Tag Archives: RPG

White Knight Chronicles – Review / Test

30 Mrz

Das japanische Entwicklerstudio Level 5 ist nicht nur für die sehr erfolgreichen Professor Layton-Titel auf dem Nintendo DS bekannt, sondern begeisterte auch mit weltklasse Rollenspielen wie Dark Cloud, Dark Chronicle, Dragon Quest VIII und Rogue Galaxy. Mit ca. 12 Monaten Verspätung erscheint ihr neuestes Werk White Knight Chronicles nun auch endlich in westlichen Gefilden und wir haben das Rollenspiel ausführlich unter die Lupe genommen.

White Knight Chronicles erzählt eine Geschichte, die man in etwas anderer Form leider schon in vielen anderen Rollenspielen erlebt hat. Im groben geht es hier darum, die Prinzessin zu retten und gleichzeitig auch den Mörder des Königs von Balandor zu finden. Ganz so belanglos, wie man es nun vielleicht vermuten würde, ist die Handlung insgesamt zwar nicht, verglichen mit Final Fantasy, Tales of Vesperia oder auch Lost Odyssey nimmt sie aber nur sehr langsam Fahrt auf und reißt den Spieler emotional einfach nicht so sehr mit. Trotz allem möchte man wissen, wie das Spiel ausgeht und viele interessante Charaktere haben auch ins Spiel gefunden.

Zu Beginn des Spiels erstellt man einen eigenen Avatar, dessen Aussehen man ganz nach belieben einstellen kann. Das interessante dabei: Diese Figur ist nur ein Nebencharakter, bleibt das ganze Spiel über still und ist primär für den Onlinemodus gedacht, welchen wir später genauer thematisieren. Das Aussehen des Avatars lässt sich erfreulicherweise an jedem x-beliebigen Speicherpunkt wieder reseten und der Spieler kann selbstverständlich auch die Kontrolle über die Maincharaktere übernehmen. Doch widmen wir uns mehr dem Gameplay zu, speziell dem interessanten Kampfsystem. Dieses erfolgt, wie in Final Fantasy XII, quasi in Echtzeit. Sobald sich der Angriffsbalken auffüllt, können Aktionen im Kampf ausgeführt werden. Der Übergang von der Spielewelt hin zu den Kämpfen erfolgt ohne lästige Übergangsvideos, sondern unmittelbar. Das Ganze erinnert also ziemlich an MMORPGs. Eigentlich ist das auch alles sehr positiv, das Problem ist aber, dass sich der eben genannte Angriffsbalken einfach viel zu langsam auffüllt und sich die Kämpfe damit unnötig in die Länge ziehen. Positiv ist dafür aber, dass sich die Aktionsleiste individuell anpassen lässt, indem man die unterschiedlichen Attacken/Zauber nach belieben einfügt. Neben unzähligen Items und Waffen, die sich auch aufbessern und sogar miteinander verschmelzen lassen, kann sich der Held Leonard auch in einen weißen Ritter verwandeln, welcher das Kampfgeschehen ordentlich auffrischt und alles viel actionreicher gestaltet. Mit jedem Levelaufstieg erhält der Charakter Fertigkeitspunkte, mit denen der Spieler neue Fähigkeiten und Angriffe erwerben kann. Gemessen an anderen Rollenspielen zählt White Knight Chronicles eher zur kürzeren Sorte. Die Mainstory ist nach höchstens 30 Stunden erledigt und hinzu kommt, dass der Titel insgesamt viel zu einfach ist, dadurch aber auch Anfänger anspricht. Das liegt zum Großteil auch an der, über weiten Strecken, tollen KI der Mitstreiter. Wählt man die Taktik “automatisch”, agieren die anderen Partymitglieder bereits nahezu perfekt, achten auf den Angriff, gleichzeitig aber auch darauf, dass man stets geheilt wird. So kommt es nur selten zu richtig harten Kämpfen, bei denen taktisches Vorgehen gefragt ist. Abseits der Mainstory bietet White Knight Chronicles aber, im Gegensatz zu Final Fantasy XIII, jede Menge. Man kann durch die hübschen Städte laufen, viele Shops aufsuchen, Unterhaltungen mit NPCs führen oder auch auf die Jagd nach seltenen Items gehen. Online können Rollenspielfans, in der Rolle des Avatars, sogar mit bis zu vier Spielern sehr kurzweilige Koop-Missionen bestreiten und dank dem Georama-Feature sogar eigene Städte aufbauen. Sony reicht regelmäßig sogar neue Missionen zum kostenlosen Download nach, wodurch sich die Anzahl der Missionen mittlerweile wirklich sehen lassen kann. All dies ist zwar auch offline möglich, aber mit KI-Mitstreitern kommt bei den Missionen einfach nicht viel Spaß auf. Kurz nach dem Release von Final Fantasy XIII wurde die WKC-Community jedoch sichtbar kleiner, weshalb es durchaus vorkommt, dass man lange auf einen passenden Spielpartner warten muss. Das Warten lohnt sich aber, denn es gibt nicht ohne Grund viele WKC-Spieler, die den Onlinepart weit über 500h gespielt haben. Wer auf der Suche nach einem guten Koop-RPG ist, muss hier unbedingt zugreifen.

White Knight Chronicles haut einen weder grafisch, noch akustisch vom Hocker. Man sieht dem Titel einfach an, dass es schon über 12 Monate alt ist. Die Animationen, Charaktermodelle und Texturen sind nicht up-to-date, dafür sehen die Landschaften aber sehr schön aus und auch die Architektur kann sich sehen lassen. Das Charakterdesign ist hingegen eher Geschmackssache und erinnert stark an die Final Fantasy Spiele, ist stellenweise aber viel zu ausgeflippt. Männliche Mitstreiter, die bauchfrei in den Kampf ziehen müssen nicht unbedingt sein. Die Cutscenes können natürlich nicht mit einem Final Fantasy XIII mithalten, sind aber trotzdem ausgesprochen gut gelungen. Lob gebührt auch der tollen englischen Synchro, die musikalische Untermalung ist ebenfalls ausgesprochen gut geworden. Bei japanischen Rollenspielen ist es ja leider oft der Fall, dass die Spiele nicht einmal über deutsche Untertitel verfügen. Im Falle von White Knight Chronicles trifft dies zum Glück nicht zu und die deutsche Übersetzung ist nahezu fehlerfrei. Da hat Sony gute Arbeit geleistet.

Fazit:
White Knight Chronicles ist leider zu einem falschen Zeitpunkt erschienen. Wäre es hierzulande, wie in Japan auch, bereits vor 12 Monaten auf den Markt gekommen, hätte es nicht nur spielerisch und technisch nicht mehr so angestaubt gewirkt, sondern, aufgrund des damaligen Mangels an J-RPGs auf der PS3, auch viel mehr Käufer gefunden. So wird es aber immer mit dem kürzlich veröffentlichten Final Fantasy XIII verglichen, welches vor allem audiovisuell und in Sachen Story in einer ganz anderen Liga spielt. Dennoch können Rollenspielfans, die von einer guten Portion Japanokitsch nicht abgeneigt sind, ruhig einen Blick riskieren, ein schlechtes Spiel ist WKC nämlich bei weitem nicht und allein der tolle Onlinemodus ist sein Geld wert.

8/10

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Final Fantasy XIII – Review / Test

28 Mrz

Die aktuelle Konsolengeneration hat zwar zahlreiche japanische Rollenspiele im Repertoire, aber so richtige Meisterwerke, wie man es aus den SNES- oder PSX-Zeiten kennt, blieben aus. Rollenspielfans setzten all ihre Hoffnung daher auf Final Fantasy XIII. Kurz nach Release zeigte sich allerdings, dass der Titel polarisiert wie kaum ein anderer. Enttäuschung des Jahres oder Rollenspiel-Meisterwerk? Diese Review zeigt, dass die Wahrheit mal wieder in der Mitte liegt.

Mit insgesamt 13 Hauptteilen und etlichen Spin-Offs zählt die Final Fantasy-Serie neben ruhmreichen Reihen wie Mario oder Mega Man zu den langlebigsten Spieleserien. Wieso die Serie dabei aber nie langweilig wird, liegt daran, dass die Teile storytechnisch nie miteinander verknüpft sind und jeder Teil andere Charaktere besitzt, zu unterschiedlichen Zeiten spielt und sich sogar anders spielen lässt. Final Fantasy XIII ähnelt dabei am ehesten Final Fantasy X, denn auch Teil 13 ist sehr Cutscene-lastig und verfügt über eine ähnliche Charakterentwicklung. Hier gibt es keine echten Levelstufen, stattdessen kann man die erhaltenen Erfahrungspunkte im Kristarium in einzelne Attribute oder Attacken investieren, mit verschiedenen, auf den ersten Blick unwichtigen, Items können später auch Waffen und Accessoires aufgepowert werden. Der Charakterbaum unterscheidet sich dabei je nach Paradigmen-Rolle. Verschiedenen Rollen wie Verteidiger, Augmentor, Manipulator, Verheerer, Heiler und Brecher bringen viel Taktik in das sehr interessante Kampfsystem. Dieses ist nicht mehr in Pseudo-Echtzeit, sondern läuft wieder rundenbasiert ab. Anhand der Angriffleiste kann der Spieler seine Angriffe nach belieben auswählen und einteilen. Enorm wichtig ist es aber, dass man, je nach Situation, im richtigen Moment die Rollen der Kämpfer wechselt. Sollte es in einem Kampf dann einmal eng werden, helfen nicht nur die üblichen Items, sondern auch die so genannten Espen, quasi herbei beschworene Kreaturen, die aber nicht immer zur Verfügung stehen.

Verglichen mit anderen Rollenspielen ist Final Fantasy XIII übrigens, vor allem zu Beginn, recht einfach. Zum Glück ändert sich dies aber im Laufe des Spiels. Überhaupt ist Final Fantasy XIII leider ein extremer Spätzünder. Wer sich bereits über ein zweistündiges Tutorial aufregt, dürfte hier förmlich ausrasten, denn bis alle Gameplay-Elemente zur Verfügung stehen, verstreichen MINDESTENS 20 (!!!) Stunden. Die Sache hat aber auch etwas gutes, denn Genreneulinge werden ganz langsam eingeführt und haben somit keinerlei Probleme mit der Bedienung des Titels. RPG-Fans werden sich dagegen etwas langweilen. Noch schlimmer ist allerdings die Tatsache, dass dieses Spiel in den ersten beiden drittel des Spiels viel zu linear abläuft. Das Spiel ist voll mit Schlauchlevels, besitzt daher ein gutes Tempo, aber trotzdem vermisst man es, durch die Städte zu schlendern und mit unwichtigen NPCs Unterhaltungen zu führen. Ab dem 11. Kapitel wird FFXIII zum Glück aber etwas freier, man kann sich viel freier bewegen und Sidequests annehmen. Städte oder gar Minispiele sucht man aber dennoch vergebens. Im Großen und Ganzen ist das Spiel einfach viel zu sehr auf die Handlung fixiert. Wobei man aber auch eingestehen muss, dass die Handlung und die Charaktere sehr interessant sind. Von dem üblichen J-RPG Kitsch bleibt dieses Spiel aber nicht verschont.

Über das Gameplay kann man sich streiten, audiovisuell sind sich aber alle darüber einig, dass Final Fantasy 13 hier großes leistet. Kein Spiel kommt mit spektakuläreren Zwischensequenzen daher und der Unterschied zur Ingamegrafik wird immer geringer. Das ist den tollen Modellen, den liebevollen Spielwelten, den sehr guten Gesichtszügen und natürlich auch den sehr ansehnlichen Texturen zu verdanken. Die Animationen sind insgesamt sehr gelungen, einige wirken aber etwas zu albern bzw. zu typisch japanisch. Der Soundtrack stammt zwar nicht mehr von der Legende Nubuo Uematsu, die Musik von Masashi Hamauzu ist aber trotzdem sehr bezaubernd und stimmig. Zur Verärgerung vieler Fans ist keine japanische Sprachausgabe verfügbar, die englische Synchronisation ist aber, vor allem für Genreverhältnisse, extrem gut geworden und vor allem überraschend lippensynchron. Final Fantasy 13 erscheint erstmals auch für die XBOX 360 und die Systemunterschiede halten sich zum Glück in Grenzen. Die Cutscenes sind bei der Playstation 3 Variante hochauflösender und auch allgemein sieht die PS3-Version einen Tick besser aus, aber die XBOX-Umsetzung kann sich dennoch sehen lassen. Aber Achtung: Hier wird das Spiel auf 3 DVDs ausgeliefert, während der PS3 Spieler mit einer Blu-Ray auskommen.

Fazit:
Mit Final Fantasy XIII haben wir es leider doch nicht mit dem erwarteten RPG-Megahit zu tun. Das Spiel macht es einem als Tester aber auch alles andere als einfach, denn was die Handlung, die Bedienung, das Kampfsystem, die Charaktere und die Präsentation betrifft, ist der Titel absolute spitze. Doch warum nur muss Final Fantasy XIII, vor allem in den ersten Spielstunden, so extrem linear ablaufen und kommt dabei auch noch größtenteils ohne jene Freiheiten aus, die man an diesem Genre so besonders zu schätzen weiß. Vielleicht möchte Square Enix das etwas angestaubte Genre wirklich in eine neue, auf das wesentliche beschränkte, Richtung steuern, in diesem Falle verzichtet das Spiel aber einfach auf zu viel altbewährtes und wird selbst so manchen alteingesessnen Final Fantasy-Fan der ersten Stunde enttäuschen. Natürlich ist Final Fantasy XIII aber alles andere als ein schlechtes Spiel geworden, wer aber großen Wert auf eine riesige und frei begehbare Spielwelt bzw. Städte mitsamt diversen Shops und interessanten NPC-Unterhaltungen legt, der greift lieber zu Alternativen wie Tales of Vesperia oder Lost Odyssey. Außerdem ist mit Resonance of Fate ja auch schon der nächste viel versprechende RPG-Titel erschienen.

8/10

Mass Effect 2 – Review / Test

16 Feb

Vor etwas über zwei Jahren erschufen die Rollenspielexperten von Bioware mit Mass Effect eines der vermutlich besten Sci-Fi Games aller Zeiten. Kein Wunder also, dass der zweite Teil der Trilogie in aller Welt heiß erwartet wurde. Seit Ende Januar ist Mass Effect 2 endlich erhältlich und wir möchten euch in dieser Review verraten, warum dieses Spiel solch ein perfektes Sequel darstellt.

Mass Effect 2 spielt zwei Jahren nach den Geschehnissen des Vorgängers. Der Protagonist Commander Sheppard befindet sich mit seiner Crew auf der Normandy, als er von einem mysteriösen Schiff angegriffen wird und dabei ums Leben kommt. Der umstrittenen Cerberbus-Corporation hat er es zu verdanken, dass er aus seinen sterblichen Überresten wiederbelebt wird. Cerberus wird Sheppard`s neuer Arbeitgeber und dieser wird damit beauftragt, einem geheimnisvollen Fall nachzugehen. Ganze Menschenkolonien werden einer nach der anderen entführt und für Sheppard gilt es, herauszufinden, wer hinter dieser Sache steckt.

Diese Review beschreibt die Handlung nur im groben, aber dennoch wird schnell deutlich, dass die Story des zweiten Teils wieder ein Mal unglaublich spannend ist und zu den wichtigsten Faktoren dieses Spiels zählt. Das besondere ist auch im Nachfolger die Tatsache, dass der Spieler so manches individuell entscheiden kann und es auch wieder diverse Gut/Böse-Entscheidungen gibt. Fast genauso wichtig sind selbstverständlich die Charaktere. Einige kennt man bereits aus dem ersten Teil, aber es haben auch viele neue Charaktere wie z.B. Miranda, Samara oder Jack ins Spiel gefunden. Ich würde sogar soweit gehen, dass Mass Effect 2 über die vermutlich interessantesten Charaktere der Videospielgeschichte verfügt. Jedee einzelne Gefährte hat eine packende und oft auch zutiefst ergreifende Hintergrundgeschichte zu bieten, welche man durch spezielle Aufträge mitentscheiden und miterleben kann. Und auch die Dialoge sind wieder erstklassig und man ertappt sich oft dabei, wie man sich stundenlang mit diversen NPCs unterhält, dies ist bei Mass Effect 2 einfach einzigartig und ist keinsterweise mit Adventures zu vergleichen.

Mass Effect 2 beginnt mit einem sehr interessanten Feature: Dem Charakterimport. All jene, die bereits den ersten Teil durchgespielt haben, können nämlich ihren Charakter aus dem Vorgänger mitsamt der Entscheidungen im Storyverlauf problemlos importieren. Die Erfahrungsstufe und die Klasse werden zwar nicht übernommen, dafür aber das Aussehen und für einen hohen Level erhält man als Belohnung eine kleine Geldspritze. Gameplaytechnisch wurde das Spiel nur geringfügig verändert. Mass Effect 2 ist noch immer ein sehr actionlastiges Rollenspiel, die Action steht nun allerdings noch deutlicher im Vordergrund und das Deckungssystem wurde stark verfeinert. Der Rollenspielanteil ist etwas gesenkt worden, trotzdem sind die Dialoge immer noch enorm wichtig und entscheiden den Storyverlauf. Auch die Spezialfähigkeiten sind, Rollenspiel-typisch, im Kampf von großer Bedeutung und im zweiten Teil, ebenso wie die Charakterklassen, sogar etwas stärker vertreten. Im Gegensatz zu Mass Effect erhält der Spieler jedoch nicht mehr für jeden erledigten Gegner Erfahrungspunkte, letztere werden nur noch nach Abschluss einer Quest verteilt. Das Aufleveln der bestimmte Fähigkeiten ist dabei extrem einfach gehalten und dürfte so manchen Hardcore-RPGler ein wenig verärgern. In Mass Effect 2 ist es auch ausgesprochen wichtig, die Waffen der Protagonisten und die Normandy angemessen aufzupeppen. Hierfür werden allerdings bestimmte Rohstoffe benötigt, welche man mit Hilfe der Normandy und des “Planetenscan” abbauen kann. Diese Vorgang ist zwar Anfangs noch recht interessant, wird aber vor allem im späteren Verlauf ziemlich langweilig und zieht den Spielablauf nur unnötig in die Länge. Und wo wir gerade beim Thema Spielverlauf sind, dieser ist nämlich für viele einen Tick zu linear. Natürlich gibt es in Mass Effect 2 auch diverse unerforschte Planeten zu entdecken, aber so richtig verlaufen kann man sich nicht, die Board-KI und diverse Anzeigen weisen den Spieler auch immer darauf hin, was er gerade zu erledigen hat. Man wird hier also viel mehr (bzw. zu sehr) an der Hand genommen, als es noch beim Vorgänger der Fall war. Dies dürfte jedoch nur eine der wenigen “Verschlimmbesserungen” sein, insgesamt hat Bioware einfach so ziemlich jedes Manko ausgebessert. Die Bedienbarkeit ist nun z.B. viel besser, die nervigen Fahrsequenzen aus dem Vorgänger wurden komplett entfernt, das Hacken gestaltet sich nun etwas komplexe und interessanter, mit der Normandy lässt es sich nun besser durch das All reisen und die Quests sind nun abwechslungsreicher, besser erzählt und besser inszeniert. Mass Effect 2 ist einfach ein Paradebeispiel dafür, wie ein guter Nachfolger auszusehen hat.

Auch hinsichtlich des Umfangs hat Bioware den zweiten Teil konsequent verbessert. Den ersten Teil konnte man, wenn man keinen Wert auf die Nebenquests gelegt hat, bereits in acht bis zehn Stunden beenden. Gleichzeitig konnte man aber auch, wenn man sich jeden einzelnen Planeten und Auftrag angeschaut hat, weit über 40 Stunde mit Mass Effect verbringen. Mass Effect 2 hingegen ist in beiderlei Richtungen verbessert worden. Ignoriert man der Spieler also die Nebenmissionen, wird er nun mindestens 20 Spielstunden investieren müssen, um den Abspann zu erblicken, mit allem drum und dran, kann das Spiel nun sogar bis zu 60 Stunden lang sein. Ein beeindruckender Umfang, vor allem wenn man bedenkt, dass dieses Spiel, verglichen mit Hardcore-RPGs, gar nicht so viele Nebenmissionen beinhaltet, bzw. es verhältnismäßig wenig Interaktionen gibt. Wie man es von Mass Effect gewohnt ist, kann der Spieler natürlich auch im zweiten Teil seinen Charakter aus dem ersten Playthrough für den zweiten auf einem höheren Schwierigkeitsgrad verwenden. Und über den so genannten Cerberus-Netzwerk können Mass Effect-Fans sowohl kostenlose, als auch kostenpflichtige Downloadcontents erwerben. Einen Mehrspielermodus gibt es auch im zweiten Teil von Mass Effect nicht, bei Party-lastigen Gameplay wäre dies allerdings eine sinnvolle und interessante Erweiterungen. Vielleicht wird dies ja bereits im abschließenden Teil enthalten sein.

In Puncto Grafik zeigt sich Mass Effect 2 von seiner besten Seite. Teil 1 sah ja bereits brillant aus, technische Patzer hinterließen damals aber einen bitteren Nachgeschmack. Bei Mass Effect 2 sieht dies aber völlig anders aus. Es gibt nun so gut wie keine nervigen Ruckeleinlagen mehr, das Nachladen von Texturen gehört endgültig der Vergangenheit an und zudem sieht das Spiel im gesamten einfach noch eine Ecke besser aus, als der Vorgänger. Speziell in den Dialogen sieht das Spiel dank bombastischer Animationen, Gesichtszüge, Texturen und dergleichen wahnsinnig gut aus. In den Missionen überzeugt der Titel natürlich ebenso, vor allem weil die diversen Planeten so unglaublich detailverliebt gestaltet wurden. Insgesamt ist Mass Effect 2 vielleicht nicht ganz so hübsch wie beispielsweise Uncharted 2, bedenkt man aber die viel größere Spielewelt und den damit verbundenen Aufwand, ist der Titel einfach ein technisches Meisterwerk. Dies wird dann auch auf dem Sound-Gebiet fortgesetzt. Der Raumklang ist nahezu perfekt, die Hintergrundmusik gewohnt genial und die Synchronsprecher sind, zumindest im englischen, überragend. Ganz so gut ist die deutsche Synchronisation zwar nicht gelungen, hat man sich aber erst einmal an die neue Stimme von Commander Sheppard gewöhnt, ist die Vertonung absolut zufriedenstellend.

Fazit:
Kaum zu glauben, aber obwohl das Jahr noch so jung ist, haben wir es bei Mass Effect 2 schon mit einem ganz heißen Anwärter auf das Spiel des Jahres 2010 zu tun. Wieso? Weil die Fortsetzung den ohnehin schon genialen Vorgänger in nahezu allen Bereichen übertrumpft. Lediglich der etwas gesenkte Rollenspielanteil kann bemängelt werden, dies kann man allerdings aufgrund der unglaublichen Spielewelt, den vermutlich interessantesten Charakteren der Videospielgeschichte, des deutlich erhöhten Umfangs und zu guter letzt der packenden Story locker verschmerzen. Besser kann man ein neues Spielejahr nicht einleiten.

10/10

Dragon Age: Origins – Review / Test

22 Nov

Die Kanadier aus dem Hause Bioware zählen zu den absoluten Experten auf dem Rollenspiel-Sektor. Das haben sie mit grandiosen Titeln wie Mass Effect, Knights of the Old Republic oder vor allem Baldur’s Gate eindrucksvoll bewiesen. Kein Wunder also, dass auch das neueste Werk, Dragon Age: Origins, sehnlichst erwartet wurde. Nicht zuletzt, weil es auch einige Parallelen zu Baldur’s Gate aufweist und quasi als inoffizieller Nachfolger gesehen wird. Wir verraten euch, ob Dragon Age: Origins wirklich so ein sicherer Hit geworden ist.

Dragon Age: Origins spielt in dem Königreich Ferelden. Einst friedlich von Zwergen, Menschen und Elfen bewohnt, wird das Königreich nun von der Dunklen Brut bedroht. Der Spieler tritt im Spiel den Grauen Wächtern bei, deren einzige Aufgabe es ist, der Dunklen Brut entgegenzuwirken. Mehr zur Handlung möchten wir aber nicht verraten, schließlich solltet ihr diese epische Geschichte in vollen Zügen genießen können, denn nur selten erlebt man als Videospieler eine so mitreißende und spannende Geschichte. Einziger Kritikpunkt: Die Handlung erinnert stellenweise einfach zu sehr an die Werke von Tolkien, was viele wiederum auch als einen Pluspunkt auffassen können. Wie man es jedoch von anderen Bioware-Titeln kennt, kann der Spieler den Verlauf dieser Story stark beeinflussen. Gute oder böse Entscheidungen haben einen großen Einfluss auf die Geschichte, ebenso wie die Wahl der Rasse. Neben den Klassen Magier, Schurke und Krieger sind die Herkünfte menschlicher Adeliger, Magier, Stadtelf, Dalish-Elf, bürgerlicher Zwerg und adeliger Zwerg verfügbar. Jede dieser sechs unterschiedlichen Herkünfte hat einen unterschiedlichen Storyanfang, schon allein diese Entscheidung verändert also den gesamten Verlauf. Natürlich können auch in Dragon Age: Origins das Aussehen und die Attribute individuell angepasst werden und unzählige Fähigkeiten und Talente sorgen für eine umfangreiche Charakterentfaltung. Im Spielverlauf begegnet man interessanten Charakteren und manche von ihnen begleiten euch im Kampf. Insgesamt vier Charaktere passen in eine Gruppe und auch die Auswahl der Mitstreiter hat Auswirkungen auf das Spielgeschehen. Manche Begleiter können sich nicht riechen, während eine harmonisierende Party natürlich alles etwas einfacher macht. Ähnlich wie bei Mass Effect kann sich der Protagonist bei den unterschiedlichen Begleitern mittels Gesprächen, Entscheidungen oder Geschenken Plus- oder Minuspunkte verschaffen und Beziehungen, egal ob in homo- oder heterosexueller Hinsicht, sind möglich.

Beim Kampfsystem gibt es einige Unterschiede zwischen der PC- und Konsolenversion. In der PC-Fassung ist eine weite Perspektive verfügbar, die das Spiel eher an Baldur’s Gate erinnern lässt. Bei den Konsolenversionen hingegen ist die Perspektive wesentlich näher, wodurch das Ganze eher einem Knights of the Old Republic ähnelt. Aufgrund dieser unterschiedlichen Perspektiven und der übersichtlicheren Benutzeroberfläche ist die PC-Fassung viel taktischer und kniffliger. Natürlich ist aber auch auf der Playstation 3 und der XBOX 360 Taktik gefragt und das Kampf- bzw. Taktikmenü wurde super auf die Heimkonsole portiert und lässt sich sehr mit dem Ringmenü aus Mass Effect vergleichen. Mit einer Spielzeit von mindestens 60 Stunden kann sich der Umfang wirklich sehen lassen. Durch die überraschend abwechslungsreichen Sidequests und die unterschiedlichen Entscheidungen und Storyverläufe ist zudem für jede Menge Wiederspielwert gesorgt. Es gibt nur wenige Spiele, bei denen man nach dem ersten Durchgang direkt mit einem weiteren beginnen möchte, Dragon Age: Origins zählt allerdings zu dieser Art. Und wer von diesem grandiosen Spiel einfach nicht genug bekommt, der kann sich zusätzliche, herunterladbare Quests kaufen. Da Bioware angekündigt hat, Dragon Age bis zu 24 Monate nach Release mit DLCs zu versorgen, kann man sich also auf so manchen, interessanten Quest freuen. Natürlich möchten wir euch aber auch nicht die Schattenseiten von Dragon Age: Origins verheimlichen. Neben der eben bereits erwähnten, unübersichtlicheren Perspektive gibt es einige Kleinigkeiten, die den Spielverlauf einfach stören. Ein Diebstahl bleibt zum Beispiel unbestraft, bei der Umgebung hätten wir uns mehr Interaktionen gewünscht, die KI lässt stellenweise zu wünschen übrig und zu guter Letzt bleibt der Protagonist stumm.

Dragon Age: Origins basiert auf der gleichen Engine wie Mass Effect, welches immerhin schon zwei Jahre auf dem Buckel hat. Dennoch kann Dragon Age hinsichtlich der Animationen, Gesichtszüge, Texturen oder Landschaften nicht mit Mass Effect mithalten. Das Spiel sieht insgesamt immer noch gut aus, bleibt aber weit hinter seinen Möglichkeiten. Verglichen mit der PC-Version ist die Portierung auf die Konsolen zwar ganz gut gelungen, optisch muss man trotzdem einige Abstriche in Kauf nehmen. Doch keine Sorge, so katastrophal wie bei Risen ist die Umsetzung nicht geworden. Meisterlich ist hingegen die akustische Umsetzung geworden. Der Fantasysoundtrack passt wunderbar zum Geschehen und die deutsche Synchronisation ist prima gelungen. Lediglich einige Soundaussetzer trüben den Gesamteindruck.

Fazit:
Das Warten hat sich gelohnt! Dragon Age: Origins ist DAS Rollenspiel des Jahres und ein weiteres Meisterwerk der Rollenspielschmiede Bioware. In keinem anderen HD-Rollenspiel trifft man auf interessantere Charaktere oder eine packendere Story. Das Kampfsystem ist unglaublich komplex und die Entscheidungsfreiheit wieder mal unglaublich, ebenso wie der immense Umfang und Wiederspielwert. Aufgrund dieser Stärken geraten einige Mankos wie die “nur” gute Optik, die technischen Patzer oder kleinen Fehler im Spieldesign vollkommen in Vergessenheit und nicht nur Rollenspielfans müssen hier zugreifen. Danke, Bioware!

9,5/10

Divinity II: Ego Draconis – Review / Test

18 Nov

XBOX 360 Besitzer mit Hang zu westlichen Rollenspielen konnten in den vergangenen Jahren und Monaten nur auf die grandiosen Fallout 3 und Oblivion oder die technisch durchwachsenen Sacred 2 und Two Worlds zurückgreifen. Kürzlich erschienen jedoch mit Risen, Dragon Age Origins und Divinity 2 gleich drei vielversprechende West-RPGs innerhalb kürzester Zeit und letzteres haben wir in diesem Review genauer unter die Lupe genommen.

Die Handlung von Divinity 2 ist im Grunde schnell erklärt: Die Welt von Rivellon wird vom finsteren Herrscher Damian und mächtigen Drachen bedroht. Nur der Orden der Drachenritter steht dem Bösen im Weg und der Spieler schlüpft hierbei in die Rolle eines Drachenritter-Anwärters. Das Interessante dabei: Drachenritter sind halb Mensch, halb Drache und können auch die Gestalt eines solchen annehmen.

Divinity 2 zählt, wie seine Vorgänger auch, zum Action-RPG Genre, was nicht heißt, dass hier Dialoge und Geschichten vernachlässigt werden. Im Gegenteil, darauf haben die belgischen Entwickler der Larian Studios großen Wert gelegt. Divinity 2 ist kein 08/15-Rollenspiel und kann mit einer spannenden Geschichte, einer interessanten Erzählweise und interessanten Charakteren punkten. Die Dialoge sind alles andere als langweilig und mit einer guten Prise Humor versehen, ganz wie es sich für ein gutes West-RPG gehört. Das Kampfsystem von Divnity 2 ist sehr einfach gehalten, für ein Action-RPG aber angemessen. Schade ist jedoch, dass hier viel zu wenig Taktik gefordert wird. Die äußerst abwechslungsreichen Quests gleichen dieses Manko aber locker aus, vor allem, weil dem Spieler stets mehrere Lösungswege geboten werden und auch die Nebenquests interessante Aufgabenstellungen besitzen. Die dadurch errungenen Erfahrungspunkte sind, wie man es von Rollenspielen kennt, natürlich für die Charakterentwicklung notwendig. Diese ist bei Divinity 2 ausgesprochen frei ausgefallen. Der Spieler kann sich zwischen drei Klassen (Krieger, Waldläufer, Magier) entscheiden und den Charakter mit unzähligen Fertigkeiten und Talenten versehen, sodass man spielerisch auch wirklich einen Unterschied zu den anderen Klassen merken wird. Bedauerlich ist nur, dass man bei der optischen Individualisierung wenig Freiheiten hat und auch, wenn man sich in Divinty 2 auch für den bösen Weg entscheiden kann, bleiben zum Beispiel Diebstähle unbestraft. Ein super Einfall war hingegen das Gedankenlese-Feature, welches frischen Wind in das Genre bringt. Gleiches gilt natürlich auch für die Möglichkeit, die Form eines Drachen annehmen zu können. Die Welt von Rivellon ist angenehm groß und abseits des Mainquests gibt es nicht nur viele Nebenquests, sondern auch viele andere Freiheiten, mit denen man sich die Zeit angenehm vertreiben kann. Außerdem sind die Schauplätze auch sehr abwechslungsreich. Eines der größten Mankos von Divinity 2 ist hingegen die stellenweise fehlende Übersicht. Die Karte leistet keine gute Arbeit, denn oft weiß man gar nicht genau, wo man hin muss, um den Quest zu erfüllen. Gute Arbeit leisteten die Entwickler hingegen bei der Steuerung. Diese wurde prima vom PC auf die XBOX 360 portiert und nahezu fehlerfrei darauf angepasst. Mit einer Spiellänge von mindestens 40 Stunden, mit viel Luft nach oben, werden Rollenspielfans lange Zeit mit Divinity 2 beschäftigt sein. Einen Mehrspielermodus gibt es leider nicht, denn ein Koopmodus, egal ob lokal oder online, wäre doch eine nettes Features gewesen. Schade drum.

Nach Sacred 2 machte zuletzt auch Risen mit negativen Meldungen hinsichtlich der technisch durchwachsenen XBOX-Portierung auf sich aufmerksam. Auch Divinity 2 hat seinen Ursprung auf dem PC, hat die XBOX 360 Version also mit dem gleichen Problem zu kämpfen? Leider ja, denn Pop-Ups, nerviges Tearing, teilweise heftige Ruckler und verwaschene Texturen trüben den Spielspaß ein wenig. Verglichen mit Risen ist die Portierung aber viel besser geglückt. Abgesehen von diesen technischen Patzern sieht Divinity 2 nämlich an vielen Stellen sehr gut aus, für Rollenspiele ist es sowieso viel wichtiger, dass die Optik eine passende Atmosphäre vermittelt und dies gelingt dem Titel bravourös. Neben einer mitreißenden Atmosphäre ist es auch ausgesprochen wichtig, dass die Geschichten emotional und spannend erzählt werden. Die Synchronisation von Divinity 2 wird dieser Aufgabe gerecht und zählt zu den besten im deutschsprachigen Sektor. Und auch die wunderschöne Musik hilft enorm dabei, in die fabelhafte Welt von Rivellon einzutauchen.

Fazit:
Divinity 2 hat alles, was ein gutes West-RPG braucht: Eine spannende Story, interessante Charaktere, eine freie Charakterentwicklung, ein gutes Kampfsystem, eine riesige und atmosphärische Spielwelt, abwechslungsreiche Quests und eine angenehme Portion Humor. Wären da nicht die schlampige technische Umsetzung und die zum Teil fehlende Übersicht, hätte Divinity 2 eine deutlich höhere Gesamtwertung verdient. Trotz allem können Fans von westlichen Rollenspielen, bei denen die Grafik nur Nebensache ist, ohne jegliche Bedenken zugreifen.

8/10

Final Fantasy XIII Preview

3 Sep
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Wer sich auch nur im Entferntesten für japanische Rollenspiele interessiert, der dürfte Final Fantasy XIII auf seiner Most-Wanted-Liste ganz oben stehen haben. Wir bekamen die Gelegenheit, uns von der Qualität von FFXIII selbst zu überzeugen und konnten Yoshinori Kitase und Motomu Toriyama einige Fragen stellen.

Das Wichtigste bei einem Rollenspiel ist selbstverständlich die Story, über die wir aber leider auch nicht allzu viel berichten können, da uns lediglich kurzes Gameplaymaterial gezeigt wurde. Kitase und Toriyama versicherten aber, dass die Story den Vorgängern qualitativ in nichts nachsteht.

Gleiches gilt für den Umfang. Allein für die Hauptstoryline wird der Spieler zwischen 40 und 50 Stunden benötigen. Absolviert man zusätzlich noch die Nebenmissionen, wird Final Fantasy XIII locker doppelt so lange über den Bildschirm flimmern. Im Gegensatz zu anderen RPGs soll man in Final Fantasy XIII auch nicht von nervigen “Auflevel-Passagen” genervt werden und allgemein soll die Final Fantasy-Reihe Anfängern zugänglicher gemacht werden. Neueinsteiger können somit zum Beispiel Gebrauch von einem vereinfachten Kampf- und Zaubersystem machen, während Experten natürlich auf die komplexere Variante zurückgreifen können. Neu ist zudem die Möglichkeit, die rundenbasierten Kämpfe neustarten zu können, womit es zu weniger Frustmomenten kommen wird.

Insgesamt hat Final Fantasy XIII spielerisch einen grandiosen Eindruck hinterlassen, das etwas schnellere und actionlastigere Gameplay scheint der Serie gut zu tun und technisch hat die Serie natürlich enorme Fortschritte gemacht. Besonders hervorzuheben sind die wunderschön modellierten Charaktere und die sehr authentischen Gesichtszüge. Optisch soll es übrigens laut Yoshinori Kitase keine großen Unterschiede zwischen den beiden Nextgen-Konsolen geben.

Auf die Frage hin, ob man in der fertigen Version alternativ auf die japanische Sprachausgabe zurückgreifen kann, gab es leider ein freundliches “Nein”. Die englische Sprachausgabe sei qualitativ so gut, dass eine japanische Synchronisation für Fremdsprachige überflüssig wäre.

Zukünftige Downloadcontents schließt Kitase auch eher aus, was man bei diesem riesigen Umfang aber auch locker verschmerzen kann.

Final Fantasy XIII hat uns insgesamt ziemlich beeindruckt und wir sind fest davon überzeugt, dass es sich hierbei um DAS J-RPG der nächsten Jahre handeln wird. Fans müssen sich noch bis zum Frühjahr 2010 gedulden, dann wird das Meisterstück in Europa nämlich für Xbox 360 und PS3 in die Läden kommen.

Ersteindruck: genial

Demons Souls (PS3)

30 Jun

demons_soul_impressions

Pro:
– atmosphärisches Setting (erinnert zum Teil auch etwas an SotC oder Ico)
– geile Grafik
– super Steuerung
– harter, aber fairer Schwierigkeitsgrad (ähnlich wie bei Ninja Gaiden)
– gut inszenierte Bossfights
– man kann sich die zu absolvierenden Level selbst einteilen
– es gibt hier verdammt viel zu entdecken
– komplexe Charakterentwicklung und tiefgängiges Kampfsystem
– nette Onlinefeatures
– gute ENGLISCHE Synchronisation (obwohl das Spiel erst in Asien erschienen ist)
– süchtig machende Jagd nach Items

Contra:
– für Anfänger ist das Spiel jedoch ne Nummer zu knackig
– Onlinefeatures sind zwar was neues, aber etwas gewöhnungsbedürftig und umständlich
– KI hat teilweise einige Aussetzer
– insgesamt hat man hier einen schweren Einstieg, über viele Features und Möglichkeiten muss man sich erst im Internet informieren
– Checkpoints existieren nicht

Trotz der Kritikpunkte ist Demons Souls aber ein verdammt geiles Rollenspiel! In Europa und den USA wurde das Spiel bislang noch nicht veröffentlicht, 2010 wird das Spiel allerdings über Atlus in den USA vertrieben. Wer so lange nicht mehr warten möchte, dem empfehle ich den Import in Asien, zumal das Spiel sowieso schon komplett in englischer Sprache vorhanden ist (mit Ausnahme der Trophies). Euch entgeht nämlich eines der besten Rollenspiele dieser Generation, für mich zählt Demons Souls zu den fünf besten PS3 Titeln.

9/10