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UFC 2010 Undisputed – Review / Test

18 Jun

Mit UFC 2009 Undisputed feierte THQ im vergangenen Jahr ein überaus erfolgreiches Debüt ihrer realistischen Kampfsportreihe. Die Presse und Spieler in aller Welt waren schwer begeistert von diesem Spiel und daher ist es auch nicht überraschend, dass THQ nun die 2010er Ausgabe nachreicht.

Die Entwickler von Yuke haben bereits beim Vorgänger bzw. Erstling eine grandiose Arbeit geleistet. Denn wirklich viel gab es damals nicht zu bemängeln und daher hat sich in der neuesten Fassung hauptsächlich quantitativ etwas geändert. Waren es 2009 noch rund 80 anwählbare Kämpfer, wurde diese Zahl nun auf über 100 aufgestockt. Zusätzlich verfügen die Kämpfer nun auch über jene Move-Sets, die sie auch in der Realität beherrschen. UFC 2010 Undisputed bekam außerdem einige neue Kampfstile und Attacken spendiert. So ist es jetzt erstmals möglich, seinen Gegner gegen den Käfig zu drücken oder dank der so genannten Meidbewegungen den gegnerischen Schlägen auszuweichen. Die Kämpfe wirken etwas dynamischer und temporeicher und auch die Steuerung funktioniert in der neuesten Version etwas besser. Das Ganze wirkt nicht mehr ganz so überladen, Einsteiger müssen sich dennoch das sehr lange Tutorial anschauen. Um es Einsteigern etwas zu erleichtern, haben die Entwickler die Bodenkämpfe vereinfacht, da dies für viele im Vorjahr eine zu große Herausforderung dargestellt hat. Insgesamt ist UFC 2010 Undisputed zwar ein wenig einsteigerfreundlicher als zuvor, es erfordert aber immer noch jede Menge Einarbeitungszeit.

UFC 2010 Undisputed punktet am meisten durch den riesigen Umfang. Verglichen mit der 2009er Version bekam der Titel einige neue Spielmodi spendiert und wird Fans nun über Monate hin beschäftigen. Neu ist z.B. der so genannte Titel-Modus in dem es gilt, die fünf Weltmeistergürtel der UFC zu erobern und im Modus Titelverteidigung eben auch zu verteidigen. Modi wie die Ultimate Fights, der Turnier-Modus und der Schaukampf erklären sich von selbst und das Herzstück des Titels ist nach wie vor der Karriere-Modus. Der Spieler startet hier mit der WFA-Liga und kämpft sich bis zur UFC hoch. Aber Vorsicht: Durch verlorene Kämpfe kann man auch schnell wieder absteigen! Neben den Kämpfen muss der Spieler auch wieder neue Moves erlernen, mit Sponsoren verhandeln und neuerdings auch Interviews geben. Natürlich können auch wieder eigene Kämpfer erstellt werden, in diesem Fall sogar bis zu 40. Ähnlich wie beim Karrieremodus hat auch der Editor an Komplexität zugenommen und bietet jetzt viel mehr Einstellungs- und Personalisierungsoptionen.

Der Onlinemodus von UFC 2010 Undisputed kann sich wirklich sehen lassen! Denn neben normalen Onlinematches kann der Spieler nun sogar eigene Fight Camps und Ligen erstellen. In den Fight Camps kann man mit anderen Spielern online trainieren und gegen andere Fight Camps antreten. Zu Verbindungsproblemen kommt es dabei äußerst selten, enttäuschend ist dagegen eher die Tatsache, dass man für das Onlineprogramm den beiliegenden Code benötigt. Gebrauchtkäufer schauen also in die Röhre. Zum Glück bliebt ihnen aber wenigstens der ebenfalls überzeugende Offline-Mehrspielerpart.

Auch grafisch hat sich UFC 2010 Undisputed verbessert. Die Kämpfer, die bereits im vergangenen Jahr einen super Eindruck hinterließen, sehen einen Tick besser aus, auch dank der verbesserten Animationen. Bemängelten wir im Vorgänger noch die Präsentation und die fehlenden Arenenatmosphäre, schneidet UFC 2010 auch hier viel besser ab. Vor allem die Arenen wirken optisch spektakulärer. Weniger gut gelungen sind allerdings die Ladezeiten, hier dran müssen die Entwickler im nächsten Jahr unbedingt werkeln! Auch was den Sound betrifft kann UFC 2010 zulegen. Die Musikauswahl ist gelungener, der Raumklang stimmiger und es wurden einige neue Kommentare von den UFC-Sprecher Mike Goldberg und Joe Rogan hinzugefügt.

Fazit:
UFC 2010 Undisputed setzt THQ`s neue Kampfsportserie konsequent fort. Viele Kritikpunkte des Erstlings wurden ausgebessert und zusätzlich haben die Entwickler auch quantitativ jede Menge drauf gepackt. Mehr Kämpfer, mehr Spielmodi und ein besserer Mehrspielerpart werden UFC-Fans jede Menge Freude bereiten und technisch sieht der Titel auch noch um einiges besser aus. Mehr kann man von einer Fortsetzung einfach nicht erwarten.

9/10

MX vs. ATV Reflex – Review / Test

7 Mrz

Das Entwicklerteam Rainbow Studios ist bekannt für seine guten Motocrossgames. Mit ihrem neuesten Werk MX vs. ATV Reflex möchte man nun aber sogar den gesamten Offroadmarkt ansprechen und es mit Titeln wie Motorstorm oder Dirt 2 aufnehmen. Das folgende Review verrät, ob ihnen dieses Vorhaben gelungen ist.

MX vs. ATV Reflex ist, wie der Titel es bereits vermuten lässt, kein pures Motocrossgame. Das Spiel lässt sich eher als eine etwas realistischere Variante von Motorstorm bezeichnen, denn auch hier sind neben Motocrossbikes auch ATVs, Buggys und sogar Sporttrucks enthalten. Realistischer ist der Titel deshalb, weil es sich vom gesamten Aufbau natürlich eher an den typischen Motocrossgames orientiert, Tricks eine wichtige Rolle spielen und Explosionen und dergleichen, wie man es von Motorstorm kennt, natürlich nicht enthalten sind. Das Herzstück ist hierbei der Karrieremodus, welcher viele unterschiedliche Renntypen enthält. Neben normalen Rundenrennen, die sowohl indoor, als auch outdoor ausgetragen werden, gibt es auch Checkpointrennen, Freestyleevents und auch Freeride-Herausforderungen. Die Anzahl der Strecken geht vollkommen in Ordnung und ist mit unterschiedlichen Austragungsorten auch sehr passend ausgesucht. Bestimmte Events erfordern spezielle Fahrzeuge, die man käuflich erwerben kann. Meistens steht es dem Spieler aber frei, welche Fahrzeuge er verwendet. Anders als in Pure können die Fahrzeuge nicht aufgetunt werden, lediglich ein sehr simpel aufgebautes Setup kann angepasst werden. Der Schwierigkeitsgrad von MX vs. ATV Reflex ist übrigens recht knackig. Vor allem Anfänger haben zu Beginn einen sehr schweren Einstieg, zum Ende hin wird das Spiel dank einer guten Lernkurve aber nur noch wenig Schwierigkeiten bereiten. Das Fahrgefühl der Motocrossbikes ist, wie man es von den Jungs der Rainbow Studios gewohnt ist, tadellos, die Sporttrucks hingegen steuern sich leider etwas zu träge.

Zu den größten Stärken des Titels zählt ohne Zweifel die innovative Steuerung. Zur Erklärung: Mit der rechten Schultertaste beschleunigt man das Gefährt, während man mit dem linken Stick in die bestimmte Richtung lenkt. Der rechte Stick hat dabei mehrere Funktionen. In Verbindung mit dem linken Bumper können kinderleicht unzählige Stunts ausgeführt werden, gleichzeitig kann der Spieler bei einer unsanften Landung damit aber auch QTE-ähnlich die Körperhaltung korrigieren, um einen Sturz zu verhindern. Mit dem rechten Stick kann man sich zudem in Kurven in bestimmte Richtungen lehnen, um das Durchfahren nochmals zu vereinfachen bzw. für mehr Tempo zu sorgen.

Wie es sich für einen guten Offroadtitel gehört, besitzt MX vs. ATV Reflex einen sehr spaßigen Mehrspielermodus. Während offline nur Spiele für bis zu zwei Spieler ermöglicht werden, geht es online so richtig zur Sache, denn hier können bis zu 64 Spieler miteinander zocken, wobei dies stark vom Spielmodus abhängt. Neben normalen Rennen oder auch Turnieren lockern diverse Minigames das Spielgeschehen auf. In einem Spielmodus geht es z.B. darum, Capture the Flag-ähnlich einen Ball so lange wie möglich in Besitz zu halten. Die Onlineperformance des Titels ist dabei stets vorbildlich und nur selten kommt es zu Lags. Es steht noch in den Sternen, ob künftig neue Downloadinhalte angeboten werden, dies ist vermutlich auch abhängig vom Erfolg des Spiels.

Technisch zeigt sich MX vs. ATV Reflex leider nicht ganz von der besten Seite. Insgesamt sieht das Game überdurchschnittlich gut aus, kann aber nicht im Geringsten mit anderen Offroadgames der Marke Motorstorm, Dirt oder Pure mithalten. Dies liegt zum einen an den nicht zeitgemäßgen Texturen, zum anderen aber auch an technischen Patzern wie Pop-Ups oder Freezes. Hinzu kommt das Fehlen von Wettereffekten, welches bei Titeln dieser Art natürlich eine große Rolle spielt. Lobenswert ist hingegen der veränderbare Untergrund. Die Fahrzeuge hinterlassen sichtlich Spuren auf den Strecken und dadurch kann, bis zur letzten Kurve, der gesamte Ablauf verändert bzw. entschieden werden. Was den Sound betrifft, hinterlässt das Spiel einen zwiespältigen Eindruck. Die Motorensounds wirken einfach nicht authentisch genug, während der rockige Soundtrack bestens zum Geschehen passt.

Fazit:
Den Rainbow Studios ist mit MX vs. ATV Reflex ein tolles Offroadgame gelungen, welches technisch zwar nicht mit Konkurrenztiteln wie Motorstorm, Dirt 2 oder Pure mithalten kann, dafür aber dank der Unmengen an Fahrzeugen, Strecken und Renntypen begeistert. Die komplett neue Steuerungsmethode ist zudem super gelungen und könnte das komplette Genre inspirieren. Multiplayertechnisch lässt das Spiel keine Wünsche offen und daher müssen wir letzten Endes eine klare Kaufempfehlung an alle Offroadfans aussprechen.

8/10

de Blob Review (Wii)

23 Okt

In den letzten Monaten dürfte sich auf vielen Wii Konsolen eine zentimeterdicke Staubschicht angesetzt haben. Grund dafür ist das, vor allem für Coregamer, uninteressante Softwarelineup. Mit „de Blob“ veröffentlicht THQ nun aber endlich wieder einen viel versprechenden Titel, der im wahrsten Sinne des Wortes Farbe in denn tristen Alltag der Wii Community bringen soll.

Die fiese INKT Corporation hat sämtliche Farben aus der einst so bunten Metropole Chroma City geklaut und die Stadt in einen langweiligen, monochromen Ort verwandelt. Die Bewohner von Chroma City haben ihre ganze Lebensfreude verloren und werden von der INKT Corporation zu langweiliger Arbeit gezwungen. Doch zum Glück gibt es eine Widerstandsbewegung die dieses Problem lösen möchte und genau da kommt de Blob ins Spiel. Das Schicksal der Stadt liegt in seiner Hand und nur ihm kann es gelingen, Chroma City wieder mit Farbe zu füllen.

Das Spielprinzip von de Blob ist zwar äußerst simple, bringt aber gleichzeitig auch frischen Wind ins Jump‘n‘Run Genre. Primär ist das Ziel des Spiels Farben aufzusagen und die gesamte Stadt samt ihrer Einwohner durch eine einfache Berührung einzufärben. Insgesamt können aber nur die drei Farben Rot, Gelb und Blau aufgesammelt werden, andere Farben wie z.B. Grün oder Lila müssen erst gemischt werden. Um den ganzen Spielverlauf etwas knackiger zu gestalten, muss zudem ein gewisses Zeitlimit eingehalten werden. In diesem Zeitraum gilt es, eine bestimmte Punktzahl zu erreichen um so das Level zu meistern. Aber keine Sorge, man steht nur selten unter Zeitdruck, denn auf der Karte sind viele kleine Aufträge verteilt und besteht man diese erfolgreich, erhöht sich die Restzeit. Leider mangelt es den Aufträgen gehörig an Abwechslung, denn überwiegend müssen nur bestimmte Häuserblocks eingefärbt oder eine unterschiedliche Anzahl an Gegnern eliminiert werden. Letztere sind übrigens ziemlich gefährlich, gerät man nämlich mit ihnen in Berührung saugt sich unser Held mit Tinte voll und verliert dadurch im Handumdrehen sämtliche Lebensenergie. Auch die gefährlichen Tintefützen sollte man besser meiden. Zum Glück ist de Blob allgemein aber ein eher leichtes Spiel. Größtenteils kann man sich als Spieler ganz entspannt auf das Einfärben der Stadt konzentrieren und nur selten treten Frustmomente auf. Die Steuerung trägt mit ihrer Einsteigerfreundlichkeit dazu bei. Mit dem Analogstick bewegt sich unser Held in eine beliebige Richtung und ein Sprung erfolgt durch das Schütteln der Wiimote. Mit dem Z-Knopf werden Gegner oder Objekte anvisiert.

De Blob hat in Puncto Spielumfang einiges zu bieten. Allein der Storymodus besteht aus zehn großen Hauptleveln und vielen Nebenmissionen, wodurch auch erfahrene Spieler mindestens zehn Stunden mit de Blob beschäftigt sind. Das integrierte Erfolgssystem, ähnlich das der XBOX 360, sorgt zudem dafür, dass einige Levels auch mehrmals durchgespielt werden. Zumal sich auch neue Kostüme und Logos dadurch freischalten lassen. Zusätzlich enthält das Spiel noch einen Freestyle-Modus der für all jene, die einfach nur in Ruhe ihre Stadt bemalen wollen, interessant sein dürfte. Unter dem Menüpunkt „Blob Party“ lassen sich Farbschlachten und Wettrennen mit bis zu vier Spielern austragen, die überraschend viel Spaß machen. Ein Onlinemodus hat es allerdings nicht in das Spiel geschafft.

Optisch macht de Blob vor allem durch das besondere Design auf sich aufmerksam. Die Charaktere sehen nicht nur knuffig aus, sondern versprühen auch noch sehr viel Charme. Anhand der amüsanten CGI-Zwischensequzenzen merkt man, dass auch der Humor in diesem Spiel nicht zu kurz kommt. Darüber hinaus überzeugt de Blob durch die bunte Optik und eine sehr saubere technische Umsetzung. Für Wii-Verhältnisse wirkt hier alles unglaublich scharf und Ruckeleinlagen sind so gut wie nicht vorhanden. Letztlich zählt de Blob grafisch auf jeden Fall zu den bisher besten Wii-Titeln. Vor allem Third-Party-Games sahen bislang nur selten so gut aus. Und auch musikalisch weiß das Spiel gut sortierter Funk und Jazz Musik zu gefallen. Die Pseudosprachausgabe ist klasse gelungen und wir vielen Spielern ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Fazit:
Abschließend kann man THQ gar nicht oft genug dafür danken, dass sie mit „de Blob“ endlich wieder einen Grund liefern, seine Wii Konsole einzuschalten. Seit Super Mario Galaxy gab es kein Jump‘n‘Run Spiel mehr das so viel Spaß gemacht hat. Das Spiel ist nicht nur sehr liebevoll gestaltet worden, sondern bringt einem auch zum Lachen und Grübeln. Gameplaytechnisch ist „de Blob“ zwar alles andere als komplex, kommt dafür aber ungemein erfrischend daher. Technisch macht das Spiel auch alles richtig und dank der sehr spaßigen Multiplayermodi wird das Spiel auch nach vielen Monaten noch den Weg ins Laufwerk finden. Lediglich der sehr eintönige Spielablauf trübt den ansonsten überaus positiven Gesamteindruck ein wenig. Hungernde Wii-Besitzer sollten sich „de Blob“ aber unbedingt einmal anschauen, denn sonst entgeht einem ein spielbares Kunstwerk.

8/10