. Ist der Spieler nämlich in Besitz des richtigen Equipments, lässt sich das Game in einer schicken und extrem stimmigen 3D-Optik spielen. Aber auch ohne diesen 3D-Schnickschnack kann man sich über die Grafik wahrlich nicht beklagen. Zwar werden keine neuen Akzente gesetzt, das Spiel kann aber immer noch durch tolle Spezieleffekte, hübsche Vegetationen (die auf Pandora nunmal besonders stark vertreten sind), sowie ansehnliche Modelle und Animationen punkten. Besonders bei Nacht versprüht der Titel eine zauberhafte Atmosphäre und weiß zu gefallen. Akustisch überzeugt Avatar durch eine gelungene Synchronisation mit vielen Originalsprechern aus dem Film und einem stimmigen Soundtrack.

Fazit:
So grandios wie die Filmvorlage ist Avatar: The Game letzten Endes leider nicht geworden, insgesamt zählt das Spiel aber zu den besseren Lizenzproduktionen. Dank der guten Technik, dem großen Umfang und den unterschiedlichen, interessanten Spielelementen ist das Game nicht nur für Fans des Films interessant. Abwechslungsreichere Missionen und die ein oder anderen spielerischen Innovationen hätten diesem Titel aber sicherlich gut getan.

7/10

Eine Antwort to “James Cameron’s AVATAR – Review / Test”

  1. kinderkaffee Januar 15, 2010 um 9:44 am #

    Avatar – dümmlicher „Pocahontas“ für 3-D Fetischisten

    http://freidemzen.wordpress.com/2010/01/15/avatar-%E2%80%93-seichter-%E2%80%9Epocahontas%E2%80%9C-fur-3-d-fetischisten/

    Avatar ist ein pervertierter Superlativ. „Das Teuerste“, „das Größte“, „das Neuste“ Schmierentheater! Denn wo offenbar mit der visuellen Ästhetik geprotzt wurde, hat man am Drehbuch/Inhalt mächtig gespart. Seicht-dröge Action- Liebesgeschichte im Alien-Gewand, zwischen Pocahontas und banal.

    Da fragt man sich nur, warum müssen moderne Blockbuster eigentlich immer so unsäglich dümmlich sein. In Zukunft – schlage ich vor – die Dialoge zu behalten und beim nächsten Filmvorhaben, marginal verändert, wieder zu verwenden. Wahlweise in ein amerikanisches Romeo-und-Julia-Ghetto gepackt oder in ein Historienepos versetzt. Da spart man sich das lästige „Rumgeschreibe“ und kann gleich mit dem Animieren beginnen. Da kann groß „VOM MACHER VON TITANIC“ und „MIT DER GESCHICHTE UND DEN DIALOGEN AUS AVATAR“ geworben werden.

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