Splinter Cell: Conviction – Review / Test

30 Apr

Drei Jahre nach dem etwas enttäuschenden Splinter Cell: Double Agent erschien kürzlich mit Splinter Cell: Convition der neueste Ableger der ruhmreichen Splinter Cell-Reihe. Lange vor Erscheinen machten die Entwickler bereits deutlich, dass sich dieser Teil von den bisherigen Ablegern stark unterscheidet. Inwiefern sich die Reihe verändert hat, möchten wir euch in diesem Test schildern.

In Splinter Cell: Conviction findet der Spieler einen völlig anderen Sam Fisher vor. Der heutige Sam Fisher ist gealtert, hat die ein oder anderen grauen Haare vorzuweisen und man merkt ihm auf den ersten Blick an, dass er einiges durchgemacht haben muss. Genauer gesagt wurde seine Tochter Sarah entführt, weshalb er Third-Echelon den Rücken zugekehrt hat und nun auf eigene Faust handelt. Dabei agiert er nun nicht nur viel zielstrebiger, sondern auch deutlich brutaler und kompromissloser. Die Art und Weise, wie die Story erzählt wird, erinnert stark an TV-Serien wie 24. Das gesamte Spiel ist jetzt viel actionorientierter und temporeicher und Sam verzichtet zudem auf einen Großteil der Gadgets aus den Vorgängern. Natürlich ist es weiterhin bei dem Großteil der Levels von Vorteil, den Schatten zu nutzen, sich an Gegnern vorbeizuschleichen oder diese ggf. leise zu eliminieren. Letzteres wurde sogar sehr vereinfacht, da nun bis zu vier Gegner gleichzeitig per Knopfdruck markiert und eliminiert werden können. Außerdem wechselt die Optik automatisch in Schwarz/Weiß wenn Sam von den Gegnern nicht erkannt werden kann. Anders als in den Vorgängern gibt es allerdings nur noch sehr wenige Missionen, in denen unser Protagonist nicht erkannt werden darf, während früher die Mission direkt abgebrochen wurde, braucht man sich nun größtenteils keine Gedanken zu machen und kann quasi problemlos in den Rambo-Modus wechseln und alles über den Haufen ballern. Eingefleischten Stealthfans wird dies vermutlich bitter aufstoßen, zumal das gesamte Gameplay stark vereinfacht wurde und für Veteranen selten eine Herausforderung darstellt. Hier wird schnell klar, dass der Spieler sich vor allem auf die packende Handlung fokussieren soll. Der Missionsablauf von Splinter Cell: Conviction ist so abwechslungsreich wie noch nie zuvor. Auf seinem Rachefeldzug muss Sam Fisher diverse Leute verhören, verschiedene Objekte in die Luft jagen, Zielpersonen unbemerkt außer Gefecht setzen, Sicherheitsanlagen deaktivieren oder auch einfach nur gewisse Orte eine bestimmte Zeit lang verteidigen/halten. In einem speziellen Abschnitt schlüpft der Spieler sogar in die Rolle von Sams besten Freund und man begleitet die beiden bei ihren Abenteuern im Irak-Krieg. Diese Stelle ist im Ansatz zwar ganz interessant, das Spiel versucht aber krampfhaft einen auf Call of Duty zu machen und das sinnlose Geballer verliert schnell an Reiz. Zum Glück ist dieser Abschnitt aber eher kurz und erzählt immerhin ein wenig aus Sam Fishers Vergangenheit. Kurz ist leider auch die Singleplayerkampagne an sich geworden. Alle drei Schwierigkeitsgrade dürften jeweils maximal 10 Spielstunden in Anspruch nehmen und für Wiederspielwert sorgen lediglich die Ingame-Achievements, welche Punkte liefern, die wiederum in Waffen- und Gadgetupgrades investiert werden können. Die Steuerung wirkt anfangs etwas überladen, stellt mit steigender Spielzeit aber keinerlei Probleme mehr dar.

Bei dem Mehrspielerpart hat sich Ubisoft sichtlich viel Mühe gegeben. Das Spiel kommt sogar mit einer eigenständigen Koop-Kampagne daher, welche sowohl lokal, als auch online absolviert wird. Zusätzlich sind aber mit auch die meisten Spielmodi aus den Vorgängern vorhanden. Interessanterweise ist die Multiplayerkampagne sogar stellenweise spannender und spaßiger als die Einzelspielerkampagne. Störend ist lediglich die nicht ganz zufrieden stellende Performance, die Ubisoft unbedingt in den Griff kriegen muss.

Splinter Cell: Conviction sieht einfach klasse aus. Vor allem im direkten Vergleich mit bislang einzigen Nextgen-Ableger Double Agent sieht man deutlich, wie stark sich die Serie optisch weiterentwickelt hat. Egal ob Spielfiguren, die Animationen dieser, Texturen oder Licht/Schatteneffekte, Splinter Cell: Conviction überzeugt in allen Bereichen. Das wahre Highlight ist jedoch die gesamte Inszenierung im Fernsehserien-Stil. Außerdem erzeugt das Spiel wieder mal eine tolle Atmosphäre, wobei der tolle Sound einiges dazu beiträgt. Der Soundtrack ist vermutlich der beste der gesamten Reihe und der Raumklang lässt keinerlei Wünsche offen. Natürlich wird Sam Fisher auch weiterhin von Martin Keßler, der Synchronstimme von Nicholas Cage gesprochen und überzeugt ebenso wie der Rest der deutschen Lokalisation.

Fazit:
Die Neuorientierung ist Ubisoft vollends gelungen und tut nicht nur dem Franchise, sondern auch dem gesamten Genre gut. Splinter Cell: Conviction ist brutaler, temporeicher und spannender geworden und spielt sich zugleich auch deutlich intuitiver und auch innovativer als seine Vorgänger. Trotzdem ist es aber verständlich, dass viele Fans mit dem zu geringen Stealth-Anteil etwas unzufrieden sein werden. Die Schwerpunkte liegen bei diesem Teil einfach woanders und wenn man sich damit abfindet und interessiert der Story folgt, erlebt man ein Actionerlebnis, das seinesgleichen sucht.

9/10

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