Tag Archives: XBOX

Fable 2 (XBOX360)

8 Nov

fable2screen

Pro:
– grandiose Charakterentwicklung
– wunderschöne Märchenwelt
– spannende Heldenstory
– die Zusammenarbeit mit dem eigenen Hund
– unzählige Nebenquests
– Verhalten hat Einfluss auf die gesamte Spielwelt
– schier unendliche Möglichkeiten (Jobs, Familie, Häuser, Sex, etc.)
– gelungene Synchronisation
– der Humor
– größtenteils gut umgesetztes Kampfsystem
– das Spiel bietet für Genreneulinge den perfekten Einstieg
– angenehmer Schwierigkeitsgrad

Contra:
– oftmals niedrige Framerate
– langweiliges Ende
– Hauptstory bereits nach 10 Stunden beendet
– enttäuschender Multiplayermodus
– umständlicher Einsatz von Magie
– etwas unübersichtliches Menü
– viele kleine Bugs die den Spielverlauf stören
– Interaktion mit NPCs belanglos

Fazit:
Ganz fehlherfrei ist Fable 2 leider nicht geworden und Herr Molyneux hat auch bei seinem neuesten Werk nicht alle Versprechen eingehalten, aber dennoch ist Fable 2 gerade für Genreneulinge das perfekte Rollenspiel. Veteranen werden aufgrund der vielen Entscheidungs- und Spielmöglichkeiten auch sehr viel Spaß mit diesem Spiel haben.

8,5/10

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Pure – Review / Test (PC / PS3 / XBOX 360)

28 Sep

Was Offroad-Racer betrifft, so wurden XBOX 360 User leider mangelhaft bedient. Hin und wieder gab es zwar in dieser Richtung den ein oder anderen netten Racer, aber nichts konnte man auch nur annähernd mit Größen wie dem PS3 Titel Motorstorm vergleichen. Mit „Pure“ haben die Entwickler der Black Rock Studios es sich aber zum Ziel gesetzt, diese Lücke erfolgreich zu schließen. Und bereits auf der Games Convention wurde deutlich, dass Pure das Zeug zu einem Überraschungshit hat. Wie gut das Spiel nun tatsächlich geworden ist, schildert der folgende Testbericht.

Pure lässt sich am ehesten als eine Mischung aus SSX Tricky und Motorstorm vergleichen. Das fahren so genannter Quad-Bikes wird mit halsbrecherischer Luftakrobatik verbunden und diese spektakulären Tricks stellen zudem auch den Schlüssel zum Sieg dar, denn wenn ein Trick erfolgreich absolviert wird, füllt sich die Boost-Leiste und neue Tricks werden freigeschaltet. Insgesamt enthält Pure drei verschiedene Renntypen: Sprintrennen, Wettrennen und Freestyle. Bei den ersten beiden gilt es natürlich als erster im Ziel zu sein. Sprintrennen können jedoch auch ohne Einsatz von Tricks gewonnen werden, während man in Wettrennen nicht den Hauch einer Chance hätte. Der Freestyle Modus ist hingegen komplett auf die Tricks ausgerichtet und hier ist auch die meiste Taktik gefragt. So muss man seinen Quad immer so nah wie möglich am nächsten Hügel landen um so den Punktemultiplikator in die Höhe zu treiben. Dank das Quad-Editors ist der Spieler aber dazu in der Lage, seinen Quad auf den jeweiligen Renntyp anzupassen. Aus über 60.000 unterschiedlichen Anpassungsmöglichkeiten kann man sich in Pure das richtige Quad-Bike zusammenstellen und bis zu zehn Quads können dann in der Garage platziert werden. Mit einem einfachen Tastendruck kann zudem ein Quad automatisch generiert werden. Der Schwerpunkt des Bikes liegt dann entweder auf der Geschwindigkeit oder den Tricks. Neben den vielen Quads muss sich der Spieler aber auch aus sechs verschiedenen Charakteren den richtigen heraussuchen. Diese verfügen dann jeweils über unterschiedliche Sprüche und Tricks. Die Geschwindigkeit oder die Steuerung wird natürlich nicht beeinflusst. Letztere geht ausgesprochen gut von der Hand, lediglich aufwendige Tricks sorgen zu Beginn für einige Frustmomente.

Das Herzstück von Pure ist die so genannte Weltournee. Diese ist in zehn Etappen unterteilt und insgesamt gilt es 50 Herausforderungen zu meistern. Die Strecken sind äußerst abwechslungsreich und enthalten zudem unterschiedliche Fahrwege. Wie es sich für eine Welttournee gehört, werden unter anderem Länder wie Italien, die USA, Neuseeland und Nex Mexico bereist. Innerhalb jeder Etappe muss eine bestimmte Punktzahl erzielt werden um zur nächsten zu gelangen. Leider ist der Schwierigkeitsgrad in Pure aber sehr unausgewogen. Zu Beginn sind Siege kein sonderlich schwieriges Unterfangen, ab der zweiten Spielhälfte wird Pure jedoch ziemlich knifflig und frustig. Hier ist es dann ratsam die einzelnen Strecken mit ihren unterschiedlichen Fahrwegen auswendig zu lernen. In diesem Punkt bieten sich dann die bieden zusätzlichen Spielmodi „Einzelrennen“ und „Freie Fahrt“ förmlich an. Zusätzlich besitzt Pure aber auch einen ausgesprochen spaßigen und technisch sauberen Onlinemode. Mit bis zu 16 Spielern können hier packende Schlammschlachten ausgetragen werden und sollte man mal nicht die 16 Spieler zusammenbekommen, wird der Rest durch Bots ergänzt. Wirklich schade ist nur, dass Pure keinen Splitscreenmodus enthält. Gerade bei Spielen dieser Art wäre das doch angebracht gewesen.

Grafisch dürfte Pure so ziemlich jeden Rennspielfreund ins Staunen versetzen. Bislang sah nämlich noch kein Spiel dieser Art so liebevoll und detailreich aus. Die Animationen sind sehr authentisch und butterweich und die Umgebung überzeugt vor allem durch ihren Detailreichtum und den vielen kleinen Details. Wunderschöne Licht- und Wassereffekte runden das Ganze dann noch einmal ab. Und trotz dieser spektakulären Optik läuft Pure stets flüssig und die Ladezeiten sind ziemlich kurz geraten. Der Soundtrack ist ausgesprochen gut ausgewählt und mit Indie, Hip Hop, Rock und Drum`n`Bass sind auch ausreichend viele Genren vertreten. Die deutsche Sprachausgabe schlägt sich sehr überzeugend und dank dem tollen Raumklang werden dem Spieler heftige Motorensounds um die Ohren gehämmert.

Fazit:
Pure ist nicht nur ein wahrer Überraschungshit geworden, sondern zählt zugleich auch zu den besten Arcaderacern der letzten Jahre. Es macht einfach unglaublichen Spaß durch die detailreichen Strecken zu brettern und atemberaubende Tricks zu vollführen. Zugleich bekommt man als Spieler auch einiges für sein Geld geboten, denn mit knapp 48 Strecken, einem sehr umfangreichen Quadeditor und einem sehr komplexen Onlinemode zählt Pure sicherlich zu den umfangreichsten Offroadrennspielen überhaupt. Aber auch in optischer Hinsicht ist Pure wahrhaftig referenzverdächtig. Die grandiose akustische Umsetzung bestätigt den überaus positiven Gesamteindruck letztendlich noch einmal, wodurch man regelrecht dazu gezwungen ist, eine Kaufempfehlung auszusprechen. Jeder Videospieler, der auch nur ein klein wenig für Arcaderacer übrig hat, muss dieses Spiel gespielt haben. Bleibt nur noch offen, ob die Konkurrenz in Form von Motorstorm 2 dazu im Stande ist, diese überzeugende Leistung zu überbieten.

9/10

Star Wars: The Force Unleashed (PS3 / XBOX 360)

27 Sep

Pro:
– sehr interessante Story die zwischen Episode III und IV angesiedelt ist
– genialer Einsatz der dunklen Mächte
– Wiedersehen mit vielen bekannten Charakteren
– tolles Charakterdesign
– liebevoll gestaltene Level
– spaßiges (wenn auch abgeschautes) God of War-Gameplay
– bombastischer Sound
– packende Bosskämpfe
– sehr gute Steuerung

Contra:
– zu linearer und teils abwechslungsarmer Spielablauf
– insgesamt ein sehr fehlerhaftes Spiel mit oftmals nervigen Bugs
– sehr magerer Umfang mit einer Spielzeit von gerade mal 6 Stunden

Fazit:
Force Unleashed zählte eigentlich in diesem Jahr zu den wichtigsten Titel für mich. Meine Erwartungen waren riesig und letzten Endes wurde ich doch ziemlich enttäuscht. Das Spiel besitzt zwar, gerade für einen Star Wars Fan, eine sehr interessante Story und die Grafik ist alles andere als schlecht, aber das sehr eintönige Gameplay, die geringe Spieldauer und die stellenweise nervigen Bugs trüben den Gesamteindruck. Hier wurde sehr viel Potenzial verschenkt aber vielleicht auch der Beginn einer interessanten Spielereihe eingeleitet.

7/10

Übrigens: Zur PSP-, DS-, PS2- und Wii-Fassung kann ich leider nichts berichten. Letztere soll aber über eine sehr gute Steuerung verfügen und da ein anderes Entwicklerstudio an diesen Versionen gearbeitet hat, unterscheiden sich auch die Level und das Gameplay ein wenig.

NHL 2k9 – Review / Test (PS3 / XBOX360)

24 Sep
Jahr für Jahr ziehen die Eishockeygames aus dem Hause EA Sports und 2k Sports in den Kampf um den Eishockeyolymp. Noch vor einigen Jahren konnte die 2k-Reihe mit ihrer Realitätsnähe überzeugen, im vergangenen Jahr hat NHL 2k8 aufgrund der verkorksten Steuerung allerdings deutlich den kürzeren gegenüber NHL 08 gezogen. In diesem Jahr soll sich dies wieder ändern und die Entwickler versprechen, viele der im Vorjahr begangenen Fehler behoben zu haben. Wir haben uns aufs Eis gewagt um NHL 2k9 mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Im letzten Jahr hat 2k-Games es sich aufgrund der miserablen Steuerung von NHL 2k8 ein wenig bei der Eishockeyfangemeinde verscherzt. In NHL 2k9 wurde dieser Fauxpas zum Glück beseitigt und so punktet das Spiel schon gleich zu Beginn damit, dass sich der Spieler aus der Stick- und der Buttonsteuerung seine eigene Steuerungsvariante zusammenstellen kann. Jetzt ist das Spiel auch endlich wieder gut spielbar und vor allem bei Fans der Vorgänger dürfte wieder für wesentlich mehr Spielspaß gesorgt sein. Aber noch immer ist NHL 2k9, ganz im Gegensatz zu NHL 2009, alles andere als einsteigerfreundlich. Doch das ist auch ganz und gar nicht das Vorhaben von 2k-Sports. NHL 2k9 soll eher die Profis ansprechen, denn hier liegt der Schwerpunkt eindeutig auf den vielen verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten und dem Realismus. Deshalb wurde nicht nur die Spielgeschwindigkeit wieder ein wenig gesenkt, sondern auch die KI nachgebessert. Die Defensive agiert zwar immer noch etwas zu passiv und auch die Goalies schwächeln gelegentlich, aber die Tore müssen nun hart erarbeitet werden. Glückstreffer sind nur sehr selten vorzufinden. Dies lässt sich unter anderem auf die großartige Puckphysik zurückführen. Die Spezialmoves besonderer Spieler lassen sich nun auch viel einfacher ausführen, wodurch sich der Spielverlauf auch etwas abwechslungsreicher gestaltet. Leider ist auch in dieser 2009er Ausgabe von NHL2k ausschließlich die NHL Lizenz enthalten. Europäische Teams sind also nicht enthalten, was viele DHL-Fans enttäuschen wird. Da hat NHL 2009 eindeutig mehr zu bieten. Verschlimmbessert hat sich NHL 2k9 hinsichtlich des Umfangs. Die beliebten Minigames aus den Vorgänger wurden nämlich fast komplett gestrichen. Im Hauptmenü lässt sich lediglich noch die Mini-Eisbahn auswählen, das beliebte Quizgame wurde in den Ladebildschirm verschoben, damit die Ladezeiten versüßt werden. Einen neuen Spielmodus sucht man leider vergebens. Der Spieler muss mit den bekannten Modi wie etwa Saison, Quickplay, Training, Pond Hockey, Shootout und Franchise Vorlieb nehmen. Letzterer wurde aber immerhin optisch etwas aufgefrischt. Richtig punkten kann NHL 2k9 hingegen durch den wirklich tollen Onlinemodus. Dieser überzeugt nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ. Neben dem schnellen und dem benutzerdefinierten Spiel sowie der Onlineliga kann man im Unterpunkt „Team 2k“ richtige Preise gewinnen indem zufallsgenerierte Onlinematches gewonnen werden. Außerdem ermöglicht es NHL 2k9 online eigene Teams zu bilden wodurch 6 VS 6 Matches ausgetragen werden können. Mit dem 2K Reelmaker können selbsterstellte Replays online veröffentlicht werden und natürlich kann NHL 2k9 auch offline mit Freunden gespielt werden.

Vor allem technisch hinkte die 2k-Reihe bislang der großen EA Konkurrenz hinterher. Deshalb haben sich die Entwickler vor allem mit der Grafik befasst. Und keine Frage, grafisch hat sich NHL 2k9 um einiges gebessert. Vor allem die Präsentation vermittelt nun mehr TV-Flair und ist zudem auch noch bedeutend informativer als zuvor. Überhaupt erkennt man schon auf den ersten Blick eine gewisse Detailliebe. Das Publikum wird realistischer dargestellt und sorgt damit für eine bessere Arenaatmosphäre. Das gesamte Spiel wurde außerdem laut Angaben der Entwickler mit über 1400 neuen Animationen versehen. Ehrlich gesagt, scheinen sie mit dieser Aussage übertrieben zu haben. Einige tolle Animationen sind zwar auffällig, aber immer noch herrscht hier ein großer Nachholbedarf. Immerhin lief NHL 2k9 die gesamte Spielzeit über absolut flüssig und völlig frei von Performanceproblemen. In Puncto Sound muss an dieser Stelle aber wirklich ein großes Lob ausgesprochen werden. NHL 2k9 zählt zu den wenigen US-Sportspielen die zumindest größtenteils ins deutsche lokalisiert wurden. Lediglich das tolle Kommentatorenduo bestehend aus Randy Hahn & Drew Remenda spricht in englischem Originalton. Der Soundtrack ist sehr stimmig und der Raumklang angenehm atmosphärisch.

Fazit:
Eines muss man den Jungs von 2k Games neidlos anerkennen. Es ist ihnen bestens gelungen die meisten Fehler aus dem Vorjahr zu beheben und somit Boden auf die Konkurrenz gut zu machen. Leider haben sie es aber vernachlässigt, neue Ideen in NHL 2k9 einzubringen. Deshalb ist es mehr als fraglich, ob NHL 2k9 in diesem Jahr mit dem sehr gelungenen NHL 2009 mithalten kann. Aufgrund der ungeheuren Realitätsnähe und die unzähligen Einstellungsmöglichkeiten werden NHL-Profis aber wieder viel Freude mit diesem Spiel haben. Zumal das Spiel online so richtig in Fahrt kommt und sich technisch so manches getan hat. NHL 2k9 ist wahrlich kein schlechtes Spiel geworden, nur hinkt es der Konkurrenz in vielerlei Hinsicht hinterher. Aber im nächsten Jahr werden die Karten neu gemischt und vielleicht erwartet uns dann ein NHL 2k Game in alter Stärke.

7,5/10

Too Human – Review / Test (XBOX 360)

22 Sep

Kaum zu glauben, aber die Idee zu Too Human entstand bereits im Jahr 1998. Damals sollte das Spiel noch auf der Playstation erscheinen. Einige Jahre später wurde es leider stiller um Too Human und die kanadischen Entwickler von Silicon Knights sorgten unterdessen mit Spielen wie Eternal Darkness und Metal Gear Solid: The Twin Snakes auf dem Gamecube für Furore. Nach gut zehn Jahren hat es Too Human aber nun endlich auf die heimischen Konsolen geschafft. Wie gut sich der erste Teil dieser geplanten Trilogie schlägt, zeigt die folgende Review.

Die Story von Too Human ist ziemlich ungewöhnlich und setzt sich deutlich von anderen Vertretern des Genres ab. Das Spiel verbindet die nordische Mythologie rund um die Gottheiten Loki, Thor, Odin und Co. mit einem interessanten Science-Fiction-Setting in dem die Menschheit von mächtigen Maschinenwesen bedroht wird. Für den Spieler gilt es in die Rolle der Gottheit Baldur zu schlüpfen, um der Herrschaft der Maschinen ein Ende zu setzen. Bevor man sich aber in die Schlacht begibt, muss man sich, wie es sich für ein richtiges Action RPG gehört, für eine von insgesamt fünf verschiedenen Charakterklassen entscheiden. Im einzelnen wären dies der Berserker, der Kommandosoldat, der Bioingenieur, der Verteidiger und zu guter letzt der Kämpfer. Letzterer ist zum Beispiel ein Allroundtalent während sich der Kommandosoldat auf den Fernkampf und der Berserker auf den Nahkampf spezialisiert. Ist die Entscheidung getroffen, kann das Hack`n`Slay Abenteuer beginnen und der Spieler sich mit dem gewöhnungsbedürftigen Kampfsystem vertraut machen. Mit den Schultertasten macht Baldur gebrauch von Schusswaffen, während mit dem rechten Analogstick die Nahkampfwaffen eingesetzt werden. Durch das Kombinationssystem lassen sich bei einer bestimmten Anzahl von aneinander folgenden Angriffen verschiedene Spezialattacken einsetzen. Aufgrund der sehr ungewöhnlichen Steuerung bedarf das Ganze leider einer recht langen Eingewöhnungszeit, nach einer gewissen Zeit gehen die Angriffe aber gut von der Hand. Wesentlich benutzerfreundlicher gestaltet sich zum Glück die Charakterverwaltung. Sowohl das Inventar als auch die Fähigkeiten lassen sich prima verwalten und so steht dem Aufleveln und der Jagd nach wertvollen Items nichts mehr im Wege. Aufgrund der vielen verschiedenen Items und dem motivierenden Levelsystem schaut man auch getrost über den sehr linearen Spielablauf hinweg. Knifflige Rätsel gibt es hier nämlich nicht, im Grunde wird lediglich eine Gegnerhorde nach der nächsten platt gemacht.
Too Human ist insgesamt in vier Kapitel unterteilt und dürfte bereits nach ca. 15 Stunden beendet sein. Nebenquests sucht man hier leider vergebens und NPCs, die den Spieler mit informativen Nebeninfos versorgen, wird man in Too Human auch nicht antreffen. Bedauerlich ist zudem, dass in Too Human keine Angst vor dem Tod entsteht. Stirbt der Protagonist, findet man sich, nach einer sehr nervigen und langen Sterbesequenz (die sich übrigens nicht abbrechen lässt) beim letzten Checkpoint wieder und alle zuvor erledigten Gegner bleiben eliminiert und alle eingesammelten Items erhalten.

Technisch hinterlässt Too Human einen sehr schwankenden Eindruck. Die Grafik sorgt lediglich durch die imposanten Architekturen für Aufsehen, ansonsten ist Too Human optisch sehr durchschnittlich. Sowohl das Level- als auch das Charakterdesign sind ziemlich abwechslungsarm geraten und die teilweise sehr schwachen Texturen und Animationen trüben den Eindruck ein weiteres Mal. Hinzu kommen nervige Ruckeinlagen und eine Kameraführung die jeden Spieler zum Verzweifeln bringt. Akustisch macht Too Human Odin sei Dank eine bessere Figur. So wurde das Spiel von überzeugenden Sprechern ins deutsche synchronisiert und zusätzlich mit einer wuchtigen Dolby Digital Spur versehen. Richtig beeindruckend ist der epische Soundtrack der einiges an Atmosphäre rettet.

Ursprünglich planten die Entwickler von Silicon Knights einen 4-Spieler Coop Modus, welcher auch Offline gespielt werden kann. Leider wurde diese Idee nicht in Tat umgesetzt und so steht einem nur ein 2-Spieler Onlinemodus zur Verfügung. Dieser macht dafür aber ziemlich viel Spaß und läuft zudem auch noch recht flüssig. Vor allem entsteht im Zusammenspiel mit einem Freund zumindest ein Hauch von taktischer Vorgehensweise, was im Singleplayerpart nicht der Fall ist. All jene, die einfach nicht genug von Too Human kriegen, können in Zukunft auf dem XBOX Live Marktplatz kostenpflichtig neue Waffen, Rüstungen und Level erwerben.

Fazit:
Leider macht Too Human trotz der sehr langen Entwicklungszeit einen sehr fehlerhaften und unfertigen Eindruck. Der Rollenspielolymp bleibt dem Spiel aufgrund der miserablen Kameraführung, dem zu linearen Gameplay und der vielen grafischen Mankos verwehrt. Doch trotz all dieser Fehler ist Too Human kein schlechtes Videospiel geworden. Denn es macht durchaus Spaß sich durch unzählige Gegnermaßen zu metzeln, den Charakter aufzuleveln und der Story zu folgen. Zumal der Soundtrack erstklassig gelungen ist und das Spiel auch zu zweit richtig Bock macht. Sollten, wie geplant, zwei weitere Teile folgen, wünsche ich mir vor allem einen 4-Spieler Koopmodus und mehr Umfang. Vielleicht haben die Entwickler bis dahin auch alle technischen Probleme in den Griff bekommen. Fragt sich nur, wie lange wir auf den nächsten Teil warten müssen…

7/10

Devil May Cry 4 – Review / Test (XBOX360/PS3)

22 Mrz
Bislang handelte es sich bei Devil May Cry um eine Playstation-exklusive Spielereihe. Mit dem vierten Teil hat sich dies aber völlig geändert. Sowohl auf der Playstation 3 als auch der XBOX 360 machen Dante und Nero den Dämonen das Leben schwer. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wie gut Capcom der Nextgen Einstieg dieser erfolgreichen Serie gelungen ist. Ein guter Grund, sich den Titel mal genauer anzusehen…

Der Spieler schlüpft zu Beginn des Spiels in die Rolle des neuen Charakters Nero. Dieser nimmt gerade an einer Zeremonie zu Ehren des Helden Sparda (Vater von Dante) teil, als plötzlich Dante hereinstürmt und ein Blutbad anrichtet. Und so macht sich Nero auf, um Dante aufzuhalten. Das klingt jetzt zwar alles sehr simpel, ich kann an dieser Stelle aber schonmal versichern, dass man im Verlauf des Spieles mit so manchen spannenden Wendungen rechnen darf. Und natürlich darf man später auch wieder Dante spielen. Zu Beginn muss der Spieler jedoch mit Nero vorlieb nehmen.

Obwohl sich beide Charaktere leider ziemlich ähnlich sehen, verfügen sie aber über unterschiedliche Fähigkeiten. So hat der Spieler bei Dante die Möglichkeit zwischen verschiedenen Kampfstilen zu wechseln, während Nero einen dämonischen Arm namens Devil Bringer besitzt, den man sowohl im Kampf als auch als Greifhaken einsetzen kann.

Am Spielprinzip haben die Entwickler zum Glück wenig geändert. Devil May Cry 4 spielt sich noch fast genau so, wie der geniale erste Teil. Und das ist auch gut so. Der Reiz am Spiel ist also nach wie vor, seine Gegner so stylisch wie möglich zu eliminieren, um eine möglichst gute Bewertung zu erhalten. Hin und wieder bringen einige Rätseleinlagen und Bossfights Abwechslung in den Spielverlauf. Mit Hilfe der eingesammelten Orbs lassen sich auch wieder neue Moves und Fähigkeiten, sowie wichtige Gegenstände erwerben. Der Schwierigkeitsgrad wurde dieses Mal gut angepasst, damit man das Spiel auch Anfängern schmackhaft machen kann. Selbstverständlich werden aber auch die erfahreneren Spieler gefordert. Und das nicht nur mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, sondern auch mit knackigen Bonusmissionen.

Das Kampfsystem lässt sich sowohl für Einsteiger, als auch für Profis anpassen, und dürfte überhaupt keine Probleme machen. Nero’s und Dante’s Aktionen gehen allesamt locker von der Hand. Etwas kritisch wird es nur, wenn die Kamera wieder einmal spinnt und die Übersicht verloren geht. Außerdem wird der Spielspaß etwas durch das nervige Backtracking gemindert. Alle Spielorte müssen leider wiederholt aufgesucht werden und so kommt eine gewisse Eintönigkeit auf. Nach sechs bis acht Stunden ist das Abenteuer aber dann auch schon beendet. Einige Extras werden zwar nach dem Durchspielen freigeschaltet, etwas mehr Umfang wäre dennoch wünschenswert gewesen. Zum Glück verfügt Devil May Cry 4 wenigstens über eine Online Highscoreliste.

Richtig genial ist den Entwicklern die grafische Umsetzung des Titels gelungen. Selten präsentierte sich ein Spiel so stylisch wie eben Devil May Cry 4. Das Charakterdesign ist einfach der Wahnsinn, die Zwischensequenzen großartig inszeniert und auch die Umgebung kann sich richtig sehen lassen. Ruckeleinlagen sind so gut wie nicht vorhanden und die gelungenen Animationen der Spielfiguren runden das Ganze dann ab. Einziger Kritikpunkt: einige Levels wirken lieblos gestaltet und es fehlt ein wenig an Abwechslung. Abgesehen davon ist DMC4 grafisch ein Brett. Soundtechnisch macht das Spiel eigentlich auch nichts falsch. Die englische Synchronisation ist mal wieder rundum gelungen und die Soundeffekte kommen in gewohnt guter Qualität daher. Richtig nervig ist jedoch, dass sich die Kampfmusik ständig wiederholt. So gibt es im Prinzip nur zwei Lieder (für jeden Charakter eines) und das geht einem, vor allem im späteren Spielverlauf, schon etwas auf den Geist. Hier wäre ein umfangreicher, rockiger Soundtrack echt wünschenswert gewesen.

Fazit:
Das Nextgendebüt von Devil May Cry ist Capcom voll und ganz geglückt. Anders als zum Beispiel beim kürzlich erschienenen Turok haben die Entwickler wenig am Setting und Gameplay geändert und verlassen sich auf das erfolgreiche Rezept der Vorgänger. Grafisch wurde alles zeitgemäß angepasst und DMC4 überzeugt mit einer nahezu fehlerfreien Optik, die so ziemlich jeden Fan vom Hocker reißen dürfte. Und bis auf das etwas störende Backtracking, die relativ kurze Spieldauer und den sich ständig wiederholenden Soundtrack gibt es kaum etwas wenig an dem Spiel zu bemängeln. Sollte man also wieder richtig Lust auf gute Actionkost haben, so ist Devil May Cry 4 definitiv das richtige Spiel. Kein Spiel auf dem Markt hat so viel Style, wie dieses hier!

Blue Dragon – Review / Test (XBOX 360)

13 Sep

Hironobu Sakaguchi zählt zu den kreativsten und berühmtesten Köpfen in der Videospielbranche. Er hat Square Enix gegründet und die Final Fantasy Serie geschaffen. Auch viele weitere Rollenspielklassiker hat man ihm zu verdanken. Doch 2004 wollte er seine eigene Wege gehen und gründete die Firma Mistwalker. Lost Odyssey und Blue Dragon sind die Hoffnungsträger dieser Spieleschmiede und wir haben letzteren mal genauer unter die Lupe genommen.

Bei der Story handelt es sich bei Blue Dragon um eine traditionelle „Gut gegen Böse“-Story. Der Spieler schlüpft in die Rolle des jungen Shu, der zusammen mit seinen Freunden Klug und Giro gegen den bösen Nene ankämpft. Das Ganze wird schön erzählt, aber der Story fehlt einfach das gewisse etwas. Blue Dragon hat einen ziemlich linearen Spielverlauf wie man es von den meisten Rollenspielen aus dem fernen Osten kennt. Man erkundet die Welt, begibt sich in Dungeons und levelt seinen Charakter auf. Letzteres erfolgt an Hand von rundenbasierten Kämpfen. Diese sind packend inszeniert und machen anhand des großen Sortiments an verschiedenen Zaubersprüchen und Items auch sehr viel Spaß. Die Gegner selbst sieht man, im Gegensatz zu vielen Final Fantasy Teilen, auch schon vor Kampfbeginn. Der Spieler kann also selbst entscheiden ob er gegen das Monster antreten will. Die verschiedenen Monstertypen sind übrigens ziemlich skurril geraten, so gibt es Monster die sich „Kackschlange“ taufen und natürlich auch so lustig aussehen. Allgemein ist Blue Dragon leider ein ziemlich einfaches Spiel. Erst am Ende muss man sich wirklich mit seinen Charakteren beschäftigen und diese Aufleveln. Insgesamt dürften Rollenspielexperten schon nach 25 bis 30 Stunden den Abspann sehen – Neueinsteiger dürften um die 50 Stunden brauchen. Innerhalb dieser Zeitspanne bekommt man allerdings keine spielerischen Innovationen serviert, Blue Dragon erfindet das Rad nicht neu. Aber das hatte Hironobu Sakaguchi wohl auch nicht vor. Vielmehr handelt es sich bei Blue Dragon um angenehme Old-Shool RPG Kost die vor allem rollenspielhungrige XBOX-only User sättigen soll. Und das gelingt Mistwalker auf ganzer Linie, auch wenn man bei Blue Dragon manchmal einen richtigen Kracher vermisst, der einen dann wieder mehr an den Bildschirm fesselt. Stellenweise, vor allem im ersten Drittel, empfindet man sogar öfters ein wenig Langeweile, aber gerade zum Ende hin ist Blue Dragon dann wieder richtig fesseln.

Die technische Seite des Spiels dürfte den absoluten Pluspunkt darstellen. Neben dem großen Hironobu Sakaguchi haben nämlich noch zwei weitere japanische Größen an dem Spiel mitgewirkt. Nämlich Akira Toriyama und Nobue Uematsu. Akira Toriyama ist für das grandiose Charakterdesign verantwortlich welches stark an seine bisher bekannteste Arbeit Dragon Ball erinnert. Das war ja schon in Dragon Quest VIII ein voller Erfolg! Auch abgesehen von dem Charakterdesign ist Blue Dragon grafisch toll geworden. Das ganze Spiel wirkt wie eine Animeserie und die toll inszenierten Zwischensequenzen bekräftigen diesen Eindruck nochmal um ein vielfaches. Leider kommt es nur manchmal zu leichten Ruckeleinlagen. Diese lassen sich aber verschmerzen. Viel störender ist die deutsche Synchronisation die an manchen Stellen einfach nur nervig und total unpassend ist. Leider kann man auch nicht die japanische Sprachausgabe einstellen. Dafür kommt der Spieler aber wenigstens in den Genuss der tollen Musik von Nobue Uematsu. Und auch die Dolby Digital Spur weiß zu gefallen. Blue Dragon unterstützt sogar einige XBOX Live Features. Ein Multiplayermodus oder eine Highscoreliste ist natürlich nicht vorhanden, aber zukünftig werden neue Spielinhalte zum Download angeboten. In Japan gibt es zum Beispiel schon einen neuen, höheren Schwierigkeitsgrad zum Download. Das dürfte das Spiel dann noch ein wenig besser machen.

Fazit

Blue Dragon ist ein sehr gutes Rollenspiel der alten Schule geworden, welches es aber in keinster Weise mit Größen wie Final Fantasy oder Dragon Quest aufnehmen kann. Das liegt vor allem an dem stellenweise lahmen Spielverlauf und dem ziemlich leichten Schwierigkeitsgrad. In technischer Hinsicht macht das Spiel aber wirklich alles richtig. Die Grafik ist toll, das Charakterdesign von Akira Toriyama genial und über einen Soundtrack von Nobue Uematsu gibt es sowieso nicht mehr viel zu sagen. Auch wenn Blue Dragon dem Hype nicht ganz gerecht wurde solten alles Fans japanischer Rollenspiele einen Blick darauf werfen. Mit Ausnahme von Enchanted Arms gibt es sowieso keine anderen Alternativen.

8/10