The Saboteur – Review / Test

9 Jan

Was kommt dabei heraus, wenn man Spiele wie Assassins Creed oder Grand Theft Auto miteinander mischt, eine Prise Sin City hinzugibt und dem ganzen ein WW2-Setting verpasst? The Saboteur, das Abschiedsprojekt des kürzlich geschlossenen Entwicklerstudios Pandemic. Diese Review verrät, ob sich die Jungs und Mädels damit würdig verabschieden.

The Saboteur spielt in dem von Nazis besetzten Paris der 40er-Jahre. Der Spieler schlüpft dabei in die Rolle des draufgängerischen Rennfahrers Sean Devlin, der aufgrund eines Mordes an seinem besten Freund auf Vergeltung aus ist und plötzlich merkt, dass sein Vorhaben eng mit dem Schicksal der gesamten Stadt verknüpft ist. Er schließt sich einer Widerstandsbewegung an und setzt sich zum Ziel, die deutschen Besatzer zu bekämpfen und aus Paris zu vertreiben.

In den vergangenen Jahren bekamen wir es sicherlich mit so manchen Titeln zu tun, die im zweiten Weltkrieg angesiedelt sind. Auch wenn die Handlung alles andere als hollywoodreif ist, setzt die Geschichte von The Saboteur sich aber dennoch von anderen WW2-Titeln ab. Gleiches gilt für das Gameplay. Während die meisten WW2-Titel dem Ego Shooter Genre angehören, haben wir es hier mit einem interessanten Genremix zu tun. Innovativ ist The Saboteur zwar nicht, dafür bedient es sich aber gekonnt bei Spielen wie GTA oder Assassins Creed. Während der Aufbau der Spielewelt mitsamt diverser Freiheiten, Fahrzeugen und Missionen größtenteils an Grand Theft Auto erinnern, erwecken die Kletterpassagen Erinnerungen an die Abenteuer von Altair und Ezio. Hierbei muss man allerdings erwähnen, dass das Klettersystem keineswegs die Klasse eines Assassins Creed erreicht. Pandemic hat sich einfach geschickt und teilweise auch etwas frech an den Vorlagen bedient und das Konzept geht im Grunde auch gut auf, wenn man sich mit einem ideenlosen Gameplay abfinden kann. Leider gibt es da aber zwei Mankos, die den Spielspaß stellenweise extrem trüben. Zum einen wäre da die teilweise katastrophale KI und zum anderen die schwammige Steuerung, die einem vor allem bei den Fahr- und Klettereinlagen den letzten Nerv raubt. Andererseits gibt es aber auch einige Punkte, die The Saboteur besser macht, als z.B. die GTA Serie. Die Missionen sind nämlich mit sehr großzügigen Checkpoints versehen und verhindern somit unnötige Frustmomente. Beim Schwierigkeitsgrad haben es die Entwickler aber wiederum zu gut gemeint, denn auf “normal” stellt The Saboteur nur für die wenigsten eine echte Herausforderung dar. Was den Umfang betrifft, steht The Saboteur seinen Vorbildern in nichts nach. Ignoriert der Spieler die Nebenmissionen völlig, wird er nach ca. zehn Stunden den Abspann erblicken, andernfalls kann sich die Spielzeit aber locker verdoppeln, da es hier viel zu entdecken gibt. Während die Nebenmissionen, wie man es von Spielen dieser Art nunmal kennt, mit der Zeit ziemlich eintönig werden, sind die Hauptmissionen überraschend abwechslungsreich geworden. Natürlich geht es, wie man es am Namen bereits erahnen kann, größtenteils darum, gegnerische Stützpunkte zu sabotieren, aber Missionen, in denen der Spieler zum Beispiel bestimmte Charaktere befreien oder auch mal einen Rennwagen klauen muss, lockern den Spielverlauf auf und sorgen für Abwechslung.

The Saboteur besitzt einen sehr stylishen Sin City Look in den Farben Schwarz, Weiß und Rot. Letztere hebt natürlich vor allem die Bluteffekte hervor. Werden die einzelnen Gebiete dann im Laufe des Spiels von den Deutschen befreit, kommt, ähnlich wie in De Blob, im wahrsten Sinne des Worte Farbe ins Spiel. Zudem wurde Paris sehr atmosphärisch ins Spiel transportiert und alles harmoniert im Grunde wunderbar mit dem coolen Look. Leider machen aber diverse technische Patzer des öfteren einen Strich durch die Rechnung. Neben teilweise sehr schwachen Texturen und Animationen, sind es vor allem die Framerateprobleme und extrem langen Ladezeiten, die den Spielspaß mindern. In puncto Sound ist The Saboteur auch alles andere als fehlerfrei. Während die Soundeffekte und die Hintergrundmusik einen guten Eindruck hinterlassen, lässt die deutsche Synchronisation zu wünschen übrig. Wobei man an dieser Stelle dazu sagen muss, dass die teils dummen Dialoge Mitschuld tragen.

Fazit:
The Saboteur ist ein gutes, aber leider auch ideenloses Open-World-Game geworden, welches über eine erfrischende WW2-Story verfügt, stilistisch zu gefallen weiß und die Spieler dank zahlreicher Missionen und Nebenbeschäftigungen über einen längeren Zeitraum hin beschäftigen kann. Eine schwammige Steuerung, viele technische Patzer und eine enttäuschende KI verhindern allerdings eine höhere Endwertung.

7/10

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