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PokePark Wii: Pikachus großes Abenteuer – Review / Test

21 Jul

Auf dem Nintendo DS konnten die meisten Pokemon-Titel vollends überzeugen, was die Wii betrifft, sieht die Sache allerdings etwas anders aus, denn hier warten Fans sehnlichst auf einen guten Ableger des Franchises. “PokePark Wii: Pikachus großes Abenteuer” soll diese Lücke aber nun schließen und wir verraten euch, ob dem Titel dies gelungen ist.

PokePark Wii unterscheidet sich spielerisch enorm von den erfolgreichen Handheld-Teilen. Während Teile wie Pokemon Blau/Rot oder aktuell auch Pokemon Soulsilver/Heartgold im Rollenspielgenre Zuhause sind, ist PokePark Wii eher ein Mix aus Action-Adventure und einer Minispielsammlung. Man steuert auch keinen menschlichen Protagonisten, sondern schlüpft in die Rolle von Pikachu. Dieser findet sich plötzlich mit seinen Freunde Endivie, Plinfa und Glumanda im PokePark wieder und bekommt von Mew die Aufgabe, den Park zu retten, indem er das zersplitterte Himmelsprisma wieder ausfindig macht. Um an das begehrte Himmelsprisma zu kommen muss Pikachu Freundschaften mit anderen Pokemon (insgesamt 193 an der Zahl) knüpfen und Wettkämpfe (Minispiele) gegen andere Pokemon gewinnen. So muss man zum Beispiel einen Wettlauf absolvieren, bei einem Wettschießen die meisten Treffer erzielen oder auf dem Surfbrett die beste Figur abgeben. Die Minispiele sind insgesamt sehr abwechslungsreich und der Spieler muss im übrigen nicht ausschließlich mit Pikachu antreten. Wenn man fremde Pokemon beim Fangen besiegt hat, werden diese automatisch als “befreundet” aufgelistet und stehen bei den Minispielen zur Verfügung. Doch Vorsicht: Man muss stets die richtige Wahl treffen und die Stärken und Schwächen der jeweiligen Pokemon berücksichtigen. Neben diesen Wettkämpfen gibt es auch diverse Dialogsequenzen zwischen die Pokemon und hin und wieder muss Pikachu in Echtzeitkämpfen mit anderen Pokemon beweisen, dass er der stärkere ist. Hierbei verfügt Pikachu über einige bekannte Spezialattacken und kann manche Attribute auch gegen Aufpreis aufbessern. PokePark Wii verzichtet komplett auf den Nunchuck und es wird lediglich eine Wiimote in schräger Lage benötigt. Die Steuerung ist extrem einfach und daher perfekt für Kinder geeignet. Der Schwierigkeitsgrad ist das gesamte Spiel über ziemlich niedrig gehalten um das jüngere Publikum nicht allzu sehr zu fordern. Obwohl sich der Titel dank der Minispiele perfekt für einen Multiplayer-Modus eignen würde, wurde auf diesen verzichtet. Gerade mit vier Spielern hätte so manche Minigames überaus viel Spaß gemacht, schade.

Was die Grafik betrifft, ist PokePark Wii überraschend gut gelungen und zählt definitiv zum oberen Durchschnitt. Die Welten sind abwechslungsreich gestaltet, die Vegetationen und Texturen können sich ebenfalls sehen lassen und die Pokemon sind natürlich auch sehr gut modelliert und animiert. In dieser Hinsicht liegen zwischen diesem Spiel und den anderen Wii-Teilen Welten dazwischen. Beim Sound hinterlässt das Spiel ebenfalls einen guten Eindruck. Die Musik passt super zum Spielgeschehen und die 193 Pokemon kommen allesamt mit ihren Originalstimmen daher. Insgesamt gelingt es dem Spiel einfach unglaublich gut die passende Pokemon-Atmosphäre zu erzeugen, was vor allem das jüngere Publikum erfreuen wird.

Fazit:
Mit “PokePark Wii: Pikachus großes Abenteuer” liefert Nintendo auch endlich ein gutes Pokemon-Spiel für die Heimkonsole ab. Dank der guten Minispiele, der vielen Pokemon und natürlich einer sehr guten Atmosphäre wird das Spiel die Herzen vieler Pokemons-Fans höher schlagen lassen. Aber Achtung: Das Spiel ist eindeutig auf das jüngere Publikum abgestimmt und ältere Spiele werden hier stark unterfordert sein. Wer seinen Kindern eine Freude machen will, macht mit diesem Titel aber absolut nichts falsch.

7/10

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

UFC 2010 Undisputed – Review / Test

18 Jun

Mit UFC 2009 Undisputed feierte THQ im vergangenen Jahr ein überaus erfolgreiches Debüt ihrer realistischen Kampfsportreihe. Die Presse und Spieler in aller Welt waren schwer begeistert von diesem Spiel und daher ist es auch nicht überraschend, dass THQ nun die 2010er Ausgabe nachreicht.

Die Entwickler von Yuke haben bereits beim Vorgänger bzw. Erstling eine grandiose Arbeit geleistet. Denn wirklich viel gab es damals nicht zu bemängeln und daher hat sich in der neuesten Fassung hauptsächlich quantitativ etwas geändert. Waren es 2009 noch rund 80 anwählbare Kämpfer, wurde diese Zahl nun auf über 100 aufgestockt. Zusätzlich verfügen die Kämpfer nun auch über jene Move-Sets, die sie auch in der Realität beherrschen. UFC 2010 Undisputed bekam außerdem einige neue Kampfstile und Attacken spendiert. So ist es jetzt erstmals möglich, seinen Gegner gegen den Käfig zu drücken oder dank der so genannten Meidbewegungen den gegnerischen Schlägen auszuweichen. Die Kämpfe wirken etwas dynamischer und temporeicher und auch die Steuerung funktioniert in der neuesten Version etwas besser. Das Ganze wirkt nicht mehr ganz so überladen, Einsteiger müssen sich dennoch das sehr lange Tutorial anschauen. Um es Einsteigern etwas zu erleichtern, haben die Entwickler die Bodenkämpfe vereinfacht, da dies für viele im Vorjahr eine zu große Herausforderung dargestellt hat. Insgesamt ist UFC 2010 Undisputed zwar ein wenig einsteigerfreundlicher als zuvor, es erfordert aber immer noch jede Menge Einarbeitungszeit.

UFC 2010 Undisputed punktet am meisten durch den riesigen Umfang. Verglichen mit der 2009er Version bekam der Titel einige neue Spielmodi spendiert und wird Fans nun über Monate hin beschäftigen. Neu ist z.B. der so genannte Titel-Modus in dem es gilt, die fünf Weltmeistergürtel der UFC zu erobern und im Modus Titelverteidigung eben auch zu verteidigen. Modi wie die Ultimate Fights, der Turnier-Modus und der Schaukampf erklären sich von selbst und das Herzstück des Titels ist nach wie vor der Karriere-Modus. Der Spieler startet hier mit der WFA-Liga und kämpft sich bis zur UFC hoch. Aber Vorsicht: Durch verlorene Kämpfe kann man auch schnell wieder absteigen! Neben den Kämpfen muss der Spieler auch wieder neue Moves erlernen, mit Sponsoren verhandeln und neuerdings auch Interviews geben. Natürlich können auch wieder eigene Kämpfer erstellt werden, in diesem Fall sogar bis zu 40. Ähnlich wie beim Karrieremodus hat auch der Editor an Komplexität zugenommen und bietet jetzt viel mehr Einstellungs- und Personalisierungsoptionen.

Der Onlinemodus von UFC 2010 Undisputed kann sich wirklich sehen lassen! Denn neben normalen Onlinematches kann der Spieler nun sogar eigene Fight Camps und Ligen erstellen. In den Fight Camps kann man mit anderen Spielern online trainieren und gegen andere Fight Camps antreten. Zu Verbindungsproblemen kommt es dabei äußerst selten, enttäuschend ist dagegen eher die Tatsache, dass man für das Onlineprogramm den beiliegenden Code benötigt. Gebrauchtkäufer schauen also in die Röhre. Zum Glück bliebt ihnen aber wenigstens der ebenfalls überzeugende Offline-Mehrspielerpart.

Auch grafisch hat sich UFC 2010 Undisputed verbessert. Die Kämpfer, die bereits im vergangenen Jahr einen super Eindruck hinterließen, sehen einen Tick besser aus, auch dank der verbesserten Animationen. Bemängelten wir im Vorgänger noch die Präsentation und die fehlenden Arenenatmosphäre, schneidet UFC 2010 auch hier viel besser ab. Vor allem die Arenen wirken optisch spektakulärer. Weniger gut gelungen sind allerdings die Ladezeiten, hier dran müssen die Entwickler im nächsten Jahr unbedingt werkeln! Auch was den Sound betrifft kann UFC 2010 zulegen. Die Musikauswahl ist gelungener, der Raumklang stimmiger und es wurden einige neue Kommentare von den UFC-Sprecher Mike Goldberg und Joe Rogan hinzugefügt.

Fazit:
UFC 2010 Undisputed setzt THQ`s neue Kampfsportserie konsequent fort. Viele Kritikpunkte des Erstlings wurden ausgebessert und zusätzlich haben die Entwickler auch quantitativ jede Menge drauf gepackt. Mehr Kämpfer, mehr Spielmodi und ein besserer Mehrspielerpart werden UFC-Fans jede Menge Freude bereiten und technisch sieht der Titel auch noch um einiges besser aus. Mehr kann man von einer Fortsetzung einfach nicht erwarten.

9/10

Sin & Punishment 2 – Review / Test

17 Jun

Im Jahre 2000 erschien der Railshooter Sin & Punishment in Japan für das N64. Obwohl das Spiel zu den absoluten Highlights der Konsole zählte, hat es dieses Meisterwerk nie bis nach Europa, geschweige denn in die USA geschafft. Die Fortsetzung wurde nun zum Glück weltweit veröffentlicht und wir verraten euch in diesem Test, ob es sich hierbei um eine weitere Wii-Perle handelt.

Sin & Punishment 2 wurde von dem japanischen Kultstudio Treasure entwickelt. In der Vergangenheit haben diese bereits mit Klassikern wie Ikaruga, Bangai-O Spirits oder Gunstar Heroes bewiesen, dass sie zu den absoluten Spezialisten im Shoot`em`Up-Genre zählen. Sin & Punishment 2 setzt die Qualität von Treasure fort, bzw. liefert hiermit vielleicht sogar ihren bislang besten Titel ab.

Das Gameplay ist dabei sehr schnell beschrieben. Sin & Punishment 2 ist ein typischer Railshooter, der Pfad wird also vorgegeben und für den Spieler gilt es, zu ballern was das Zeug hält und den gegnerischen Schüssen auszuweichen. Ab und an muss man auch von Nahkampfangriffen Gebrauch machen oder bestimmte Attacken abwehren. Verglichen mit anderen Titeln ist Sin & Punishment 2 mit einer Länge von ca. sechs Stunden (sieben Level) recht kurz, für Genreverhältnisse ist das Spiel aber ziemlich umfangreich und da es hierbei hauptsächlich darum geht, einen hohen Highscore zu erzielen, ist für jede Menge Wiederspielwert gesorgt. Viele Spieler werden sich aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrades die Zähne an diesem Titel ausbeißen und froh sein, wenn sie überhaupt irgendwie die Credits erblicken. Vor allem die Endgegner am Ende jedes Levels fordern alles von einem ab und daher ist es unglaublich wichtig, nicht nur die Taktik der Gegner zu erkennen, sondern auch den gesamten Levelaufbau auswendig zu lernen. Nur so erzielt man beachtenswerte Highscores. Sin & Punishment 2 ist übrigens weitaus abwechslungsreicher als die meisten seiner Genrekollegen. Es gibt viele verschiedene Gegnertypen, teilweise auch Fahrzeugpassagen und natürlich sehr coole Schauplätze wie z.B. ein sehr tolles Unterwasserlevel. Hinsichtlich der Steuerung kann sich der Spieler zwischen einer Steuerungskombination aus Wiimote und Nunchuck oder dem Classic-Controller entscheiden. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, aber insgesamt ist die erste Variante die etwas bessere Wahl.

Bei diesem Spiel bietet sich ein Koop-Modus natürlich an und tatsächlich lässt sich Sin & Punishment 2 auch problemlos zu zweit spielen. Leider ist dieser Mehrspielermodus aber nicht ganz so toll umgesetzt, wie man es sich wünschen würde. Einen richtigen Koop-Modus gibt es nämlich nicht, denn Spieler Zwei steuert hier lediglich ein zusätzliches Fadenkreuz. Dennoch kommt auch hier jede Menge Spielspaß auf. Dieser Modus ist im Übrigen ausschließlich offline spielbar, in Puncto Onlinefeatures kommt Sin & Punishment 2 lediglich mit einer Onlinehighscoretabelle daher. Diese sorgt für einen Hauch von Spielhallenfeeling.

Was Treasure in Sin & Punishment 2 auf den Bildschirm zaubert ist spektakulär! Klar, die beiden Hauptcharaktere mitsamt der Animationen und Gesichtszügen sind alles andere als ein Augenschmaus, aber die Umgebungen in Verbindung mit den unzähligen Gegnern und Geschossen sind der reinste Wahnsinn. Zudem sind die verschiedenen Level nicht nur spielerisch, sondern auch optisch extrem abwechslungsreich und trotz des immensen Gegneraufkommens geht die Framerate niemals in die Knie. Soundtechnisch begeistert der Titel ebenfalls. Die Hintergrundmusik passt perfekt zum Spielgeschehen und die Synchronisation ist auch prima gelungen. Und neben der englischen Sprachausgabe steht sogar die japanische Synchro zur Verfügung, was viele Fans erfreuen wird.

Fazit:
Sin & Punishment 2 ist das reinste Actionfeuerwerk und in diesem Ausmaß sogar plattformübergreifend einzigartig. Es ist einfach unglaublich, was die Jungs von Treasure aus der Wii heraus holen und wie viel Abwechslung dieses Spiel trotz des eher simplen Genres besitzt. So genial dieses Spiel auch ist, Einsteiger werden daran aufgrund des sehr hohen Schwierigkeitsgrades verzweifeln. Nervenstarke Shooterfans hingegen werden vollkommen begeistert sein. Bitte mehr davon!

9/10

Prince of Persia: Die vergessene Zeit – Review / Test

7 Jun

Pünktlich zum Kinostart von “Prince of Persia: The Sands of Time” setzt Ubisoft das bekannte Franchise fort. Haben die Entwickler dabei aus den Fehlern des Vorgängers gelernt und mit “Die vergessene Zeit” wieder zur alten Stärke gefunden? Der folgende Test wird dies beantworten.

“Prince of Persia: Die vergessene Zeit” spielt zwischen dem ersten und zweiten Teil der “Sands of Time-Trilogie”. Eigentlich wollte unser Protagonist nur das Reich seines Bruders Malik besuchen, doch es kommt natürlich wieder mal völlig anders und der Prinz wird nicht gerade herzlich empfangen. Das Königreich befindet sich nämlich im Krieg und Malik sieht den einzigen Ausweg darin, Salomons untote Armee zu beschwören. Diese ist aber alles andere als eine Hilfe und nun liegt es natürlich am Prinzen selbst, das Reich zu retten und die Armee zu stoppen.

Die Prince of Persia-Reihe hat in den letzten Jahren eine ziemlich rasante Entwicklung durchgemacht. Angefangen als ein 2D-Jump´n´Run, feierte das Franchise als Action-Adventure mit der Sands of Time-Trilogie große Erfolge, ehe der sowohl spielerische, als auch optische Neuanfang vor einigen Jahren enttäuschte. Prince of Persia aus dem Jahre 2008 sah zwar spitze aus, war spielerisch aber zu sehr auf die Casual-Gruppen zugeschnitten. Fans der Serie waren unterfordert und sehnten sich einen Teil in der Sands of Time-Machtart herbei. Und genau diesen Wunsch möchte Ubisoft mit diesem aktuellen Ableger nun erfüllen. Die vergessene Zeit spielt sich tatsächlich fast 1:1 wie die berühmten Vorgänger. Der Fokus liegt auch hier auf den spektakulären Kletter- und Rästeleinlagen und sogar die Steuerung ist ähnlich. Während ca. 70% des Spiels aus eben diesen Passagen besteht, gibt es aber auch hier wieder so manche Actioneinlagen. Diese laufen allerdings anders ab, als in der “Sands of Time-Trilogie”. Während der Prinz damals sehr taktisch und überlegt gegen eine kleine Anzahl von Gegnern vorgehen musste, erinnert das Ganze nun eher an Titel wie Dynasty Warriors. Der Prinz kämpft sich durch große Mengen Untoter und muss dabei weder blocken noch kontern. Hier ist einfach nur Buttonmashing gefragt und die Gegner sind alles andere als herausfordernd. Einzig die Bosskämpfe sind sehr gut in Szene gesetzt und fordern ein wenig Können des Spielers. Mit dem gekonnten Einsatz der neu eingeführten Elementattacken (Feuer, Stein, Eis, Wind) stellen aber auch die Endgegner kein Hindernis dar. Zum Glück sind die Rätsel- und Klettereinlagen da wesentlich kniffliger. Endlich ist es wieder möglich, Gebrauch von der Sanduhr zu machen und nun kann der Prinz sogar Wasserfälle einfrieren, um diese zum Beispiel als Säulen zu verwenden. Ihr merkt schon, hier ist es ausgesprochen wichtig, diese Fähigkeiten sinnvoll einzusetzen, um die Hindernisse zu überwinden. Die ein oder anderen Schalter- oder Zahnraträtsel bringen das Hirn zudem zusätzlich zum brutzeln, wobei diese Passagen etwas zu rar vertreten sind. Insgesamt hat der Schwierigkeitsgrad zugenommen, POP-Veteranen werden aber dennoch keinerlei Probleme bekommen. Schade ist auch, dass das volle Potenzial des Leveldesigns erst gegen Ende des Spiels ausgeschöpft wird. Und mit einer Spielzeit von höchstens zehn Stunden ist der Titel auch viel zu kurz geraten.

Ubisoft hat sich vom Cel-Shading-Look des Vorgängers abgewandt und dem Spieler wieder einen realistischen Look verpasst. Man könnte von einem “Sands of Time in Nextgen-Optik” reden. Eine technische Meisterleistung ist den Entwicklung zwar nicht gelungen, das Ergebnis kann sich aber durchaus sehen lassen. Vor allem die Architektur im Spiel ist sehr beeindruckend, die Texturen sind hochaufgelöst und die Lichteffekte zählen ebenfalls zu den optischen Highlights des Spiels. Dafür wirken leider die Gesichtszüge der Protagonisten stark veraltet und das Gegnerdesign ist auch alles andere als abwechslungsreich. Von Ruckeleinlagen bleiben Spieler übrigens die ganze Spiellänge über verschont und auch andere Grafikfehler treten nur äußerst selten auf. Mit am besten hat uns übrigens der Soundtrack gefallen. Harry Gregson-Williams liefert hier einen absolut filmreifen Soundtrack ab, der einen das ganze Spiel über begeistert. Liegt vermutlich auch daran, dass er auch den Soundtrack für den Kinofilm gemacht hat.

Fazit:
Mit “Prince of Persia: Die vergessene Zeit” ging Ubisoft auf Nummer sicher und vertraut auf die Stärken der beliebten “Sands of Time-Trilogie”. Fans dieser Spiele werden sich natürlich darüber freuen, gleichzeitig verzichtete Ubisoft aber auch größtenteils auf spielerische Innovationen. Wenn ihr damit leben könnt und mal wieder richtig Lust auf ein typisches Prinice of Persia Abenteuer habt, dann müsst ihr diesem Spiel unbedingt eine Chance geben!

8/10

Modnation Racers – Review / Test

6 Jun



Was kommt dabei heraus, wenn man einen Funracer mit Little Big Planet vermischt? Modnation Racers aus dem Hause Sony. Wir haben das Playstation-exklusive Rennspielabenteuer ausführlich gezockt und möchten nun unsere Eindrücke mit euch teilen.

Nintendo könnte es kaum besser machen…
Das Spielprinzip des berühmten Mario Kart wurde in den letzten Jahren oft kopiert, mit Ausnahme von Sonic & Sega All-Stars Racing konnte allerdings keiner der unzähligen Klone mit dem Nintendo-Klassiker mithalten. Bei Modnation Racers sieht die Sache vollkommen anders aus, denn das Spiel setzt das, was Mario Kart so ausmacht, ähnlich gut um. Damit sind in erster Linie das sehr zugängliche Gameplay, die gute Spielbalance, die interessanten Items und das geniale Streckendesign gemeint. Modnation Racers ist in fast allen Bereichen einem Mario Kart ebenbürtig und hat mit Features, wie z.B. den aufstufbaren Items, sogar etwas Neues zu bieten. Insgesamt hat Mario Kart in einigen Bereichen aber immer noch stark die Nase vorn. Auch wenn die Power-Ups ganz gut ausgewählt sind, sind sie einfach nicht so spaßig und spektakulär. Die Steuerung ist an sich zwar sehr leicht zu bedienen, die Fahrzeugen steuern sich aber einen Tick zu direkt, weshalb etwas Einarbeitungszeit notwendig ist.

Der Aufbau des Einzelspielerparts gestaltet sich genretypisch. Dem Spieler stehen neben fünf Cups inkl. Nebenherausforderungen auch übliche Verdächte wie das Einzel- und Zeitrennen zur Verfügung. Der Schwierigkeitsgrad wird dabei für allem Neulingen Probleme bereiten, denn vor allem die letzten Cups sind sehr schwer und mit Mario Kart absolut nicht zu vergleichen. Der Multiplayer-Modus stellt natürlich auch in Modnation Racers das Herzstück da. Offline können bis zu vier Spieler miteinander fahren, während online Rennen mit bis zu zwölf Fahrern ermöglicht werden. Enttäuschend ist dabei die Auswahl an Spielmodi, denn bis auf normale Rennen und Rennen ohne Power-Ups wird hier nichts geboten. Spielt man mit vier Spielern via Splitscreen muss sogar auf KI-Gegner verzichtet werden. Online läuft das Spiel im Grunde ziemlich gut, aufgrund der sehr kleinen Community muss der Spieler aber oftmals sehr lange auf passende Spielpartner warten. Dies ist größtenteils dem Region Lock zu verdanken, wodurch nur mit Europäern gespielt werden kann.

Play. Create. Share.
Modnation Racers ist quasi das Little Big Planet der Rennspiele. Wer braucht schon Leitfiguren wie Sonic oder Mario auf dem Cover, wenn man sich im Charaktereditor seine Lieblingsfiguren selbst basteln kann? Das passende Fahrzeug kann dabei ebenso einfach erstellt werden, wie eine angemessene Strecke. Verglichen mit Little Big Planet lassen sich die Editoren sogar noch einen Tick leichter bedienen und besonders beliebte Objekte werden in der Lobby sogar hervorgehoben. Das alles kann selbstverständlich auch miteinander ausgetauscht und bewertet werden. Ganz eindeutig die absolute Stärke dieses Titels, schließlich ist es nirgendwo anders möglich, mit Batman, dem Pipboy oder Bayonetta seine Runden zu drehen.

Der bis dato schönste Funracer…
Ein direkter Grafikvergleich zwischen Modnation Racers und Mario Kart Wii wäre, aufgrund der unterschiedlichen Plattformen, natürlich etwas unfair. Modnation Racers ist aber dennoch ohne Zweifel der bis dato schönste Funracer. Stilistisch ist das Spiel einsame Spitze, das Spiel vermittelt ein angenehmes Geschwindigkeitsgefühl und sowohl die Umgebungen, als auch die Schatten- und Spezialeffekte können begeistern. Für einen deutlichen Punkteabzug sorgen jedoch die extremen Ladezeiten. Klar, wer zu C64 Zeiten groß geworden ist, wird sich jetzt denken, wie verwöhnt heutzutage sind, aber Ladezeiten von bis zu 55 Sekunden sind alles andere als normal. Und das trotz einer Zwangsinstallation von mehreren Gigabyte! Soundtechnisch ist Modnation Racers absolut zufrieden stellend. Die 5.1 Spur leistet gute Arbeit, die Hintergrundmusik ist eher unauffällig und die Synchronisation ist auch ganz nett. Mehr sollte man von einem Funracer auch nicht erwarten.

Fazit:
Welcher Funracer ist denn nun der Bessere? Modnation Racers oder Mario Kart Wii? Eine Frage, die leider alles andere als leicht zu beantworten ist. Rein spielerisch hat Mario Kart nämlich immer noch die Nase vorne, dafür kommt Modnation Racers aber mit einer weitaus besseren Technik und drei genialen Editoren daher. Wer sich schon gerne in Little Big Planet kreativ ausgetobt hat, wird mit Modnation Racers vermutlich etwas mehr Spaß haben.

8/10

Monster Hunter Tri – Review / Test

23 Mai

Über 10 Millionen verkaufte Einheiten können nicht täuschen, Capcom’s Monster Hunter-Serie zählt ohne Zweifel zu den erfolgreichsten Franchises der letzten Jahre, vor allem in Japan. Bislang war die Serie Sony-exklusiv, für Monster Hunter Tri ging Capcom allerdings mit Nintendo einen Deal ein und wir haben uns das fertige Produkt genauestens angesehen.

So erfolgreich die Monster Hunter Serie auch ist, in Europa und den USA ist das Spiel immer noch vielen Spieler kein Begriff. Darum möchten wir das Spielprinzip genauer erklären. Im Grunde beschreibt der Name es ganz gut, denn in Monster Hunter Tri geht es größtenteils darum, riesige Monster zu erjagen oder zu fangen und mit den damit erbeuteten Rohstoffen die Ausrüstung zu verbessern oder gar neu zu erschaffen. Dabei ist das Spiel keineswegs mit den üblichen Jagdsimulationen der Marke Deer Hunter zu vergleichen, sondern lässt sich eher als ein stark japanisch angehauchtes Action-RPG bezeichnen. Allerdings kann der, übrigens selbst erstellte Charakter, kann neue Fähigkeiten erlernen oder im Level aufsteigen, alles beschränkt ausschließlich auf das aufwerten der Rüstungen und Waffen. Genau dies macht aber den Reiz an der Serie aus und motiviert den Spieler dazu, es über Monate hin zu spielen. Da ist es auch vollkommen egal, dass Spiel Quests fast immer nach dem gleichen Prinzip ablaufen, die Hauptsache ist, dass am Ende neue Rohstoffe dabei herauskommen. So überschaulich und einfach das alles auch klingen mag, Monster Hunter Tri ist alles andere als einsteigerfreundlich. Das jagen der Monster, wetzen der Klingen, grillen des Fleischs und kombinieren von Items will gelernt sein und erfordert einige Stunden an Einarbeitungszeit. Hier leistete Capcom leider keine gute Arbeit, denn der Einstieg wird viele Spieler unnötig überfordern und viele dazu bringen, den Titel im Schrank liegen zu lassen. Der Schwierigkeitsgrad ist hingegen sehr angenehm, steigt mit der Zeit aber auch stark an, was kein Nachteil ist, denn selten ist man in Videospielen so stolz darauf, ein Monster besiegt zu haben. Gesteuert wird Monster Hunter Tri wahlweise via Nunchuk + Wiimote oder mit dem Classic Controller (Pro). Letztere Option wird empfohlen und geht wesentlich einfacher von der Hand. Auch wenn die Steuerung, aufgrund der Einstiegsprobleme, zu Beginn etwas überladen wirkt, ist sie im Großen und Ganzen doch sehr gut umgesetzt worden.

Monster Hunter Tri ist eines der wenigen Wii-Spiele, die einen über mehrere hundert Stunden hin beschäftigen werden. Das liegt unter anderem auch daran, dass es in zwei Zweige aufgeteilt ist, nämlich das Dorf und die Stadt. Das Dorf stellt dabei den Offlinepart des Spiels dar. Hier gilt es, wahlweise auch per Splitscreen zu zweit, diverse Quests zu erfüllen und der dünnen Storyline zu folgen. Online ist das ganze hingegen wesentlich größer aufgebaut. Hier kann man mit bis zu vier Leuten auf Monsterjagd gehen und es stehen einem, verglichen mit dem Offline-Part, sehr viel mehr Quests zur Verfügung. Mit jeder Quest erhält man hier Gildenpunkte mit denen sich der Gildenrang verbessern lässt. Es gilt, je höher der Gildenrang, desto schwierigere Quests stehen zur Verfügung. Dank dem mitgelieferten Wii-Speak kann man auch Chats verzichten und sich, in einer etwas enttäuschenden Qualität, über das Mikrofon unterhalten.

Monster Hunter Tri besitzt eine für Wii-Verhältnisse tolle Optik. Zwar ist hier immer noch einiges auf Gamecube-Niveau, aber, was die Weitsicht, die Modellierung und Animationen der Monster und die Vegatationen betrifft, sieht das Spiel spitze aus. Mit Ruckeleinlagen oder Pop-Ups kommt man es hier nie zu tun, dafür stören aber die häufig auftretenden Ladebildschirme. Musikalisch weiß Monster Hunter Tri ebenfalls zu gefallen, verfügt aber nicht gerade über eine große Auswahl an Songs. Auf eine Synchronisation hat Capcom komplett verzichtet, die Charaktere im Spiel kommunizieren in der üblichen “Sims-Sprache”, was aber auch nicht weiter stört.

Fazit:
Monster Hunter Tri ist der bislang beste Teil der gesamten Reihe und tut dem Softwarelineup der Wii unglaublich gut. RPG-Freunde, die sich gerne im Item-Sammelwahn befinden, werden mit diesem Spiel große Freude haben. Aber auch wenn ihr auf knackige und toll inszenierte Bosskämpfe steht, solltet ihr einen Blick auf dieses Spiel werfen. Zudem wird man auf dieser Konsole kaum ein besseres Onlinespiel finden und vom Umfang brauchen wir gar nicht erst anfangen, kein Wii-Spiel wird euch länger beschäftigen.

9/10

Red Dead Redemption – Review / Test

23 Mai

Was haben Gun, Call of Juarez und Dead Man’s Hand gemeinsam? Richtig, alle drei Spiele gehören dem Westerngenre an, vollends begeistern konnten sie aber nur wenige Spieler. Rockstar Games liefert nun mit Red Dead Redemption einen spielbaren Edelwestern ab, dem dies zu gelingen scheint.

Ganze sechs Jahre nach dem Erscheinen von Red Dead Revolver setzt Rockstar mit Red Dead Redemption die Westernreihe nun fort. In der Zeit hat sich viel getan, denn spielerisch unterscheidet sich RDR stark vom Vorgänger. War dieser noch sehr linear aufgebaut, ist Red Dead Redemption ein Open-World Game, also quasi ein GTA im Wilden Westen. Und auch storytechnisch haben die beiden Teile nur wenig miteinander am Hut. Der Spieler schlüpft dabei in die Rolle des Ex-Gauners John Marston, der von der Regierung beauftragt wurde, einen ehemaligen Bandenkameraden zu jagen. Dabei trifft er natürlich auf ziemlich schrille Charaktere und bereist eine 90 Quadratkilometer große Fläche. Neben sehr spannenden und abwechslungsreichen Hauptmissionen, die ca. 20 Spielstunden in Anspruch nehmen, besteht der Großteil des Spiels aus unzähligen Sidequests, Nebenbeschäftigungen und Minigames. So kann John zum Beispiel seine Zeit damit verbringen auf die Jagd zu gehen, eine Tätigkeit als Kopfgeldjäger auszuüben, Schätze zu suchen oder einfach nur im Saloon einen zu bechern und mit anderen Gaunern zu pokern. In diesem Spiel werden kaum Grenzen gesetzt und man kann nahezu alles machen, was John Wayne und Clint Eastwood in ihren Westernklassikern auch getan hätten. Im Übrigen kann man in diesem Spiel auch selbst entscheiden, ob man sich wie ein Gauner oder ein Held verhält. Wählt der Spieler den guten Weg, wird er vom Volk gefeiert, ist das Gegenteil der Fall, wird er von den Bürgern gemieden, hat dafür aber einen guten Draht zu anderen Schurken. Auch wenn die Welt Anfang des 20. Jahrhunderts weit fortgeschritten war und sogar schon die ersten PKWs existierten, ist diese Entwicklung im Westen noch längst nicht angekommen und daher dienen Kutschen und Pferde als Fortbewegungsmittel. Die Pferde lassen sich dabei so perfekt steuern, wie in keinem anderen Spiel zuvor und überhaupt spielt sich Red Dead Redemption trotz der vielen Möglichkeiten sehr angenehm und einsteigerfreundlich. Dank der so genannten Dead Eye-Funktion lassen sich die Gegner einfach in Zeitlupe über den Haufen ballern, das Deckungssystem ist zwar verbesserungswürdig aber ausreichend und die Checkpoints sind, verglichen mit GTA4, deutlich fairer verteilt. Wenn der Spieler mal ein Minispiel oder eine bestimmte Aktivität nicht so genau versteht, nimmt das Spiel einen an der Hand und erklärt alles bis ins kleinste Detail. Die Hauptstory geht, wie eingangs erwähnt, ca. 20 Stunden lang, wer sich genauer mit den ganzen anderen Aktivitäten beschäftigt, wird mindestens 50 Stunden mit diesem Highlight beschäftigt sein.

Red Dead Redemption bietet einige sehr interessante Multiplayermodi. Klickt man den Mehrspielermodus an, findet man sich zu Beginn in einem freien Modus wieder, welcher zugleich auch eine Art Lobby darstellen soll. Hier kann der Spieler sich auf der ganzen Karte so richtig austoben und es mit anderen Spielern aufnehmen, computergesteuerte Banden ausrotten oder an bestimmten Punkten die einzelnen Spielmodi starten. Neben (Team)Deathmatches gibt es auch Capture the Flag-artige Modi und Rockstar möchte im Laufe des Jahres sogar Coop-Missionen nachreichen. Im gesamten MP-Part verdient der Spieler sich außerdem XP-Punkte, mit denen er neue Outfits, Waffen und Gadgets, sowie schwierigere Modi freischalten kann. Wer nach den unzähligen Stunden im Offline-Part von dem Spiel einfach nicht genug kriegt, wird hiermit sicherlich für mehrere zusätzliche Wochen beschäftigt sein. Einzig die Performance ließ in den Testsessions etwas zu wünschen übrig, wird durch Updates aber bestimmt verbessert werden.

Erst kürzlich legte das Actionfeuerwerk Just Cause 2 die Grafikmesslatte im Open-World Genre weit nach oben. Rockstar gelingt es mit Red Dead Redemption aber zu kontern und diesen Punkt wieder für sich zu erobern. Zwar stören hier und da einige Pop-Ups und die Weitsicht ist auch nicht ganz so beeindruckend wie bei Just Cause 2, dafür begeistert der Titel aber in allen anderen Bereichen. Die Charaktermodelle samt Animationen sind erstklassig, die Physikengine lädt zu sinnlosen Spielereien ein, die Texturen sehen ebenfalls klasse aus und das Wichtigste, das Westernsetting, wurde so gut umgesetzt wie in keinem anderen Spiel zuvor. Der Wilde Westen in Red Dead Redemption wirkt einfach viel lebendiger als die tropische Insel in Just Cause 2. Ebenfalls referenzverdächtig ist der Sound ist Red Dead Redemption. Angefangen bei der, Rockstar-typisch perfekten, englischen Synchronisation, bis hin zur stimmigen musikalischen Untermalung und dem tollen Raumklang bleiben hier keine Wünsche offen. Westernfans können auf der XBOX 360 natürlich auch Gebrauch von eigenen Musikstücken machen und mit bekannten Westernsoundtracks lässt sich das gute Stück natürlich noch besser spielen. ;-)

Fazit:
Red Dead Redemption ist ein Paradies für all jene, die sich nach einem perfekten Westerngame sehnten. Aber auch Spieler, die sich gerne in riesige Welten vertiefen, werden kaum ein besseres Spiel finden. Red Dead Redemption ist einfach viel mehr, als nur ein GTA mit Westernsetting. Es spielt sich angenehmer, aber auch actionreicher und hat sogar viele interessante Ideen parat. Technisch ist es die neue Referenz im Genre und der Mehrspielermodus macht auch jede Menge Spaß. Rockstar hat sich mit diesem Spiel selbst übertroffen und das quasi selbst erschaffene Genre perfektioniert. Auch wenn ihr mit Western nicht allzu viel am Hut haben solltet, dürft ihr euch dieses Meisterwerk nicht entgehen lassen. Ein verdammt heißer Anwärter auf den Titel “Game of the Year 2010”!

10/10