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Section 8 – Review / Test

18 Nov

Erinnert Ihr euch noch an den PC-Shooter Starsiege Tribes oder dessen Nachfolger Tribes 2 und hofft sehnlichst auf einen würdigen Nextgennachfolger? Falls ja, könnte Section 8 eventuell das passende Spiel für euch sein.

Von Section 8 dürft Ihr euch keine großen Innovationen erhoffen, getreu dem Motto “Besser gut geklaut, als schlecht selbst erfunden” haben sich die Entwickler von TimeGate von zwei bekannten Mehrspielerserien abgeschaut: Tribes und Battlefield. Letzteres hat mit Section 8 insofern etwas gemeinsam, als dass es auch hier gilt, bestimmte Punkte zu erobern, zudem sind hier auch verschiedene Klassen verfügbar. Schaut man sich hingegen das Sci-Fi-Setting samt der riesigen Areale an, denkt man sofort an Tribes. Auch in Section 8 können Verteidigungstürme gebaut werden und ein Jetpack dient als Fortbewegungsmittel. Außerdem ähneln sich die Klassen sehr, was z.B. der Medic verdeutlicht. Wie bei Battlefield oder Tribes auch, liegt der Schwerpunkt bei Section 8 selbstverständlich auf dem Mehrspielermodus. Die Entwickler haben sich aber viel Mühe dabei gegeben, den Spieler bei der Stange zu halten und so können neben unterschiedlichen Offlinematches mit Bots auch diverse, kleine Singleplayerkampagnen gespielt werden. Diese sind insgesamt aber ausgesprochen kurz, weisen keine erwähnenswerte Story auf und müssen eher als ein längeres Tutorial verstanden werden. Dank der sehr guten Bot-KI ist Section 8 aber dazu in der Lage, auch offline für Spielspaß zu sorgen.

Doch kommen wir endlich zu dem Herzstück des Spiels: Dem Multiplayermodus. Via System-Link kann Section 8 mit bis zu 16 Spielern gezockt werden, online werden hingegen sogar Matches für bis zu 32 Spielern ermöglicht. Eine beachtenswerte Anzahl, zumal hier größtenteils alles lagfrei von statten geht. Neben dem normalen Modus, in dem es darum geht, Punkte zu erobern (bzw. zu verteidigen) und gegnerische Einheiten zu eliminieren, hat Section 8 auch einige weitere, interessante Modi zu bieten. Im Koop-Modus tritt ein Team aus menschlichen Spieler gegen den Computer an und der Modus “Superschwarm” erinnert stark an den Horde-Modus aus Gears of War. Wählt man den Modus “Ausgeglichen” wird stets dafür gesorgt, leere Spielplätze mit Bots zu füllen bzw. diese bei einem Eintritt eines Spielers wieder zu entfernen. Die Mehrspielerpartien wirken insgesamt sehr dynamisch und abwechslungsreich, während Tribes-Veteranen sich vermutlich schnell zurecht finden werden, haben Einsteiger jedoch einige Probleme, da das Spielprinzip ein wenig Eingewöhnungszeit erfordert. Die ganzen unterschiedlichen Klassen, Verteidigungstürme, Spielmodi und Fahrzeuge (Roboter, Panzer) werden den ein oder anderen Spieler durcheinander bringen. Die Steuerung trägt dabei aber keine Schuld, weil sie leicht einzuprägen ist und gut von der Hand geht.

Optisch besitzt Section 8 sowohl einige Lichtblicke, als auch Schattenseiten. Insgesamt werden hier, wie beim Gameplay auch, keine neuen Maßstäbe gesetzt, insgesamt hinterlässt der Titel aber auch hier einen souveränen Eindruck. Die Modelle der Spielfiguren sehen z.B. ziemlich gut aus und auch der Himmel, die Weitsicht, sowie einige Spezialeffekte und Waffen können sich echt sehen lassen. Andererseits wären da aber auch teils extrem verwaschene Texturen, altbacken wirkende Animationen und eine ausgesprochen lahme Präsentation. Einiges hiervon könnte man jedoch mit den wirklich riesigen Arealen entschuldigen und zudem muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass Section 8 stets flüssig läuft. Überrascht waren wir von der guten musikalischen Untermalung und der soliden, englischen Synchronisation. Die Dolby Digital Spur lässt es überwiegend zwar ordentlich krachen, aber der Raumklang ist bestenfalls durchschnittlich.

Fazit:
Section 8 ist ein grundsolider Shooter, der durch seinen interessanten Mehrspielerpart und die tolle Bot-KI überzeugen kann. Aber ist “grundsolide” in Zeiten von Halo, Killzone oder Resistance genug, um ausreichend Käufer anzulocken? Das darf bezweifelt werden. Wer diese großen Namen aber bereits ausführlich gespielt hat und auf der Suche nach neuer Shooterkost ist, der sollte Section 8 im Auge behalten. Zudem ist dieses Spiel mittlerweile sehr günstig zu haben und hat einige erfrischende Ideen parat.

7/10

Halo 3: ODST – Review / Test

21 Sep

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Das Halo-Franchise zählt mit Abstand zu den aktuell beliebtesten Spielreihen und umso erfreuter waren die Fans im vergangenen Jahr, als Bungie das Spin-Off Halo 3: ODST ankündigte. Wir konnten den Titel bereits durchspielen und verraten euch in dieser Review, ob das erfolgreiche Konzept auch ohne den Master Chief funktioniert.

Halo 3: ODST spielt zwischen den Geschehnissen des zweiten und dritten Halo-Teils. Die Allianz hat New Mombasa eingenommen und ist auf der Suche nach einem geheimen Objekt, welches den Krieg entscheiden kann. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Rookies, der Mitglied des Orbital Drop Shock Trooper-Squads ist. Bei deren Mission läuft so ziemlich alles schief und auf der Erde angekommen, ist der Spieler völlig auf sich allein gestellt. Sein Missionsziel ist es nun, zu überleben, die anderen Teammitglieder zu suchen und von diesem Schauplatz zu verschwinden.

Eines vorweg: Halo 3: ODST ist kein liebloses Addon, um an das schnelle Geld zu kommen, nein, hierbei handelt es sich um ein eigenständiges Spin-Off mit einer umfangreichen Singleplayerkampagne. Das Spiel ist dabei in zwei verschiedene Abschnitte unterteilt. In der Rolle des Rookies begibt man sich in Open-World-Manier auf die Suche nach seinen Teamkameraden und hält Ausschau nach versteckten Hinweisen. Hin und wieder bekommt man es mit einigen Patrouillen zu tun, aber im Großen und Ganzen ist der Actionanteil hier deutlich geringer. An den Zielschauplätzen angekommen, kommt es dann zu Flashbacks und der Spieler muss die Erlebnisse des jeweils gesuchten Soldaten nachspielen. Da jeder der Soldaten sich auf bestimmte Themengebiete spezialisiert hat, sind die Abläufe sehr abwechslungsreich. So gilt es in einer Mission eine Brücke in die Luft zu sprengen, während man in einer anderen wiederum im Warthog sitzend gegnerische Panzer ausschalten oder in einem völlig anderen Level seine Gegner mit Hilfe eines Scharfschützengewehrs eliminieren muss. Das Besondere bei Halo 3: ODST ist die völlig andere Spielmechanik, denn im Gegensatz zum Master Chief verfügen die Soldaten nicht über regenerierende Schilde oder andere Spezialfähigkeiten. Neben einem umfangreichen Waffenarsenal bekommen die Soldaten lediglich eine Art Nachtsichtgerät zur Verfügung gestellt. Diese ermöglicht es, dass der Spieler wesentlich durchdachter und taktischer agiert, was aufgrund der geringeren Energieleiste auch erforderlich ist. Letztere kann dann durch Medipacks wieder aufgefüllt werden. Dieses taktischere und realistischere Gameplay hat natürlich auch Auswirkungen auf den Schwierigkeitsgrad. Halo-Fans werden aber dennoch bestens damit zurechtkommen, da die Steuerung größtenteils übernommen wurde. Entgegen vieler Spekulationen ist die Singleplayerkampagne überraschend groß ausgefallen. Mit einer Spielzeit von sechs bis acht Stunden steht diese Halo 3 in nichts nach.

Dass Halo 3 bereits seit zwei Jahren regelmäßig an der Spitze der XBOX-Live-Charts anzutreffen ist, hat seinen Grund, denn der Mehrspielerpart zählte schon immer zu den Stärken dieser erfolgreichen Reihe. Im Falle von Halo 3: ODST wird aber alles bisher Dagewesene in den Schatten gestellt. Das Spiel kommt nämlich mit einer zusätzlichen DVD daher, die, mit Ausnahme der Koopkampagne, den kompletten Mehrspielerpart aus Halo 3 enthält. Sogar drei brandneue Maps sind dabei. Zusätzlich besitzt Halo 3: ODST aber auch einen eigenen Mehrspielermodus. Die komplette Kampagne kann sowohl online als auch offline kooperativ gespielt werden. Außerdem lässt der neue Firefight-Modus das Herz vieler Halo-Fans höher schlagen. Dieser lässt sich mit dem Hordemodus aus Gears of War 2 vergleichen, wirkt aber noch etwas tiefgängiger. Mit bis zu vier Spielern gilt es hier, eine Gegnerwelle nach der anderen zu besiegen. Doch Vorsicht: Der Munitionsvorrat ist nur sehr begrenzt und muss unter allen aufgeteilt werden. Dieser Modus erfordert also jede Menge Taktik und Teamplay und genau das macht ihn zu einem der coolsten Mehrspielermodi, den es in Halo je gegeben hat.

Technisch basiert ODST natürlich auf der zwei Jahre alten Halo 3-Engine. Für viele mag das nicht allzu positiv klingen, aber es hat auch seine guten Seiten. Dadurch konnten sich die Entwickler nämlich mehr auf den Feinschliff konzentrieren. Und in der Tat sieht Halo 3: ODST etwas schärfer und detaillierter als sein großer Bruder aus. Vor allem die Effekte sind nun viel zahlreicher vorhanden und tragen einiges zur etwas dunkleren Atmosphäre bei. Weniger überzeugend sind hingegen die Animationen und Charaktermodelle der Protagonisten. Verglichen mit aktuellen Genrevertretern wirken diese stark in die Jahre gekommen und alles andere als authentisch. Ansonsten wird Halo 3: ODST die Fans in dieser Hinsicht absolut zufriedenstellen. Der Sound legt sogar noch eine Schippe drauf. Dank der stimmigen Dolby Digital Spur wird die Anlage so richtig beansprucht und es rumst aus allen Lautsprechern. Der Soundtrack ist, verglichen mit den Hauptteilen, erfrischend anders und passt super zum Spielgeschehen. Einzig die deutsche Synchronisation kann wieder mal nicht vollständig überzeugen. Viele Sprecher wirken sehr lieb- und emotionslos, während andere hingegen viel Leidenschaft reingesteckt haben.

Fazit:
Mit Halo 3: ODST ist den Jungs von Bungie ein großartiges Spin-Off gelungen, welches eindrucksvoll beweist, dass Halo auch ohne den Master Chief jede Menge Spaß machen kann. Das etwas düsterere Setting und die taktische Spielmechanik tun der Serie sogar ausgesprochen gut und bringen viel Abwechslung in das Franchise. Die größte Stärke von Halo 3: ODST ist aber das Preis-/Leistungsverhältnis. Für knapp 45 Euro bekommt man eine umfangreiche Singleplayerkampagne, zwei geniale Koopmodi, einen Beta-Zugang zu Halo Reach und den kompletten Multiplayerpart aus Halo 3. Es spricht also rein gar nichts gegen diese Anschaffung, im Gegenteil, Halo 3: ODST ist eines DER Must-Haves in diesem Jahr. Halo-Fans werden absolut begeistert sein.

9/10