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Battlefield: Bad Company 2 – Review / Test

28 Mrz

Call of Duty: Modern Warfare 2 ist nicht nur kommerziell extrem erfolgreich, sondern führt auch seit Monaten die Onlineaktivitätslisten der PS3 und XBOX 360 an. Nun bekommt der Megahit aber eine ernst zu nehmende Konkurrenz aus dem Hause EA: Battlefield: Bad Company 2 von den schwedischen Onlinespezialisten DICE. Wird das Spiel Modern Warfare 2 vom Thron stoßen können? Wir verraten es euch in unserem Testbericht.

Battlefield: Bad Company war damals nicht nur die erste, eigens für Konsolen entwickelte Reihe, sondern bot erstmals auch eine Einzelspielerkampagne. Das besondere dabei war zum einen, dass man sich, Battlefield typisch, sehr frei bewegen konnte und zum anderen die Story mitsamt den Charakteren sich selbst nicht ganz ernst genommen haben. Da steckte einfach jede Menge Humor drin. In diesen Punkten hat sich bei Bad Company 2 sehr vieles geändert, vieles zum positiven, das meiste aber eher zum negativen. Die Freiheit wurde dem Spiel nämlich genommen und alles läuft nun extrem linear ab, wie man es auch vom Genreprimus Modern Warfare 2 kennt. Die Story baut zwar auf Teil 1 auf und auch der chaotische Squad ist vertreten, aber das Spiel ist nun ernster und setzt den Schwerpunkt auf eine bombastische Inszenierung der Marke Call of Duty. Das Spielerlebnis ist jetzt vielleicht intensiver und spannender, der Humor bleibt dabei aber größtenteils auf der Strecke. Aber keine Sorge, ganz ernst geht es hier nie zur Sache, diverse Dialoge bringen einen immer noch zum Lachen, nur eben nicht mehr so häufig. Lobenswert sind hingegen die viel abwechslungsreicheren Schauplätze. Hier kämpft man, wie im Vorgänger, nicht mehr nur in Georgien oder Russland, sondern auch in den USA, Japan, Bolivien oder auch Chile. Ebenfalls abwechslungsreich sind natürlich auch die unzähligen Waffen und Fahrzeuge im Spiel. Bedauerlich ist zwar, das Flugzeuge fehlen, dafür gesellen sich nun aber auch Jet-Skis und Quads zu den üblichen Fahrzeugen wie den Hubschraubern und Panzern dazu. Die Kampagne ist dabei ungefähr genauso lang wie im Vorgänger, im Ablauf aber straffer und kurzweiliger. Sogar Solisten kommen voll auf ihre Kosten, weil Bad Company 2 mit einer Spielzeit von rund acht Stunden deutlich länger ist, als der Großteil der Shooterkonkurrenz. Versteckte Funkstationen und freischaltbare Waffen motivieren zum Weiterspielen, genauso wie die gut ausgewählten Erfolge/Trophies. Dank drei verschiedener Schwierigkeitsstufen ist Bad Company 2 für so ziemlich jede Gruppe von Spieler geeignet. Kenner des Vorgängers werden mit der Steuerung natürlich keinerlei Probleme habe, Anfänger aber ebenso wenig, weil die Bedienung super angenehm und einfach zu handhaben ist.

Auch wenn sich die Singleplayerkampagne wirklich sehen lassen kann, ist sie aber im Grunde genommen lediglich eine Art Vorbereitung auf das Herzstück dieses Spiels: Den Mehrspielerpart. Hier spielt Bad Company 2 das volle Potential aus und lässt so ziemlich jeden anderen Genrevertreter alt aussehen. Dank zahlreicher Awards und freischaltbarer Waffen und Gadgets ist das Spiel so motivierend wie kaum ein anderer Shooter. Die Maps sind riesig und dank der zerstörbaren Umgebung kommt zusätzlich Freiheit und Taktik ins Onlinespielgeschehen. Mit den vier Spielmodi Eroberung, Rush, Squad-Rush und Squad-Deathmatch ist zudem für jeden der passende Spielmodus dabei und ganz harte Kerle können sogar auf einen Hardcoremodus zurückgreifen, der z.B. diverse Anzeigen ausblende und das Spiel allgemein noch schwieriger macht. Insgesamt können bis zu 24 Spieler auf den Konsolen miteinander zocken, auf dem PC sind es sogar 32 Spieler. Dank der Squadfunktion kann sich der Spieler dabei mit vier Spielern zusammen tun und nach dem Ableben, bei den Squadpartnern spawnen, was nicht nur für Unterstützung sorgt, sondern auch die Laufwege stark verringert. Bei Bad Company 2 ist deutlich mehr Teamplay gefragt, als bei Titeln wie Modern Warfare 2. Das gute an dem Spiel ist auch, dass man nicht unbedingt der perfekte Killer sein muss, um erfolgreich zu sein. Dank der verschiedenen Klassen punktet man auch, wenn man sich z.B. darauf spezialisert, Fahrzeuge zu reparieren, seine Leute zu heilen oder mit Munition zu versorgen. Abgesehen von den etwas zu starken Kampfhubschraubern ist Bad Company 2 auch perfekt ausbalanciert, für welche Klasse oder für welches Fahrzeug man sich auch entscheidet, man hat immer gute Chancen ordentlich zu punkten.

So genial der Mehrspielerpart auch ist, besitzt er Schwächen, die selbst der größte Battlefield-Fan nicht abstreiten kann. Die Anzahl der Maps könnten insgesamt nämlich höher sein und ein Mapvoting im Spiel wäre wünschenswert gewesen, da der Mapchange immer zufällig erfolgt und dadurch Karten oft wiederholt werden. Eine Spielervermittlung, wie man es von Halo 3 zum Beispiel kennt, hätte dem Titel auch nicht geschadet. Hier kann man sich nämlich nicht mit acht Mann in ein Spiel vermitteln lassen, dies ist nur mit der Squadfunktion für bis zu vier Spieler möglich. DICE hat vermutlich auch nicht mit so einem großen Ansturm auf das Spiel gerechnet, denn noch immer kommt es zu nervigen Problemen mit den Battlefieldserver die teilweise nicht einmal verfügbar sind. Auch der fehlende LAN-Support kratzt ein wenig an dem ansonsten so perfekten Eindruck.

Bad Company 2 basiert, wie der Vorgänger auch, auf der Frostbite-Engine, die hier aber stark aufpoliert wurde. Die Charaktermodelle sehen deutlich besser aus, die Landschaften wirken viel authentischer, die Effekte sind spektakulärer und auch so manche Textur ist jetzt hochauflösender. Hier lässt sich auch noch mehr zerstören, als es noch im ersten Teil der Fall war. Schade ist nur, dass die Häuser von innen ziemlich lieblos aussehen. Störend sind auch einige Grafikmankos wie teilweise auftretendes Tearing und leichte Pop-Ups. Dafür lässt es Bad Company 2 aber beim Ton mächtig krachen. Im Optionsmenü gibt es verschiedene Soundeinstellungen, während “Heimkino” schon für einen super Raumklang sorgt, fühlt man sich bei “Warfare” erst so richtig, wie auf einem Kriegsschauplatz. Absolut referenzverdächtig. Die Synchronisation des Titels ist aber ebenfalls prima gelungen und es stehen sogar mit Englisch und Deutsch zwei Sprachen zur Auswahl. Beide sind auf einem gleich hohen Niveau, während die deutsche Synchro aber einen Tick zu asynchron wirkt.

Fazit:
DICE liefert mit Bad Company 2 ein grandiose Action-Gesamtpaket ab. Die Solokampagne ist zwar etwas schwächer als im Vorgänger, all jene, die sich das Spiel nur wegen der Kampagne kaufen, kommen aber dennoch voll und ganz auf ihre Kosten. Technisch macht das Spiel einige Schritte nach vorne und kann, vor allem mit den sehr weitläufigen Maps, der gelungenen Synchronisation und natürlich der komplett zerstörbaren Umgebung begeistern. Das Meisterstück ist den Jungs aber mit dem sensationellen Multiplayermodus geglückt, der sogar Modern Warfare 2 alt aussehen lässt. Actionfans müssen hier unbedingt zugreifen.

9/10

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Battlefield 1943 Review (PS3 / XBOX 360)

14 Aug

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Battlefield 1942 zählt zu den meistgespielten Onlineshootern überhaupt und hat das Genre im Jahr 2002 zudem extrem voran getrieben und populär gemacht. Knapp sieben Jahre später bekommt dieser Klassiker nun ein Remake spendiert, welches überraschenderweise nicht über den Einzelhandel, sondern den Downloaddienst vertrieben wird. Ob dieses Spiel dem Anspruch dieser Reihe gerecht wird, zeigt diese Arcadereview.

Eines vorweg: Battlefield 1943 enthält, im Gegensatz zum Original, keine KI-Bots, daher wird dieser Titel ausschließlich Online gezockt. Gameplay-technisch haben die Entwickler alles beim Alten belassen. Noch immer bekämpfen sich zwei Nationen auf pazifischen Inseln und es gilt, die auf der Insel verstreuten Flaggenpunkte zu erobern. Der Spieler kann sich hierbei zwischen drei Klassen (Infantry, Rifleman und Scout) und verschiedenen Fahrzeugen (Jeep, Panzer, Flugzeug, Boot) entscheiden, welche allesamt unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich bringen. Insgesamt können bis zu 24 Spieler an einer Partie teilnehmen. Im Gegensatz zur Launchphase läuft das Spiel nun auch auf beiden Plattformen flüssig und der Spielspaß muss nicht mehr darunter leiden. Für eine Langzeitmotivation sorgen unterschiedliche Achievements und Onlineränge. Aktuell enthält Battlefield 1943 nur vier unterschiedliche Maps und das wäre auch so ziemlich der größte Kritikpunkt an diesem Spiel, denn auch wenn man mit den vier Maps hunderte von Stunden verbringen kann, wünscht man sich irgendwann auch mal ein anderes Setting als den Pacifik. Mithilfe von zusätzlichen Spielinhalten könnte EA dieses Manko allerdings problemlos beheben und davon ist auch stark auszugehen. Die Battlefield-Reihe hat ihren Ursprung auf dem PC, wo sich Egoshooter bekanntlich wesentlich besser steuern lassen. Aber keine Sorge, Battlefield 1943 orientiert sich an der sehr benutzerfreundlichen Steuerung von Battlefield Bad Company. Egal ob zu Fuss, mit dem Jeep, im Panzer, zu Wasser oder in der Luft: Dieses Spiel steuert sich tadellos und lässt keine Wünsche offen.

Technisch ist Battlefield 1943 etwas besonderes, denn abgesehen von Wipeout HD konnte noch kein Downloadgame eine solch hochwertige Akustik und Optik vorweisen.Verglichen mit aktuellen Shootern wie Resistance 2 oder vor allem Killzone 2 zieht das Spiel optisch allerdings den kürzeren, da es im Grunde nur auf der Battlefield Bad Company-Engine basiert. Die Animationen, Texturen und Explosionen können sich aber wirklich sehen lassen. Akustisch überzeugt das Game durch einen astreinen Soundtrack, realistische Waffensounds und natürlich einen bombigen Raumklang. Etwas anderes ist man von dieser Reihe auch nicht gewohnt. Im Großen und Ganzen ist die Technik also, vor allem für den geringen Anschaffungspreis, wirklich top. Da sollten sich andere Entwickler eine Scheibe von abschneiden.

Battlefield 1943 ist für 1200 MS Points bzw. 14,99 Euro erhältlich und zählt ohne Zweifel zu den teuersten Downloadtiteln. Dafür bekommt der Käufer aber auch so einiges geboten, denn größtenteils wirkt dieses Spiel wie ein Vollpreistitel aus dem Einzelhandel. Die Technik ist auf der Höhe der Zeit, das Gameplay ist zeitlos genial und der Onlinemodus macht einfach nur süchtig. Lediglich die Anzahl der Maps entspricht dem Umfang eines Arcadetitels.

Fazit:
Battlefield 1943 sprengt nicht ohne Grund sämtliche Verkaufsrekorde auf dem Downloadsektor, denn mit Ausnahme der geringen Mapanzahl steht der Titel beliebten Retailgames in nichts nach. Im Bereich der Downloadgames wird die Messlatte sogar regelrecht nach oben gelegt. Wer etwas für Onlineshooter übrig hat, muss sich dieses Spiel definitiv besorgen.

9/10

Battlefield: Bad Company (PS3/X360)

20 Jul


Pro:

– spannende Einzelspielerkampagne
– lustige Charaktere im Einzelspielerpart
– super Synchronisation
– toller Soundtrack
– genialer Multiplayermodus mit bis zu 24 Spielern
– freischaltbare Waffen
– viele abwechslungsreiche Waffen, Fahrzeuge und nützliche Gegenstände
– eine genial zerlegbare Umgebung
– wunderschöne Grafik
– ausführliche Onlinestatistiken
– großartiges Punktesystem welches Online extrem motiviert

Contra:
– stellenweise einige Soundprobleme
– teils nervige Grafikfehler (Kantenflimmern und Clippingfehler)
– bislang nur 1 Onlinespielmodus (ein weiterer wird aber gratis nachgereicht)
– Kampagne leider etwas kurz geraten
– an einigen Stellen etwas frustig (Singleplayer)

Fazit:
Battlefield: Bad Company kann die Genrereferenz Call of Duty 4 zwar nicht vom Thron stürzen, bietet aber dank der erfrischenden Story, einige innovativen Einfällen und einem tollen Onlinemodus eine gelungene Abwechslung. Wer es nicht so ernst mag, dürte dieses Spiel gegenüber CoD4 sogar bevorzugen. Fakt ist, dass die Battlefield Reihe endlich wieder zu bekannter Stärke zurückgekehrt ist und sich wieder einen festen Platz in diesem Genre erarbeitet hat. Aufgrund des sehr gelungenen Singleplayerparts ist das Spiel zudem auch endlich für Solisten sehr geeignet. Technisch liefert dieses Spiel auch eine mehr als respektable Leistung ab. 9/10