God of War 3 – Review / Test

25 Mrz

In der griechischen Mythologie ist es eigentlich nie friedlich zugegangen. Immer wieder gab es rund um den Olymp blutrünstige Anfeindungen zwischen den Gottheiten und deren Abkömmlingen. Doch gegen diese göttliche Übermacht zum Angriff zu blasen, hatte bisher kaum einer gewagt.

Kratos, „Sohn des Pallas“, dürstet nach blutiger Rache. Rache für den Verrat, den die olympischen Gottheiten am spartanischen Krieger begangen haben. Doch selbst in der Allianz mit den mächtigen Titanen sind die Gottgleichen nicht so leicht zu bezwingen …

Under pressure … oder die Angst zu versagen
Es ist oft immer dasselbe. Eine talentierte Entwicklerschmiede erschafft eine neue Marke, wird vom Erfolg ihres Machwerks überrannt. Schnell wird der Ruf nach einem Nachfolger laut, die Publisher wittern schon die Gelddruckmaschine und die Fans wollen einfach nur wissen wie es weitergeht. An dieser Hürde sind bisher schon viele gescheitert. Oftmals konnten die Nachfolger nicht den Ansprüchen der Fangemeinde standhalten. Es gibt aber auch Ausnahmen, zu denen sich auch die bisher zweiteilige „God of War“ Serie zählen durfte.

Nun blasen Sony´s Santa Monica Studios zur finalen Attacke und wollen die Trilogie zu einem fulminanten Abschluss bringen. Die alte Hardware wurde schon bei den Vorgängern bis ins Mark ausgereizt. Um beim dritten Teil noch einmal glänzen zu können, war es nur die logische Konsequenz Kratos nun auf der PS3 Leben einzuhauchen. Und wie macht man das am besten? Richtig, man knüpft direkt dort an, wo Teil 2 endete. Im Verbund mit den Titanen erklimmt Kratos nun den Olymp, um seiner Blutlinie das zurückzugeben, was sie ihm angetan haben. Es ist schon sehr imposant, was die Entwickler hier auf unseren Screen zaubern. Im Gegensatz zum PS2 Vorgänger, wo diese Szene im Abspann noch in vorgerenderter Sequenz zu sehen war, ist in der aktuellen Fassung alles in Echtzeit berechnet. Wir bekommen also am Anfang des 3. Teils schon mal eine Kostprobe von dem, was uns im ganzen Spiel erwartet. Großes Kino !!!

Retrospektive
Überhaupt wird sich jeder „God of War“ Fan direkt in der nächsten Generation zurechtfinden. Alle Elemente, die bereits bei den Vorgängern für Verzückungen sorgten, finden sich in der gegenwärtigen Fassung wieder. Während die einen sich über fehlende Veränderungen im Gameplay beklagen werden, freuen sich die anderen einfach darüber, dass sich das Teil genauso spielt, wie seine genialen Vorgänger. Wie sagt man so schön? Never change a winning team. Einzige Ausnahme: Die Steuerung hat eine leichte Verzögerung, woran man sich aber relativ schnell gewöhnen dürfte. Übrigens: Wer die Vorgänger verpasst hat, sollte sich vielleicht mal die God of War Collection zu Gemüte führen, welche auch der LE von God of War 3 beiliegt. Die Grafik ist zwar nicht auf dem Niveau des 3. Teils, doch laufen Teil I & II in wunderschöner 720p Auflösung mit verbesserten Texturen flüssig über den Bildschirm und werden von einem kräftigen 5.1 Sound begleitet. Eigentlich ein Muss für Fans und alle, die es noch werden wollen.

Zurück zu Teil III. Ein Charakteristikum der GoW Serie waren in allen Teilen der Kampf gegen übermächtige und alleine schon durch ihre Größe überzeugende Gegner. Das ‚David gegen Goliath‘-Gefühl wird auch im aktuellen Teil wieder in Gänze befriedigt werden. Ohne jetzt spoilern zu wollen, wird Kartos gegen riesige Gegner antreten müssen, die ihn eigentlich wie lästiges Ungeziefer aussehen lassen. Doch vorher meuchelt sich Kratos Stück für Stück immer näher an seinen göttlichen Erzeuger heran. Dabei ist es ihm vollkommen gleich, wer sich ihm in den Weg stellt. Alle, die sich ihm stellen, werden mehr oder weniger brutal (eher mehr) den Weg in den Hades gehen. Diese fulminant in Szene gesetzten Bossfights sind auch im dritten Teil die richtigen Highlights und bekommt man in dieser Form und Qualität in keinem anderen Videospiel zu sehen. In God of War 3 geht es aber nicht ausschließlich ums Schnetzeln. Die Entwickler haben dem Titel einen sehr abwechslungsreichen Spielverlauf verpasst, der von gelegentlichen Rätselpassagen extrem aufgelockert wird. Der Anteil an nervigen Hüpfpassagen wurde dabei erfreulicherweise zurückgeschraubt. Zu Beginn des Spiels können sich die Spieler einen von vier verschiedenen Schwierigkeitsgraden aussuchen, wobei sogar der niedrigste eine Herausforderung darstellt, dabei aber stets fair ist. Die beiden Vorgänger sind für ihre recht kurze Spieldauer bekannt, bei God of War 3 hat der Umfang zum Glück stark zugenommen und selbst Veteranen sollten zehn Stunden mit dem ersten Playthrough beschäftigt sein. Aufgrund der motivierenden Trophies wird man ohnehin locker doppelt so lange mit diesem Spiel beschäftigt sein.

Die Schattenseiten
Keine Frage, God of War 3 ist ein großartiges Spielerlebnis, welches in den meisten Punkten vollends überzeugt. Aber wie jedes gute Spiel, ist auch Kratos dritte Abenteuer nicht fehlerfrei. Die Mankos lassen sich zwar an einer Hand abzählen und stören den Spielspaß nicht im Geringsten, dennoch sollte man ein paar Worte darüber verlieren. Das kaum veränderte Gameplay stellt vermutlich den größten Kritikpunkt dar, ebenfalls etwas störend ist die viel zu simple und überraschungsfreie Story, die, verglichen mit dem zweiten Teil, nicht mithalten kann. Außerdem ist God of War 3 wieder einmal extrem linear geworden, etwas mehr Freiheiten würden der Serie vielleicht ganz gut tun. Zu guter Letzt wäre da noch das Backtracking, welches dem Spielablauf etwas schadet. Einige Orte werden im Laufe des Spiels einfach zu oft (wiederholt) aufgesucht.

Only possible on Playstation 3?
God of War 3 ist, wie erwartet, eine echte Augenweide, die technisch alles richtig macht. Das Art Design und die Architektur sind überragend, die Texturen extrem hochauflösend, Modelle und Animationen sind Spitzenklasse und die oftmals gelobte Inszenierung/Präsentation lässt die Kinnlade bis zum Boden herunter klappen. Zudem läuft das Game stets butterweich und kommt sogar dank einer Streamingtechnologie ohne Ladezeiten aus. Besser geht es kaum. God of War 3 wurde auch wieder einmal bestens vertont und lässt auch in diesem Punkt keine Wünsche offen. Die Synchronisation ist sowohl in Englisch als auch Deutsch sehr überzeugend und die musikalische Untermalung trägt einiges zur “Epicness” dieses Titels bei. Ein wahrer Ohrenschmaus ist aber die unglaublich wuchtige Dolby Digital Spur, die absolut referenzverdächtig ist. Insgesamt zählt die technische Leistung dieses Titels konsolen- und genreübergreifend einfach mit zum Besten. Es ist durchaus berechtigt, dass hier die Frage aufkommt, ob diese Technik in dieser Qualität auch auf der XBOX 360 möglich gewesen wäre. Wir werden es leider nie erfahren…

Fazit:
Eigentlich müsste God of War 3 im Duden als Beispiel für “episch” aufgelistet werden. Unglaublich, was für ein Actionfeuerwerk die Jungs der Santa Monica Studios hier entfachen. Optisch übertrifft dieses Meisterwerk teilweise sogar Uncharted 2. Was die Inszenierung betrifft, ist das Spiel sowieso der absolute Spitzenreiter. Spielerisch bleibt hier zwar fast alles beim Alten, was aber nicht wirklich stört, ist das Gameplay der Vorgänger doch bereits so gut wie perfekt gewesen und, vielleicht mit Ausnahme von Bayonetta, allen Genrekonkurrenten weit voraus. Viel erfreulicher ist doch nunmal, dass die Story zufriedenstellend abgeschlossen wird und alle Hack`n`Slay Fans mindestens zehn Stunden bestens unterhalten werden. Bravo Sony, hier haben wir es mit einem ganz heißen Game of the Year-Anwärter zu tun!

9/10

Eine Antwort to “God of War 3 – Review / Test”

  1. God of War 3 April 27, 2010 um 8:30 pm #

    Hey,
    sagt mal wisst ihr ob God of War 3 der letzte teil dieeser Spiele Reihe sein wird ? Oder wird es noch einen vierten Teil geben ? Inzwischen gibt es zwar schon jede Menge Spiele die in eine änliche Richtung gehen, wie Dantes Inferno, aber an God of War kommt bisher kein anderer Titel ran. Hoffe daher auf einen vierten Part!

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