Endless Ocean 2 – Review / Test

7 Mrz

Wer kennt das nicht? Man kommt von einem langen und stressigen Arbeitstag nach Hause und möchte einfach nur eine Runde entspannen. Videospiele eignen sich natürlich bestens dafür, um abschalten zu können. Ganz besonders gut gelingt dies aber nicht irgendwelchen Action- oder Rennspielen, sondern ruhigen Titeln wie Flower oder Endless Ocean. Letzteres bekam kürzlich eine Fortsetzung spendiert und wir sind für euch in die Tiefen des Meeres eingetaucht, um ausführlich darüber zu berichten.

Endless Ocean kam damals in einer Zeit heraus, in der die Auswahl an gelungenen, exklusiven Wii-Titeln extrem zu Wünschen übrig ließ. Vielleicht war dies der Auslöser dafür, dass sich das Spiel überraschend gut verkaufen konnte und dadurch auch diese Fortsetzung ermöglicht wurde. Überraschend deshalb, weil die Endless Ocean Spiele alles andere als massentauglich sind. Hier geht es nämlich extrem ruhig zur Sache und wer großen Wert auf Action und Tempo legt, wird sich hier recht schnell langweilen. Andererseits wird man nur wenige Spiele finden, die eine noch entspannendere Wirkung haben, was vermutlich dem Ozean-Setting zu verdanken ist. Doch widmen wir uns nun endlich dem Gameplay…

Endless Ocean 2 ist bei weitem keine knallharte, realistische Tauchsimulation, sondern eher eine Art “Doku zum Mitspielen”. Es geht hier grundsätzlich darum, der Mainstory zu folgen, den Ozean (nach Schätzen) zu erkunden und natürlich mit den Meeresbewohnern zu interagieren. Außerdem können auch Touristenführungen, sowie Tauchkurse oder auch Tiershows durchgeführt werden. Verglichen mit dem schon sehr guten Vorgänger hat sich der Umfang sogar deutlich erhöht. Nicht nur, was die Anzahl der Aufträge betrifft, sondern auch hinsichtlich der Anzahl an Meeresbewohnern und Austragungsorten. So kann man nun sogar die Arktis bereisen oder einen Zwischenstopp auf unterschiedlichen Inseln machen. Das verdiente Geld kann der Spieler dann in eine bessere Taucherausrüstung oder Gegenstände für das neue Privatriff investieren. Übrigens ist auch bezüglich der Ausrüstung einiges dazu gekommen. Am interessantesten sind der Pulsar und das Multisensorgerät. Während letzteres die Schatzsuche extrem vereinfacht, kann der Spieler mit Hilfe des Pulsars entweder verletzte Tiere heilen oder aggressive Tiere (wie z.B. Haie) vertreiben. Die Bedienung von Endless Ocean 2 ist dabei stets vorbildlich und stellt keinerlei Probleme dar. Zwei unterschiedliche Steuerungsmethoden (Einsteiger und Profi) und der Support des Classic-Controllers sorgen dafür, dass für jeden Spielertyp das Passende dabei ist. Insgesamt ist das Spiel aber ziemlich einfach, eben weil der Schwerpunkt auch nicht auf der Herausforderung liegt. So manche Coregamer könnten sich dabei extrem unterfordert fühlen. Endless Ocean 2 ist aber nunmal ein Spieleerlebnis der etwas anderen Art und was das Spiel von den meisten anderen Videospielen unterscheidet, ist die Tatsache, dass man hier einfach jede Menge lernen kann, fast so, als würde man stundenlang den Discovery-Channel schauen. ;-)

Neben dem umfangreichen Singleplayerpart gibt es in Endless Ocean 2 auch einen äußerst gelungenen Multiplayermodus. Eine Offlinevariante ist zwar nicht enthalten, dafür kann man das Spiel aber online mit einem Freund spielen und gemeinsam das Meer erkunden. Das Nintendo-typische Freundescode-Prinzip ist noch wie vor etwas störend und alles andere als zeitgemäß, das Onlinegaming selbst funktioniert in Endless Ocean 2 aber tadellos und angenehm flüssig und dank Wii Speak-Support ist es sogar möglich, mit dem Partner zu kommunizieren.

Geschätzte 90% aller Wii-Spiele sind nicht dazu in der Lage, grafisch das Gamecube-Niveau zu überschreiten. Perlen wie Super Mario Galaxy, Metroid Prime 3 oder auch Dead Space: Extraction sind eine (positive) Ausnahme. Endless Ocean 2 zählt zum Glück zur zweiten Gattung und ist einer der mit Abstand schönsten Wii-Titel geworden. Die Unterwasserwelt ist extrem detailreich und farbenfroh gestaltet und die Animationen der Meeresbewohner könnten sich sogar auf Nextgenkonsolen sehen lassen. Einzig das etwas nervige Kantenflimmern trübt den Eindruck. Untermalt wird Endless Ocean 2 von einer bezaubernden Musik der neuseeländischen Künstlerin Hayley Westenra. Leider wurde aber das SD-Karten Feature des Vorgängers entfernt, welches es ermöglichte, auch die eigene Musik im Spiel zu verwenden. Immerhin können Ingamefotos auf der SD-Karte gespeichert werden.

Fazit:
Endless Ocean 2 ist ein unglaublich beruhigendes, fast schon meditatives Spielerlebnis der etwas anderen Art, welches sich all jene, die problemlos auf Action verzichten können, unbedingt anschauen sollten. Zudem besitzt Endless Ocean 2 einen sehr gelungen Onlinemodus, ist sehr einfach zu bedienen und zählt optisch sogar zu den mit Abstand schönsten Wii-Spielen. Was will man mehr?

8/10

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