Tag Archives: Playstation 3

White Knight Chronicles – Review / Test

30 Mrz

Das japanische Entwicklerstudio Level 5 ist nicht nur für die sehr erfolgreichen Professor Layton-Titel auf dem Nintendo DS bekannt, sondern begeisterte auch mit weltklasse Rollenspielen wie Dark Cloud, Dark Chronicle, Dragon Quest VIII und Rogue Galaxy. Mit ca. 12 Monaten Verspätung erscheint ihr neuestes Werk White Knight Chronicles nun auch endlich in westlichen Gefilden und wir haben das Rollenspiel ausführlich unter die Lupe genommen.

White Knight Chronicles erzählt eine Geschichte, die man in etwas anderer Form leider schon in vielen anderen Rollenspielen erlebt hat. Im groben geht es hier darum, die Prinzessin zu retten und gleichzeitig auch den Mörder des Königs von Balandor zu finden. Ganz so belanglos, wie man es nun vielleicht vermuten würde, ist die Handlung insgesamt zwar nicht, verglichen mit Final Fantasy, Tales of Vesperia oder auch Lost Odyssey nimmt sie aber nur sehr langsam Fahrt auf und reißt den Spieler emotional einfach nicht so sehr mit. Trotz allem möchte man wissen, wie das Spiel ausgeht und viele interessante Charaktere haben auch ins Spiel gefunden.

Zu Beginn des Spiels erstellt man einen eigenen Avatar, dessen Aussehen man ganz nach belieben einstellen kann. Das interessante dabei: Diese Figur ist nur ein Nebencharakter, bleibt das ganze Spiel über still und ist primär für den Onlinemodus gedacht, welchen wir später genauer thematisieren. Das Aussehen des Avatars lässt sich erfreulicherweise an jedem x-beliebigen Speicherpunkt wieder reseten und der Spieler kann selbstverständlich auch die Kontrolle über die Maincharaktere übernehmen. Doch widmen wir uns mehr dem Gameplay zu, speziell dem interessanten Kampfsystem. Dieses erfolgt, wie in Final Fantasy XII, quasi in Echtzeit. Sobald sich der Angriffsbalken auffüllt, können Aktionen im Kampf ausgeführt werden. Der Übergang von der Spielewelt hin zu den Kämpfen erfolgt ohne lästige Übergangsvideos, sondern unmittelbar. Das Ganze erinnert also ziemlich an MMORPGs. Eigentlich ist das auch alles sehr positiv, das Problem ist aber, dass sich der eben genannte Angriffsbalken einfach viel zu langsam auffüllt und sich die Kämpfe damit unnötig in die Länge ziehen. Positiv ist dafür aber, dass sich die Aktionsleiste individuell anpassen lässt, indem man die unterschiedlichen Attacken/Zauber nach belieben einfügt. Neben unzähligen Items und Waffen, die sich auch aufbessern und sogar miteinander verschmelzen lassen, kann sich der Held Leonard auch in einen weißen Ritter verwandeln, welcher das Kampfgeschehen ordentlich auffrischt und alles viel actionreicher gestaltet. Mit jedem Levelaufstieg erhält der Charakter Fertigkeitspunkte, mit denen der Spieler neue Fähigkeiten und Angriffe erwerben kann. Gemessen an anderen Rollenspielen zählt White Knight Chronicles eher zur kürzeren Sorte. Die Mainstory ist nach höchstens 30 Stunden erledigt und hinzu kommt, dass der Titel insgesamt viel zu einfach ist, dadurch aber auch Anfänger anspricht. Das liegt zum Großteil auch an der, über weiten Strecken, tollen KI der Mitstreiter. Wählt man die Taktik “automatisch”, agieren die anderen Partymitglieder bereits nahezu perfekt, achten auf den Angriff, gleichzeitig aber auch darauf, dass man stets geheilt wird. So kommt es nur selten zu richtig harten Kämpfen, bei denen taktisches Vorgehen gefragt ist. Abseits der Mainstory bietet White Knight Chronicles aber, im Gegensatz zu Final Fantasy XIII, jede Menge. Man kann durch die hübschen Städte laufen, viele Shops aufsuchen, Unterhaltungen mit NPCs führen oder auch auf die Jagd nach seltenen Items gehen. Online können Rollenspielfans, in der Rolle des Avatars, sogar mit bis zu vier Spielern sehr kurzweilige Koop-Missionen bestreiten und dank dem Georama-Feature sogar eigene Städte aufbauen. Sony reicht regelmäßig sogar neue Missionen zum kostenlosen Download nach, wodurch sich die Anzahl der Missionen mittlerweile wirklich sehen lassen kann. All dies ist zwar auch offline möglich, aber mit KI-Mitstreitern kommt bei den Missionen einfach nicht viel Spaß auf. Kurz nach dem Release von Final Fantasy XIII wurde die WKC-Community jedoch sichtbar kleiner, weshalb es durchaus vorkommt, dass man lange auf einen passenden Spielpartner warten muss. Das Warten lohnt sich aber, denn es gibt nicht ohne Grund viele WKC-Spieler, die den Onlinepart weit über 500h gespielt haben. Wer auf der Suche nach einem guten Koop-RPG ist, muss hier unbedingt zugreifen.

White Knight Chronicles haut einen weder grafisch, noch akustisch vom Hocker. Man sieht dem Titel einfach an, dass es schon über 12 Monate alt ist. Die Animationen, Charaktermodelle und Texturen sind nicht up-to-date, dafür sehen die Landschaften aber sehr schön aus und auch die Architektur kann sich sehen lassen. Das Charakterdesign ist hingegen eher Geschmackssache und erinnert stark an die Final Fantasy Spiele, ist stellenweise aber viel zu ausgeflippt. Männliche Mitstreiter, die bauchfrei in den Kampf ziehen müssen nicht unbedingt sein. Die Cutscenes können natürlich nicht mit einem Final Fantasy XIII mithalten, sind aber trotzdem ausgesprochen gut gelungen. Lob gebührt auch der tollen englischen Synchro, die musikalische Untermalung ist ebenfalls ausgesprochen gut geworden. Bei japanischen Rollenspielen ist es ja leider oft der Fall, dass die Spiele nicht einmal über deutsche Untertitel verfügen. Im Falle von White Knight Chronicles trifft dies zum Glück nicht zu und die deutsche Übersetzung ist nahezu fehlerfrei. Da hat Sony gute Arbeit geleistet.

Fazit:
White Knight Chronicles ist leider zu einem falschen Zeitpunkt erschienen. Wäre es hierzulande, wie in Japan auch, bereits vor 12 Monaten auf den Markt gekommen, hätte es nicht nur spielerisch und technisch nicht mehr so angestaubt gewirkt, sondern, aufgrund des damaligen Mangels an J-RPGs auf der PS3, auch viel mehr Käufer gefunden. So wird es aber immer mit dem kürzlich veröffentlichten Final Fantasy XIII verglichen, welches vor allem audiovisuell und in Sachen Story in einer ganz anderen Liga spielt. Dennoch können Rollenspielfans, die von einer guten Portion Japanokitsch nicht abgeneigt sind, ruhig einen Blick riskieren, ein schlechtes Spiel ist WKC nämlich bei weitem nicht und allein der tolle Onlinemodus ist sein Geld wert.

8/10

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Final Fantasy XIII – Review / Test

28 Mrz

Die aktuelle Konsolengeneration hat zwar zahlreiche japanische Rollenspiele im Repertoire, aber so richtige Meisterwerke, wie man es aus den SNES- oder PSX-Zeiten kennt, blieben aus. Rollenspielfans setzten all ihre Hoffnung daher auf Final Fantasy XIII. Kurz nach Release zeigte sich allerdings, dass der Titel polarisiert wie kaum ein anderer. Enttäuschung des Jahres oder Rollenspiel-Meisterwerk? Diese Review zeigt, dass die Wahrheit mal wieder in der Mitte liegt.

Mit insgesamt 13 Hauptteilen und etlichen Spin-Offs zählt die Final Fantasy-Serie neben ruhmreichen Reihen wie Mario oder Mega Man zu den langlebigsten Spieleserien. Wieso die Serie dabei aber nie langweilig wird, liegt daran, dass die Teile storytechnisch nie miteinander verknüpft sind und jeder Teil andere Charaktere besitzt, zu unterschiedlichen Zeiten spielt und sich sogar anders spielen lässt. Final Fantasy XIII ähnelt dabei am ehesten Final Fantasy X, denn auch Teil 13 ist sehr Cutscene-lastig und verfügt über eine ähnliche Charakterentwicklung. Hier gibt es keine echten Levelstufen, stattdessen kann man die erhaltenen Erfahrungspunkte im Kristarium in einzelne Attribute oder Attacken investieren, mit verschiedenen, auf den ersten Blick unwichtigen, Items können später auch Waffen und Accessoires aufgepowert werden. Der Charakterbaum unterscheidet sich dabei je nach Paradigmen-Rolle. Verschiedenen Rollen wie Verteidiger, Augmentor, Manipulator, Verheerer, Heiler und Brecher bringen viel Taktik in das sehr interessante Kampfsystem. Dieses ist nicht mehr in Pseudo-Echtzeit, sondern läuft wieder rundenbasiert ab. Anhand der Angriffleiste kann der Spieler seine Angriffe nach belieben auswählen und einteilen. Enorm wichtig ist es aber, dass man, je nach Situation, im richtigen Moment die Rollen der Kämpfer wechselt. Sollte es in einem Kampf dann einmal eng werden, helfen nicht nur die üblichen Items, sondern auch die so genannten Espen, quasi herbei beschworene Kreaturen, die aber nicht immer zur Verfügung stehen.

Verglichen mit anderen Rollenspielen ist Final Fantasy XIII übrigens, vor allem zu Beginn, recht einfach. Zum Glück ändert sich dies aber im Laufe des Spiels. Überhaupt ist Final Fantasy XIII leider ein extremer Spätzünder. Wer sich bereits über ein zweistündiges Tutorial aufregt, dürfte hier förmlich ausrasten, denn bis alle Gameplay-Elemente zur Verfügung stehen, verstreichen MINDESTENS 20 (!!!) Stunden. Die Sache hat aber auch etwas gutes, denn Genreneulinge werden ganz langsam eingeführt und haben somit keinerlei Probleme mit der Bedienung des Titels. RPG-Fans werden sich dagegen etwas langweilen. Noch schlimmer ist allerdings die Tatsache, dass dieses Spiel in den ersten beiden drittel des Spiels viel zu linear abläuft. Das Spiel ist voll mit Schlauchlevels, besitzt daher ein gutes Tempo, aber trotzdem vermisst man es, durch die Städte zu schlendern und mit unwichtigen NPCs Unterhaltungen zu führen. Ab dem 11. Kapitel wird FFXIII zum Glück aber etwas freier, man kann sich viel freier bewegen und Sidequests annehmen. Städte oder gar Minispiele sucht man aber dennoch vergebens. Im Großen und Ganzen ist das Spiel einfach viel zu sehr auf die Handlung fixiert. Wobei man aber auch eingestehen muss, dass die Handlung und die Charaktere sehr interessant sind. Von dem üblichen J-RPG Kitsch bleibt dieses Spiel aber nicht verschont.

Über das Gameplay kann man sich streiten, audiovisuell sind sich aber alle darüber einig, dass Final Fantasy 13 hier großes leistet. Kein Spiel kommt mit spektakuläreren Zwischensequenzen daher und der Unterschied zur Ingamegrafik wird immer geringer. Das ist den tollen Modellen, den liebevollen Spielwelten, den sehr guten Gesichtszügen und natürlich auch den sehr ansehnlichen Texturen zu verdanken. Die Animationen sind insgesamt sehr gelungen, einige wirken aber etwas zu albern bzw. zu typisch japanisch. Der Soundtrack stammt zwar nicht mehr von der Legende Nubuo Uematsu, die Musik von Masashi Hamauzu ist aber trotzdem sehr bezaubernd und stimmig. Zur Verärgerung vieler Fans ist keine japanische Sprachausgabe verfügbar, die englische Synchronisation ist aber, vor allem für Genreverhältnisse, extrem gut geworden und vor allem überraschend lippensynchron. Final Fantasy 13 erscheint erstmals auch für die XBOX 360 und die Systemunterschiede halten sich zum Glück in Grenzen. Die Cutscenes sind bei der Playstation 3 Variante hochauflösender und auch allgemein sieht die PS3-Version einen Tick besser aus, aber die XBOX-Umsetzung kann sich dennoch sehen lassen. Aber Achtung: Hier wird das Spiel auf 3 DVDs ausgeliefert, während der PS3 Spieler mit einer Blu-Ray auskommen.

Fazit:
Mit Final Fantasy XIII haben wir es leider doch nicht mit dem erwarteten RPG-Megahit zu tun. Das Spiel macht es einem als Tester aber auch alles andere als einfach, denn was die Handlung, die Bedienung, das Kampfsystem, die Charaktere und die Präsentation betrifft, ist der Titel absolute spitze. Doch warum nur muss Final Fantasy XIII, vor allem in den ersten Spielstunden, so extrem linear ablaufen und kommt dabei auch noch größtenteils ohne jene Freiheiten aus, die man an diesem Genre so besonders zu schätzen weiß. Vielleicht möchte Square Enix das etwas angestaubte Genre wirklich in eine neue, auf das wesentliche beschränkte, Richtung steuern, in diesem Falle verzichtet das Spiel aber einfach auf zu viel altbewährtes und wird selbst so manchen alteingesessnen Final Fantasy-Fan der ersten Stunde enttäuschen. Natürlich ist Final Fantasy XIII aber alles andere als ein schlechtes Spiel geworden, wer aber großen Wert auf eine riesige und frei begehbare Spielwelt bzw. Städte mitsamt diversen Shops und interessanten NPC-Unterhaltungen legt, der greift lieber zu Alternativen wie Tales of Vesperia oder Lost Odyssey. Außerdem ist mit Resonance of Fate ja auch schon der nächste viel versprechende RPG-Titel erschienen.

8/10

Battlefield: Bad Company 2 – Review / Test

28 Mrz

Call of Duty: Modern Warfare 2 ist nicht nur kommerziell extrem erfolgreich, sondern führt auch seit Monaten die Onlineaktivitätslisten der PS3 und XBOX 360 an. Nun bekommt der Megahit aber eine ernst zu nehmende Konkurrenz aus dem Hause EA: Battlefield: Bad Company 2 von den schwedischen Onlinespezialisten DICE. Wird das Spiel Modern Warfare 2 vom Thron stoßen können? Wir verraten es euch in unserem Testbericht.

Battlefield: Bad Company war damals nicht nur die erste, eigens für Konsolen entwickelte Reihe, sondern bot erstmals auch eine Einzelspielerkampagne. Das besondere dabei war zum einen, dass man sich, Battlefield typisch, sehr frei bewegen konnte und zum anderen die Story mitsamt den Charakteren sich selbst nicht ganz ernst genommen haben. Da steckte einfach jede Menge Humor drin. In diesen Punkten hat sich bei Bad Company 2 sehr vieles geändert, vieles zum positiven, das meiste aber eher zum negativen. Die Freiheit wurde dem Spiel nämlich genommen und alles läuft nun extrem linear ab, wie man es auch vom Genreprimus Modern Warfare 2 kennt. Die Story baut zwar auf Teil 1 auf und auch der chaotische Squad ist vertreten, aber das Spiel ist nun ernster und setzt den Schwerpunkt auf eine bombastische Inszenierung der Marke Call of Duty. Das Spielerlebnis ist jetzt vielleicht intensiver und spannender, der Humor bleibt dabei aber größtenteils auf der Strecke. Aber keine Sorge, ganz ernst geht es hier nie zur Sache, diverse Dialoge bringen einen immer noch zum Lachen, nur eben nicht mehr so häufig. Lobenswert sind hingegen die viel abwechslungsreicheren Schauplätze. Hier kämpft man, wie im Vorgänger, nicht mehr nur in Georgien oder Russland, sondern auch in den USA, Japan, Bolivien oder auch Chile. Ebenfalls abwechslungsreich sind natürlich auch die unzähligen Waffen und Fahrzeuge im Spiel. Bedauerlich ist zwar, das Flugzeuge fehlen, dafür gesellen sich nun aber auch Jet-Skis und Quads zu den üblichen Fahrzeugen wie den Hubschraubern und Panzern dazu. Die Kampagne ist dabei ungefähr genauso lang wie im Vorgänger, im Ablauf aber straffer und kurzweiliger. Sogar Solisten kommen voll auf ihre Kosten, weil Bad Company 2 mit einer Spielzeit von rund acht Stunden deutlich länger ist, als der Großteil der Shooterkonkurrenz. Versteckte Funkstationen und freischaltbare Waffen motivieren zum Weiterspielen, genauso wie die gut ausgewählten Erfolge/Trophies. Dank drei verschiedener Schwierigkeitsstufen ist Bad Company 2 für so ziemlich jede Gruppe von Spieler geeignet. Kenner des Vorgängers werden mit der Steuerung natürlich keinerlei Probleme habe, Anfänger aber ebenso wenig, weil die Bedienung super angenehm und einfach zu handhaben ist.

Auch wenn sich die Singleplayerkampagne wirklich sehen lassen kann, ist sie aber im Grunde genommen lediglich eine Art Vorbereitung auf das Herzstück dieses Spiels: Den Mehrspielerpart. Hier spielt Bad Company 2 das volle Potential aus und lässt so ziemlich jeden anderen Genrevertreter alt aussehen. Dank zahlreicher Awards und freischaltbarer Waffen und Gadgets ist das Spiel so motivierend wie kaum ein anderer Shooter. Die Maps sind riesig und dank der zerstörbaren Umgebung kommt zusätzlich Freiheit und Taktik ins Onlinespielgeschehen. Mit den vier Spielmodi Eroberung, Rush, Squad-Rush und Squad-Deathmatch ist zudem für jeden der passende Spielmodus dabei und ganz harte Kerle können sogar auf einen Hardcoremodus zurückgreifen, der z.B. diverse Anzeigen ausblende und das Spiel allgemein noch schwieriger macht. Insgesamt können bis zu 24 Spieler auf den Konsolen miteinander zocken, auf dem PC sind es sogar 32 Spieler. Dank der Squadfunktion kann sich der Spieler dabei mit vier Spielern zusammen tun und nach dem Ableben, bei den Squadpartnern spawnen, was nicht nur für Unterstützung sorgt, sondern auch die Laufwege stark verringert. Bei Bad Company 2 ist deutlich mehr Teamplay gefragt, als bei Titeln wie Modern Warfare 2. Das gute an dem Spiel ist auch, dass man nicht unbedingt der perfekte Killer sein muss, um erfolgreich zu sein. Dank der verschiedenen Klassen punktet man auch, wenn man sich z.B. darauf spezialisert, Fahrzeuge zu reparieren, seine Leute zu heilen oder mit Munition zu versorgen. Abgesehen von den etwas zu starken Kampfhubschraubern ist Bad Company 2 auch perfekt ausbalanciert, für welche Klasse oder für welches Fahrzeug man sich auch entscheidet, man hat immer gute Chancen ordentlich zu punkten.

So genial der Mehrspielerpart auch ist, besitzt er Schwächen, die selbst der größte Battlefield-Fan nicht abstreiten kann. Die Anzahl der Maps könnten insgesamt nämlich höher sein und ein Mapvoting im Spiel wäre wünschenswert gewesen, da der Mapchange immer zufällig erfolgt und dadurch Karten oft wiederholt werden. Eine Spielervermittlung, wie man es von Halo 3 zum Beispiel kennt, hätte dem Titel auch nicht geschadet. Hier kann man sich nämlich nicht mit acht Mann in ein Spiel vermitteln lassen, dies ist nur mit der Squadfunktion für bis zu vier Spieler möglich. DICE hat vermutlich auch nicht mit so einem großen Ansturm auf das Spiel gerechnet, denn noch immer kommt es zu nervigen Problemen mit den Battlefieldserver die teilweise nicht einmal verfügbar sind. Auch der fehlende LAN-Support kratzt ein wenig an dem ansonsten so perfekten Eindruck.

Bad Company 2 basiert, wie der Vorgänger auch, auf der Frostbite-Engine, die hier aber stark aufpoliert wurde. Die Charaktermodelle sehen deutlich besser aus, die Landschaften wirken viel authentischer, die Effekte sind spektakulärer und auch so manche Textur ist jetzt hochauflösender. Hier lässt sich auch noch mehr zerstören, als es noch im ersten Teil der Fall war. Schade ist nur, dass die Häuser von innen ziemlich lieblos aussehen. Störend sind auch einige Grafikmankos wie teilweise auftretendes Tearing und leichte Pop-Ups. Dafür lässt es Bad Company 2 aber beim Ton mächtig krachen. Im Optionsmenü gibt es verschiedene Soundeinstellungen, während “Heimkino” schon für einen super Raumklang sorgt, fühlt man sich bei “Warfare” erst so richtig, wie auf einem Kriegsschauplatz. Absolut referenzverdächtig. Die Synchronisation des Titels ist aber ebenfalls prima gelungen und es stehen sogar mit Englisch und Deutsch zwei Sprachen zur Auswahl. Beide sind auf einem gleich hohen Niveau, während die deutsche Synchro aber einen Tick zu asynchron wirkt.

Fazit:
DICE liefert mit Bad Company 2 ein grandiose Action-Gesamtpaket ab. Die Solokampagne ist zwar etwas schwächer als im Vorgänger, all jene, die sich das Spiel nur wegen der Kampagne kaufen, kommen aber dennoch voll und ganz auf ihre Kosten. Technisch macht das Spiel einige Schritte nach vorne und kann, vor allem mit den sehr weitläufigen Maps, der gelungenen Synchronisation und natürlich der komplett zerstörbaren Umgebung begeistern. Das Meisterstück ist den Jungs aber mit dem sensationellen Multiplayermodus geglückt, der sogar Modern Warfare 2 alt aussehen lässt. Actionfans müssen hier unbedingt zugreifen.

9/10

God of War 3 – Review / Test

25 Mrz

In der griechischen Mythologie ist es eigentlich nie friedlich zugegangen. Immer wieder gab es rund um den Olymp blutrünstige Anfeindungen zwischen den Gottheiten und deren Abkömmlingen. Doch gegen diese göttliche Übermacht zum Angriff zu blasen, hatte bisher kaum einer gewagt.

Kratos, „Sohn des Pallas“, dürstet nach blutiger Rache. Rache für den Verrat, den die olympischen Gottheiten am spartanischen Krieger begangen haben. Doch selbst in der Allianz mit den mächtigen Titanen sind die Gottgleichen nicht so leicht zu bezwingen …

Under pressure … oder die Angst zu versagen
Es ist oft immer dasselbe. Eine talentierte Entwicklerschmiede erschafft eine neue Marke, wird vom Erfolg ihres Machwerks überrannt. Schnell wird der Ruf nach einem Nachfolger laut, die Publisher wittern schon die Gelddruckmaschine und die Fans wollen einfach nur wissen wie es weitergeht. An dieser Hürde sind bisher schon viele gescheitert. Oftmals konnten die Nachfolger nicht den Ansprüchen der Fangemeinde standhalten. Es gibt aber auch Ausnahmen, zu denen sich auch die bisher zweiteilige „God of War“ Serie zählen durfte.

Nun blasen Sony´s Santa Monica Studios zur finalen Attacke und wollen die Trilogie zu einem fulminanten Abschluss bringen. Die alte Hardware wurde schon bei den Vorgängern bis ins Mark ausgereizt. Um beim dritten Teil noch einmal glänzen zu können, war es nur die logische Konsequenz Kratos nun auf der PS3 Leben einzuhauchen. Und wie macht man das am besten? Richtig, man knüpft direkt dort an, wo Teil 2 endete. Im Verbund mit den Titanen erklimmt Kratos nun den Olymp, um seiner Blutlinie das zurückzugeben, was sie ihm angetan haben. Es ist schon sehr imposant, was die Entwickler hier auf unseren Screen zaubern. Im Gegensatz zum PS2 Vorgänger, wo diese Szene im Abspann noch in vorgerenderter Sequenz zu sehen war, ist in der aktuellen Fassung alles in Echtzeit berechnet. Wir bekommen also am Anfang des 3. Teils schon mal eine Kostprobe von dem, was uns im ganzen Spiel erwartet. Großes Kino !!!

Retrospektive
Überhaupt wird sich jeder „God of War“ Fan direkt in der nächsten Generation zurechtfinden. Alle Elemente, die bereits bei den Vorgängern für Verzückungen sorgten, finden sich in der gegenwärtigen Fassung wieder. Während die einen sich über fehlende Veränderungen im Gameplay beklagen werden, freuen sich die anderen einfach darüber, dass sich das Teil genauso spielt, wie seine genialen Vorgänger. Wie sagt man so schön? Never change a winning team. Einzige Ausnahme: Die Steuerung hat eine leichte Verzögerung, woran man sich aber relativ schnell gewöhnen dürfte. Übrigens: Wer die Vorgänger verpasst hat, sollte sich vielleicht mal die God of War Collection zu Gemüte führen, welche auch der LE von God of War 3 beiliegt. Die Grafik ist zwar nicht auf dem Niveau des 3. Teils, doch laufen Teil I & II in wunderschöner 720p Auflösung mit verbesserten Texturen flüssig über den Bildschirm und werden von einem kräftigen 5.1 Sound begleitet. Eigentlich ein Muss für Fans und alle, die es noch werden wollen.

Zurück zu Teil III. Ein Charakteristikum der GoW Serie waren in allen Teilen der Kampf gegen übermächtige und alleine schon durch ihre Größe überzeugende Gegner. Das ‚David gegen Goliath‘-Gefühl wird auch im aktuellen Teil wieder in Gänze befriedigt werden. Ohne jetzt spoilern zu wollen, wird Kartos gegen riesige Gegner antreten müssen, die ihn eigentlich wie lästiges Ungeziefer aussehen lassen. Doch vorher meuchelt sich Kratos Stück für Stück immer näher an seinen göttlichen Erzeuger heran. Dabei ist es ihm vollkommen gleich, wer sich ihm in den Weg stellt. Alle, die sich ihm stellen, werden mehr oder weniger brutal (eher mehr) den Weg in den Hades gehen. Diese fulminant in Szene gesetzten Bossfights sind auch im dritten Teil die richtigen Highlights und bekommt man in dieser Form und Qualität in keinem anderen Videospiel zu sehen. In God of War 3 geht es aber nicht ausschließlich ums Schnetzeln. Die Entwickler haben dem Titel einen sehr abwechslungsreichen Spielverlauf verpasst, der von gelegentlichen Rätselpassagen extrem aufgelockert wird. Der Anteil an nervigen Hüpfpassagen wurde dabei erfreulicherweise zurückgeschraubt. Zu Beginn des Spiels können sich die Spieler einen von vier verschiedenen Schwierigkeitsgraden aussuchen, wobei sogar der niedrigste eine Herausforderung darstellt, dabei aber stets fair ist. Die beiden Vorgänger sind für ihre recht kurze Spieldauer bekannt, bei God of War 3 hat der Umfang zum Glück stark zugenommen und selbst Veteranen sollten zehn Stunden mit dem ersten Playthrough beschäftigt sein. Aufgrund der motivierenden Trophies wird man ohnehin locker doppelt so lange mit diesem Spiel beschäftigt sein.

Die Schattenseiten
Keine Frage, God of War 3 ist ein großartiges Spielerlebnis, welches in den meisten Punkten vollends überzeugt. Aber wie jedes gute Spiel, ist auch Kratos dritte Abenteuer nicht fehlerfrei. Die Mankos lassen sich zwar an einer Hand abzählen und stören den Spielspaß nicht im Geringsten, dennoch sollte man ein paar Worte darüber verlieren. Das kaum veränderte Gameplay stellt vermutlich den größten Kritikpunkt dar, ebenfalls etwas störend ist die viel zu simple und überraschungsfreie Story, die, verglichen mit dem zweiten Teil, nicht mithalten kann. Außerdem ist God of War 3 wieder einmal extrem linear geworden, etwas mehr Freiheiten würden der Serie vielleicht ganz gut tun. Zu guter Letzt wäre da noch das Backtracking, welches dem Spielablauf etwas schadet. Einige Orte werden im Laufe des Spiels einfach zu oft (wiederholt) aufgesucht.

Only possible on Playstation 3?
God of War 3 ist, wie erwartet, eine echte Augenweide, die technisch alles richtig macht. Das Art Design und die Architektur sind überragend, die Texturen extrem hochauflösend, Modelle und Animationen sind Spitzenklasse und die oftmals gelobte Inszenierung/Präsentation lässt die Kinnlade bis zum Boden herunter klappen. Zudem läuft das Game stets butterweich und kommt sogar dank einer Streamingtechnologie ohne Ladezeiten aus. Besser geht es kaum. God of War 3 wurde auch wieder einmal bestens vertont und lässt auch in diesem Punkt keine Wünsche offen. Die Synchronisation ist sowohl in Englisch als auch Deutsch sehr überzeugend und die musikalische Untermalung trägt einiges zur “Epicness” dieses Titels bei. Ein wahrer Ohrenschmaus ist aber die unglaublich wuchtige Dolby Digital Spur, die absolut referenzverdächtig ist. Insgesamt zählt die technische Leistung dieses Titels konsolen- und genreübergreifend einfach mit zum Besten. Es ist durchaus berechtigt, dass hier die Frage aufkommt, ob diese Technik in dieser Qualität auch auf der XBOX 360 möglich gewesen wäre. Wir werden es leider nie erfahren…

Fazit:
Eigentlich müsste God of War 3 im Duden als Beispiel für “episch” aufgelistet werden. Unglaublich, was für ein Actionfeuerwerk die Jungs der Santa Monica Studios hier entfachen. Optisch übertrifft dieses Meisterwerk teilweise sogar Uncharted 2. Was die Inszenierung betrifft, ist das Spiel sowieso der absolute Spitzenreiter. Spielerisch bleibt hier zwar fast alles beim Alten, was aber nicht wirklich stört, ist das Gameplay der Vorgänger doch bereits so gut wie perfekt gewesen und, vielleicht mit Ausnahme von Bayonetta, allen Genrekonkurrenten weit voraus. Viel erfreulicher ist doch nunmal, dass die Story zufriedenstellend abgeschlossen wird und alle Hack`n`Slay Fans mindestens zehn Stunden bestens unterhalten werden. Bravo Sony, hier haben wir es mit einem ganz heißen Game of the Year-Anwärter zu tun!

9/10

Yakuza 3 – Review / Test

17 Mrz

Am 26. Februar 2009 erschien in Japan ein Spiel, welches in aller Welt heiß erwartet wurde: Yakuza 3. Während sich die Reihe im fernen Ost wie geschnitten Brot verkaufte, floppten die beiden Vorgänger leider hierzulande. Dies war auch der Grund dafür, weshalb ein West-Release des dritten Teils in den Sternen stand. Über ein Jahr später hat SEGA aber Erbarmen gezeigt und das Spiel doch noch in Europa und den USA veröffentlicht. Der folgende Test zeigt, wieso sich das Warten gelohnt hat.

Die Yakuza-Serie ist vermutlich nur den wenigstens Gamern ein Begriff, deshalb möchten wir an dieser Stelle noch einmal kurz erläutern, was den Spieler hier gameplaytechnisch überhaupt erwartet. Für viele Gamer ist die Serie so eine Art kleiner Bruder der ruhmreichen Shenmue-Reihe, denn auch hier läuft der Protagonist durch eine fernöstliche Großstadt, folgt einer spannenden Haupthandlung oder verbringt seine Zeit mit Minigames, Shoppingtouren oder Unterhaltungen mit den Einwohnern. Die Kämpfe werden auch hier mit Martial Arts-Künsten ausgetragen, allerdings kann man in Yakuza auch Gebrauch von umherliegenden Gegenständen/Waffen machen, ganz wie man es aus SEGA-Klassikern wie z.B. Streets of Rage kennt. Die kinoreif in Szene gesetzten (und teilweise sehr langen) Zwischensequenzen erinnern ebenso an Shenmue, wie die zwischenzeitlich auftauchenden und von vielen gehassten Quick-Time-Events. Was Yakuza aber hauptsächlich von den Shenmue-Teilen unterscheidet sind die Action-RPG Elemente. Wie man es aus zahlreichen japanischen Rollenspielen wie zum Beispiel Final Fantasy kennt, besitzt auch Yakuza 3 mehr oder weniger zufallsgenerierte Kämpfe die, nach erfolgreichem Ausgang, für Erfahrungspunkte sorgen, mit denen der Spieler wiederum seine Fähigkeiten aufleveln kann. Grinden ist hier ebenfalls möglich und viele verschiedene Tränke oder Lebensmittel füllen den Gesundheitsbalken wieder auf.

Eine der absoluten Stärken von Yakuza 3 ist der unglaubliche Umfang. Folgt der Spieler ausschließlich der Hauptstory ist der Titel nach 15 bis 20 Stunden beendet. Dieser Teil macht allerdings höchstens 10% des gesamten Spiels aus. Der Großteil von Yakuza 3 besteht nämlich aus den sehr abwechslungsreichen Nebenbeschäftigungen. Man kann hier ganz gemütlich durch die beiden Städte Okinawa und Tokyo laufen und unterschiedliche Arten von Locations aufsuchen. Neben diversen Läden gibt es selbstverständlich auch verschiedene Restaurants oder Kneipen. Zahlreiche, sehr liebevoll umgesetzte Minispiele sorgen für eine noch höhere Langzeitmotivation. Beispiele gefällig? Der Spieler kann sich zum Beispiel in eine Spielhalle begeben und einen Sidescroller am Automaten zocken, den Golfplatz aufsuchen, in einer Bar Billard oder Dart spielen, die Bowlinghalle unsicher machen, in weiblicher Begleitung eine Karaokebar besuchen oder eine Partie Poker spielen. Und das sind nur einige Beispiele. Zusätzlich kann man aber auch insgesamt 123 Nebenmissionen absolvieren, versteckte Schlüssel suchen oder mit dem Handy besondere Schnappschüsse machen, um neue Fähigkeiten zu erlernen. Hier wird es einfach niemals langweilig und wenn man darauf aus ist, Yakuza 3 zu 100% zu beenden, wird man mindestens 60h mit diesem Spiel verbringen. Der Schwierigkeitsgrad ist im übrigen stets fair, verschiedene Schwierigkeitsstufen sorgen dafür, dass für jeden Spieler das passende dabei ist. Scheiter man öfters an einem bestimmten Endboss bekommt der Spieler sogar die Möglichkeit, für diesen einen Kampf den Schwierigkeitsgrad herunter zu senken. Das ist nicht nur vorbildlich, sondern sorgt auch dafür, dass so gut wie niemals Frust aufkommt und man sich ganz auf die riesige Welt konzentrieren kann. Die Steuerung stellt einem ebenso wenig ein Bein und geht ziemlich einfach von der Hand.

Was geschnitten wurde:
Natürlich ist Yakuza 3 nur ein Nischenprodukt, aber trotzdem weist die Serie eine große Fangemeinde auch in westlichen Gefilden auf. Viele Fans haben sich daher wahnsinnig darüber gefreut, dass der Titel, über ein Jahr nach dem Japan-Release, doch noch in Europa und den USA veröffentlicht wird. Die Freude wurde allerdings ein wenig getrübt, da SEGA offiziell bekannt gegeben hat, dass die westliche Fassung gegenüber dem Original “leicht” geschnitten ist. Jedoch nicht was die Gewaltdarstellung betrifft, es sind in diesem Fall inhaltliche Schnitte. Offiziell heißt es, dass die Hostessclubs, sowie ein Japan-Quiz entfernt wurden, in Wahrheit wurde aber noch wesentlich mehr herausgeschnitten. Das Intro wurde komplett geändert und von insgesamt 123 Nebenquests, die teilweise, wunderschöne Storys beinhalten, blieben letzten Endes nur noch 101 Nebenmissionen übrig. Es wurden also fast 20% aller Sidequests geschnitten! Da bleibt natürlich die Frage, ob das westliche Publikum mit den herausgeschnippelten Quests wenig hätte anfangen können, oder SEGA einfach nur zu faul war, diese zu übersetzen. Aber egal: Fakt ist, dass Yakuza 3 immer noch einen immensen Umfang besitzt und man locker 50 bis 60 Stunden mit diesem Spiel verbringen kann.

Yakuza 3 ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Ansprüche der Gamer, was die Grafik der aktuellen Konsolengeneration betrifft, immer weiter steigen. Als das Spiel vor einem Jahr in Japan auf den Markt gekommen ist, staunten viele über die tolle Optik dieses Spiels. Speziell die Animationen der Spielfiguren und deren Gesichtszüge waren ein echter Hingucker. Ein Jahr später haut Yakuza 3 aber leider keinen mehr so richtig vom Hocker, obwohl wir uns noch in der gleichen Konsolengeneration befinden. Die gerade angesprochenen Gesichtszüge können sich aber nach wie vor sehen lassen, es ist viel mehr die gesamte Umgebung die etwas altbacken wirkt. Trotz allem ist das technische Gesamtergebnis immer noch über dem Durchschnitt angesiedelt, weil die gesamte Welt von Yakuza 3 eben auch unglaublich detailverliebt gestaltet wurde und es überall, an jedem Werbeplakat etwas zu entdecken gibt. Der Sound ist hingegen absolut up-to-date. Der Soundtrack ist spitze und passt perfekt zum Yakuza-Szenario und die Synchronisation ist extrem hochwertig, allerdings auch nur in japanisch verfügbar. Zudem ist es erforderlich über ausreichend Englischkenntnisse zu verfügen, weil SEGA auf deutsche Untertitel verzichtet hat. Aber über diesen Punkt möchten wir auch gar nicht meckern, schließlich sind wir froh darüber, dass es dieser Titel überhaupt in den Westen geschafft hat.

Fazit:
Das Warten hat sich gelohnt! Auch wenn Yakuza 3 mittlerweile über zwölf Monate auf dem Buckel hat, kann es vollends überzeugen und stellt ein wahres Fest für alle japanophilen Videogamer dar. Technisch sieht man dem Titel zwar sein Alter an, dennoch hat das Spiel so seine optischen Lichtblicke und zählt noch längst nicht zum Durchschnitt. In Puncto Umfang ist das Game der reinste Wahnsinn und wird dank der vielen Minigames, Nebenmissionen und Orte, die es zu entdecken gibt, über Wochen hin beschäftigen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich dieses Spiel im Westen oft genug verkauft, damit SEGA den vierten Teil nachliefert, welcher bereits diese Woche im fernen Osten veröffentlicht wurde.

9
/10

MX vs. ATV Reflex – Review / Test

7 Mrz

Das Entwicklerteam Rainbow Studios ist bekannt für seine guten Motocrossgames. Mit ihrem neuesten Werk MX vs. ATV Reflex möchte man nun aber sogar den gesamten Offroadmarkt ansprechen und es mit Titeln wie Motorstorm oder Dirt 2 aufnehmen. Das folgende Review verrät, ob ihnen dieses Vorhaben gelungen ist.

MX vs. ATV Reflex ist, wie der Titel es bereits vermuten lässt, kein pures Motocrossgame. Das Spiel lässt sich eher als eine etwas realistischere Variante von Motorstorm bezeichnen, denn auch hier sind neben Motocrossbikes auch ATVs, Buggys und sogar Sporttrucks enthalten. Realistischer ist der Titel deshalb, weil es sich vom gesamten Aufbau natürlich eher an den typischen Motocrossgames orientiert, Tricks eine wichtige Rolle spielen und Explosionen und dergleichen, wie man es von Motorstorm kennt, natürlich nicht enthalten sind. Das Herzstück ist hierbei der Karrieremodus, welcher viele unterschiedliche Renntypen enthält. Neben normalen Rundenrennen, die sowohl indoor, als auch outdoor ausgetragen werden, gibt es auch Checkpointrennen, Freestyleevents und auch Freeride-Herausforderungen. Die Anzahl der Strecken geht vollkommen in Ordnung und ist mit unterschiedlichen Austragungsorten auch sehr passend ausgesucht. Bestimmte Events erfordern spezielle Fahrzeuge, die man käuflich erwerben kann. Meistens steht es dem Spieler aber frei, welche Fahrzeuge er verwendet. Anders als in Pure können die Fahrzeuge nicht aufgetunt werden, lediglich ein sehr simpel aufgebautes Setup kann angepasst werden. Der Schwierigkeitsgrad von MX vs. ATV Reflex ist übrigens recht knackig. Vor allem Anfänger haben zu Beginn einen sehr schweren Einstieg, zum Ende hin wird das Spiel dank einer guten Lernkurve aber nur noch wenig Schwierigkeiten bereiten. Das Fahrgefühl der Motocrossbikes ist, wie man es von den Jungs der Rainbow Studios gewohnt ist, tadellos, die Sporttrucks hingegen steuern sich leider etwas zu träge.

Zu den größten Stärken des Titels zählt ohne Zweifel die innovative Steuerung. Zur Erklärung: Mit der rechten Schultertaste beschleunigt man das Gefährt, während man mit dem linken Stick in die bestimmte Richtung lenkt. Der rechte Stick hat dabei mehrere Funktionen. In Verbindung mit dem linken Bumper können kinderleicht unzählige Stunts ausgeführt werden, gleichzeitig kann der Spieler bei einer unsanften Landung damit aber auch QTE-ähnlich die Körperhaltung korrigieren, um einen Sturz zu verhindern. Mit dem rechten Stick kann man sich zudem in Kurven in bestimmte Richtungen lehnen, um das Durchfahren nochmals zu vereinfachen bzw. für mehr Tempo zu sorgen.

Wie es sich für einen guten Offroadtitel gehört, besitzt MX vs. ATV Reflex einen sehr spaßigen Mehrspielermodus. Während offline nur Spiele für bis zu zwei Spieler ermöglicht werden, geht es online so richtig zur Sache, denn hier können bis zu 64 Spieler miteinander zocken, wobei dies stark vom Spielmodus abhängt. Neben normalen Rennen oder auch Turnieren lockern diverse Minigames das Spielgeschehen auf. In einem Spielmodus geht es z.B. darum, Capture the Flag-ähnlich einen Ball so lange wie möglich in Besitz zu halten. Die Onlineperformance des Titels ist dabei stets vorbildlich und nur selten kommt es zu Lags. Es steht noch in den Sternen, ob künftig neue Downloadinhalte angeboten werden, dies ist vermutlich auch abhängig vom Erfolg des Spiels.

Technisch zeigt sich MX vs. ATV Reflex leider nicht ganz von der besten Seite. Insgesamt sieht das Game überdurchschnittlich gut aus, kann aber nicht im Geringsten mit anderen Offroadgames der Marke Motorstorm, Dirt oder Pure mithalten. Dies liegt zum einen an den nicht zeitgemäßgen Texturen, zum anderen aber auch an technischen Patzern wie Pop-Ups oder Freezes. Hinzu kommt das Fehlen von Wettereffekten, welches bei Titeln dieser Art natürlich eine große Rolle spielt. Lobenswert ist hingegen der veränderbare Untergrund. Die Fahrzeuge hinterlassen sichtlich Spuren auf den Strecken und dadurch kann, bis zur letzten Kurve, der gesamte Ablauf verändert bzw. entschieden werden. Was den Sound betrifft, hinterlässt das Spiel einen zwiespältigen Eindruck. Die Motorensounds wirken einfach nicht authentisch genug, während der rockige Soundtrack bestens zum Geschehen passt.

Fazit:
Den Rainbow Studios ist mit MX vs. ATV Reflex ein tolles Offroadgame gelungen, welches technisch zwar nicht mit Konkurrenztiteln wie Motorstorm, Dirt 2 oder Pure mithalten kann, dafür aber dank der Unmengen an Fahrzeugen, Strecken und Renntypen begeistert. Die komplett neue Steuerungsmethode ist zudem super gelungen und könnte das komplette Genre inspirieren. Multiplayertechnisch lässt das Spiel keine Wünsche offen und daher müssen wir letzten Endes eine klare Kaufempfehlung an alle Offroadfans aussprechen.

8/10

Bayonetta – Review / Test

16 Feb

Bei Genrefans stand Bayonetta vermutlich seit der Ankündigung auf der Most-Wanted-Liste. Die Allgemeinheit wurde aber erst durch Traumwertungen der Famitsu oder des EDGE-Magazins auf Bayonetta aufmerksam. Die folgende Review soll aufklären, ob es sich bei diesem schrillen Actionporno wirklich um einen der besten Spiele aller Zeiten handelt.

Normalerweise sollte man in einer guten und ausführlichen Review immer ein paar Worte zur Story verlieren. Im Falle von Bayonetta ist das jedoch nicht ganz einfach. Die Handlung ist nämlich alles andere als oberflächlich und durchschaubar und, wie das Spiel selbst, total abgedreht. Man wird teilweise sogar an einen “Mindfuckfilm” der Marke David Lynch erinnert. Grob gesagt geht es in Bayonetta aber darum, in der Rolle der gleichnamigen Umbra-Hexe den Grund für deren Auferstehung herauszufinden, Engelsgestalten in den Hintern zu treten und natürlich die Welt zu retten.

Doch zu welcher Art von Videospiel zählt Bayonetta überhaupt? Das Gameplay lässt sich am ehesten mit der Devil May Cry-Serie vergleichen. Es wird auch oft als billige Nachahmung dieses Franchises beschimpft, was jedoch völliger Unfug ist, weil es zum einen auch viel Neues zu bieten hat und außerdem auch von ehemaligen Capcom- bzw. Clover Studiomitarbeitern entwickelt wird, welche Resident Evil und Devil May Cry erst berühmt machten.

Und so steuert der Spieler Sexyhexie-Bayonetta durch unglaublich bunte und abgefahrene Welten, metzelt Engel nieder und tritt kolossalen Endgegnern der Marke Shadow of the Colossus oder God of War entgegen. Das intuitive Kampfsystem erlaubt es, dass der Spieler unzählige Moves miteinander verbinden kann. Praktisch: Im Ladebildschirm können diese ausführlich geübt werden. Die spektakulären Moves und Folterattacken zählen auch zu den absoluten Stärken des Spiels. So können zum Beispiel eine Guillotine oder auch eine Eiserne Jungfrau beschworen werden, was für eine noch überzogenere Action sorgt. Genial ist auch die Inszenierung der Fights, vor allem die grandios in Szene gesetzten Bosskämpfe müssen sich vor einem Primus wie God of War nicht verstecken. Der Actionanteil in Bayonetta überwiegt zwar deutlich, dennoch bekommt man es hin und wieder auch mit Schalterrätseln oder nervigen, weil recht hastigen Quick-Time-Events zu tun. Der Spielablauf von Bayonetta ist übrigens sehr linear. Obwohl das Kampfsystem unglaublich komplex und vielseitig ist, gehen die Moves prima von der Hand, weil die Spiel- und Bedienbarkeit hier seines gleichen sucht. Der Schwierigkeitsgrad hat es dabei aber wirklich in sich und erinnert etwas an die Ninja Gaiden-Serie. Aber auch hier ist das Spiel stets fair und wenn sich der Spieler von Anfang an das Blocken und Kontern angewöhnt, klappt das Ganze schon viel besser. Um den Kampf gegen die Engelsgestalten etwas zu vereinfachen, kann man sich natürlich, ganz wie man es von God of War oder Devil May Cry kennt, mit erhaltenen Orbs Heilgegenstände oder neue Waffen kaufen und diese aufrüsten. Mit einer Spiellänge von 15 bis 20 Stunden zählt Bayonetta vermutlich zu den längeren Hack`n`Slay-Titeln. Diverse versteckte Items, Charaktere und Challenges sorgen ebenso wie die höheren Schwierigkeitsgrade für einen enormen Wiederspielwert.

Optisch hinterlässt Bayonetta größtenteils einen klasse Eindruck. Wie man es von Titeln wie Okami oder Madworld gewohnt ist, kann man auch Bayonetta als eine Art Kunstwerk bezeichnen. Das gesamte Setting ist so herrlich schräg, detailverliebt und kunterbunt, zugleich aber auch extrem stylish und sexy. Kein anderes Spiel dieser Gattung lässt sich mit Bayonetta in dieser Hinsicht vergleichen. Während japanophile Gamer dieses Design vergöttern werden, wird es aber vermutlich auch viele westliche Gamer geben, die damit einfach nicht anfangen können. Objektiv betrachtet ist das Design zwar unglaublich kreativ, abgedreht und kunterbunt, aber eben auch sehr speziell. Untermalt wird das Spiel von einem Mix aus japanischer Pop/Rock-Musik und stimmigen Orchestralkängen. Die englische Synchronisation ist überraschenderweise gut gelungen, was bei japanischen Produktionen schließlich keine Selbstverständlichkeit darstellt. Zudem passt der britische Akzent perfekt zur Protagonistin.

Fazit:
Platinum Games liefern mit Bayonetta ein absolutes Meisterwerk ab. Das Unternehmen, das zum Großteil aus ehemaligen Capcommitarbeitern besteht, hat mit Devil May Cry quasi das moderne, fernöstliche Hack`n`Slay-Genre erfunden und nun mit Bayonetta eben dieses perfektioniert. Sowohl stilistisch, als auch spielerisch ist dieser Titel eine absolute Wucht. So viele kreative und abgedrehte Einfälle bekommt man in einem einzigen Titel nur selten zu sehen, zumal dieses Genre für seine Kreativität alles andere als berühmt ist. Aber trotz all des Lobes wird dieses schrille und äußerst japanische Design nicht jeden ansprechen. Jene sollten, trotz der enormen, spielerischen Qualität, vermutlich lieber auf God of War 3 warten oder zu Dantes Inferno greifen.

9/10