Dark Void – Review / Test

16 Feb

Der japanische Kultkonzern Capcom entwickelt seine Titel längst nicht mehr ausschließlich selbst. In Japan publisht Capcom bereits seit längerer Zeit bekannte Westtitel wie die Grand Theft Auto Serie und mittlerweile werden auch andere Entwickler damit beauftragt, für Capcom neue Franchises zu entwickeln bzw. alte wiederzubeleben. Aktuelle Beispiele: Bionic Commando von Grin und das Flugactiongame Dark Void vom hoch anerkannten Entwicklerstudio Airtight Games. Letzteres haben wir in diesem Review ausführlich getestet.

Dark Void spielt gegen Ende der 30er Jahre. Der Protagonist Will stürzt, gemeinsam mit seiner Ex-Freundin, bei einem Transportflug durch das mysteriöse Bermudadreieck ab und landet in einer völlig fremden Welt. Die Menschen in dieser Welt werden von einer gefährlichen Roboterspezies unterdrückt und als wäre dies nicht bereits schlimm genug, wollen diese sogar die Erde erobern. Für Will gilt es nun selbstverständlich, dieses Vorhaben tatkräftig zu verhindern und dem Bösen den Garaus zu machen.

Dark Void wurde von Airtight Games entwickelt, welche auf der Original XBOX und dem PC mit den Crimson Skies Titeln auf sich aufmerksam machten. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass auch Dark Void eine ordentliche Portion an Flugelementen besitzt, sind sie doch Spezialisten auf diesem Gebiet. Insgesamt ist Dark Void ein Genremix aus eben diesen Flugelementen (in diesem Fall mit einem Jetpack) und einem typischen Third-Person-Shooter mit Deckungsfeature. Ganz wie man es aus Gears of War oder eben auch den Uncharted Spielen kennt. Die Entwickler versprechen hierbei aber ein ganz besonderes Actionerlebnis, denn dieses “Cover-and-Shoot-Gameplay” findet nicht nur auf horizontaler, sondern auch auf vertikaler Ebene statt, was durchaus etwas Neues darstellt. Gewöhnt man sich aber an diese leicht schwindelerregenden Blick, verliert dieses Feature an Reiz. Ähnlich sieht es auch bei den Flugpassagen aus. Zu Beginn ist es eine spaßige Erfahrung, das Jetpack einzusetzen, durch die Gegend zu fliegen und gleichzeitig auch Gebrauch von dem Waffenarsenal zu machen. Irgendwann wirkt all dies aber nicht mehr ganz so innovativ, weil es einfach nicht ausreichend ausgefeilt wurde und im Grunde nicht mehr als ein netter Ansatz ist. Immerhin sorgt das Jetpack für eine freie Herangehensweise bei den Missionen. Der Spieler hat dadurch nämlich freie Wahl, ob er z.B. ein gegnerisches Raumschiff von oben oder unten infiltriert. Abgesehen von diesen zwei Features fehlt es Dark Void aber einfach an Originalität. Man hat alles schon mal irgendwo gespielt und der Spieler entdeckt hier zu wenig Neues, was ihn zu weiterspielen motiviert. Immerhin ist die Steuerung sowohl zu Fuß, als auch in der Luft, durchweg positiv gelungen und stellt absolut kein Hindernis dar. Ganz GTA-like ist es auch problemlos möglich, die UFOs der Gegner zu übernehmen und wie man es von diversen Actiontiteln kennt, erhält man durch jeden erledigten Gegner Orbs, die man in das Aufrüsten der Ballermänner investieren kann.

Der Wiederspielwert von Dark Void lässt leider extrem zu Wünschen übrig. Das Spiel ist bereits nach knapp sechs Stunden durchgespielt, es gibt während des Durchgangs keinerlei Nebenquests, die man hinterher nachholen könnte und von einem Mehrspielermodus, welcher sich durchaus angeboten hätte, fehlt jede Spur. Lediglich ein weiterer Durchgang auf einem höheren Schwierigkeitsgrad bietet sich an, während das Spiel auf “normal” angenehm fair ist, artet das Spiel auf höheren Stufen im Frust aus. Wer aber absolut nicht genug von diesem Spiel kriegen kann, der kann den kostenpflichtig Downloadcontent erwerben, welcher das Spiel um so genannte Überlebensmissionen bereichert.

Dark Void macht von der Unreal Engine 3 Gebrauch, holt aus dieser aber deutlich zu wenig heraus. Während das Design an sich, als Mix aus alten (trashigen) Sci-Fi Filmen und einem Hauch von Indiana Jones zu überzeugen weiß, gelingt dies den Texturen und Spezieleffekten nicht so recht. Egal ob es die Texturen, das Leveldesign, die Spezialeffekte oder die Animationen der Spielfiguren betrifft, Dark Void haut im Jahre 2010 einfach keinen mehr vom Hocker. Wirklich schlecht schaut das Spiel aber natürlich nicht aus. Man muss dem Titel auch anerkennen, dass er stets flüssig läuft und das Design, wie eingangs erwähnt, gefällt. Die akustische Leistung ist zum Glück aber wesentlich besser geworden. Die Umgebungsgeräusche sind sehr stimmig, die Dolby Digital Spur angenehm wuchtig, der Soundtrack ist auf höchstem Niveau und die englischen Synchronsprecher können ebenso überzeugen. Dadurch, dass der Protagonist vom bekannten Nathan Drake-Sprecher synchronisiert wird, kommen umso mehr Erinnerungen an Uncharted 2 auf.

Fazit:
Sicherlich fehlt es Dark Void an Originalität, durch die interessanten, aber nicht ausgereift umgesetzten Ansätze ist das neueste Franchise aus dem Hause Capcom aber bei weitem kein schlechtes Spiel geworden. Die Flugsequenzen gepaart mit den vertikalen Actioneinlagen bringen nämlich etwas frischen Wind ins Actiongenre. Das Problem ist nur, dass die Konkurrenz mittlerweile einfach zu stark ist. Wäre das Spiel zwei Jahre früher auf den Markt gekommen, hätte es sowohl spielerisch, als auch technisch mehr begeistern können. Somit ist Dark Void letzten Endes nur ein leicht überdurchschnittlicher Titel, den man bedenkenlos günstig vom Grabbeltisch abgreifen kann. Für Fans der Crimsons Skies Spiele ist der Titel aber ohnehin Pflicht.

7
/10

Eine Antwort to “Dark Void – Review / Test”

  1. Christoph Februar 25, 2010 um 9:43 am #

    Ich habe mir dieses Game letztens in der Videothek ausgeliehen und war eigentlich ziemlich angetan davon. Da ich kein totaler Hardcore-Gamer bin, fallen mir solche Dinge wie Ähnlichkeiten zu anderen Spielen nicht weiter auf. Das Gameplay hat mich überzeugt und auch die Grafik finde ich sehr gut gelungen. Zudem kommt eine tolle Story, die auch auf Dauer zu packen weiß. Vielleicht kein Ausnahmetitel, aber jeden Cent wert!

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