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Monster Hunter Tri – Review / Test

23 Mai

Über 10 Millionen verkaufte Einheiten können nicht täuschen, Capcom’s Monster Hunter-Serie zählt ohne Zweifel zu den erfolgreichsten Franchises der letzten Jahre, vor allem in Japan. Bislang war die Serie Sony-exklusiv, für Monster Hunter Tri ging Capcom allerdings mit Nintendo einen Deal ein und wir haben uns das fertige Produkt genauestens angesehen.

So erfolgreich die Monster Hunter Serie auch ist, in Europa und den USA ist das Spiel immer noch vielen Spieler kein Begriff. Darum möchten wir das Spielprinzip genauer erklären. Im Grunde beschreibt der Name es ganz gut, denn in Monster Hunter Tri geht es größtenteils darum, riesige Monster zu erjagen oder zu fangen und mit den damit erbeuteten Rohstoffen die Ausrüstung zu verbessern oder gar neu zu erschaffen. Dabei ist das Spiel keineswegs mit den üblichen Jagdsimulationen der Marke Deer Hunter zu vergleichen, sondern lässt sich eher als ein stark japanisch angehauchtes Action-RPG bezeichnen. Allerdings kann der, übrigens selbst erstellte Charakter, kann neue Fähigkeiten erlernen oder im Level aufsteigen, alles beschränkt ausschließlich auf das aufwerten der Rüstungen und Waffen. Genau dies macht aber den Reiz an der Serie aus und motiviert den Spieler dazu, es über Monate hin zu spielen. Da ist es auch vollkommen egal, dass Spiel Quests fast immer nach dem gleichen Prinzip ablaufen, die Hauptsache ist, dass am Ende neue Rohstoffe dabei herauskommen. So überschaulich und einfach das alles auch klingen mag, Monster Hunter Tri ist alles andere als einsteigerfreundlich. Das jagen der Monster, wetzen der Klingen, grillen des Fleischs und kombinieren von Items will gelernt sein und erfordert einige Stunden an Einarbeitungszeit. Hier leistete Capcom leider keine gute Arbeit, denn der Einstieg wird viele Spieler unnötig überfordern und viele dazu bringen, den Titel im Schrank liegen zu lassen. Der Schwierigkeitsgrad ist hingegen sehr angenehm, steigt mit der Zeit aber auch stark an, was kein Nachteil ist, denn selten ist man in Videospielen so stolz darauf, ein Monster besiegt zu haben. Gesteuert wird Monster Hunter Tri wahlweise via Nunchuk + Wiimote oder mit dem Classic Controller (Pro). Letztere Option wird empfohlen und geht wesentlich einfacher von der Hand. Auch wenn die Steuerung, aufgrund der Einstiegsprobleme, zu Beginn etwas überladen wirkt, ist sie im Großen und Ganzen doch sehr gut umgesetzt worden.

Monster Hunter Tri ist eines der wenigen Wii-Spiele, die einen über mehrere hundert Stunden hin beschäftigen werden. Das liegt unter anderem auch daran, dass es in zwei Zweige aufgeteilt ist, nämlich das Dorf und die Stadt. Das Dorf stellt dabei den Offlinepart des Spiels dar. Hier gilt es, wahlweise auch per Splitscreen zu zweit, diverse Quests zu erfüllen und der dünnen Storyline zu folgen. Online ist das ganze hingegen wesentlich größer aufgebaut. Hier kann man mit bis zu vier Leuten auf Monsterjagd gehen und es stehen einem, verglichen mit dem Offline-Part, sehr viel mehr Quests zur Verfügung. Mit jeder Quest erhält man hier Gildenpunkte mit denen sich der Gildenrang verbessern lässt. Es gilt, je höher der Gildenrang, desto schwierigere Quests stehen zur Verfügung. Dank dem mitgelieferten Wii-Speak kann man auch Chats verzichten und sich, in einer etwas enttäuschenden Qualität, über das Mikrofon unterhalten.

Monster Hunter Tri besitzt eine für Wii-Verhältnisse tolle Optik. Zwar ist hier immer noch einiges auf Gamecube-Niveau, aber, was die Weitsicht, die Modellierung und Animationen der Monster und die Vegatationen betrifft, sieht das Spiel spitze aus. Mit Ruckeleinlagen oder Pop-Ups kommt man es hier nie zu tun, dafür stören aber die häufig auftretenden Ladebildschirme. Musikalisch weiß Monster Hunter Tri ebenfalls zu gefallen, verfügt aber nicht gerade über eine große Auswahl an Songs. Auf eine Synchronisation hat Capcom komplett verzichtet, die Charaktere im Spiel kommunizieren in der üblichen “Sims-Sprache”, was aber auch nicht weiter stört.

Fazit:
Monster Hunter Tri ist der bislang beste Teil der gesamten Reihe und tut dem Softwarelineup der Wii unglaublich gut. RPG-Freunde, die sich gerne im Item-Sammelwahn befinden, werden mit diesem Spiel große Freude haben. Aber auch wenn ihr auf knackige und toll inszenierte Bosskämpfe steht, solltet ihr einen Blick auf dieses Spiel werfen. Zudem wird man auf dieser Konsole kaum ein besseres Onlinespiel finden und vom Umfang brauchen wir gar nicht erst anfangen, kein Wii-Spiel wird euch länger beschäftigen.

9/10

Dark Void – Review / Test

16 Feb

Der japanische Kultkonzern Capcom entwickelt seine Titel längst nicht mehr ausschließlich selbst. In Japan publisht Capcom bereits seit längerer Zeit bekannte Westtitel wie die Grand Theft Auto Serie und mittlerweile werden auch andere Entwickler damit beauftragt, für Capcom neue Franchises zu entwickeln bzw. alte wiederzubeleben. Aktuelle Beispiele: Bionic Commando von Grin und das Flugactiongame Dark Void vom hoch anerkannten Entwicklerstudio Airtight Games. Letzteres haben wir in diesem Review ausführlich getestet.

Dark Void spielt gegen Ende der 30er Jahre. Der Protagonist Will stürzt, gemeinsam mit seiner Ex-Freundin, bei einem Transportflug durch das mysteriöse Bermudadreieck ab und landet in einer völlig fremden Welt. Die Menschen in dieser Welt werden von einer gefährlichen Roboterspezies unterdrückt und als wäre dies nicht bereits schlimm genug, wollen diese sogar die Erde erobern. Für Will gilt es nun selbstverständlich, dieses Vorhaben tatkräftig zu verhindern und dem Bösen den Garaus zu machen.

Dark Void wurde von Airtight Games entwickelt, welche auf der Original XBOX und dem PC mit den Crimson Skies Titeln auf sich aufmerksam machten. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass auch Dark Void eine ordentliche Portion an Flugelementen besitzt, sind sie doch Spezialisten auf diesem Gebiet. Insgesamt ist Dark Void ein Genremix aus eben diesen Flugelementen (in diesem Fall mit einem Jetpack) und einem typischen Third-Person-Shooter mit Deckungsfeature. Ganz wie man es aus Gears of War oder eben auch den Uncharted Spielen kennt. Die Entwickler versprechen hierbei aber ein ganz besonderes Actionerlebnis, denn dieses “Cover-and-Shoot-Gameplay” findet nicht nur auf horizontaler, sondern auch auf vertikaler Ebene statt, was durchaus etwas Neues darstellt. Gewöhnt man sich aber an diese leicht schwindelerregenden Blick, verliert dieses Feature an Reiz. Ähnlich sieht es auch bei den Flugpassagen aus. Zu Beginn ist es eine spaßige Erfahrung, das Jetpack einzusetzen, durch die Gegend zu fliegen und gleichzeitig auch Gebrauch von dem Waffenarsenal zu machen. Irgendwann wirkt all dies aber nicht mehr ganz so innovativ, weil es einfach nicht ausreichend ausgefeilt wurde und im Grunde nicht mehr als ein netter Ansatz ist. Immerhin sorgt das Jetpack für eine freie Herangehensweise bei den Missionen. Der Spieler hat dadurch nämlich freie Wahl, ob er z.B. ein gegnerisches Raumschiff von oben oder unten infiltriert. Abgesehen von diesen zwei Features fehlt es Dark Void aber einfach an Originalität. Man hat alles schon mal irgendwo gespielt und der Spieler entdeckt hier zu wenig Neues, was ihn zu weiterspielen motiviert. Immerhin ist die Steuerung sowohl zu Fuß, als auch in der Luft, durchweg positiv gelungen und stellt absolut kein Hindernis dar. Ganz GTA-like ist es auch problemlos möglich, die UFOs der Gegner zu übernehmen und wie man es von diversen Actiontiteln kennt, erhält man durch jeden erledigten Gegner Orbs, die man in das Aufrüsten der Ballermänner investieren kann.

Der Wiederspielwert von Dark Void lässt leider extrem zu Wünschen übrig. Das Spiel ist bereits nach knapp sechs Stunden durchgespielt, es gibt während des Durchgangs keinerlei Nebenquests, die man hinterher nachholen könnte und von einem Mehrspielermodus, welcher sich durchaus angeboten hätte, fehlt jede Spur. Lediglich ein weiterer Durchgang auf einem höheren Schwierigkeitsgrad bietet sich an, während das Spiel auf “normal” angenehm fair ist, artet das Spiel auf höheren Stufen im Frust aus. Wer aber absolut nicht genug von diesem Spiel kriegen kann, der kann den kostenpflichtig Downloadcontent erwerben, welcher das Spiel um so genannte Überlebensmissionen bereichert.

Dark Void macht von der Unreal Engine 3 Gebrauch, holt aus dieser aber deutlich zu wenig heraus. Während das Design an sich, als Mix aus alten (trashigen) Sci-Fi Filmen und einem Hauch von Indiana Jones zu überzeugen weiß, gelingt dies den Texturen und Spezieleffekten nicht so recht. Egal ob es die Texturen, das Leveldesign, die Spezialeffekte oder die Animationen der Spielfiguren betrifft, Dark Void haut im Jahre 2010 einfach keinen mehr vom Hocker. Wirklich schlecht schaut das Spiel aber natürlich nicht aus. Man muss dem Titel auch anerkennen, dass er stets flüssig läuft und das Design, wie eingangs erwähnt, gefällt. Die akustische Leistung ist zum Glück aber wesentlich besser geworden. Die Umgebungsgeräusche sind sehr stimmig, die Dolby Digital Spur angenehm wuchtig, der Soundtrack ist auf höchstem Niveau und die englischen Synchronsprecher können ebenso überzeugen. Dadurch, dass der Protagonist vom bekannten Nathan Drake-Sprecher synchronisiert wird, kommen umso mehr Erinnerungen an Uncharted 2 auf.

Fazit:
Sicherlich fehlt es Dark Void an Originalität, durch die interessanten, aber nicht ausgereift umgesetzten Ansätze ist das neueste Franchise aus dem Hause Capcom aber bei weitem kein schlechtes Spiel geworden. Die Flugsequenzen gepaart mit den vertikalen Actioneinlagen bringen nämlich etwas frischen Wind ins Actiongenre. Das Problem ist nur, dass die Konkurrenz mittlerweile einfach zu stark ist. Wäre das Spiel zwei Jahre früher auf den Markt gekommen, hätte es sowohl spielerisch, als auch technisch mehr begeistern können. Somit ist Dark Void letzten Endes nur ein leicht überdurchschnittlicher Titel, den man bedenkenlos günstig vom Grabbeltisch abgreifen kann. Für Fans der Crimsons Skies Spiele ist der Titel aber ohnehin Pflicht.

7
/10

Resident Evil 5 Review (PS3 / XBOX 360)

23 Mrz

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Die Resident Evil-Reihe hat das Horrorgenre nicht nur revolutioniert, sondern auch kommerziell erfolgreich gemacht. Mit Resident Evil 5 erschien kürzlich der neueste Ableger des erfolgreichen Franchises, welcher durch das noch actionreichere Gameplay und das neue Setting bei vielen Resi-Fans für Skepsis sorgte. Ob diese Zweifel nun zurecht vorhanden sind, zeigt unsere Review.

Resident Evil 5 setzt die Storyline der Vorgänger konsequent fort. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Chris Redfield, welchen die meisten noch aus dem ersten Teil der Serie kennen dürften. Chris ist mittlerweile Mitglied der Bioterrorism Security Assessment Alliance (kurz B.S.A.A.) und wurde nach Afrika gesandt, weil Terroristen anscheinend in den Besitz von gefährlichen Biowaffen gelangt sind. Mit der hübschen Sheva Alomar bekommt er eine toughe Verstärkung, die ihm bei den Ermittlungen zur Seite stehen soll. Doch schnell wird klar, dass sich dieser Fall verzwickter und gefährlicher gestaltet, als zu Beginn vermutet und schon bald treffen Chris und Sheva auf alte Bekannte.

In Puncto Gameplay orientiert sich Resident Evil 5 deutlich an dem vierten Teil. Jedoch steht die Action nun noch mehr im Vordergrund und auf Schockeffekte und knifflige Rätseleinlagen wurde größtenteils verzichtet, was viele treue Anhänger verärgern könnte. Hinzu kommen allerdings die neuen kooperativen Gameplayelemente, die ein gehöriges Maß an Teamplay erfordern. Sheva und Chris sind die gesamten sechs Kapitel über auf einander angewiesen und müssen sich gegenseitig decken und Heilsprays, sowie Munition miteinander teilen. Einige Stellen können nur von Sheva erreicht werden, hierbei muss der Spieler ihr hoch helfen und anschließend (ggf.) Feuerschutz gewähren. Mit Ausnahme von einem (halbwegs) kniffligen Rätsel geht es in Resident Evil 5 hauptsächlich nur darum, Gegnerhorden zu eliminieren und sich mit Hilfe von Schaltern oder bestimmten Objekten Zugang zu neuen Levelabschnitten zu schaffen. Für Abwechslung sorgen zum einen sehr spaßige Fahrsequenzen und zum anderen die epischen Endgegner, die sich nicht vor Größen wie Metal Gear Solid oder God of War verstecken müssen. Allgemein ist die Action in Resident Evil 5 hervorragend in Szene gesetzt und durch die abwechslungsreichen Schauplätze wirkt das Game trotz der fehlenden Horror- und Rätselelemente nie eintönig. Dank fünf verschiedener Schwierigkeitsgrade (von „Amateur“ bis „Profi“) dürften selbst Neulinge einen guten Einstieg finden, Profis hingegen werden ausreichend gefordert. Mit einer Spiellänge von ca. 10 Stunden ist Resident Evil 5 zwar nicht gerade das längste Spiel, dank freischaltbarer Outfits, Waffen, Farbfilter und Charaktere ist aber für genügend Wiederspielwert gesorgt. Nach dem ersten Durchspielen wird sogar ein neuer Spielmodus namens „Söldner“ freigeschaltet. Hier gilt es dann, in einem gewissen Zeitraum möglichst viele Gegner zu eliminieren, damit Highscores erzielt werden. Die Steuerung wurde quasi 1:1 aus dem vierten Teil übernommen und wirkt mittlerweile etwas altbacken, zumal es immer noch nicht möglich ist, gleichzeitig zu laufen und zu schießen.

Eigentlich ist die künstliche Intelligenz von Sheva ziemlich gut gelungen. Sie ist zielsicher, teilt gerne ihre Munition und hilft einem mit Heilsprays aus der Klemme. Auf den höheren Schwierigkeitsgraden patzt die KI allerdings öfters und das Durchspielen wird immens erschwert. Daher sollte jeder sich spätestens ab dem Schwierigkeitsgrad „Veteran“ einen menschlichen Mitspieler zur Seite nehmen. Dies kann entweder online oder offline erfolgen und schon nach wenigen gemeinsamen Stunden wird deutlich, dass sich hier das kooperative Gameplay erst so richtig entfaltet und stundenlange Spielsessions vorprogrammiert sind. Zusammen mit einem Mitspieler kann man sich besser absprechen und die taktischen Aspekte des Titels kommen eher zum Vorschein. Neben dem Storymode kann im Übrigen auch der Söldner-Modus kooperativ absolviert werden. Außerdem hat Capcom kürzlich angekündigt, dass weitere Spielmodi folgen werden. Fans können sich auf (Team)Deathmatch-ähnliche Modi freuen. Da in Resident Evil 5 jedoch nur im Stehen geschossen werden kann, fragt sich, wie diese Modi ablaufen sollen.

Auch wenn Resident Evil 5 ein tolles Actionspiel geworden ist, kann es sich nur in einem Punkt von der harten Konkurrenz absetzen: Der Grafik. Was hier über den Fernseher erstrahlt, zählt mit zu dem Besten, was man in der heutigen Konsolengeneration bewundern durfte. Vor allem die Licht- und Schatteneffekte sehen einfach erstklassig aus. Gleiches gilt für die bombastischen Explosionseffekte und die butterweichen Animationen der Charaktere. Die Mimik der Hauptfiguren hinterlässt einen unglaublich authentischen Eindruck. Wunderschöne Texturen, eine enorme Detailvielfalt und zu guter Letzt eine überwiegend stabile Framerate runden diesen überaus positiven Eindruck ab. Resident Evil 5 ist allerdings auch ein Genuss für die Ohren. So ist das Game musikalisch sehr stimmig untermalt, was der verstörenden Atmosphäre sehr zu Gute kommt. Die Musik ist auch ziemlich passend platziert und läuft nicht ununterbrochen ab. Wenn es in Resident Evil 5 bedrohlich wird, kommt die Musik zum Einsatz und der Spieler kann die Gefahr bereits erahnen. Die perfekt synchronisierte, englische Sprachausgabe steht dem ganzen in nichts nach. Technisch betrachtet ist Resident Evil 5 also ein echtes Meisterstück.

Fazit:
Im Gegensatz zum Vorgänger setzt Resident Evil 5 keine neuen Maßstäbe, sondern ist einfach „nur“ ein verdammt gutes Actiongame geworden. Gameplaytechnisch hat das hier gebotene nicht mehr viel mit den beliebten Vorgängern zu tun und auch der Rätsel- und Horroranteil ist deutlich zurückgegangen. Hier liegt der Schwerpunkt auf der perfekt in Szene gesetzten Action in Verbindung mit dem kooperativen Gameplay. Wer sich damit anfreunden kann, dem sei dieses Spiel hiermit wärmstens empfohlen, zumal das Spiel vor allem mit Freunden extrem viel Spaß macht und es technisch allererste Sahne ist. Liegt einem jedoch besonders der Horrorfaktor am Herzen, so sollte man besser zu Spielen wie Siren oder Dead Space greifen.

9/10

Street Fighter IV Review (PC / XBOX360 / PS3)

8 Mrz

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Für viele ist Street Fighter II durch die zeitlose Kampfmechanik und die unvergesslichen Charaktere das beste Beat‘em‘Up aller Zeiten. Nach einigen Arcade Portierungen und Remakes für die XBOX 360 und die PS3 erscheint mit Street Fighter IV nun endlich wieder ein völlig neuer Teil der Serie und wir haben uns für euch in den Kampf begeben. Haben wir es hier mit dem neuen König des Genres zu tun oder wurde das Spiel zu unrecht gehyped?

Verglichen mit anderen großen Prügelserien wie Virtua Fighter, Soul Calibur oder Tekken beschränkte sich die Street Fighter-Serie immer auf eine Kampfebene und dies hat sich auch im vierten Teil nicht geändert. Trotz der hübschen 3D-Optik, auf die wir später genauer eingehen, ist das Gameplay in 2D gehalten. Dies hat dann auch den Vorteil, dass sich Street Fighter IV fast genauso, wie der mittlerweile 17 Jahre alte zweite Teil spielt und dieselbe enorme Spieltiefe aufweist. Kenner der Serie kommen daher sofort zu recht und bringen mit Leichtigkeit den ein oder anderen Spezialmove ihres Lieblingscharakters zu Stande. Die Charakterauswahl dürfte auch jedem Fan gefallen, denn neben den klassischen Fightern wie Ryu, Ken, Blanka, Chun Li oder Sagat sind auch Legenden wie Gouken, Gen oder Akuma anwählbar. Außerdem bekam der vierte Teil komplett neue Charaktere spendiert. Da wären zum Beispiel die toughe Agentin Crimson Viper, der aufgedrehte El Fuerte und Ken‘s Erzrivale Rufus. Jeder Charakter besitzt ein eigens für die Konsolenfassung entworfenes Intro (und Outro), welches im schicken Animestil gehalten ist und die Geschichte im Arcademodus voran bringt. Am Ende jedes Durchgangs wartet dann mit Seth ein ziemlich harter Endgegner auf euch, der selbst so manchen Profi ins schwitzen bringen wird. Insgesamt enthält Street Fighter IV acht verschiedene Schwierigkeitsgrade und selbst auf „kinderleicht“ stellt Seth vor allem für Anfänger ein Problem dar. Da heißt es üben, üben und nochmals üben und dafür bietet sich der Herausforderungsmodus förmlich an. Dieser ist wiederum in drei verschiedene Typen unterteilt. Im Time Attack-Modus gilt es, innerhalb einer bestimmten Zeit, eine gewisse Anzahl an Gegner zu besiegen, während der Spieler im Survival-Modus sich mit einer nur bedingt wieder auffüllenden Energieleiste durchboxen muss. Zu guter letzt wäre da noch der Trial-Modus bei dem innerhalb eines Zeitlimits verschiedene Moves ausgeführt werden müssen. Zur Verbesserung der Skills eignet sich dieser Modus auch am besten. All diese drei Modi sind jeweils auf dem Schwierigkeitsgrad „normal“ oder „schwer“ anwählbar. Natürlich ist neben dem Arcade- und der Herausforderungsmodus aber auch wieder der stinknormale Trainingsmodus dabei.

Die Kampfmechanik wurde nicht einfach nur übernommen, sondern auch durch einige nette Neuerungen erweitert. Da wäre zum Beispiel die Revenge-Leiste, die sich durch jeden eingesteckten Treffer füllt. Erblinkt ein „Ultra-Symbol“ kann der Spieler einen gefährlichen Ultra-Move ausführen, welcher teilweise mehr als die Hälfte der gegnerischen Energie abzieht und sich hervorragend als Finisher eignet. Die Super-Leiste funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip, jedoch füllt sich diese mit jedem geleisteten Treffer, jeder geblockten Attacke oder ausgeführten Spezialmoves. Bei Street Fighter IV ist nicht nur Können, sondern auch viel Taktik gefragt, das merkt man vor allem bei den neu eingeführten Focus-Attacken. Primär schaden sie dem Gegner, haben aber den taktischen Nebeneffekt, dass der Spieler damit eine Attacke des Gegners absorbieren kann. Man bekommt die abgezogene Energie bei geschicktem Einsatz dieses Moves also wieder gutgeschrieben. So einfach all diese Moves vielleicht klingen mögen, dahinter steckt sehr viel Übung. Mit einem normalen XBOX 360 Controller lassen sich diese Moves leider nur schwer umsetzen, mit dem Playstation 3 Pad funktioniert dies schon wesentlich besser. Spieler, die sich langfristig mit Street Fighter IV befassen möchten, sollten jedoch am besten zu einem Arcadestick greifen.

Der Multiplayermodus dürfte für die meisten das absolute Herzstück darstellen. In Street Fighter IV können die packenden Zweikämpfe sowohl offline, als auch online ausgetragen werden und dank des hervorragenden Balancing hat auch jeder Charakter die Chance auf einen Sieg. Dennoch werden online meistens Kämpfer wie Ryu, Ken oder Sagat verwendet. Während bei Titeln wie Soul Calibur oder Tekken oft auch Anfänger als Sieger vom Platz gehen, gewinnt in Street Fighter IV meistens auch der bessere Spieler. Durch einfaches button smashing kommt man hier nicht weit. Die Onlineumsetzung ist sehr gut gelungen und Lags treten nur sehr selten auf. Capcom hat angekündigt, weitere Inhalte online anzubieten und somit kann sich der Spieler unter anderem auf neue Kostüme, Charaktere (z. B. Dee Jay) oder gar Spielmodi freuen. Das so genannte Championship Mode Expansion Pack soll sogar gratis angeboten werden! Man darf also gespannt sein.

Technisch haben die Jungs von Capcom hier eine echte Meisterleistung abgeliefert. Keinem Spielefranchise gelang ein so grandioser Übergang in die Next-Gen! Hier stimmt einfach das Gesamtpaket. Die im Cell-Shading-Look gehaltenen Charaktere sind großartig animiert und detailliert gestaltet und die Stages versprühen den gleichen Charme wie vor 17 Jahren. Sämtliche Spezialmoves werden dank genialer Spezialeffekte optisch hervorgehoben und die Performance geht nie in die Knie. Hinzu kommt eine, vor allem für Beat‘em‘Up Verhältnisse, gelungene Präsentation in Form von stylischen Intros, Outros und Cutscenes. Die Musik hat definitv wieder Mal Ohrwurmpotential, einige dürften aber Probleme haben, sich mit der popigen Titelmusik anzufreunden. In Street Fighter IV kann sich der Spieler bei jedem einzelnen Spieler wahlweise für eine japanische, oder englische Synchronisation entscheiden. Da sollten sich andere Entwickler mal eine Scheibe von abschneiden.

Fazit:
Street Fighter IV wird dem Hype gerecht und darf ohne weiteres als die neue Referenz im Prügelsektor bezeichnet werden. Die unverwechselbaren und toll ausbalancierten Charaktere, die enorme Spieltiefe, der geniale Mehrspielermodus und natürlich die perfekte technische Umsetzung machen aus Street Fighter IV schon jetzt einen ganz heißen Anwärter auf das Spiel des Jahres. Dieses Spiel gehört in jede Sammlung!

10/10

Devil May Cry 4 – Review / Test (XBOX360/PS3)

22 Mrz
Bislang handelte es sich bei Devil May Cry um eine Playstation-exklusive Spielereihe. Mit dem vierten Teil hat sich dies aber völlig geändert. Sowohl auf der Playstation 3 als auch der XBOX 360 machen Dante und Nero den Dämonen das Leben schwer. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wie gut Capcom der Nextgen Einstieg dieser erfolgreichen Serie gelungen ist. Ein guter Grund, sich den Titel mal genauer anzusehen…

Der Spieler schlüpft zu Beginn des Spiels in die Rolle des neuen Charakters Nero. Dieser nimmt gerade an einer Zeremonie zu Ehren des Helden Sparda (Vater von Dante) teil, als plötzlich Dante hereinstürmt und ein Blutbad anrichtet. Und so macht sich Nero auf, um Dante aufzuhalten. Das klingt jetzt zwar alles sehr simpel, ich kann an dieser Stelle aber schonmal versichern, dass man im Verlauf des Spieles mit so manchen spannenden Wendungen rechnen darf. Und natürlich darf man später auch wieder Dante spielen. Zu Beginn muss der Spieler jedoch mit Nero vorlieb nehmen.

Obwohl sich beide Charaktere leider ziemlich ähnlich sehen, verfügen sie aber über unterschiedliche Fähigkeiten. So hat der Spieler bei Dante die Möglichkeit zwischen verschiedenen Kampfstilen zu wechseln, während Nero einen dämonischen Arm namens Devil Bringer besitzt, den man sowohl im Kampf als auch als Greifhaken einsetzen kann.

Am Spielprinzip haben die Entwickler zum Glück wenig geändert. Devil May Cry 4 spielt sich noch fast genau so, wie der geniale erste Teil. Und das ist auch gut so. Der Reiz am Spiel ist also nach wie vor, seine Gegner so stylisch wie möglich zu eliminieren, um eine möglichst gute Bewertung zu erhalten. Hin und wieder bringen einige Rätseleinlagen und Bossfights Abwechslung in den Spielverlauf. Mit Hilfe der eingesammelten Orbs lassen sich auch wieder neue Moves und Fähigkeiten, sowie wichtige Gegenstände erwerben. Der Schwierigkeitsgrad wurde dieses Mal gut angepasst, damit man das Spiel auch Anfängern schmackhaft machen kann. Selbstverständlich werden aber auch die erfahreneren Spieler gefordert. Und das nicht nur mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, sondern auch mit knackigen Bonusmissionen.

Das Kampfsystem lässt sich sowohl für Einsteiger, als auch für Profis anpassen, und dürfte überhaupt keine Probleme machen. Nero’s und Dante’s Aktionen gehen allesamt locker von der Hand. Etwas kritisch wird es nur, wenn die Kamera wieder einmal spinnt und die Übersicht verloren geht. Außerdem wird der Spielspaß etwas durch das nervige Backtracking gemindert. Alle Spielorte müssen leider wiederholt aufgesucht werden und so kommt eine gewisse Eintönigkeit auf. Nach sechs bis acht Stunden ist das Abenteuer aber dann auch schon beendet. Einige Extras werden zwar nach dem Durchspielen freigeschaltet, etwas mehr Umfang wäre dennoch wünschenswert gewesen. Zum Glück verfügt Devil May Cry 4 wenigstens über eine Online Highscoreliste.

Richtig genial ist den Entwicklern die grafische Umsetzung des Titels gelungen. Selten präsentierte sich ein Spiel so stylisch wie eben Devil May Cry 4. Das Charakterdesign ist einfach der Wahnsinn, die Zwischensequenzen großartig inszeniert und auch die Umgebung kann sich richtig sehen lassen. Ruckeleinlagen sind so gut wie nicht vorhanden und die gelungenen Animationen der Spielfiguren runden das Ganze dann ab. Einziger Kritikpunkt: einige Levels wirken lieblos gestaltet und es fehlt ein wenig an Abwechslung. Abgesehen davon ist DMC4 grafisch ein Brett. Soundtechnisch macht das Spiel eigentlich auch nichts falsch. Die englische Synchronisation ist mal wieder rundum gelungen und die Soundeffekte kommen in gewohnt guter Qualität daher. Richtig nervig ist jedoch, dass sich die Kampfmusik ständig wiederholt. So gibt es im Prinzip nur zwei Lieder (für jeden Charakter eines) und das geht einem, vor allem im späteren Spielverlauf, schon etwas auf den Geist. Hier wäre ein umfangreicher, rockiger Soundtrack echt wünschenswert gewesen.

Fazit:
Das Nextgendebüt von Devil May Cry ist Capcom voll und ganz geglückt. Anders als zum Beispiel beim kürzlich erschienenen Turok haben die Entwickler wenig am Setting und Gameplay geändert und verlassen sich auf das erfolgreiche Rezept der Vorgänger. Grafisch wurde alles zeitgemäß angepasst und DMC4 überzeugt mit einer nahezu fehlerfreien Optik, die so ziemlich jeden Fan vom Hocker reißen dürfte. Und bis auf das etwas störende Backtracking, die relativ kurze Spieldauer und den sich ständig wiederholenden Soundtrack gibt es kaum etwas wenig an dem Spiel zu bemängeln. Sollte man also wieder richtig Lust auf gute Actionkost haben, so ist Devil May Cry 4 definitiv das richtige Spiel. Kein Spiel auf dem Markt hat so viel Style, wie dieses hier!