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Sonic & SEGA All-Stars Racing – Review / Test

23 Mrz

Kaum zu glauben, aber wahr: Obwohl Sony`s Playstation 3 und Microsoft`s Xbox 360 vor über vier Jahren auf den Markt gekommen sind, ist bis heute kein einziger vernünftiger Funracer für diese Konsolen erschienen. Mit Sonic & SEGA All-Stars Racing möchte SEGA diese Lücke nun erfolgreich schließen.

Sonic & SEGA All Star Racing konkurriert selbstverständlich in erster Linie mit Mario Kart Wii. Die Entwickler geben dabei auch ganz offen zu, dass man sich hieran stark orientiert hat. Aber das dürfte auch niemanden stören, solange wenigstens gut abgeschaut wurde. In diesem Falle kann man aufatmen, denn auch wenn das Spiel keinerlei Innovationen bieten kann, kommt hier jede Menge Spielspaß auf, was in diesem Genre nunmal das A und O ist. Ein großer Pluspunkt ist zudem, dass sich dieser Titel fast genauso spielt wie Mario Kart Wii. Die Entwickler haben dem Spiel aber zusätzlich den bekannten SEGA-Flair verpasst. Überhaupt ist Sonic & SEGA All-Stars Racing nicht nur für alle Funracer-hungrigen Spieler empfehlenswert, sondern vor allem auch für jene Spieler, die mit SEGA-Konsolen groß geworden sind. Während man in Mario Kart nur Charaktere des Mario-Unversums antrifft, ist die Auswahl an Strecken und Fahrern bei diesem Spiel wesentlich abwechslungsreicher. Neben Figuren aus der Sonic-Reihe (z.B. Sonic, Amy, Knuckles, Dr. Eggman) gibt es somit auch Kultcharaktere wie Ryo Hazuki aus Shenmue, Beat aus Jet Set Radio, die Chuchus aus Chu Chu Rocket oder auch Jacky & Akira aus den Virtua Fighter Spielen. Die Gesamtanzahl an Fahrern beläuft sich auf 20 an der Zahl. Jede Figur hat dabei auch noch eine eigene “Allstar-Spezialfähigkeit”, die Powerups sind ansonsten aber bei jedem Fahrer identisch. Hier gibt es dann Items wie z.B. Raketen & Boxhandschuhe, die als Schildkrötenpanzer-Ersatz fungieren, Sonic`s Schuhe, die dem Spieler zu einem Boost verhelfen oder eine Schildkugel, die einen vor gegnerischen Angriffen bewahrt. Das Spiel lebt auch sehr von seinen Kurvendrifts, diese sorgen auch für weitere Boosts, meistert man das driften perfekt, steigen gleichzeitig auch die Chancen auf den Sieg. Denn auch wenn hier jede Menge Glück mit im Spiel ist, trennt sich auch bei diesem Spiel die Spreu vom Weizen. Die insgesamt 24 Strecken sind aus Serien wie Sonic, Jet Set Radio, House of the Dead (!), Super Monkey Ball oder auch Billy Hatcher and the Giant Egg nachempfunden und hinterlassen einen sehr stimmigen Eindruck. Funracer sind normalerweise natürlich eher was für Multiplayerfreunde, bei Sonic & SEGA All-Stars Racing kommen allerdings auch Solisten voll auf ihre Kosten. Neben Einzel- und Zeitrennen gibt es auch hier unterschiedliche Cups mit diversen Schwierigkeitsgraden und sage und schreibe 64 Missionen, die einen über viele Stunden hin beschäftigen werden. Egal welchen Modus der Spieler auch wählt, nach Abschluss erhält er jedes Mal so genannte SEGA-Meilen, welche er im SEGA-Shop in neue Strecken, Charaktere und sogar Songs investieren kann. Dieses Spiel bietet einen schier unglaublichen Fanservice, auch weil jede Figur mit interessanten Hintergrundgeschichten versehen ist. Am spaßigsten ist dieses Game selbstverständlich im Mehrspielermodus. Insgesamt macht das Spiel zwar sowohl online als auch offline jede Menge Spaß, aber gerade im Netz zeigt es so manche Schwächen. Denn online ist es lediglich möglich, Einzelrennen auszutragen, Turniere können also nicht ausgetragen werden und sogar auf andere Spielmodi wie z.B. einen Battlemode wurde komplett verzichtet. Hier hat Mario Kart Wii deutlich die Nase vorn.

Sonic & SEGA All-Stars Racing ist mit Abstand der bestaussehendste Funracer auf dem Videospielmarkt. Klar, die Konkurrenz kann man an einer Hand abzählen, aber auch in Zukunft erscheinende Titel wie Modnation Racers oder Joy Ride werden es schwer habe, dieses Spiel zu toppen. Die Strecken mit ihren unterschiedlichen Themen wurden extrem detailverliebt und liebevoll designt, die Präsentation ist ausgesprochen gelungen und auch abseits der Rennstrecke passiert hier unglaublich viel, was die Atmosphäre immens steigert. Licht- und Wassereffekte sehen ebenfalls sehr überzeugend aus und totgeglaubte Charaktere wie Alex Kidd oder Ryo Hazuki wurden sehr gut in die Nextgen transportiert. Wirklich schade ist nur, dass das Spiel, vor allem in den Kurven, oftmals ruckelt. Akustisch macht Sonic & SEGA All-Stars Racing ebenfalls das meiste richtig. Störend ist im Grunde nur der Kommentator, welcher auf Wunsch aber auch problemlos ausgeschaltet werden kann. Die Dolby Digital Spur ist überraschend gut gelungen, die Charaktere wurden von ihren Orignalsprechern vertont und die Musik ist natürlich über jeden Zweifel erhaben, weil die Titel ja auch aus den Originalspielen stammen.

Über die Versionsunterschiede…
Sonic & SEGA All-Stars Racing erscheint für alle aktuellen Heimkonsolen. Inhaltlich unterscheiden sich die Versionen dabei nur geringfügig voneinander. Die Spielmodi (inkl. Onlinemode) und Strecken sind absolut identisch, während man bei der XBOX 360 Fassung aber zusätzlich noch Banjo und Kazooie spielen kann. Die XBOX 360 und Wii Fassung machen auch Gebrauch von der Avatar- bzw. Mii-Funktion. Was die Steuerung angeht, hat die Wii-Fassung natürlich klar die Nase vorn, zumal das Wheel, welches damals Mario Kart beilag, perfekt mit dem Spiel funktioniert. Aber auch die Playstation 3-Version hat dank dem Sixaxis-Support in diesem Punkt einiges zu bieten. Grafisch ist die Playstation 3 Fassung der Sieger, weil hier das Spiel nicht so sehr ruckelt, wie auf der Xbox 360. Die Wii-Version zieht hier natürlich klar den Kürzeren. Dafür müssen Wii-Besitzer nur knapp 40 Euro bezahlen, während die Nextgen Ausgaben knapp 20 Euro mehr zu Buche schlagen. Insgesamt haben alle Plattformen ihre Vor- und Nachteile und auf allen Konsolen kommt der gleiche Spielspaß auf.

Fazit:
Mit Sonic & SEGA All Star Racing kommen jene Spieler, die zuvor neidisch auf Mario Kart Wii blickten, endlich in den Genuss eines vernünftigen Funracers. Das Gameplay entspricht zwar 1:1 dem großen Vorbild, sorgt aber dennoch für jede Menge Spielspaß, vor allem im Mehrspielermodus. Spieler, die mit Sega Konsolen groß geworden sind, können zudem dank der zahlreichen bekannten Sega-Charaktere (samt Strecken) in Erinnerungen schwelgen und selbst totgeglaubte Serien wie Shenmue oder Jet Set Radio zumindest für einen kurzen Moment wieder etwas Leben einhauchen.

8/10

Yakuza 3 – Review / Test

17 Mrz

Am 26. Februar 2009 erschien in Japan ein Spiel, welches in aller Welt heiß erwartet wurde: Yakuza 3. Während sich die Reihe im fernen Ost wie geschnitten Brot verkaufte, floppten die beiden Vorgänger leider hierzulande. Dies war auch der Grund dafür, weshalb ein West-Release des dritten Teils in den Sternen stand. Über ein Jahr später hat SEGA aber Erbarmen gezeigt und das Spiel doch noch in Europa und den USA veröffentlicht. Der folgende Test zeigt, wieso sich das Warten gelohnt hat.

Die Yakuza-Serie ist vermutlich nur den wenigstens Gamern ein Begriff, deshalb möchten wir an dieser Stelle noch einmal kurz erläutern, was den Spieler hier gameplaytechnisch überhaupt erwartet. Für viele Gamer ist die Serie so eine Art kleiner Bruder der ruhmreichen Shenmue-Reihe, denn auch hier läuft der Protagonist durch eine fernöstliche Großstadt, folgt einer spannenden Haupthandlung oder verbringt seine Zeit mit Minigames, Shoppingtouren oder Unterhaltungen mit den Einwohnern. Die Kämpfe werden auch hier mit Martial Arts-Künsten ausgetragen, allerdings kann man in Yakuza auch Gebrauch von umherliegenden Gegenständen/Waffen machen, ganz wie man es aus SEGA-Klassikern wie z.B. Streets of Rage kennt. Die kinoreif in Szene gesetzten (und teilweise sehr langen) Zwischensequenzen erinnern ebenso an Shenmue, wie die zwischenzeitlich auftauchenden und von vielen gehassten Quick-Time-Events. Was Yakuza aber hauptsächlich von den Shenmue-Teilen unterscheidet sind die Action-RPG Elemente. Wie man es aus zahlreichen japanischen Rollenspielen wie zum Beispiel Final Fantasy kennt, besitzt auch Yakuza 3 mehr oder weniger zufallsgenerierte Kämpfe die, nach erfolgreichem Ausgang, für Erfahrungspunkte sorgen, mit denen der Spieler wiederum seine Fähigkeiten aufleveln kann. Grinden ist hier ebenfalls möglich und viele verschiedene Tränke oder Lebensmittel füllen den Gesundheitsbalken wieder auf.

Eine der absoluten Stärken von Yakuza 3 ist der unglaubliche Umfang. Folgt der Spieler ausschließlich der Hauptstory ist der Titel nach 15 bis 20 Stunden beendet. Dieser Teil macht allerdings höchstens 10% des gesamten Spiels aus. Der Großteil von Yakuza 3 besteht nämlich aus den sehr abwechslungsreichen Nebenbeschäftigungen. Man kann hier ganz gemütlich durch die beiden Städte Okinawa und Tokyo laufen und unterschiedliche Arten von Locations aufsuchen. Neben diversen Läden gibt es selbstverständlich auch verschiedene Restaurants oder Kneipen. Zahlreiche, sehr liebevoll umgesetzte Minispiele sorgen für eine noch höhere Langzeitmotivation. Beispiele gefällig? Der Spieler kann sich zum Beispiel in eine Spielhalle begeben und einen Sidescroller am Automaten zocken, den Golfplatz aufsuchen, in einer Bar Billard oder Dart spielen, die Bowlinghalle unsicher machen, in weiblicher Begleitung eine Karaokebar besuchen oder eine Partie Poker spielen. Und das sind nur einige Beispiele. Zusätzlich kann man aber auch insgesamt 123 Nebenmissionen absolvieren, versteckte Schlüssel suchen oder mit dem Handy besondere Schnappschüsse machen, um neue Fähigkeiten zu erlernen. Hier wird es einfach niemals langweilig und wenn man darauf aus ist, Yakuza 3 zu 100% zu beenden, wird man mindestens 60h mit diesem Spiel verbringen. Der Schwierigkeitsgrad ist im übrigen stets fair, verschiedene Schwierigkeitsstufen sorgen dafür, dass für jeden Spieler das passende dabei ist. Scheiter man öfters an einem bestimmten Endboss bekommt der Spieler sogar die Möglichkeit, für diesen einen Kampf den Schwierigkeitsgrad herunter zu senken. Das ist nicht nur vorbildlich, sondern sorgt auch dafür, dass so gut wie niemals Frust aufkommt und man sich ganz auf die riesige Welt konzentrieren kann. Die Steuerung stellt einem ebenso wenig ein Bein und geht ziemlich einfach von der Hand.

Was geschnitten wurde:
Natürlich ist Yakuza 3 nur ein Nischenprodukt, aber trotzdem weist die Serie eine große Fangemeinde auch in westlichen Gefilden auf. Viele Fans haben sich daher wahnsinnig darüber gefreut, dass der Titel, über ein Jahr nach dem Japan-Release, doch noch in Europa und den USA veröffentlicht wird. Die Freude wurde allerdings ein wenig getrübt, da SEGA offiziell bekannt gegeben hat, dass die westliche Fassung gegenüber dem Original “leicht” geschnitten ist. Jedoch nicht was die Gewaltdarstellung betrifft, es sind in diesem Fall inhaltliche Schnitte. Offiziell heißt es, dass die Hostessclubs, sowie ein Japan-Quiz entfernt wurden, in Wahrheit wurde aber noch wesentlich mehr herausgeschnitten. Das Intro wurde komplett geändert und von insgesamt 123 Nebenquests, die teilweise, wunderschöne Storys beinhalten, blieben letzten Endes nur noch 101 Nebenmissionen übrig. Es wurden also fast 20% aller Sidequests geschnitten! Da bleibt natürlich die Frage, ob das westliche Publikum mit den herausgeschnippelten Quests wenig hätte anfangen können, oder SEGA einfach nur zu faul war, diese zu übersetzen. Aber egal: Fakt ist, dass Yakuza 3 immer noch einen immensen Umfang besitzt und man locker 50 bis 60 Stunden mit diesem Spiel verbringen kann.

Yakuza 3 ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Ansprüche der Gamer, was die Grafik der aktuellen Konsolengeneration betrifft, immer weiter steigen. Als das Spiel vor einem Jahr in Japan auf den Markt gekommen ist, staunten viele über die tolle Optik dieses Spiels. Speziell die Animationen der Spielfiguren und deren Gesichtszüge waren ein echter Hingucker. Ein Jahr später haut Yakuza 3 aber leider keinen mehr so richtig vom Hocker, obwohl wir uns noch in der gleichen Konsolengeneration befinden. Die gerade angesprochenen Gesichtszüge können sich aber nach wie vor sehen lassen, es ist viel mehr die gesamte Umgebung die etwas altbacken wirkt. Trotz allem ist das technische Gesamtergebnis immer noch über dem Durchschnitt angesiedelt, weil die gesamte Welt von Yakuza 3 eben auch unglaublich detailverliebt gestaltet wurde und es überall, an jedem Werbeplakat etwas zu entdecken gibt. Der Sound ist hingegen absolut up-to-date. Der Soundtrack ist spitze und passt perfekt zum Yakuza-Szenario und die Synchronisation ist extrem hochwertig, allerdings auch nur in japanisch verfügbar. Zudem ist es erforderlich über ausreichend Englischkenntnisse zu verfügen, weil SEGA auf deutsche Untertitel verzichtet hat. Aber über diesen Punkt möchten wir auch gar nicht meckern, schließlich sind wir froh darüber, dass es dieser Titel überhaupt in den Westen geschafft hat.

Fazit:
Das Warten hat sich gelohnt! Auch wenn Yakuza 3 mittlerweile über zwölf Monate auf dem Buckel hat, kann es vollends überzeugen und stellt ein wahres Fest für alle japanophilen Videogamer dar. Technisch sieht man dem Titel zwar sein Alter an, dennoch hat das Spiel so seine optischen Lichtblicke und zählt noch längst nicht zum Durchschnitt. In Puncto Umfang ist das Game der reinste Wahnsinn und wird dank der vielen Minigames, Nebenmissionen und Orte, die es zu entdecken gibt, über Wochen hin beschäftigen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich dieses Spiel im Westen oft genug verkauft, damit SEGA den vierten Teil nachliefert, welcher bereits diese Woche im fernen Osten veröffentlicht wurde.

9
/10