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Final Fantasy XIII – Review / Test

28 Mrz

Die aktuelle Konsolengeneration hat zwar zahlreiche japanische Rollenspiele im Repertoire, aber so richtige Meisterwerke, wie man es aus den SNES- oder PSX-Zeiten kennt, blieben aus. Rollenspielfans setzten all ihre Hoffnung daher auf Final Fantasy XIII. Kurz nach Release zeigte sich allerdings, dass der Titel polarisiert wie kaum ein anderer. Enttäuschung des Jahres oder Rollenspiel-Meisterwerk? Diese Review zeigt, dass die Wahrheit mal wieder in der Mitte liegt.

Mit insgesamt 13 Hauptteilen und etlichen Spin-Offs zählt die Final Fantasy-Serie neben ruhmreichen Reihen wie Mario oder Mega Man zu den langlebigsten Spieleserien. Wieso die Serie dabei aber nie langweilig wird, liegt daran, dass die Teile storytechnisch nie miteinander verknüpft sind und jeder Teil andere Charaktere besitzt, zu unterschiedlichen Zeiten spielt und sich sogar anders spielen lässt. Final Fantasy XIII ähnelt dabei am ehesten Final Fantasy X, denn auch Teil 13 ist sehr Cutscene-lastig und verfügt über eine ähnliche Charakterentwicklung. Hier gibt es keine echten Levelstufen, stattdessen kann man die erhaltenen Erfahrungspunkte im Kristarium in einzelne Attribute oder Attacken investieren, mit verschiedenen, auf den ersten Blick unwichtigen, Items können später auch Waffen und Accessoires aufgepowert werden. Der Charakterbaum unterscheidet sich dabei je nach Paradigmen-Rolle. Verschiedenen Rollen wie Verteidiger, Augmentor, Manipulator, Verheerer, Heiler und Brecher bringen viel Taktik in das sehr interessante Kampfsystem. Dieses ist nicht mehr in Pseudo-Echtzeit, sondern läuft wieder rundenbasiert ab. Anhand der Angriffleiste kann der Spieler seine Angriffe nach belieben auswählen und einteilen. Enorm wichtig ist es aber, dass man, je nach Situation, im richtigen Moment die Rollen der Kämpfer wechselt. Sollte es in einem Kampf dann einmal eng werden, helfen nicht nur die üblichen Items, sondern auch die so genannten Espen, quasi herbei beschworene Kreaturen, die aber nicht immer zur Verfügung stehen.

Verglichen mit anderen Rollenspielen ist Final Fantasy XIII übrigens, vor allem zu Beginn, recht einfach. Zum Glück ändert sich dies aber im Laufe des Spiels. Überhaupt ist Final Fantasy XIII leider ein extremer Spätzünder. Wer sich bereits über ein zweistündiges Tutorial aufregt, dürfte hier förmlich ausrasten, denn bis alle Gameplay-Elemente zur Verfügung stehen, verstreichen MINDESTENS 20 (!!!) Stunden. Die Sache hat aber auch etwas gutes, denn Genreneulinge werden ganz langsam eingeführt und haben somit keinerlei Probleme mit der Bedienung des Titels. RPG-Fans werden sich dagegen etwas langweilen. Noch schlimmer ist allerdings die Tatsache, dass dieses Spiel in den ersten beiden drittel des Spiels viel zu linear abläuft. Das Spiel ist voll mit Schlauchlevels, besitzt daher ein gutes Tempo, aber trotzdem vermisst man es, durch die Städte zu schlendern und mit unwichtigen NPCs Unterhaltungen zu führen. Ab dem 11. Kapitel wird FFXIII zum Glück aber etwas freier, man kann sich viel freier bewegen und Sidequests annehmen. Städte oder gar Minispiele sucht man aber dennoch vergebens. Im Großen und Ganzen ist das Spiel einfach viel zu sehr auf die Handlung fixiert. Wobei man aber auch eingestehen muss, dass die Handlung und die Charaktere sehr interessant sind. Von dem üblichen J-RPG Kitsch bleibt dieses Spiel aber nicht verschont.

Über das Gameplay kann man sich streiten, audiovisuell sind sich aber alle darüber einig, dass Final Fantasy 13 hier großes leistet. Kein Spiel kommt mit spektakuläreren Zwischensequenzen daher und der Unterschied zur Ingamegrafik wird immer geringer. Das ist den tollen Modellen, den liebevollen Spielwelten, den sehr guten Gesichtszügen und natürlich auch den sehr ansehnlichen Texturen zu verdanken. Die Animationen sind insgesamt sehr gelungen, einige wirken aber etwas zu albern bzw. zu typisch japanisch. Der Soundtrack stammt zwar nicht mehr von der Legende Nubuo Uematsu, die Musik von Masashi Hamauzu ist aber trotzdem sehr bezaubernd und stimmig. Zur Verärgerung vieler Fans ist keine japanische Sprachausgabe verfügbar, die englische Synchronisation ist aber, vor allem für Genreverhältnisse, extrem gut geworden und vor allem überraschend lippensynchron. Final Fantasy 13 erscheint erstmals auch für die XBOX 360 und die Systemunterschiede halten sich zum Glück in Grenzen. Die Cutscenes sind bei der Playstation 3 Variante hochauflösender und auch allgemein sieht die PS3-Version einen Tick besser aus, aber die XBOX-Umsetzung kann sich dennoch sehen lassen. Aber Achtung: Hier wird das Spiel auf 3 DVDs ausgeliefert, während der PS3 Spieler mit einer Blu-Ray auskommen.

Fazit:
Mit Final Fantasy XIII haben wir es leider doch nicht mit dem erwarteten RPG-Megahit zu tun. Das Spiel macht es einem als Tester aber auch alles andere als einfach, denn was die Handlung, die Bedienung, das Kampfsystem, die Charaktere und die Präsentation betrifft, ist der Titel absolute spitze. Doch warum nur muss Final Fantasy XIII, vor allem in den ersten Spielstunden, so extrem linear ablaufen und kommt dabei auch noch größtenteils ohne jene Freiheiten aus, die man an diesem Genre so besonders zu schätzen weiß. Vielleicht möchte Square Enix das etwas angestaubte Genre wirklich in eine neue, auf das wesentliche beschränkte, Richtung steuern, in diesem Falle verzichtet das Spiel aber einfach auf zu viel altbewährtes und wird selbst so manchen alteingesessnen Final Fantasy-Fan der ersten Stunde enttäuschen. Natürlich ist Final Fantasy XIII aber alles andere als ein schlechtes Spiel geworden, wer aber großen Wert auf eine riesige und frei begehbare Spielwelt bzw. Städte mitsamt diversen Shops und interessanten NPC-Unterhaltungen legt, der greift lieber zu Alternativen wie Tales of Vesperia oder Lost Odyssey. Außerdem ist mit Resonance of Fate ja auch schon der nächste viel versprechende RPG-Titel erschienen.

8/10

Battlefield: Bad Company 2 – Review / Test

28 Mrz

Call of Duty: Modern Warfare 2 ist nicht nur kommerziell extrem erfolgreich, sondern führt auch seit Monaten die Onlineaktivitätslisten der PS3 und XBOX 360 an. Nun bekommt der Megahit aber eine ernst zu nehmende Konkurrenz aus dem Hause EA: Battlefield: Bad Company 2 von den schwedischen Onlinespezialisten DICE. Wird das Spiel Modern Warfare 2 vom Thron stoßen können? Wir verraten es euch in unserem Testbericht.

Battlefield: Bad Company war damals nicht nur die erste, eigens für Konsolen entwickelte Reihe, sondern bot erstmals auch eine Einzelspielerkampagne. Das besondere dabei war zum einen, dass man sich, Battlefield typisch, sehr frei bewegen konnte und zum anderen die Story mitsamt den Charakteren sich selbst nicht ganz ernst genommen haben. Da steckte einfach jede Menge Humor drin. In diesen Punkten hat sich bei Bad Company 2 sehr vieles geändert, vieles zum positiven, das meiste aber eher zum negativen. Die Freiheit wurde dem Spiel nämlich genommen und alles läuft nun extrem linear ab, wie man es auch vom Genreprimus Modern Warfare 2 kennt. Die Story baut zwar auf Teil 1 auf und auch der chaotische Squad ist vertreten, aber das Spiel ist nun ernster und setzt den Schwerpunkt auf eine bombastische Inszenierung der Marke Call of Duty. Das Spielerlebnis ist jetzt vielleicht intensiver und spannender, der Humor bleibt dabei aber größtenteils auf der Strecke. Aber keine Sorge, ganz ernst geht es hier nie zur Sache, diverse Dialoge bringen einen immer noch zum Lachen, nur eben nicht mehr so häufig. Lobenswert sind hingegen die viel abwechslungsreicheren Schauplätze. Hier kämpft man, wie im Vorgänger, nicht mehr nur in Georgien oder Russland, sondern auch in den USA, Japan, Bolivien oder auch Chile. Ebenfalls abwechslungsreich sind natürlich auch die unzähligen Waffen und Fahrzeuge im Spiel. Bedauerlich ist zwar, das Flugzeuge fehlen, dafür gesellen sich nun aber auch Jet-Skis und Quads zu den üblichen Fahrzeugen wie den Hubschraubern und Panzern dazu. Die Kampagne ist dabei ungefähr genauso lang wie im Vorgänger, im Ablauf aber straffer und kurzweiliger. Sogar Solisten kommen voll auf ihre Kosten, weil Bad Company 2 mit einer Spielzeit von rund acht Stunden deutlich länger ist, als der Großteil der Shooterkonkurrenz. Versteckte Funkstationen und freischaltbare Waffen motivieren zum Weiterspielen, genauso wie die gut ausgewählten Erfolge/Trophies. Dank drei verschiedener Schwierigkeitsstufen ist Bad Company 2 für so ziemlich jede Gruppe von Spieler geeignet. Kenner des Vorgängers werden mit der Steuerung natürlich keinerlei Probleme habe, Anfänger aber ebenso wenig, weil die Bedienung super angenehm und einfach zu handhaben ist.

Auch wenn sich die Singleplayerkampagne wirklich sehen lassen kann, ist sie aber im Grunde genommen lediglich eine Art Vorbereitung auf das Herzstück dieses Spiels: Den Mehrspielerpart. Hier spielt Bad Company 2 das volle Potential aus und lässt so ziemlich jeden anderen Genrevertreter alt aussehen. Dank zahlreicher Awards und freischaltbarer Waffen und Gadgets ist das Spiel so motivierend wie kaum ein anderer Shooter. Die Maps sind riesig und dank der zerstörbaren Umgebung kommt zusätzlich Freiheit und Taktik ins Onlinespielgeschehen. Mit den vier Spielmodi Eroberung, Rush, Squad-Rush und Squad-Deathmatch ist zudem für jeden der passende Spielmodus dabei und ganz harte Kerle können sogar auf einen Hardcoremodus zurückgreifen, der z.B. diverse Anzeigen ausblende und das Spiel allgemein noch schwieriger macht. Insgesamt können bis zu 24 Spieler auf den Konsolen miteinander zocken, auf dem PC sind es sogar 32 Spieler. Dank der Squadfunktion kann sich der Spieler dabei mit vier Spielern zusammen tun und nach dem Ableben, bei den Squadpartnern spawnen, was nicht nur für Unterstützung sorgt, sondern auch die Laufwege stark verringert. Bei Bad Company 2 ist deutlich mehr Teamplay gefragt, als bei Titeln wie Modern Warfare 2. Das gute an dem Spiel ist auch, dass man nicht unbedingt der perfekte Killer sein muss, um erfolgreich zu sein. Dank der verschiedenen Klassen punktet man auch, wenn man sich z.B. darauf spezialisert, Fahrzeuge zu reparieren, seine Leute zu heilen oder mit Munition zu versorgen. Abgesehen von den etwas zu starken Kampfhubschraubern ist Bad Company 2 auch perfekt ausbalanciert, für welche Klasse oder für welches Fahrzeug man sich auch entscheidet, man hat immer gute Chancen ordentlich zu punkten.

So genial der Mehrspielerpart auch ist, besitzt er Schwächen, die selbst der größte Battlefield-Fan nicht abstreiten kann. Die Anzahl der Maps könnten insgesamt nämlich höher sein und ein Mapvoting im Spiel wäre wünschenswert gewesen, da der Mapchange immer zufällig erfolgt und dadurch Karten oft wiederholt werden. Eine Spielervermittlung, wie man es von Halo 3 zum Beispiel kennt, hätte dem Titel auch nicht geschadet. Hier kann man sich nämlich nicht mit acht Mann in ein Spiel vermitteln lassen, dies ist nur mit der Squadfunktion für bis zu vier Spieler möglich. DICE hat vermutlich auch nicht mit so einem großen Ansturm auf das Spiel gerechnet, denn noch immer kommt es zu nervigen Problemen mit den Battlefieldserver die teilweise nicht einmal verfügbar sind. Auch der fehlende LAN-Support kratzt ein wenig an dem ansonsten so perfekten Eindruck.

Bad Company 2 basiert, wie der Vorgänger auch, auf der Frostbite-Engine, die hier aber stark aufpoliert wurde. Die Charaktermodelle sehen deutlich besser aus, die Landschaften wirken viel authentischer, die Effekte sind spektakulärer und auch so manche Textur ist jetzt hochauflösender. Hier lässt sich auch noch mehr zerstören, als es noch im ersten Teil der Fall war. Schade ist nur, dass die Häuser von innen ziemlich lieblos aussehen. Störend sind auch einige Grafikmankos wie teilweise auftretendes Tearing und leichte Pop-Ups. Dafür lässt es Bad Company 2 aber beim Ton mächtig krachen. Im Optionsmenü gibt es verschiedene Soundeinstellungen, während “Heimkino” schon für einen super Raumklang sorgt, fühlt man sich bei “Warfare” erst so richtig, wie auf einem Kriegsschauplatz. Absolut referenzverdächtig. Die Synchronisation des Titels ist aber ebenfalls prima gelungen und es stehen sogar mit Englisch und Deutsch zwei Sprachen zur Auswahl. Beide sind auf einem gleich hohen Niveau, während die deutsche Synchro aber einen Tick zu asynchron wirkt.

Fazit:
DICE liefert mit Bad Company 2 ein grandiose Action-Gesamtpaket ab. Die Solokampagne ist zwar etwas schwächer als im Vorgänger, all jene, die sich das Spiel nur wegen der Kampagne kaufen, kommen aber dennoch voll und ganz auf ihre Kosten. Technisch macht das Spiel einige Schritte nach vorne und kann, vor allem mit den sehr weitläufigen Maps, der gelungenen Synchronisation und natürlich der komplett zerstörbaren Umgebung begeistern. Das Meisterstück ist den Jungs aber mit dem sensationellen Multiplayermodus geglückt, der sogar Modern Warfare 2 alt aussehen lässt. Actionfans müssen hier unbedingt zugreifen.

9/10

MX vs. ATV Reflex – Review / Test

7 Mrz

Das Entwicklerteam Rainbow Studios ist bekannt für seine guten Motocrossgames. Mit ihrem neuesten Werk MX vs. ATV Reflex möchte man nun aber sogar den gesamten Offroadmarkt ansprechen und es mit Titeln wie Motorstorm oder Dirt 2 aufnehmen. Das folgende Review verrät, ob ihnen dieses Vorhaben gelungen ist.

MX vs. ATV Reflex ist, wie der Titel es bereits vermuten lässt, kein pures Motocrossgame. Das Spiel lässt sich eher als eine etwas realistischere Variante von Motorstorm bezeichnen, denn auch hier sind neben Motocrossbikes auch ATVs, Buggys und sogar Sporttrucks enthalten. Realistischer ist der Titel deshalb, weil es sich vom gesamten Aufbau natürlich eher an den typischen Motocrossgames orientiert, Tricks eine wichtige Rolle spielen und Explosionen und dergleichen, wie man es von Motorstorm kennt, natürlich nicht enthalten sind. Das Herzstück ist hierbei der Karrieremodus, welcher viele unterschiedliche Renntypen enthält. Neben normalen Rundenrennen, die sowohl indoor, als auch outdoor ausgetragen werden, gibt es auch Checkpointrennen, Freestyleevents und auch Freeride-Herausforderungen. Die Anzahl der Strecken geht vollkommen in Ordnung und ist mit unterschiedlichen Austragungsorten auch sehr passend ausgesucht. Bestimmte Events erfordern spezielle Fahrzeuge, die man käuflich erwerben kann. Meistens steht es dem Spieler aber frei, welche Fahrzeuge er verwendet. Anders als in Pure können die Fahrzeuge nicht aufgetunt werden, lediglich ein sehr simpel aufgebautes Setup kann angepasst werden. Der Schwierigkeitsgrad von MX vs. ATV Reflex ist übrigens recht knackig. Vor allem Anfänger haben zu Beginn einen sehr schweren Einstieg, zum Ende hin wird das Spiel dank einer guten Lernkurve aber nur noch wenig Schwierigkeiten bereiten. Das Fahrgefühl der Motocrossbikes ist, wie man es von den Jungs der Rainbow Studios gewohnt ist, tadellos, die Sporttrucks hingegen steuern sich leider etwas zu träge.

Zu den größten Stärken des Titels zählt ohne Zweifel die innovative Steuerung. Zur Erklärung: Mit der rechten Schultertaste beschleunigt man das Gefährt, während man mit dem linken Stick in die bestimmte Richtung lenkt. Der rechte Stick hat dabei mehrere Funktionen. In Verbindung mit dem linken Bumper können kinderleicht unzählige Stunts ausgeführt werden, gleichzeitig kann der Spieler bei einer unsanften Landung damit aber auch QTE-ähnlich die Körperhaltung korrigieren, um einen Sturz zu verhindern. Mit dem rechten Stick kann man sich zudem in Kurven in bestimmte Richtungen lehnen, um das Durchfahren nochmals zu vereinfachen bzw. für mehr Tempo zu sorgen.

Wie es sich für einen guten Offroadtitel gehört, besitzt MX vs. ATV Reflex einen sehr spaßigen Mehrspielermodus. Während offline nur Spiele für bis zu zwei Spieler ermöglicht werden, geht es online so richtig zur Sache, denn hier können bis zu 64 Spieler miteinander zocken, wobei dies stark vom Spielmodus abhängt. Neben normalen Rennen oder auch Turnieren lockern diverse Minigames das Spielgeschehen auf. In einem Spielmodus geht es z.B. darum, Capture the Flag-ähnlich einen Ball so lange wie möglich in Besitz zu halten. Die Onlineperformance des Titels ist dabei stets vorbildlich und nur selten kommt es zu Lags. Es steht noch in den Sternen, ob künftig neue Downloadinhalte angeboten werden, dies ist vermutlich auch abhängig vom Erfolg des Spiels.

Technisch zeigt sich MX vs. ATV Reflex leider nicht ganz von der besten Seite. Insgesamt sieht das Game überdurchschnittlich gut aus, kann aber nicht im Geringsten mit anderen Offroadgames der Marke Motorstorm, Dirt oder Pure mithalten. Dies liegt zum einen an den nicht zeitgemäßgen Texturen, zum anderen aber auch an technischen Patzern wie Pop-Ups oder Freezes. Hinzu kommt das Fehlen von Wettereffekten, welches bei Titeln dieser Art natürlich eine große Rolle spielt. Lobenswert ist hingegen der veränderbare Untergrund. Die Fahrzeuge hinterlassen sichtlich Spuren auf den Strecken und dadurch kann, bis zur letzten Kurve, der gesamte Ablauf verändert bzw. entschieden werden. Was den Sound betrifft, hinterlässt das Spiel einen zwiespältigen Eindruck. Die Motorensounds wirken einfach nicht authentisch genug, während der rockige Soundtrack bestens zum Geschehen passt.

Fazit:
Den Rainbow Studios ist mit MX vs. ATV Reflex ein tolles Offroadgame gelungen, welches technisch zwar nicht mit Konkurrenztiteln wie Motorstorm, Dirt 2 oder Pure mithalten kann, dafür aber dank der Unmengen an Fahrzeugen, Strecken und Renntypen begeistert. Die komplett neue Steuerungsmethode ist zudem super gelungen und könnte das komplette Genre inspirieren. Multiplayertechnisch lässt das Spiel keine Wünsche offen und daher müssen wir letzten Endes eine klare Kaufempfehlung an alle Offroadfans aussprechen.

8/10

Bayonetta – Review / Test

16 Feb

Bei Genrefans stand Bayonetta vermutlich seit der Ankündigung auf der Most-Wanted-Liste. Die Allgemeinheit wurde aber erst durch Traumwertungen der Famitsu oder des EDGE-Magazins auf Bayonetta aufmerksam. Die folgende Review soll aufklären, ob es sich bei diesem schrillen Actionporno wirklich um einen der besten Spiele aller Zeiten handelt.

Normalerweise sollte man in einer guten und ausführlichen Review immer ein paar Worte zur Story verlieren. Im Falle von Bayonetta ist das jedoch nicht ganz einfach. Die Handlung ist nämlich alles andere als oberflächlich und durchschaubar und, wie das Spiel selbst, total abgedreht. Man wird teilweise sogar an einen “Mindfuckfilm” der Marke David Lynch erinnert. Grob gesagt geht es in Bayonetta aber darum, in der Rolle der gleichnamigen Umbra-Hexe den Grund für deren Auferstehung herauszufinden, Engelsgestalten in den Hintern zu treten und natürlich die Welt zu retten.

Doch zu welcher Art von Videospiel zählt Bayonetta überhaupt? Das Gameplay lässt sich am ehesten mit der Devil May Cry-Serie vergleichen. Es wird auch oft als billige Nachahmung dieses Franchises beschimpft, was jedoch völliger Unfug ist, weil es zum einen auch viel Neues zu bieten hat und außerdem auch von ehemaligen Capcom- bzw. Clover Studiomitarbeitern entwickelt wird, welche Resident Evil und Devil May Cry erst berühmt machten.

Und so steuert der Spieler Sexyhexie-Bayonetta durch unglaublich bunte und abgefahrene Welten, metzelt Engel nieder und tritt kolossalen Endgegnern der Marke Shadow of the Colossus oder God of War entgegen. Das intuitive Kampfsystem erlaubt es, dass der Spieler unzählige Moves miteinander verbinden kann. Praktisch: Im Ladebildschirm können diese ausführlich geübt werden. Die spektakulären Moves und Folterattacken zählen auch zu den absoluten Stärken des Spiels. So können zum Beispiel eine Guillotine oder auch eine Eiserne Jungfrau beschworen werden, was für eine noch überzogenere Action sorgt. Genial ist auch die Inszenierung der Fights, vor allem die grandios in Szene gesetzten Bosskämpfe müssen sich vor einem Primus wie God of War nicht verstecken. Der Actionanteil in Bayonetta überwiegt zwar deutlich, dennoch bekommt man es hin und wieder auch mit Schalterrätseln oder nervigen, weil recht hastigen Quick-Time-Events zu tun. Der Spielablauf von Bayonetta ist übrigens sehr linear. Obwohl das Kampfsystem unglaublich komplex und vielseitig ist, gehen die Moves prima von der Hand, weil die Spiel- und Bedienbarkeit hier seines gleichen sucht. Der Schwierigkeitsgrad hat es dabei aber wirklich in sich und erinnert etwas an die Ninja Gaiden-Serie. Aber auch hier ist das Spiel stets fair und wenn sich der Spieler von Anfang an das Blocken und Kontern angewöhnt, klappt das Ganze schon viel besser. Um den Kampf gegen die Engelsgestalten etwas zu vereinfachen, kann man sich natürlich, ganz wie man es von God of War oder Devil May Cry kennt, mit erhaltenen Orbs Heilgegenstände oder neue Waffen kaufen und diese aufrüsten. Mit einer Spiellänge von 15 bis 20 Stunden zählt Bayonetta vermutlich zu den längeren Hack`n`Slay-Titeln. Diverse versteckte Items, Charaktere und Challenges sorgen ebenso wie die höheren Schwierigkeitsgrade für einen enormen Wiederspielwert.

Optisch hinterlässt Bayonetta größtenteils einen klasse Eindruck. Wie man es von Titeln wie Okami oder Madworld gewohnt ist, kann man auch Bayonetta als eine Art Kunstwerk bezeichnen. Das gesamte Setting ist so herrlich schräg, detailverliebt und kunterbunt, zugleich aber auch extrem stylish und sexy. Kein anderes Spiel dieser Gattung lässt sich mit Bayonetta in dieser Hinsicht vergleichen. Während japanophile Gamer dieses Design vergöttern werden, wird es aber vermutlich auch viele westliche Gamer geben, die damit einfach nicht anfangen können. Objektiv betrachtet ist das Design zwar unglaublich kreativ, abgedreht und kunterbunt, aber eben auch sehr speziell. Untermalt wird das Spiel von einem Mix aus japanischer Pop/Rock-Musik und stimmigen Orchestralkängen. Die englische Synchronisation ist überraschenderweise gut gelungen, was bei japanischen Produktionen schließlich keine Selbstverständlichkeit darstellt. Zudem passt der britische Akzent perfekt zur Protagonistin.

Fazit:
Platinum Games liefern mit Bayonetta ein absolutes Meisterwerk ab. Das Unternehmen, das zum Großteil aus ehemaligen Capcommitarbeitern besteht, hat mit Devil May Cry quasi das moderne, fernöstliche Hack`n`Slay-Genre erfunden und nun mit Bayonetta eben dieses perfektioniert. Sowohl stilistisch, als auch spielerisch ist dieser Titel eine absolute Wucht. So viele kreative und abgedrehte Einfälle bekommt man in einem einzigen Titel nur selten zu sehen, zumal dieses Genre für seine Kreativität alles andere als berühmt ist. Aber trotz all des Lobes wird dieses schrille und äußerst japanische Design nicht jeden ansprechen. Jene sollten, trotz der enormen, spielerischen Qualität, vermutlich lieber auf God of War 3 warten oder zu Dantes Inferno greifen.

9/10

Mass Effect 2 – Review / Test

16 Feb

Vor etwas über zwei Jahren erschufen die Rollenspielexperten von Bioware mit Mass Effect eines der vermutlich besten Sci-Fi Games aller Zeiten. Kein Wunder also, dass der zweite Teil der Trilogie in aller Welt heiß erwartet wurde. Seit Ende Januar ist Mass Effect 2 endlich erhältlich und wir möchten euch in dieser Review verraten, warum dieses Spiel solch ein perfektes Sequel darstellt.

Mass Effect 2 spielt zwei Jahren nach den Geschehnissen des Vorgängers. Der Protagonist Commander Sheppard befindet sich mit seiner Crew auf der Normandy, als er von einem mysteriösen Schiff angegriffen wird und dabei ums Leben kommt. Der umstrittenen Cerberbus-Corporation hat er es zu verdanken, dass er aus seinen sterblichen Überresten wiederbelebt wird. Cerberus wird Sheppard`s neuer Arbeitgeber und dieser wird damit beauftragt, einem geheimnisvollen Fall nachzugehen. Ganze Menschenkolonien werden einer nach der anderen entführt und für Sheppard gilt es, herauszufinden, wer hinter dieser Sache steckt.

Diese Review beschreibt die Handlung nur im groben, aber dennoch wird schnell deutlich, dass die Story des zweiten Teils wieder ein Mal unglaublich spannend ist und zu den wichtigsten Faktoren dieses Spiels zählt. Das besondere ist auch im Nachfolger die Tatsache, dass der Spieler so manches individuell entscheiden kann und es auch wieder diverse Gut/Böse-Entscheidungen gibt. Fast genauso wichtig sind selbstverständlich die Charaktere. Einige kennt man bereits aus dem ersten Teil, aber es haben auch viele neue Charaktere wie z.B. Miranda, Samara oder Jack ins Spiel gefunden. Ich würde sogar soweit gehen, dass Mass Effect 2 über die vermutlich interessantesten Charaktere der Videospielgeschichte verfügt. Jedee einzelne Gefährte hat eine packende und oft auch zutiefst ergreifende Hintergrundgeschichte zu bieten, welche man durch spezielle Aufträge mitentscheiden und miterleben kann. Und auch die Dialoge sind wieder erstklassig und man ertappt sich oft dabei, wie man sich stundenlang mit diversen NPCs unterhält, dies ist bei Mass Effect 2 einfach einzigartig und ist keinsterweise mit Adventures zu vergleichen.

Mass Effect 2 beginnt mit einem sehr interessanten Feature: Dem Charakterimport. All jene, die bereits den ersten Teil durchgespielt haben, können nämlich ihren Charakter aus dem Vorgänger mitsamt der Entscheidungen im Storyverlauf problemlos importieren. Die Erfahrungsstufe und die Klasse werden zwar nicht übernommen, dafür aber das Aussehen und für einen hohen Level erhält man als Belohnung eine kleine Geldspritze. Gameplaytechnisch wurde das Spiel nur geringfügig verändert. Mass Effect 2 ist noch immer ein sehr actionlastiges Rollenspiel, die Action steht nun allerdings noch deutlicher im Vordergrund und das Deckungssystem wurde stark verfeinert. Der Rollenspielanteil ist etwas gesenkt worden, trotzdem sind die Dialoge immer noch enorm wichtig und entscheiden den Storyverlauf. Auch die Spezialfähigkeiten sind, Rollenspiel-typisch, im Kampf von großer Bedeutung und im zweiten Teil, ebenso wie die Charakterklassen, sogar etwas stärker vertreten. Im Gegensatz zu Mass Effect erhält der Spieler jedoch nicht mehr für jeden erledigten Gegner Erfahrungspunkte, letztere werden nur noch nach Abschluss einer Quest verteilt. Das Aufleveln der bestimmte Fähigkeiten ist dabei extrem einfach gehalten und dürfte so manchen Hardcore-RPGler ein wenig verärgern. In Mass Effect 2 ist es auch ausgesprochen wichtig, die Waffen der Protagonisten und die Normandy angemessen aufzupeppen. Hierfür werden allerdings bestimmte Rohstoffe benötigt, welche man mit Hilfe der Normandy und des “Planetenscan” abbauen kann. Diese Vorgang ist zwar Anfangs noch recht interessant, wird aber vor allem im späteren Verlauf ziemlich langweilig und zieht den Spielablauf nur unnötig in die Länge. Und wo wir gerade beim Thema Spielverlauf sind, dieser ist nämlich für viele einen Tick zu linear. Natürlich gibt es in Mass Effect 2 auch diverse unerforschte Planeten zu entdecken, aber so richtig verlaufen kann man sich nicht, die Board-KI und diverse Anzeigen weisen den Spieler auch immer darauf hin, was er gerade zu erledigen hat. Man wird hier also viel mehr (bzw. zu sehr) an der Hand genommen, als es noch beim Vorgänger der Fall war. Dies dürfte jedoch nur eine der wenigen “Verschlimmbesserungen” sein, insgesamt hat Bioware einfach so ziemlich jedes Manko ausgebessert. Die Bedienbarkeit ist nun z.B. viel besser, die nervigen Fahrsequenzen aus dem Vorgänger wurden komplett entfernt, das Hacken gestaltet sich nun etwas komplexe und interessanter, mit der Normandy lässt es sich nun besser durch das All reisen und die Quests sind nun abwechslungsreicher, besser erzählt und besser inszeniert. Mass Effect 2 ist einfach ein Paradebeispiel dafür, wie ein guter Nachfolger auszusehen hat.

Auch hinsichtlich des Umfangs hat Bioware den zweiten Teil konsequent verbessert. Den ersten Teil konnte man, wenn man keinen Wert auf die Nebenquests gelegt hat, bereits in acht bis zehn Stunden beenden. Gleichzeitig konnte man aber auch, wenn man sich jeden einzelnen Planeten und Auftrag angeschaut hat, weit über 40 Stunde mit Mass Effect verbringen. Mass Effect 2 hingegen ist in beiderlei Richtungen verbessert worden. Ignoriert man der Spieler also die Nebenmissionen, wird er nun mindestens 20 Spielstunden investieren müssen, um den Abspann zu erblicken, mit allem drum und dran, kann das Spiel nun sogar bis zu 60 Stunden lang sein. Ein beeindruckender Umfang, vor allem wenn man bedenkt, dass dieses Spiel, verglichen mit Hardcore-RPGs, gar nicht so viele Nebenmissionen beinhaltet, bzw. es verhältnismäßig wenig Interaktionen gibt. Wie man es von Mass Effect gewohnt ist, kann der Spieler natürlich auch im zweiten Teil seinen Charakter aus dem ersten Playthrough für den zweiten auf einem höheren Schwierigkeitsgrad verwenden. Und über den so genannten Cerberus-Netzwerk können Mass Effect-Fans sowohl kostenlose, als auch kostenpflichtige Downloadcontents erwerben. Einen Mehrspielermodus gibt es auch im zweiten Teil von Mass Effect nicht, bei Party-lastigen Gameplay wäre dies allerdings eine sinnvolle und interessante Erweiterungen. Vielleicht wird dies ja bereits im abschließenden Teil enthalten sein.

In Puncto Grafik zeigt sich Mass Effect 2 von seiner besten Seite. Teil 1 sah ja bereits brillant aus, technische Patzer hinterließen damals aber einen bitteren Nachgeschmack. Bei Mass Effect 2 sieht dies aber völlig anders aus. Es gibt nun so gut wie keine nervigen Ruckeleinlagen mehr, das Nachladen von Texturen gehört endgültig der Vergangenheit an und zudem sieht das Spiel im gesamten einfach noch eine Ecke besser aus, als der Vorgänger. Speziell in den Dialogen sieht das Spiel dank bombastischer Animationen, Gesichtszüge, Texturen und dergleichen wahnsinnig gut aus. In den Missionen überzeugt der Titel natürlich ebenso, vor allem weil die diversen Planeten so unglaublich detailverliebt gestaltet wurden. Insgesamt ist Mass Effect 2 vielleicht nicht ganz so hübsch wie beispielsweise Uncharted 2, bedenkt man aber die viel größere Spielewelt und den damit verbundenen Aufwand, ist der Titel einfach ein technisches Meisterwerk. Dies wird dann auch auf dem Sound-Gebiet fortgesetzt. Der Raumklang ist nahezu perfekt, die Hintergrundmusik gewohnt genial und die Synchronsprecher sind, zumindest im englischen, überragend. Ganz so gut ist die deutsche Synchronisation zwar nicht gelungen, hat man sich aber erst einmal an die neue Stimme von Commander Sheppard gewöhnt, ist die Vertonung absolut zufriedenstellend.

Fazit:
Kaum zu glauben, aber obwohl das Jahr noch so jung ist, haben wir es bei Mass Effect 2 schon mit einem ganz heißen Anwärter auf das Spiel des Jahres 2010 zu tun. Wieso? Weil die Fortsetzung den ohnehin schon genialen Vorgänger in nahezu allen Bereichen übertrumpft. Lediglich der etwas gesenkte Rollenspielanteil kann bemängelt werden, dies kann man allerdings aufgrund der unglaublichen Spielewelt, den vermutlich interessantesten Charakteren der Videospielgeschichte, des deutlich erhöhten Umfangs und zu guter letzt der packenden Story locker verschmerzen. Besser kann man ein neues Spielejahr nicht einleiten.

10/10

James Cameron’s AVATAR – Review / Test

8 Jan

Nach den kurzen Eindrücken von der Gamescom und der kürzlich angespielten Previewfassung waren wir uns sicher, dass es sich bei James Cameron’s AVATAR: Das Spiel um einen sehr viel versprechenden Lizenztitel handelt. Unsere Meinung zur finalen Verkaufsfassung möchten wir euch daher auch nicht vorenthalten.

Avatar: The Game ist zwar das offizielle Spiel zum gleichnamigen Film, die Handlung ist aber vor dem Kinofilm angesiedelt. Regisseur James Cameron, der sich auch für Filme wie Titanic, Aliens oder Terminator verantwortlich zeichnet, hat, was die Handlung betrifft, eng mit den Entwicklern zusammengearbeitet. Ist man also vom Film begeistert, bietet dieses Spiel die ideale Gelegenheit, noch tiefer in die Handlung des Avatar-Universums einzutauchen. Aber auch wenn man nicht vor hat, den Film zu sehen, ist die Handlung interessant genug, um zum Weiterspielen motiviert zu werden. Im Groben geht es in dem Spiel darum, dass die Rohstoffe auf der Erde verbraucht sind und die Menschheit auf der Suche nach neuen, alternativen Planeten ist. Schnell fällt die Wahl auf den Planeten Pandora, welcher von dem naturverbundenen Volk der Na’vi bewohnt wird. Doch aufgrund des Heimvorteils und der physischen Überlegenheit werden die Na’vi ein ernstes Problem für die Ausbeutungspläne der Menschen. Die Lösung: Avatare. Geklonte Lebewesen aus Na’vi- und Menschen-DNS, in die der Verstand von Soldaten übertragen wird.

Das Interessante an diesem Spiel ist hierbei die Tatsache, dass es zwei unterschiedliche Handlungsabläufe enthält. Zu Beginn des Spiels muss sich der Spieler nämlich entscheiden, ob er für oder gegen die Menschen kämpft. Entscheidet man sich für das Volk, gilt es, in Menschengestalt das Volk der Na’vi zu jagen, andernfalls verteidigt man deren Heimatvolk in Gestalt eines Avatars. Diese Entscheidung hat auch einen Einfluss auf das Gameplay. In Menschengestalt spielt sich das Game nämlich hauptsächlich wie ein normaler Third-Person-Shooter, in der Haut eines Avatars kommen aufgrund diverser Nahkampfwaffen auch Hack`n`Slay-Elemente a la God of War hinzu. Mit jedem getöteten Gegner und erledigtem Auftrag erhält der Protagonist auch Erfahrungspunkte, mit welchen sich neue Rüstungen, Waffen und Spezialfähigkeiten freischalten lassen. Letzteres kommt natürlich vor allem dem Avatar zugute. Avatar: The Game spielt in einer offenen Spielewelt, die Missionen werden daher ähnlich wie bei GTA oder Assassins Creed absolviert. Im Gegensatz zu den gerade genannten Titeln gibt es, abgesehen von einigen Nebenmissionen, abseits der Hauptstory nur wenig zu entdecken. Und auch wenn das Spiel zwei verschiedene Storyabläufe besitzt, gleichen sich diese beiden Abläufe viel zu sehr, die Missionsziele sind zudem alles andere als abwechslungsreich. Hier gilt es immer irgendwelche Botengänge zu erledigen, Charaktere zu befreien oder gegnerische Stützpunkte zu zerstören. Immerhin erleichtern diverse Fahrzeuge, Roboter und Reittiere die teils langen Laufwege innerhalb der Missionen. Der Schwierigkeitsgrad ist übrigens stets fair, Gleiches gilt auch für die Erfolge und Trophäen. Die Steuerung wurde gut umgesetzt und selbst die unterschiedlichen Spezialfähigkeiten lassen sich problemlos aufrufen, lediglich die Fahrzeuge steuern sich etwas träge, woran man sich im Laufe des Spiels aber ziemlich schnell gewöhnt.

Neben diesen beiden umfangreichen Einzelspielerkampagnen besitzt Avatar: The Game auch einen recht aufwendigen Mehrspielermodus. Kooperative Spielmodi sucht der Spieler vergebens, dafür können sich aber bis zu 16 Spieler in typischen Spielmodi wie “Capture the Flag” oder “(Team) Deathmatch” packende Gefechte liefern. Leider verfügt der Titel aber nicht gerade über eine große Community und die beiden Klassen hinterlassen einen unausgewogenen Eindruck. Aufgrund des besseren Waffenarsenals scheinen die Menschen nämlich meistens die deutlich besseren Chancen zu haben.

Optisch könnte Avatar: The Game, wie der Film auch, neue Maßstäbe setzen. Ist der Spieler nämlich in Besitz des richtigen Equipments, lässt sich das Game in einer schicken und extrem stimmigen 3D-Optik spielen. Aber auch ohne diesen 3D-Schnickschnack kann man sich über die Grafik wahrlich nicht beklagen. Zwar werden keine neuen Akzente gesetzt, das Spiel kann aber immer noch durch tolle Spezieleffekte, hübsche Vegetationen (die auf Pandora nunmal besonders stark vertreten sind), sowie ansehnliche Modelle und Animationen punkten. Besonders bei Nacht versprüht der Titel eine zauberhafte Atmosphäre und weiß zu gefallen. Akustisch überzeugt Avatar durch eine gelungene Synchronisation mit vielen Originalsprechern aus dem Film und einem stimmigen Soundtrack.

Fazit:
So grandios wie die Filmvorlage ist Avatar: The Game letzten Endes leider nicht geworden, insgesamt zählt das Spiel aber zu den besseren Lizenzproduktionen. Dank der guten Technik, dem großen Umfang und den unterschiedlichen, interessanten Spielelementen ist das Game nicht nur für Fans des Films interessant. Abwechslungsreichere Missionen und die ein oder anderen spielerischen Innovationen hätten diesem Titel aber sicherlich gut getan.

7/10

Halo 3: ODST – Review / Test

21 Sep

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Das Halo-Franchise zählt mit Abstand zu den aktuell beliebtesten Spielreihen und umso erfreuter waren die Fans im vergangenen Jahr, als Bungie das Spin-Off Halo 3: ODST ankündigte. Wir konnten den Titel bereits durchspielen und verraten euch in dieser Review, ob das erfolgreiche Konzept auch ohne den Master Chief funktioniert.

Halo 3: ODST spielt zwischen den Geschehnissen des zweiten und dritten Halo-Teils. Die Allianz hat New Mombasa eingenommen und ist auf der Suche nach einem geheimen Objekt, welches den Krieg entscheiden kann. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Rookies, der Mitglied des Orbital Drop Shock Trooper-Squads ist. Bei deren Mission läuft so ziemlich alles schief und auf der Erde angekommen, ist der Spieler völlig auf sich allein gestellt. Sein Missionsziel ist es nun, zu überleben, die anderen Teammitglieder zu suchen und von diesem Schauplatz zu verschwinden.

Eines vorweg: Halo 3: ODST ist kein liebloses Addon, um an das schnelle Geld zu kommen, nein, hierbei handelt es sich um ein eigenständiges Spin-Off mit einer umfangreichen Singleplayerkampagne. Das Spiel ist dabei in zwei verschiedene Abschnitte unterteilt. In der Rolle des Rookies begibt man sich in Open-World-Manier auf die Suche nach seinen Teamkameraden und hält Ausschau nach versteckten Hinweisen. Hin und wieder bekommt man es mit einigen Patrouillen zu tun, aber im Großen und Ganzen ist der Actionanteil hier deutlich geringer. An den Zielschauplätzen angekommen, kommt es dann zu Flashbacks und der Spieler muss die Erlebnisse des jeweils gesuchten Soldaten nachspielen. Da jeder der Soldaten sich auf bestimmte Themengebiete spezialisiert hat, sind die Abläufe sehr abwechslungsreich. So gilt es in einer Mission eine Brücke in die Luft zu sprengen, während man in einer anderen wiederum im Warthog sitzend gegnerische Panzer ausschalten oder in einem völlig anderen Level seine Gegner mit Hilfe eines Scharfschützengewehrs eliminieren muss. Das Besondere bei Halo 3: ODST ist die völlig andere Spielmechanik, denn im Gegensatz zum Master Chief verfügen die Soldaten nicht über regenerierende Schilde oder andere Spezialfähigkeiten. Neben einem umfangreichen Waffenarsenal bekommen die Soldaten lediglich eine Art Nachtsichtgerät zur Verfügung gestellt. Diese ermöglicht es, dass der Spieler wesentlich durchdachter und taktischer agiert, was aufgrund der geringeren Energieleiste auch erforderlich ist. Letztere kann dann durch Medipacks wieder aufgefüllt werden. Dieses taktischere und realistischere Gameplay hat natürlich auch Auswirkungen auf den Schwierigkeitsgrad. Halo-Fans werden aber dennoch bestens damit zurechtkommen, da die Steuerung größtenteils übernommen wurde. Entgegen vieler Spekulationen ist die Singleplayerkampagne überraschend groß ausgefallen. Mit einer Spielzeit von sechs bis acht Stunden steht diese Halo 3 in nichts nach.

Dass Halo 3 bereits seit zwei Jahren regelmäßig an der Spitze der XBOX-Live-Charts anzutreffen ist, hat seinen Grund, denn der Mehrspielerpart zählte schon immer zu den Stärken dieser erfolgreichen Reihe. Im Falle von Halo 3: ODST wird aber alles bisher Dagewesene in den Schatten gestellt. Das Spiel kommt nämlich mit einer zusätzlichen DVD daher, die, mit Ausnahme der Koopkampagne, den kompletten Mehrspielerpart aus Halo 3 enthält. Sogar drei brandneue Maps sind dabei. Zusätzlich besitzt Halo 3: ODST aber auch einen eigenen Mehrspielermodus. Die komplette Kampagne kann sowohl online als auch offline kooperativ gespielt werden. Außerdem lässt der neue Firefight-Modus das Herz vieler Halo-Fans höher schlagen. Dieser lässt sich mit dem Hordemodus aus Gears of War 2 vergleichen, wirkt aber noch etwas tiefgängiger. Mit bis zu vier Spielern gilt es hier, eine Gegnerwelle nach der anderen zu besiegen. Doch Vorsicht: Der Munitionsvorrat ist nur sehr begrenzt und muss unter allen aufgeteilt werden. Dieser Modus erfordert also jede Menge Taktik und Teamplay und genau das macht ihn zu einem der coolsten Mehrspielermodi, den es in Halo je gegeben hat.

Technisch basiert ODST natürlich auf der zwei Jahre alten Halo 3-Engine. Für viele mag das nicht allzu positiv klingen, aber es hat auch seine guten Seiten. Dadurch konnten sich die Entwickler nämlich mehr auf den Feinschliff konzentrieren. Und in der Tat sieht Halo 3: ODST etwas schärfer und detaillierter als sein großer Bruder aus. Vor allem die Effekte sind nun viel zahlreicher vorhanden und tragen einiges zur etwas dunkleren Atmosphäre bei. Weniger überzeugend sind hingegen die Animationen und Charaktermodelle der Protagonisten. Verglichen mit aktuellen Genrevertretern wirken diese stark in die Jahre gekommen und alles andere als authentisch. Ansonsten wird Halo 3: ODST die Fans in dieser Hinsicht absolut zufriedenstellen. Der Sound legt sogar noch eine Schippe drauf. Dank der stimmigen Dolby Digital Spur wird die Anlage so richtig beansprucht und es rumst aus allen Lautsprechern. Der Soundtrack ist, verglichen mit den Hauptteilen, erfrischend anders und passt super zum Spielgeschehen. Einzig die deutsche Synchronisation kann wieder mal nicht vollständig überzeugen. Viele Sprecher wirken sehr lieb- und emotionslos, während andere hingegen viel Leidenschaft reingesteckt haben.

Fazit:
Mit Halo 3: ODST ist den Jungs von Bungie ein großartiges Spin-Off gelungen, welches eindrucksvoll beweist, dass Halo auch ohne den Master Chief jede Menge Spaß machen kann. Das etwas düsterere Setting und die taktische Spielmechanik tun der Serie sogar ausgesprochen gut und bringen viel Abwechslung in das Franchise. Die größte Stärke von Halo 3: ODST ist aber das Preis-/Leistungsverhältnis. Für knapp 45 Euro bekommt man eine umfangreiche Singleplayerkampagne, zwei geniale Koopmodi, einen Beta-Zugang zu Halo Reach und den kompletten Multiplayerpart aus Halo 3. Es spricht also rein gar nichts gegen diese Anschaffung, im Gegenteil, Halo 3: ODST ist eines DER Must-Haves in diesem Jahr. Halo-Fans werden absolut begeistert sein.

9/10